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Light-Medien

nabelschau.jpg

Foto: Cult Gigolo

Wenn man über Mathematik schreibt, kommen Mathematiklehrer und beschweren sich, man habe die Schönheit dieser Zahlensprache nicht verstanden. Wenn man über Musik urteilt, kommen Musiklehrer und wollen Bewertungsmaßstäbe sehen. Wenn aber die gesamte deutsche Medienlandschaft mit Ausnahme von Jagd und Hund, Frau im Spiegel und der Bäckerblume über Blogs schreibt, dann sollen die Blogger bloß nicht über das Bloggen schreiben.

Ohne Selbstbezüge und ohne die Bezugsgröße Print würden die meisten meinungsführenden Blogs – und zwar nur diese – in sich zusammenfallen wie ein Heißluftballon ohne Flamme.

So stand es in der FAZ.

Immerhin hat der Autor Martin Schöb verstanden, dass die meistbesuchten Blogs nur einen Bruchteil der deutschen Blogwelt ausmachen.

Nun ist aber die Krise der Printmedien nicht etwa eine Erfindung böswilliger Blogger. Im Gegenteil: Ich gehe davon aus, dass Blogger sogar überdurchschnittlich häufig zur Tageszeitung greifen. Das ist durch nichts belegt, aber Privatempirie legt es nah.

Leider jedoch ist die Krise Realität. Die Frankfurter Hefte haben eine ausführliche Darstellung der Print-Krise veröffentlicht. Dort heißt es unter anderem:

Die deutschen Tageszeitungen befinden sich in ihrer größten Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Im März diesen Jahres gestand der Geschäftsführer eines RHEINISCHEN POST: »Wir haben große Probleme, aber wir wissen gar nicht genau, woran es eigentlich liegt – es gibt nicht den einen Grund.« Die aktuelle Krise entsteht aus einer Überlagerung von Trends. Kurzfristige Entwicklungen verstärken längerfristige und zusammen bricht derzeit über der Branche ein Desaster aus.

Um keine unnötige Unruhe aufkommen zu lassen: Der Text ist schon einige Jahre alt. Die Sparmaßnahmen haben gegriffen, der Arbeitsmarkt hat sich belebt, es werden wieder Stellenanzeigen geschaltet – und die Qualität der Qualitätszeitungen hat merklich nachgelassen. Mit weniger Leuten kann man in der Autoindustrie mehr Autos herstellen, aber ein Verlag kann mit weniger Personal nicht mehr gute Texte liefern.

So findet man in den Leitmedien von einst immer mehr People-Themen und notdürftig redigierte dpa-Meldungen, ja sogar voneinander abschreiben sollen sie bereits.

Print wird natürlich weiter bestehen, ob die Zeitungen als Light-Medien oder als Leidensmedien weitermachen, die über das böse Internet klagen, sei ihnen dabei überlassen. Schöner wäre es natürlich, sie würden allesamt ihre journalistischen Tugenden auspacken, mit Leidenschaft schreiben und, ach sie werden es schon selber wissen.

Ob Spreeblick eingehen würde ohne die Bezugsgröße Print?

Wir würden eingehen ohne Bezugsgröße. Medienkonsum ist ein Teil des Alltags und Autoren schreiben über den Alltag. Das haben schon die biblischen Autoren getan. Wandelte jemand über das Wasser, schrieben sie es auf.

Schreibt jemand einen halbgaren Text über uns, dann schreiben wir darüber.

Würde allerdings ein Autor der FAZ über das Wasser wandeln, wir beschrieben es noch viel lieber.

44 Kommentare

  1. 01
    rezz

    Iiiihhhh!!!

    Das Foto ist ja ekligst …

  2. 02
  3. 03

    ja, ich glaube, ich möchte auch nicht anfangen zu raten, was der Herr Cult Gigolo da wohl an sich fotografiert hat…

  4. 04

    Ups“¦ jetzt hab ich auf meinen Rechner gekotzt. Tschuldigung.

  5. 05

    oh gott, iiih, ein männlicher bauchnabel in nahaufnahme, ja iih, ja pfui. die blogosphäre ist doch weiblich, ja iih. ;)

  6. 06

    Das sind ja langsam amerikanische Verhältnisse, wenn der Anblick eines Bauchnabels Brechreiz erzeugt… tragt ihr Augenklappen, wenn ihr duscht? Oder duscht ihr einfach nicht? ;)

  7. 07

    Zum Glück scheint wenigstens kein Floh drin zu sitzen. :-)

  8. 08

    johnny: man muss ja nicht nach unten gucken, wenn das da SO aussieht (Also ich kann mich auch blind einseifen…so ists nicht^^). Schließlich muss man sich ja auch das nächste Mal im Spiegel noch zulächeln können…;-)

  9. 09
    Malte

    Und ich war schon drauf und dran, den Text ohne Foto los zu schicken. Habe ich ein Glück gehabt.

