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Na endlich!

Dachte schon mein Newsreader sei kaputt.

Mit den Amokläufen scheint mir das inzwischen ein wenig so zu sein wie mit den Sternschnuppen: während man sich beim Sehen der einen leise etwas wünschen darf, darf man beim Eintreten des anderen laut etwas fordern.

49 Kommentare

  1. 01
    andreja

    aha. wahrscheinlich wollen sie’s nur umbenennen um den neuen markt für tötungsspiele aufzumischen. alles kapitalistenschweine.

    mal ernsthaft: wieso ausgerechnet PHILOLOGEN?

  2. 02

    Wahrscheinlich war der Beißrefelex durch die Trauer diesmal länger gelähmt… ein Zeichen von letzter Restethik?

  3. 03

    Kann es sein, dass heise da eine einen Monat alte Pressemitteilung ausgegraben hat? Wohl auch bei heise zu viel Wunsch und so. ;)

  4. 04

    wurde aber auch zeit. vielleicht ist diesmal aber von anfang an zu viel bekannt geworden, über die psychischen störungen des amokläufers? und es hat deswegen so lange gedauert?

  5. 05
    Daniel

    Man hat scheinbar noch nicht herausgefunden, welchen Musikgeschmack der junge Mann gehabt hat… ;)

  6. 06
    westernworld

    @andreja #1

    weil sich gewerkschaft stockkonservativer studienräte nicht wirklich sexy anhört.
    das nämlich ist der „verband deutscher philologen“ dessen rheinland-pfälzische sektion hier mal wieder ihren unqualifizierten senf dazu geben mußte.

    @max ich glaube du hast da ein neues naturgesetz endeckt.

    erstes windesches maxinom wär doch ein schöner name.

  7. 07

    Die logischere Forderung wäre gewesen: Philologen fordern ein Verbot von kreativem Schreiben in Schulen!

  8. 08

    Also ich als Philologin hab ganz und gar kein Problem mit den bösen, bösen Killerspielen. Immer diese Verallgemeinerungen!

  9. 09
    MakeAMillYen

    Der Jack Thompson hat schon gegen Videospiele gewettert, da waren die Schuesse noch nicht verhallt. Bzw (jetzt ohne Sarkasmus) bevor man wusste, wer der Taeter war.

    http://www.youtube.com/watch?v=weG7A4lTGtg

  10. 10
    andreja

    @westernworld #6

    wie die nun offiziell heißen tut doch nix zur sache – interessanter finde ich die frage, was sie damit zu schaffen haben. so nach dem motto „die verbannung von angliszismen aus dem deutschsprachigen raum lässt kriminelle jugendliche zur ruhe kommen“ oder was?

    @max, ganz allgemein

    bevor du neue naturgesetze entdeckst oder alte auf den kopf stellst, lies mal „mahlers zeit“ vom herrn kehlmann. das kann böse ausgehen.

  11. 11

    @andreja: Weil Philologen, also größtenteils Lehrer, nunmal nach dem Studium Scheuklappen ausfahren, jedenfalls zu einem großen Teil. Und bevor man mir hier was vorwirft: Ich werde selber Lehrer. Hoffe aber doch, dass mir nicht irgendwann die Dumm- und Blindheit in den Kopf steigt.

  12. 12

    SoWhy, das ist doch schon lange in die Realität umgesetzt.

  13. 13

    Klar, virtuelle Waffen. Und wie wäre es mit der Forderung gewesen, reale Waffen zu verbieten?

    Liefern *Philologen* jetzt der NRA neue Argumente?

  14. 14

    Jack Thompson hat sowieso selbst den Schuss nicht gehört bzw. einen vollkommenen Knall. Selbst Gegner von Spielen in den USA geht Thompson auf die Nerven bzw. wünschen sich, dass er sich nicht äußern würde, da er mit seiner Radikalität sich selbst und die Ziele der „Spielegegner“ vollkommen lächerlich macht.

