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Blinde Spekulation

Wenn in einer Sportart Doping-Fälle bekannt werden, wird von der dann kurz beinahe kritischen Öffentlichkeit vermutet, dass alle, die diesen Sport professionell ausüben, gedopet sind. Und da liegt die Öffentlichkeit auch gar nicht falsch mit, aber Siege feiern ohne Vorwürfe ist auf Dauer schöner. Wenn nun ein Unternehmen seine Leistung steigert (niedrigere Löhne führen zu mehr Gewinn, führen sie nicht?), indem es Gewerkschaftler schmiert und ein anderes seine Leistung steigert, indem es eine Gegengewerkschaft bezahlt – was sagt das über andere Unternehmen in Deutschland aus?

Ich verkaufe ab morgen Reisswölfe an Vorstandetagen. Zu leicht über dem Marktdurchschnitt liegendem Preis.

9 Kommentare

  1. 01
  2. 02

    Scheiße, der Malte wird reich. Im real life, während wir Idioten unser eigenes virtuelles Grab graben. Mist.

  3. 03

    So oder so ähnlich! Genau!

  4. 04
    ick

    seit dem ich in den wetsen gekommen wurde, erlebt man solche dinge tagein tagaus. nicht das im osten alles besser war… zuerst ist man verwundert, verägert dann später und gleichgültig zuletzt. also, ist das nun wirklich was neues, und ist es nicht das, was man am ende des tages kapitalismus nennt?

  5. 05
  6. 06
    Andreas Zeller

    Wer hat noch einen Festnetz- oder DSL-Anschluss bei der Telekom?

  7. 07
    Malte

    seitdem ich dagegen im westen geboren wurde, gab es die soziale marktwirtschaft. die beruhte unter anderem darauf, dass die arbeitnehmer ihre in der natur der sache liegende schwächere verhandlungsposition gegenüber dem arbeitgeber dadurch ändern konnten, dass sie sich vereinigten und gemeinsam bessere bedingungen für sich durchsetzen konnten. wenn ihnen diese möglichkeit genommen wird durch hintertüren und anderkonten, dann ist das kriminell. aber nicht strafbar. und es macht sich sogar gut im führungszeugnis aktienkurs.

  8. 08
    Daniel

    „niedrigere Löhne führen zu mehr Gewinn, führen sie nicht?“ In ner exportlastigen Wirtschaft wie Deutschland führts nur zu ner Aufwertung der Währung, innerhalb Deutschlands führts zu ner niedrigeren Kaufkraft. Aber Gewinn ist immernoch abhängig vom Erlös. Drum: nö.

    @Malte: Die soziale Marktwirtschaft, in die ich (zugegeben, kurz vor der Wende) hineingekotzt wurde, basiert (soweit’s mir meine kapitalistischen, wohl-situierten lehrer eingebleut ha’m) auf der Umverteilung von Löhnen und Gewinnen von oben nach unten durch den Staat. Mit Gewerkschaften hat das ganze in dem Sinne noch wenig zu tun! Gewerkschaften gibt’s bei den Amis auch ;)

    Aber so, von der Asozialen-Perspektive aus gesehen, ist die Idee genial! Das muss man den Leuten schon lassen. Wenn man die andere Gewerkschaft schon nicht übern Tisch ziehen kann, dann machen wir doch die eigene….

    Grüße nach Norden,
    Daniel

  9. 09
    klaus alles

    Die Nachfrage wird nicht groß sein: die Konzepte, die die eigentliche kriminelle Energie enthalten liegen, wo sie niemand vermutet, gut grundrechtlich geschützt und sie werden nur mündlich im handverlesenen Kreis kommuniziert. Von Menschen, die dafür keine Aufzeichnungen brauchen. Und warum auch nicht, der Machtmißbrauch hat doch auch auf Seiten der Gewerkschaften und Betriebsräte Traditon. Wirklichkeit ignorieren, klassische Interessngruppen pflegen, ideologisch reden, Brasilianierinnen vögeln. Das deutsche Modell eben. Kein Grund zur Aufregung also. Aber hübsche Idee, das mit den Reisswölfen.

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