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Futureworld

future robot
(Foto: salimfadhley)

Keine Ahnung, ob sich außer mir noch jemand an den Film erinnern kann. Yul Brynner, Duellier-Roboter mit Freiheitsdrang, auf der bleihaltigen Flucht vor allem und jedem. In einem Freizeitpark der Zukunft.

Yup.

Der Film war nicht sonderlich spannend, aber er beinhaltete die erste computergenerierte Filmszene überhaupt und verarbeitete vor allem jede Menge Vorstellungen vom »Spielen in der Zukunft« — aus dem Blickwinkel des Jahres 1976, versteht sich.

So wird man in einer Szene Zeuge einer Schachpartie, in der die Spielfiguren sich wirklichkeitsgetreu bewegen und im Falle eines »Schlages« sogar tatsächlich gegeneinander kämpfen.

So stellte man sich das damals also vor.

Bwuahahahaaa… ;)

Tatsächlich sind Freizeitparks so gut wie tot, Spielhallen auch, und selbst virtuelle Realität ist trotz der erheblichen Vorschusslorbeeren Mitte der 90er praktisch in der Versenkung verschwunden. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Stattdessen spielen wir mit anderen über »das Internet«, was damals noch keiner wissen konnte, und wir tragen in fotorealistischen Umgebungen mit fotorealistischen Figuren fotorealistische Kämpfe aus — Schach gehört allerdings nicht dazu, Hologramme ebensowenig.

Ganz allgemein lässt sich wohl feststellen, das unsere Ideen vom »übermorgen« bis auf wenige Ausnahmen schlicht und ergreifend viel zu sehr geprägt sind von den beschränkten technischen Möglichkeiten der Gegenwart. Wir alle kennen ältere Science Fiction Filme, und wir alle kennen die rückblickend eher humoristisch anmutenden Blechkameraden, Pseudo-3D-Landschaftsscanner und nervig piepsende, wahnsinnig kompliziert aussehende Kontrollkästchen und Lichtspielkonsolen.

Alles Hochrechnungen auf Basis sogenannter Cutting Edge Technology. Hey, grün schimmernde Drahtgittermodelle und flackernde Hologramme waren »heißer Scheiß« in ’76, und woher sollte ein Drehbuchautor damals auch ahnen, dass in der von ihm beschriebenen Zukunft all die neuartigen Wunderdinge seiner Zeit bereits keine wesentliche Rolle mehr spielen würden? Super-8 Film. Bernsteinmonitore. Diskettenlaufwerke.

Hehe.

Wer hätte sich damals träumen lassen, dass man eines Tages Tesafilm als Speichermedium nutzen würde, und dass auf eine handelsübliche Rolle mehr Informationen passen würden, als auf eine Filmstudioladung 5,1″-Floppys?

Und — das ist eh das größte — dass die neuartige Speichermethode basieren würde auf… richtig: Holographie. :)

Welche Vorstellung von der Zukunft habt Ihr gehabt? Ist davon etwas eingetreten oder wurde von der Wirklichkeit sogar überholt? Und wie werden wir spielen in 10, 20 oder 100 Jahren?

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