  15. 15
    Timo

    Kann es sein das dieser Amoklauf der erste ist nachdem der Ruf nach MEHR Waffen laut wird? Immer mehr Leute in den USA sind der Meinung das eine generelle bzw. weitläufigere Bewaffnung der Studenten bzw. Professoren den Amoklauf verhindert hätte… Das entbehrt zwar nicht einer gewissen Logik, nur wohin soll das bitte führen? Das die Leute wie im Wilden Westen nicht ohne ihre Knarre aus dem Haus gehen? Einfach nur krank…

  16. 16
    boo

    @Daniel (5):
    Schön wär’s, der im Heise Artikel verlinkte SZ-Bericht spricht von „harten, dunklen Tönen: Led Zeppelin und Nirvana.“ Sigh …

    Interessant fand ich die Zahlen bei der Tagesschau: 11000 Menschen werden jählich in den USA erschossen; wenn man das durch 365 teilt, stellt man fest, das der vergangene Montag eher Durchschnitt war.

  17. 17

    Es ist echt zum Heulen. Wie offensichtlich müssen die Zeichen noch sein, dass da andere Probleme Ursache sein müssen, von denen die Computerspiele nur einen kleinen Teil ausmachen können?

  18. 18

    hui, die philologen haben wohl angst um ihre zunft. hatte das bürschchen nicht so einen blutrünstigen theatertext verfasst. all ihre forderungen, den heranwachsenden mehr kultur zuzuführen, sind an diesem jungen mann gescheitert. vielleicht hätte er lieber mehr computerspiele spielen sollen – wäre vielleicht eher was für ihn gewesen und über ein waffenverbot, bzw. einen eingeschränkten zugang zu waffen sollten die einzelnen bundesstaaten doch wirklich mal ernsthaft nachdenken.
    bis dahin trauern wir gerne, aber dann wollen wir ergebnisse sehen.

  19. 19

    Könnte jetzt auch über den Zusammenhang von Todestrafe und Gewaltverbrechen schreiben, mache ich aber nicht… Zurück zum Ausgangsbeitrag. Zu den Sternschnuppen also: da gibt es ganz interessante Ansätze etwa in der Politikwissenschaft zum Beispiel.
    Nach diesem Ansatz schwimmen die Gegner der Killerspiele mit ihren Argumenten in einer Suppe, in einem Stream. Daneben schwimmen Menschen, die für gerade Bananen sind, daneben Argumente gegen Atomkraft etc. Aufmerksamkeit finden sie im Alltag unserer Medienwelt schwer.
    Der Amoklauf öffnet sodann ein „window of opportunity“. Wenn nicht jetzt, wann dann sollte das Argument mal wieder ausgepackt werden können. So grob auch immer es passt.
    So sucht fast jedes Argument mit seinen anhängenden Befürwortern seine Fensterchen und die erregten Medien greifen satt in die offenen Fenster rein und verbinden Ereignis+Argument+Issue+… wi es eben passt.

    Nach einem großen Busunfall sieht man daher in den folgenden Tagen auch gerne so Randmeldungen wie: 3 Tote bei Busunglück in Usbelangdunk. Eine Meldung, die es vor dem großen Wumms nie und nimmer auf hiesiges Papier geschafft hätte.

  20. 20

    @Timo:

    Das ist doch klar, wohin das führen würde. Wie reagierte einmal Jason Jones bei einer „Daily Show“-Folge während eines Interviews mit einem Vertreter (Frank Lasee) dieser Ansicht?

    Jones: „So… you wanna give guns to teachers?
    Lasee: „Exactly. You know… how do we prevent violence? … You know, anyone could snap, I think.“
    Jones: „Are you talking ‚bout teachers?“
    Lasee: „No, I’m talking about the students.“
    Jones: „Right. Teachers are the ones we wanna give the guns to.“
    […]
    Lasee: „Well, we have people in our schools now who served in our military and have gun-training…“
    Jones: „See, that’s perfect! I had a shop-teacher who’d been to ‚Nam. And – well, you know sometimes he’d hear voices who weren’t really there and called the kids ‚Charlie’… But, but what’s important here is that he’d have access to the guns.“

  21. 21

    weiß jemand, wo dieser theatertext zu finden ist?