  10. 10

    Für den etwaigen Ekelfaktor der Nabelschau dürfte wohl der leichte Grünstich des Fotos verantwortlich sein – oder liegt das an meinem Monitor?

    Die Zeitung ist für mich nur wegen Informationen aus Stadt, Kreis und Region interessant. Auch wenn die Zeitung diesbezüglich weit entfernt davon ist, perfekt zu sein, das Internet schwächelt in diesem Bereich halt (noch?) ein wenig.

  11. 11
    Anna

    Schon mal was vom Ausdruck „den eigenen Nabel betrachten“ gehört?
    Deshalb mein Kommentar zum Foto: Zwar nicht sehr subtil aber gut gewählt. :-)
    Mein Kommentar zum Text: Wie immer sehr gut.

  12. 12

    Ich muß protestieren. Mathematik ist keine Zahlensprache, sondern eine Wissenschaft von abstrakten Strukturen. Nicht daß hier wieder jemand auf den falschen Trichter kommt.

  13. 13

    Ich habe mich in den letzten 2,3 Jahren hauptsächlich in englischen Blogs* rumgetrieben und blogge selbst nur wenig und wenn dann Tec-Kram oft in anderen Blogs. Der Grund dafür* ist, dass mir die Selbstbezüglichkeit der deutschen Blogs so auf die Nerven gegangen ist. Schon dieser Artikel hier ist wieder ein wunderbares Beispiel der langweiligen Selbstbezüglichkeit: Du extrahierst einen Satz aus dem FAZ Artikel (der dir so gerade Recht kommt)und argumentierst wieder die olle Kamelle ‚Wir Blogger – ihr armen Printer‘ ab… Dabei steht in dem FAZ Artikel einiges, das zu reflektieren sich lohnt. Zum Beispiel:

    Und warum geht eine Blogkonferenz weitgehend ohne Hinweise auf Fachblogs und Corporate Blogs zu Ende? Externe Expertise aus der Wissenschaft, den Medien, der Wirtschaft hätte womöglich die dominierende Meinungseinfalt gestört.

    Ich war nicht auf der re:publica und kann nicht sagen, ob die Einschätzung Schoebs so hinhaut – vorstellen kann ich es mir aber bestens.

  14. 14

    auf den Tisch gebrochen…
    Mit solchen Fotos weckt man noch Aufmerksamkeit! Schwierig heut zu Tage wenn man nicht gerade Knut heißt!

    Jetzt aber zum Thmema Zukunft des Textes:
    Ich führe zur Zeit eine Mail Diskussion mit einem Freund zum gleichen Thema. Irgendwie hatte ich das nicht verstanden was das passiert (Re:publica) und auch nachdem er mir erklärte das sich da Blogger in First Life treffen um übers Bloggen an sich zu sprechen und das von der First Life Presse veröffentlichen zu lassen, hab ich es noch weniger verstanden was das soll.

    Ich selbst blogge wenn auch noch nicht lange, lese aber immer noch(!!!) Zeitschriften, Bücher, Zeitungen und natürlich auch im Internet. (bin ich jetzt die Ausnahme von der Regel?)

    Kann es sein das die Leute einfach nur weniger Geld in der Tasche haben und sich deshalb kein Zeitungsabo mehr leisten wollen oder können? (Wer -weiß-was-morgen-kommt-Angst z.B. Arbeitslosigkeit, auch wenn die deutsche wirtschaft jetzt angeblich anspringt)

    Ich weiß nicht ob es richtig ist das die Printmedien dem bösen Internet die Schuld an ihrem Kundenmangel geben.

    Mag sein das die Leute älter werden, soll heißen, dass die Menschen die vor ein paar Jahren die Bravo oder YPS gekauft haben heute nur noch Internet lesen aber der super konservative Zeitungsleser an sich streubt sich wohl mit Händen und Füßen gegen alles moderne sprich die modernen Kommunikationsmethoden wie das Bloggen oder SMS. Das höchste der Gefühle ist meiner Meinung nach für die dann mal ne mail oder die ein zwei Internetseiten von google oder ebay oder FAZ aber selber schreiben… das tun diese Leute doch wohl nicht…

    Ich denke die Printmedien haben noch genug Kunden, die müssen nur richtig angesprochen werden.

