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Fooligan schaltet sich in den Überschriftenwettbewerb zwischen Nilzenburger und Nerdcore ein und ja: Man kann sagen, dass wir wettbwerbsfixiert sind, starten mit der Berichterstattung über ein Turnier, bei dem es wahrlich keinen Schönheitspreis zu gewinnen gibt, machen dann weiter mit anderen Wettbewerben, immer geht es nur ums gewinnen und es drängt sich langsam die Frage auf, ob wir ein darwinistisches Blog sind, dem es nur um Sieg durch Anpassung geht, aber hey!: besser siegen durch Anpassung als ein wichtiges Spiel verlieren wie es gestern den tapferen Werderanern gegangen ist, jedenfalls munkelt man, sie seien tapfer gewesen, sagen kann ich es nicht, denn in der von mir anvisierten Bar war es bei weitem zu voll, als dass ein ganzer Fooligan reingepasst hätte und als der Fooligan dann über seinen gar nicht so kleinen Schatten gesprungen ist und sich entschieden hat, online Premiere 6 (in Worten: sechs) Euro in den Rachen zu werfen, da hat Premiere gesagt: Neenee, jetzt aber mal ehrlich, erst meckerst du immer über uns und jetzt, da Werder gegen Barcelona spielt, da kommst du angerobbt, also wirklich und übrigens: die Mailadresse ist falsch. Ich wusste es natürlich besser, denn meine Mailadresse kenne ich, aber Premiere blieb stur und hat es 29 Mal gesagt, Premiere hat sich da etwas wiederholt und irgendwann war selbst mein Wettbewerbssinn erschöpft und ich habe stattdessen Curb your Enthusiasm geschaut und nicht Bayern gegen Mailand, da ging es ja bloß um den Gruppensieg und seit Schweinsteiger nicht mehr laufen kann ist bei Bayern der wichtigste Mann dieser nicht sehr hübsche Holländer und außerdem zoomt die Kamera so nah an Felix Magath dran, dass man die Marke seiner Brille sehen kann und da ist mir aufgefallen, dass ich Felix Magath näher war als je einem Menschen zuvor, denn noch nie hatte ich die Brillenmarke von jemandem gesehen.Und als ich so auf die Brillenmarke von Felix Magath schaute, fragte ich mich, ob ich nicht auch so handeln würde wie er und jeden deutschen Nationalspieler auf Zwergengröße eindampfen würde, damit keine Unruhe aufkommt und da wusste ich, dass durch diesen Zoom auf die Brillenmarke Felix Magaths eine zu große Nähe hergestellt worden war und habe lieber Larry David angeschaut, der hat für niemanden Verständnis und so sollte ein Fooligan auch sein: Unbarmherzig, hochneurotisch, negativ in seiner Emotionalität, Menschenhass gepaart mit Liebe zum Spiel.

Gewonnen.

5 Kommentare

  1. 01

    Die DSF-Kamera zoomte auch bis ins linke Auge des mailändischen Trainers. Bis. Ins. Linke. Auge.

  2. 02

    Der wahrscheinlich beste Blogbeitrag zum Thema Fußball, Premiere, volle Kneipen, Darwinismus und dem ganzen Rest. Plus weltbesten, ja sogar europabesten ersten Kommentar. Danke.

  3. 03
  4. 04

    Ich hab mir auch son netten Account besorgt dort. Ich glaube ja, dass die gar nicht Deine Mailadresse bemängelt haben, sondern, dass Du gar nicht bemerkt hast, dass Du das Formular abgeschickt hast. Denn dann kommt man nicht auf ne andere Seite, die sagt „Danke!“, sondern Du bekommst wieder dieses Formular zu sehen. Und dann, ja dann bemängelt es Deine Email-Adresse, weil Du ja schließlich schon einen Account hast.

    Aber: Es kommt noch besser. Denn dann, man will ja auch was sehen, klickt man sich also zum Spiel durch, stellt fest, dass man den „Test“ besteht, also alles super, denkt man, aber nein, falsch gedacht, denn: nichts super. Medienspieler Nummer 11 will nicht, also ausgewechselt und nen waschechten 10er gebracht. Ne Zehn ist immer gut, offensive Kreativität und so. Aber eine Zehn, die spielt nicht gut mit nem 7er zusammen (vergleiche: Matthäus und Scholl), zumindest in diesem Stadion, also, klare Sache: die Defensive muss gestärkt werden. Nun spielt also der Kundschafter mit der Nummer sechs und alles scheint gut, von der Startaufstellung her, und man hat ein glasklares Bild, wie man das Spiel dann um 20:45 sehen kann (die Vorberichterstattung, kein Witz, ist nicht Part of the Deal).

    Also der Anpfiff, Startaufstellung und so, alles super, ist klar, weil ja der 10er und der 6er so gut harmonieren. Wobei, nach fünf Minuten wird klar, dass die beiden doch eher für Einzelaktionen, Einzelminutenaktionen, bekannt sind. Danach wirken sie wie eingefroren, lustlos traben sie noch nicht mal über den Platz, sondern brechen ab, wie der Reporter am unteren Bildschirmrand feststellt. Der Trainer sagt: Die Pufferzone in der Abwehr muss hochgestellt werden, und das kriegt der Medienspieler auch ganz gut hin, denn nun, auf einmal, macht er immerhin ein schönes Doppelpassspiel, also, Zweierspiel, also: Zweiminutenspiel. Danach fällt er wieder in die depressiven Phasen, die gefühlt länger als die des Herrn Deisler sind, in echt zwar nur vier Minuten, aber zwei aus sechs scheint uns dann, um Minute 10 herum, noch erbärmlicher als Sechs aus Neunundvierzig. Als wir die Kneipe betreten, sehen wir den neuen Spielstand, der zwei Zähler mehr zeigt als der des letzten Zweiminutenkicks, und da entscheiden wir uns dann doch für Herrn Kahns Ausraster nach dem Gegentor auf der heimatlichen Couch. Tolle neue Fernsehwelt.

  5. 05

    es gibt tage, da sollte man besser im bett bleiben…

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