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Art less pollution

Kann man Dreck sichtbar machen, indem man ihn entfernt?
Klar, ganz alter Hut, kennt jeder und geht so:
sau.jpg

Was aber, wenn man auf die Verschmutzung aufmerksam machen will, die von hunderttausenden Dreckschleudern verursacht wird?

Alexandre Orion stellt sein künstlerisches Talent in den Dienst der Reinigung São Paulos. Mit nichts als einigen Lappen bewaffnet befreit er die brasilianische Metropole vom Ruß und lässt dabei Fresken entstehen, deren Schönheit daran erinnern soll, dass einst Glanz war.
So wenig es aber der Nachbar mag, wenn ich ihn daran erinnere, dass er sein Auto mal wieder waschen könnte (was mir in Wirklichkeit so egal ist wie nur irgendwas), so wenig freuen sich die Oberen São Paulos darüber, wenn öffentlich und ohne vorherige Auftragsvergabe am kommunalen Dreck gekratz wird, weshalb die Sudelgrafittis zumeist eilig entfernt werden.
Im Gedächtnis haften sie glücklicherweise länger, da kann man nichts machen!

skulls.png

19 Kommentare

  1. 01

    Hm gabs da nicht nen Briten der was ganz ähnliches macht? Ah genau der wars, aber der macht damit auch noch Werbung.

  2. 02
    Gerd

    das ist ja cool, geht das auch im tiergartentunnel?

  3. 03

    sascha wir nennen es lobo hatte sowas auch schon:
    „Im Zeitalter der Putzguerilla“

  4. 04

    …mir völlig egal wer was wann wieso warum schonhatte, und wer es weiss und deshalb besser weiss, und allein deshalb ein besser wissender besserer ist.

    es ist eine kunst! und sie ist gut! incredibile!

  5. 05

    Wie macht man denn was weg, was jemand weggemacht hat? Machen die dann einfach richtig sauber – oder schmieren die wieder Dreck auf die Bilder?

  6. 06

    Die nehmen den dicken Wasserschlauch und machen richtig sauber.
    Auf dem verlinkten Video kann man es sehen.

  7. 07
    Gregor

    gut in der Nicht-Werbungs-Form wohl auch neu ;)

    Und jetzt? Kornkreis-Muster in Müllkippen schaufeln?!

  8. 08

    Coole Idee jedenfalls!

  9. 09

    gefällt mir richtig gut… würde mir wünschen, sowas auch in berlin häufiger zu sehen. und zwar nicht nur von irgendwelchen schülern, die irgendwo das obligatorische „sex“ in den staub wischen =)

  10. 10

    Der Mann ist doch richtig talentiert und dazu noch kreativ. Im Tunnel Totenköpfe malen, das hat doch was. Leider bin ich eine Niete in Sachen Kunst, mir würden da nämlich einige staubige Objekte einfallen… ;-)

  11. 11

    Yeah! Yeahyeahyeah! Ge-Nau-So-Was find ich einfach nur genial bis obergeil!

  12. 12
    Hannes

    Besteht da etwa ein Zusammenhang zwischen „Sau“ und „Sau Paulo“? ;-) Nur ein Scherz…

  13. 13

    Große Kunst wenn man das störende Medium schlampig abwischt und den Untergrund als Medium gebraucht!
    Auftragen ist immer auch ein Angriff aber das Abtragen von etwas was niemand Freiwillig aufgetragen hat auch ein Angriff ist dann hat man den Status des Künstlers erreicht!

    Großartig dies zu erkennen!

  14. 14

    Eine sehr nette Idee.

    Mit fallen auf Anhieb min. zwei WGs ein, wo man eine solche Session sogar im Bad machen könnte. *ekel*

    LG Stulle

  15. 15

    Zu 6:
    Tja, dann hat die Kunst ja sogar einen praktischen Zweck: Endlich wird mal richtig sauber gemachnt! :-)

    Zu 14:
    Ja, sowas kenne ich auch. „Mein Klo hat Karies“ hieß das dann. Da hat aber keiner Kunst reingekratzt.

  16. 16
  17. 17

    Wow! Respekt! Geniale Idee!
    Reaktion: typisch welt.

  18. 18
    Frank

    Interessant ist, dass dieses Kunstwerk vergänglich ist, weil es vielleicht irgendwann abgewaschen wird. Bis dahin wächst es aber mit der weitergehenden Verschmutzung, bis es langsam an Kontur verliert. Ja, so müsste das sein…!

  19. 19
    Thomas

    Tja, da sare ick nur SAU! PAULO!

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