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Spielhallen

neon
(Foto: guorui)

Eigentlich sollte das hier ein langer Artikel über Entstehung und Entwicklung von Spielhallen werden, aber ich habe mich umentschieden und belasse es bei je einer Frage und einer privaten Anekdote.

Wann wart Ihr das letzte Mal in einer Spielhalle? Nicht nur am Flipper in einer Kneipe oder am Kickertisch im Hinterzimmer, sondern in einer richtigen, echten, glitzer-blinkenden und »her mit dem Hartgeld«-rufenden Spielhalle?

Mein letztes Mal war am 26.5.1999. Ich weiß das deshalb so genau, weil es ein historischer Abend war, an dem (wie es so schön heißt) »keine Gefangenen gemacht« wurden, und ich am Morgen danach beinahe meinen Job verloren hätte. Das ist jetzt also sage und schreibe gut acht Jahre her.

Ich weiß zwar nicht mehr, was ich da alles gespielt habe, aber es ging los mit einem Lightgun-Shooter und endete definitiv nicht mit Air-Hockey. Es gab Skateboard-Maschinen und Motorräder und einen Ski-Simulator und jede Menge Konsolen mit Joysticks und großen roten Buttons — und natürlich 4-Player Autorennen.

Ich weiß noch, dass mir die Frau hinter dem Wechselgeld-Tresen unheimlich vorkam, und dass alles grell erleuchtet schien. Neonröhren, Laufschriften, Leuchtreklame.

Eigentlich ganz großartig.

Nach diesem Abend jedenfalls war ich nie mehr in einer Spielhalle (zumindest nicht bewusst), sondern stand nur noch davor und habe reingeguckt. Keine Ahnung wieso, aber mir scheint, als hätte sich seit dieser denkwürdigen Nacht nicht viel am Inventar geändert, und als sei ich mit einer modernen Heimkonsole und ein paar Kumpels in irgendeiner Großraumwohnung besser bedient.

Kalte Getränke, keine unheimlichen Frauen hinter Gittern…

Nur das bunte Lichtermeer, das kann man schlecht nachmachen. Vielleicht schaue ich deshalb immer noch so gerne rein, und vielleicht sollte ich auch mal wieder einen Schritt weiter machen.

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PS: Hätte Jancker doch damals nur besser gezielt.

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