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Spieler, Gamer, Zocker?

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(Foto: zivpu)

Wann ist man eigentlich ein »Gamer«, ein »Zocker«, ein Tele- und »Computerspieler«?

Mein Vater z.B. spielt teils stundenlang eine Flipper-Simulation an seinem alten iMac. Er würde sich nie im Leben als Gamer bezeichnen, und auch sonst würde sich das niemand trauen. ;)

Ich habe mal in einer Agentur gearbeitet, in der die Empfangsdame gut und gerne 75% ihrer Zeit mit der Highscorejagd bei »Snood« verbracht hat. Sie wäre, nach klassischen Gesichtspunkten, Hardcore-Gamer: Muster erkennen, Reaktionen schulen, dranbleiben bis der Chef Arzt kommt.

Der Sohn einer Bekannten verbringt maximal 60 Minuten seiner täglichen Freizeit vor einem mäßig modernen Bildschirm und spielt online mit ein paar Kumpels Need for Speed. Seine Mutter ist besorgt wegen seines Hobbys: »Den ganzen Tag hockt er vor dem Ding und rast durch die Gegend…«

Ein guter Freund hat mehrere mobile Konsolen und spielt jeden Morgen auf der Fahrt zur Arbeit und jeden Abend auf dem Heimweg. Zwischendrin sicher auch, allerdings immer nur Knobelspiele oder Fun-Racer. Er ist weit entfernt von »Hardcore«, aber allein der vielen Zeit wegen ebensoweit entfernt von »Gelegenheit«.

Ein anderer Freund hat zu Hause nicht mal einen fest installierten Computer, geschweige denn ein Videospielsystem. Er kann sich allerdings an einem verregneten Samstag einen meiner zahllosen Controller schnappen und bis spät in die Nacht das Pad zum Glühen bringen — ohne dass ich, als jemand der regelmäßig und viel spielt, auch nur den Hauch einer Chance hätte, gegen ihn zu bestehen.

Was also macht einen Computerspieler aus?

Die Beschäftigung mit der Materie, das up-to-date bleiben?

Der Besitz spezifischer Hardware?

Oder ist es rein eine Frage des Selbstverständnisses?

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