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Der Stoff, aus dem die Lügen sind

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Foto: revlimiter

Wie geht man mit einer Droge um, die von einem Großteil der Bevölkerung gern und mit Freuden konsumiert wird? Zum einen kann man diese Droge zelebrieren. So macht man es mit dem Alkohol. Die Feiern des Alkohols nennt man aber nicht Schnapsweihe, Bierenaden oder Schampusspiele. Sondern Karneval, Oktoberfest und Mallorca-Urlaub.

Alkohol ist eine herrliche Erfrischung und ein kaum schwankender Wirtschaftsfaktor und FDP-Politiker brechen daher gerne eine Lanze für das genüssliche Wegschlürfen von ein, zwei Flaschen – natürlich – guten Weins.

Geht es aber um Cannabis, dann wird ganz einfach gelogen. Die erste Lüge ist seit Jahrzehnten dieselbe und wir haben uns daran gewöhnt. Cannabis ist eine Einstiegsdroge, heißt es. Jeder weiß, dass das albern ist, nur der Gesetzgeber und das Bundesverfassungsgericht halten daran fest.

Doch es droht Sittenverrohung. Denn natürlich haben auch heutige Politiker, Moderatoren, Lehrer und Eltern in ihren wilden Zeiten ihre Nachmittage mit Tüten, Bongs und alufolienumwickelten Klopapierrollen verbracht.

Was wird also gemacht? Es wird eine weitere Lüge in die Welt gesetzt. Man behauptet, das Gras sei damals anders gewesen, schwächer, das Hippiegras sei in Wahrheit Kindergras gewesen. Und was macht man mit einer guten Lüge? Man wiederholt sie so oft, bis niemand mehr fragt, ob sie denn stimmt.

Ich habe diese Lüge zum ersten Mal im Spiegel gelesen. Unter dem legendären Titel „Die Seuche Cannabis“. Von da aus pflanzte sie sich fort wie der feuchte Traum einer jeden Werbeagentur: viral, subkutan, bis die Lüge allgegenwärtig war und sie nicht mehr hinterfragt wurde.

Die Hoffnung auf Legalisierung kann man selbstverständlich aufgeben. Ich wette mit jedem, der mitmachen will, dass eher Tabak verboten wird als Cannabis legalisiert. Und trotzdem möchte ich diesen Artikel empfehlen. Nicht, um etwas zu ändern an der Gesetzgebung.
Nur der Wahrheit zuliebe.

52 Kommentare

  1. 01
    andruschka

    äh, nix für ungut, lieber malte – aber das gras (und NUR das gras!) war früher schwächer. vor zehn jahren hatten zwei tüten die gleiche wirkung, die heute nach zwei zügen eintritt. bei mir zumindest. topp-züchtungen, pollen, pollen, pollen. mir ist der ganze neumodische kram zu heftig…

  2. 02

    Das muss doch glatt mal wieder ein Zitat aus der Tonight Show mit Jay Leno aufgewärmt werden:

    „Bill Clinton will Ärzten verbieten, Marihuana zu verschreiben. Sein Motto: „Tut was ich sage, nicht was ich tat !““

    jweck ;)

    http://www.digitaleintopf.de

  3. 03
    mo

    @andruschka
    vielleicht liegt das auch an verandertem konsumverhalten deinerseits? wie bei alkohol setzt eine gewisse toleranz bei vermehrtem konsum ein, bzw. sensibilitaet bei vermindertem. bei mir zumindest. und da steht auch nicht, das das grass heute nicht staerker waere, sondern eben nur nicht in dem behaupteten masse (also nicht faktor 20 sondern faktor 3). ich finde die argumentation das das damals wohl kaum jemand gekauft haette wenn’s nicht geknallt haette recht einleuchtend. alkoholfreies bier ist auch nicht gerade ein verkaufsschlager.

  4. 04
    andruschka

    @mo
    ich finde auch die gegenargumentation nicht zu verachten: die tatsache, dass es früher schon gewirkt hat, bedeutet doch nicht, dass es nicht heute stärker sein kann.

  5. 05
    Chester

    An den Folgen des Rauchens und Passivrauchens sterben jedes Jahr ca. 110.000 Menschen in Deutschland. Von den erhöhten Gesundheitskosten ganz zu schweigen. Wird Tabak deshalb verboten? Nein. Lieber wird ein butterweiches Nichtraucherschutzgesetz verabschiedet, damit die Einnahmen aus dem staatlich legitimierten Drogenhandel nicht noch weiter einbrechen.
    Alkohol spielt bei Gewalttaten und Vandalismus eine große Rolle. Ein Polizist meinte mal, ihm wären zehn bekiffte Jugendliche lieber als zehn betrunkene. Denn das gibt fast immer Ärger.

    Cannabis wurde noch vor 100 Jahren als normales Rauchmittel in Tabakgeschäften verkauft. Erst die Nazi verboten die Droge, während sie die Führung mit Morphium und anderen Drogen zuknallte.

  6. 06
    Chester

    @andruschka
    Gras ist nicht gleich Gras. Da gibt es wie bei Äpfeln zich verschiedenen Sorten und Varianten. Somit ist die allgemeine Aussage, dass das Gras heute stärker ist zumindest ungenau – wenn nicht gar falsch.

  7. 07

    Mmmh… Ein reichlich befremdlicher Vergleich. Bloß weil man den Alkohol zelebriert, soll man das jetzt auch mit Cannabis machen? Oder was soll die Einleitung?

  8. 08

    Es geht um HEUCHELEI.

    Entweder man geht konsequent gegen Drogen vor, oder man duldet die schwächeren gleichermaßen.