    Vielleicht muß einfach nur nur mal den letzten Dreck drucken… mag sein, das die Leute das dann endlich lesen oder besser gesagt angucken werden und natürlich kaufen und damit Geld in die Kasse spülen. Die sollten mal den Raab fragen der weis was das Volk will!!

    Mein Tip zum Herrausbringen:
    Der neue Wochenratgeber „Wie gründe ich ein Sonnenstudio“
    und nach so sagen wir mal 10 Ausgaben der Ratgeber „Wie tune ich meinen Schirocco“
    (by the way: Auf Wunsch per mail ein Foto vom größten Sonnenstudio das ich kenne aus „Arbeitslosenhauptstadt-Gelsenkirchen“)

    Im Fernsehen geht das doch auch… die schlimmsten Sendungen haben die meisten Glotzer…Schlimmer geht Immer!!

    Dazu mein Tip wo ich wirklich am liebsten meinen Beißring wieder aus der Spielkiste geholt hätte… Name weis ich nicht mehr … sone Serie wo Junggeselle bei Mami wohnt und Schwiegertochter sucht… (Mami sucht mit aus…) Ja ich glaube der Titel war „Schwiegertöchter gesucht“

    Kann man sowas nicht als Print Medium herrausbringen…

    Jetzt reichts aber mit den Tips… liebe Printer werdet doch mal endlich kreativ und stellt nicht zu hohe Ansprüche an das gemeine Volk das euch auch so sein Geld gibt…

    Die kleine Gruppe der wirklich nur Internetler kann euch Supermächtlern doch nichts anhaben, gell!!

  15. 15

    Ich sekundiere die Meinung von #13.
    Ein wenig mehr Differenzieren hätte hier gut getan. Der FAZ-Artikel trifft den Nagel nämlich genauer auf den Kopf als man sich hier zugestehen möchte.

    Man beachte auch die Diskussion dazu bei Herrn Niggemeier.

  16. 16

    Ist das Absicht, das Photo so zu wählen, daß man wegen Augenkrebs den Artikel nicht mehr lesen kann/mag?

  17. 17

    Und wie auch schon im Niggemeierblog ausreichend bemerkt wurde:
    Selbstreferenz führt zu Selbst-Reflektion.
    Aber nachdenken über sich selbst ist ja anstrengend.

    Medien und der Umgang mit ihnen sind ein spannendes Thema. Seit Jahren befassen wir uns mit ihnen im Fernsehen, in Zeitungen, im Radio und in der Kunst. Wieso stört das auf einmal in Blogs – dem Inbegriff der Meinungs- und Personalitykundtat? Das wäre als ob man der oben genannten Bäckerblume das Schreiben über Blätterteig miesmacht. Lasst das Medium doch erst mal gross werden, ehe ihr ihm Hausarrest erteilt.

    Und der Bauchnabel ist ekelig.

  18. 18
    Daniel

    @ #6
    Zwar weiß ich nicht genau, was auf dem Foto eigentlich abgebildet ist, aber assoziiere ich damit eindeutig einen After, und finde es schlichtwegs eklig oO
    Sorry, aber letztendlich sieht man doch mit dem Hirn!

    Zum Thema:
    Die Bild-zeiung hat eine Auflage von 3,5 Mio Blättern, die SZ zitiert den Käse und der Spiegel „informiert“ so neutral wie 100 Meter Feldweg. Aber mit dem Finger auf andere zu zeigen ist doch immer leichter als mal die eigenen Fehler zu suchen ;) Aber mal im Ernst. Blogs sollen Zeitungen ersetzen? Blogs vermitteln Meinungen!, keine (bzw. wenige) Informationen!

  19. 19

    Ich verstehe den Vorwurf auch nicht: Fast alles geschriebene ist selbstreferentiell. Das Mittelalter kannte Deutungen von jedem Buchstaben auf Augustins Einkaufszettel, in der Romantik leerten die Herren Hoffmann, Brentano und Chamisso ihren Wein gemeinsam über ihren Manuskripten, die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Lautréamont sagt ganz richtig: Le plagiat est nécessaire. Le progrès l’implique. Das Plagiat ist notwendig. Der Fortschritt setzt es voraus.