  22. 22

    naja, vielleicht finde ich ihn auch alleine. aber schaut mal hier, für die, die es noch nicht kennen und gibt es auch als hörbuch;)

    http://www.amazon.de/Fahrenheit-451-Ray-Bradbury/dp/3453164121/ref=pd_bbs_sr_1/028-3235720-5770154?ie=UTF8&s=books&qid=1176990089&sr=8-1

  23. 23
  24. 24
  25. 25
  26. 26

    (sorry, dass ich soviel hintereinander poste, aber das thema lässt mich nicht los)

    ist es nicht eher so, dass mit seinen inhalten niemand was anfangen konnte? wo sind denn da die guten pädagogen und die interessierte umwelt geblieben? er wurde doch so einigermaßen ausgegegrenzt, wie ich dass jetzt so mitbekommen habe. gut, hier da wollten einige mit ihm freundschaft schließen, was aber nicht gelang. ich bin mir auch sicher, dass er da nicht die ganz große kunst geschaffen hat. aber der junge mann hat um sein leben geschrieben.

  27. 27

    Langsam wird diese Ideenlosigkeit peinlich.

  28. 28

    @ sunny:

    Es gab ja anscheinend Dozenten, die aufmerksam wurden – aber es scheint wohl wie das obligatorische Zusammenzucken gewesen zu sein, wenn etwas auf den Boden fällt…

  29. 29
    westernworld

    @andreija

    „Beim Erfurter Amok-Läufer Robert Steinhäuser, der vor fast genau vier Jahren 16 Schüler und Lehrer und sich selbst tötete, wurde ein Zusammenhang mit so genannten Killerspielen geknüpft, da Steinhäuser den Ego-Shooter Counter-Strike gespielt haben soll. Die nachfolgenden Diskussionen führten in Deutschland zu einer Verschärfung der Bestimmungen im Jugendmädchenschutzrecht.“

    aus dem oben verlinkten artikel.

    philiologen, nicht alle den es gibt selbstverständlich auch philologen die keine lehrer sind, sind gymnasialelehrer und als solche im phiologenverband organiesiert.
    weshalb die etwas zu einem amoklauf in einer schule bzw. uni sagen dürfte doch auf der hand liegen.

    oder verstehe ich dich komplett falsch?

  30. 30
    andreja

    @westernworld:

    ich glaube, du verstehst mich nicht GANZ. kann aber auch daran liegen, dass ich etwas wortkarg war. mir erschließt sich nicht ganz, was die philologen davon haben. interesse an „gewaltfreien“ schulen müssten ja nach den regeln der oben angewandten logik genauso auch naturwissenschaftler, sportler und künstler (die lehrer natürlich jeweils) haben – die schreien aber eher leise. deswegen verstehe ich nicht, welches ziel verfolgt wird. beim dphv scheint ja (so interpretiere ich mal die häufigkeit bestimmter, nicht allzu üblicher nachnamen) geklüngel recht populär zu sein. zusammengefasst: ich entwickle eine verschwörungstheorie. oder so ähnlich.

  31. 31

    Immer wenn Max mal etwas schreibt, sitzt es auch gleich richtig. Herrlich!

  32. 32

    Kann mir mal bitte jemand zeigen, wo sich der Philogenverband zu dem Amoklauf geäußert hat? Ich sehe eine Pressemeldung von Mitte März und eine Webseite (Teachers News), auf der diese alte Meldung angeführt wird.

  33. 33

    http://www.teachersnews.net/te68/index.nsf/0/BBE9DF681806619EC12572C20026674D?OpenDocument

    m.fehn – es steht ja so bei heiese, dass sie es erneut fordern. sie haben halt nichts neues geschrieben, die philologen

  34. 34
    westernworld

    @andreija
    sie heißen eben philologenverband sind aber trotdem eine allgemeine
    lehrergewerkschaft wie die gew.
    alle lehrer können mitglied werden unabhängig von ihrer fachlichen ausrichtung, mathelehrer genauso wie deutsch- oder sportlehrer.

  35. 35
    andreja

    schade. bis eben hat’s mir noch spass gemacht.

    das mit dem „ij“ merk ich mir.

  36. 36

    @sunny: Na, wenn’s bei heise steht, muss es ja stimmen.

