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Lobbys, Pings und echte Gegner

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(Foto: NASA/Visible Earth)

Ich wurde gestern gefragt, was für mich das heißeste Feature in modernen Videospielen sei.

Abgedrehte Steuerung?

HD-Grafik?

7.1 Dolby-Surround? Bitte…

Zwei Silben: On-line!

Was als nerdiger Spaß für betuchte Schlüsselkinder mit Zugang zu Papas Rechner begann, hehe, hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Verkaufsargumente gemausert. Selbst klassisch-simple Zeitkiller wie Tetris und Bejeweled gibt es mittlerweile »online-enabled«, und Neuerscheinungen der großen Entwickler und Publisher gehen gar nicht mehr ohne. Von MMORPGs und anderen reinen Multiplayer-Games will ich gar nicht anfangen.

Die Sache ist auch zu eindeutig: Abgesehen vom vielzitierten »Replay Value« macht es einfach 1.000-mal mehr Spaß, wenn die Spielfigur, die man z.B. gerade vermöbelt, nicht von künstlicher Intelligenz gesteuert wird. Wenn man weiß, dass der Gegenüber gerade Löcher ins Gamepad beißt.

»Hahaaaaaaaaa, eat THIS!!!«

Klar, nichts geht über ein Multiplayer-Match auf dem Sofa, keine Frage. Aber wenn man mitten in der Nacht Lust verspürt, ein paar Runden »Räuber und Gendarm« in getuneten Nobelschlitten zu zocken, ist meist niemand in der Nähe, geschweige denn im gleichen Zimmer.

Aber irgendwer ist irgendwo auf dieser Welt immer online. 23:50 Uhr in Hamburg heißt 7:50 Uhr in Tokio und 16:50 Uhr in Chicago. Nachtschwärmer trifft Frühaufsteher trifft Feierabend-Macher. Ab in die Pre-Game Lobby, Match hosten, »warte auf Mitspieler«.

Ich gebe natürlich zu, dass einen Online-Spielen ziemlich kalt lässt, wenn man nicht darauf zugreifen kann. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß, und ja, alleine spielen rockt auch… also… meistens, he, und nicht jeder steht auf die masochistischen Erfahrungen, die man bei ständigen Niederlagen gegen einen vermutlich minderjährigen Lausbuben aus dem Mittleren Westen macht.

»Du bist schlecht, Mann.«

»Jaja, ich weiß.«

»Ne, richtig schlecht. Miiies!«

»Ist OK.«

»Miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiies!!! Hahaha!!!«

»Musst Du nicht in die Schule?«

»Ne, ich bin grad heimgekommen.«

Kopfschütteln, Biss ins Pad, nächstes Spiel, weitermachen. Üben, üben, üben — den schaff‘ ich schon noch…

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