    Man könnte Herrn Schoeb mal fragen, was die Medien (und zwar alle) ohne die Nachrichtenagenturen wären, auf die sich alle beziehen. Man könnte ihn fragen, was in den Feuilletons stünde, wenn sie sich nicht mit anderen Feuilletons streiten dürften. Und warum eigentlich auf dem Bachmannpreis nicht Programmierer ihre Skripte vortragen dürfen. Sind ja schließlich auch Sprachen, in denen die schreiben, und Kunstfertigkeit soll ein hohes Gut sein, hab ich gehört.

    Die Krise der Zeitungen aber, die dürfte so schnell nicht erklärt sein.

  20. 20
    Manuel

    Wenn SO der After aussieht… macht euch Gedanken.

    Weiss nicht, was ihr alle habt wegen des Bildes. Gut, den falschen Weißabgleich hätte ich korrigiert ;-)

  21. 21

    Bitte Malte, mach keine eigenen Bilder mehr.

  22. 22

    das ist eindeutig ein bauchnabel. mein gehirn sagt mir da auch nichts anderes. dazu ist es ein behaarter bauchnabel. anyway. programmierer dürfen auf dem bachmannspektakel ihre skripte nicht vorlesen, weil die sripte fern jeglicher literarischen schöpfungshöhe liegen. irgendwie wäre das auch nur für programmierer lustig und erhellend – demnach für mich weniger. in dem artikel steht ja nun wirklich nichts negatives. ja, es ist so und das ist auch gut so. und jetzt schreiben wir alle weiter.

    allerdings stimmt es nicht, dass man den blog – olymp nicht erklimmen könnte. meine leserzahl hat sich innerhalb von drei monaten von 20 auf 100 geschwungen…

  23. 23

    ups/nachtrag, schwankungen sind natürlich auch dabei

  24. 24

    ich werde unter diesen eintrag keinen kommentar schreiben!

  25. 25

    Ich finde auch – der Bauchnabel bei Turi war eindeutig der schönere…

    Zum Thema: Ich stimme dem FAZ-Text in großem Umfang zu. Die Blogosphäre ist nicht durchlässig genug, und viele (zu Unrecht) wenig gelesene Blog-Perlen leiden darunter. Schade, dass Krawall- und Metabloggen immer noch die zwei erfolgsversprechendsten Rezepte sind.

  26. 26

    Gutes Photo. Schade, dass es nicht verstanden wurde.

  27. 27

    Foto – Phantasie – wie kommen die Haare dahin – woher kommen die Haare denn wirklich!

    Toller Kommentar: ich werde unter diesen eintrag keinen kommentar schreiben!

    Tja Nichts geht halt Nicht weil Nichts nie ist!

  28. 28

    Selbstreferenz führt zu Selbst-Reflektion?

    Soso…

    Es kann auch ohne Erkenntnisgewinn viel über sich selbst geredet werden!

  29. 29

    Ich wünsche mir, dass mein Selbstbezug auch mal zu so einer Profilneurose führt, wie so mancher professioneller Schreibvogel sie gerade schiebt. Opium für die Journalisten, sie haben’s so schwer „¦

  30. 30

    Erstaunlich und ein wenig peinlich für die Bloggerszene, dass ein kleiner, schlecht recherchierter Artikel in einem Printmedium solche Reaktionen auslösen kann. Dann nämlich ist Print wirklich eine Bezugsgröße, und zwar eine übergröße. Irgendein Zeitungsautor einer halbwegs bekannten Zeitung kann die halbe „Blogosphäre“ in Aufregung versetzen, indem er ein paar Halbwahrheiten aufs Papier schmeißt – das kann kein Blogger mit den Printmedien…

  31. 31

    Es macht Sinn, diese Diskussion zu führen. Das Interview mit Jean-Remy von Matt bei off the record zeigt, dass Protest auf abfällige Äußerungen zur Blogosphäre durchaus den Weg zum Äußernden finden.

    Andererseits stellt sich mir schon auch die Frage, ob – über ein reines Schoeb-bashing hinaus – diese Sätze auch wirklich zur Selbstreflektion anregen. Es ist immer wieder zu lesen und zu hören, Blogs seien eine große Möglichkeit, Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Zu welchen Themen aber? Medien? Natürlich! Denn nach wie vor prägen diese neben Privatleben und Arbeit (so vorhanden) einen Großteil unserer Kommunikation und Meinungsbildung. Darüber hinaus gibt es aber noch vieles Weitere, dass nur zu dringlich von uns allen beachtet werden muss. Staatstragendes, wie die Gefährdung unseres Grundgesetzes, gehört ebenso dazu, wie das rücksichtslose Verhalten eines BVG-Mitarbeiters. Denn wer weiß, ob sich nicht mit der Zeit herausstellt, dass nicht nur ein Busfahrer, sondern viele ihre Fahrgäste nicht mal ansatzweise als „Gäste“ sehen.