  37. 37

    ach m.fehn, es geht doch um die dpa – meldung. lesen musst du schon alleine (ich lese so gut wie nie heise, sowas liest mein vater;)

  38. 38

    Als Philologe distanziere ich mich hiermit ausdrücklich von der irreführenden Verallgemeinerung „Philologen fordern …“

    Wenn ich unbedingt etwas fordern muss, dann bitte eine staatlich verordnete Schweigepflicht für Kommentarwichsmaschinen, die für die ersten zwei Wochen nach solchen Geschehnissen/Katastrophen gilt.

  39. 39

    Welcher Hype ist schlimmer: Killerspiele zu verteufeln, oder den Klimawandel zu beschwören?

    Man weiß es nicht …

  40. 40

    Abgesehen davon dass Niemand ein Gespräch mit mir sucht weil ich andauernd beim Zocken von ‚Pinball‘ fluche wie ein Derwisch, ist
    es mir unerklärlich keine Freunde zu finden.
    Naja,
    mein Auftrag lautet: „Shoot´em Down“
    Immer den Highscore anstrebend.

  41. 41
    westernworld

    @andreja #35

    sorry für den schreibfehler.
    war keine absicht.

  42. 42

    .peter: in der eigenen Blogurl „Tellerrand“ auftauchen zu lassen toppt beides.

    Philipp: danke.

  43. 43

    Kurzer Nachtrag, schließlich war ich skeptisch: Auf der Verbandsseite ist heute die erneute Presseerklärung zu finden, allerdings ohne einleitenden Teil (also kein Bezug zu Virginia Tech). Nach ein wenig Recherche sieht es so aus, als seien die Damen und Herren Philologen einer mittlerweile editierten Story der Washington Post aufgesessen.

    S. hierzu auch kotaku.

    Ist halt alles nicht so einfach, mit den verifizierbaren Informationen im Internet. ;)

  44. 44

    Ganz toll. Ich bin begeistert …
    Sagt ja zur 17.

  45. 45

    Hach wie erfrischend doch immer diese Diskussionen über die bösen Killerspiele ist…
    ich bin einfach gestrickt, mir ist egal, ob Philologen, Philosophen oder einfach Lehrer oder gar mal Politiker was zu dem Thema sagen, alle durch die Bank weg, sind unfähig und inkompetent.

    Nach den Ansichten dieser jener Herren+Damen+Neutronen müsste ich schon einige Morde hinter mir haben und mein Keller wäre ein umgebautes Waffenlager, was ich auch zeitweise für perverse Entführer und Kinderschänder untervermiete….

    nun ist dem so nicht, ich habe familie und Kind und mag eigentlich auch Tiere…

    Wenn man es zulässt, dass ein Teenager jahrelang in Despression lebt und dann noch an Waffen kommt, dass ist das eben ein grosses Risiko.

    Wenn ich andauernd Pornos schaue und keine Freundin habe und dann abends mal n 14jähriges Mädchen sehe, was mit nem Minirock rumläuft, dann ist das eben auch n Risiko…

    komisch, dass keiner Pornos verbieten will

  46. 46

    @Max 42

    *huch* was bist du denn?

  47. 47

    Ich fand den Vergleich ein wenig … abwegig.

  48. 48

    Achso … der Meinung kann man sein, muss man aber bestimmt nicht. Spätestens seit der Stern eine Ausgabe lang grün statt rot erschien, halte ich nicht mehr viel von der Erderwärmung durch Menschenhand … denn erwießener Maßen sind wir zu so etwas aufgrund mangelnder kollektiver Intelligenz überhaupt nicht in der Lage.

  49. 49

    Ich hatte in den Medienberichten gar nicht mitbekommen, dass der Täter Killerspiele zu Hause hatte. Dann gehören alle Killerspiele natürlich sofort verboten.
    ABER:
    Vielleicht war der Täter ja Radfahrer. Also das Fahrradfahren gehört dann auch sofort verboten. Oder vielleicht trank der Täter gerne mal eine Coca Cola oder kaufte gelegentlich mal einen Hamburger? Das wird ja eine richtige Verbotswelle.

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