    Es tut keinem weh, mal die Polemik aus Schoebs Sätzen rauszunehmen und über den Kern dieser Äußerung nachzudenken. Irgendwie muss der Herr ja zu seinen Gedanken gekommen sein.

  32. 32
    Simon

    Bleibt noch hinzuzufügen, dass Mathematik richtig spannend wird, wenn man Selbstbezüge betrachtet… ;-)

    Viele Grüße,
    Simon

  33. 33
    Simon

    Uhm. Da ist der Link verschwunden. Hier ist er: hselbttp://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6delscher_Unvollst%C3%A4ndigkeitssatz

    Viele Grüße,
    Simon

  34. 34
    Simon

    Och mann. Ich bin heute auch irgendwie zu doof (sorry):
    http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6delscher_Unvollst%C3%A4ndigkeitssatz

    Viele Grüße,
    Simon

  35. 35

    @.markus: Wenn man das nicht will, schafft man es auch nicht. Aber die Behauptung war, dass Selbstreferenzierung die Blogs nicht voranbringt, und das ist einseitiger Quatsch.

  36. 36

    Genauso Quatsch, wie man einseitig behauptet, dass Selbstreferenzierung die Blogs voranbringt. Sie bringt vielleicht voran, wie man die Blogs voran bringen will.

    Aber halt mal: Blogs voranbringen?

    Muss man wachsen, bekannter, größer und einflussreicher werden? Oder war das inhaltlich gemeint? Indem man darüber redet, was man machen könnte-würde-hätte, bringt man die Blogs voran?

    Weiterentwicklung ist immer sinnvoll, solch unüberlegte Phrasen wie „Blogs voranbringen“ aber absolut nutzlos.

  37. 37
    jan

    Mir gehen die deutschen Blogs auch total auf die Nerven.
    Und dann diese sinnfreie Diskussion über das Ende von Print. Sorry, den gleichen Mist hat es schon vor Jahren gegeben, als das Netz richtig popular würde. Alle haben das Ende des gedruckten Blattes prophezeit. Aber das Streben blieb aus, heute gibts ca doppelt so viele Magazine und Zeitungen wie damals. Ich hab das Gefühl, die deutsche Blogelite schafft sich selber ihre Themen. Kommt mir genau so stümperhaft vor wie die zahlreichen gescheiterten Versuche Internet auf den Fernseher zu bringen. Wer so einen Quatsch glaubt, hat sich nie mit der psychologie bzw. dem unterscheidlichen Konsumverhalten der verschidenen Medien beschäftigt. Sitz ich am PC, bin ich in Recherce- bzw. Arbeitsmodus, um es mal ganz einfach auszudrücken. Am Fernseher bin ich „Hirn aus – Konsum an“ Modus. Und wenn ich mir ne Zeitung schnappe, will ich Texte geniessen genau wie beim Lesen von einem guten Buch. Zeitung = Buch. Warum verschickt Amazon denn noch Bücher und sendet sie nicht als PDF File? Damit könnten sie Ihre Kosten um 90% senken und die Bücher würden auch billiger. Ist aber nicht. Das Ebook ist tot, nicht Print.

    Ich finde im FAZ Artikel liegt ne Menge Wahrheit.

  38. 38

    Mit Referenz auf #13,15,39:

    zu der Bloggersphäre: Was der Artikel ganz richtig feststellt ist, das es eine gewisse Blogsammlung tatsächlich eine Art Sphäre bildet. Und da gehören Gemeinschaftsgefühl und Selbstrefernz dazu. Ich weiss nur nicht, warum der Autor so giftig ist.

    zu Zeitungen: das neidische Getue einiger Journalisten sollte man einfach höflich ignorieren, finde ich.

    zur angeklagten Impermeabilität der Sphärenhaut: Blödsinn. Wenn andere Blogger es nicht hinkriegen Nebenschauplätze und Sphären zu kreiren, ist das nicht das Problem der „A-Blogs“.

    zu England: denen fehlt in der Tat der deutsche Instinkt zur wohlsortierten hierarchischen Ordnung. Dafür können sie keinen Satz schreiben ohne einen Witz zu reissen, auch nervig.

  39. 39

    @.markus: natürlich inhaltlich, wenn es um Selbst-Reflektion geht…

  40. 40

    Interessante Informationen.

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