    Es ist nicht richtig, dass Cannabis als böse und illegal gilt, während jeder Politiker sich ab und an mit seinem Aquariumsgroßen Humpen Bier zeigt; vermutlich um „Volksnähe“ auszustrahlen.

    Interessant finde ich übrigens, dass nicht nur die Grünen, sondern auch die Linke für eine Liberalisierung der Drogengesetze sind.

  9. 09
    andruschka

    huiuiui – ich bin teil einer lüge.

  10. 10
    rio

    ich sag nur eins:. durch alkohol (oder unter alkoholeinfluss-gegngene handlungen wie fahren) sterben pro jahr über 180000 menschen – dagegen hab ich noch nie jemanden sich totkiffen sehen – es sei denn er hat sich verschluckt :-) und die fahrtüchtigkeit ist bei weitem nicht so stark eingeschränkt wie unter alkohol – siehe studie der uni maastricht…klar gibt es auch hier kanzerogene gefahr, aber die ist 1.nicht unmittelbar und 2.eben nur das:. kanzerogen – d.h. das risiko steigt – hereditäre/7erbliche formen von lungentumoren sind aber weiterhin ein viel wichtiger risikofaktor…

  11. 11

    Die Meldungen über die überzüchtete Sorten sind die eine Sache, ob diese Informationen aber tatsächlich als Gründe für die Aufrechterhaltung des Verbots vorgeschoben werden – so direkt habe ich das nie gelesen. Das wird eher als zweitrangiges Element in der Drohkulisse eingesetzt. Im Übrigen, es stimmt schon, obwohl natürlich nicht in dieser Größenordnung. Die Pflanzen aus den europäischen Gewächshäusern enthalten zwei- bis viermal mehr THC als klassisches Gras aus den südlichen Ländern. Was aber keine Rolle in der Debatte spielen darf, weil die Gefahr der Überdosis eher nicht besteht :)

    Cannabis-Kriminalisierung ist natürlich absurd und bar jeder Logik. Die Gesellschaft funktioniert aber nun mal nicht logisch. Die ersten Erfahrungen der Menschheit mit Alkohol sind uns nicht überliefert worden, aber Tabak brauchte recht lange, um sich zu etablieren. Geben wir also dem jungen Gras noch ein wenig Zeit – zwei-drei Generationen vielleicht.

  12. 12
    409

    Ich habe mal in einer entsprechenden Klinik für Suchtkranke zu Zivizeiten gearbeiten — und Du glaubst nicht, wieviele Leute es gibt, die in der Tat aufgrund psychischer Vorbelastung wegen THC „žMißbrauch“ eine Drogenpsychose entwickeln. Klar gibt es auch Alkoholtote auf Flatrate Parties. Aber ich finde trotzdem, dass Cannabis nicht legalisiert werden sollte.

  13. 13

    Weil Tabak und Alkohol böse und trotzdem erlaubt sind soll Cannabis legalisiert werden? Ich fand und finde diese Argumentation echt schwach. Mit den ersten beiden haben wir schon genug Probleme.

  14. 14

    Andruschka: Es ist schlimmer. Du bist nun Teil eines gleichgeschalteten Bloggernetzwerks, mit der das Kapital brutal kritische Stimmen unterdrückt. Und das dem Drogenmissbrauch das Wort redet, natürlich.

  15. 15
    Head

    Kiffen ist doch doof. Wozu soll das gut sein? Als wenn es nichts besseres zu tun gäbe…

    Natürlich sollte man es nicht verbieten, aber eine gute Sache ist das Kiffen nicht.
    Und deswegen finde ich es immer ziemlich albern, wenn jemand so tut, als wäre der Gebrauch von Marihuana gesund. Oder förderlich für irgendwas.

    Habe selber lange und viel genug gekifft um zu wissen, dass es völlig hohl und sinnlos ist und nicht gerade gut fürs Wohlbefinden. Genauso wie viel Alkohol oder Rauchen oder zu wenig Bewegung oder zu viel Fernsehen oder zu wenig Vitamine…

    Lasst uns doch einfach mal ehrlich sein und aufhören, den Konsum von Drogen ständig zu verteidigen oder sogar verherrlichen. Drogen sind einfach nicht gut und vor allem zu nichts Nutze, und jeder, der mal ganz aufrichtig in sich selbst hineinhorcht, wird das auch einsehen und zu dem Schluss kommen, dass das Leben ohne Rauschzustand einfach viel schöner ist.

    Alle anderen die sich selbst bescheissen wollen können von mir aus weitermachen… aber bitte nicht meckern nachher und rumheulen, dass Euch niemand gesagt hat, dass Drogen ungesund sind!

  16. 16
    Peter H aus B

    Einige Fehler in deinem ansonsten berechtigten Pamphlet.

    Das Bundesverfassungsgericht hat vor geraumer Zeit schon (in den 90gern) angeregt, das die Bundesregierung die Gesetzgebung bezüglich Cannabis ändern muss. Weil erwiesen ist, das Cannabis keine Einstiegsdroge ist (das sind Alkohol und Nikotin), weil es nicht körperlich abhängig macht und aus diversen anderen Gründen noch. Allein, die jeweiligen Regierungen , wir haben seit dem 3 verbraucht, reagieren nicht.

    Zum Gras:
    Ein Mystic Mountain, Silver Haze, White Widdow oder wie sie alle heissen, die Indoor Klon Gräser aus Holland, Deutschland und der Schweiz, sind zigmal stärker als das Outdoor-Kraut aus Asien oder Marokko.
    Wer damals geraucht hat und es heute noch tut, wird das bestätigen.
    Der vergleich mit den Hippies in dem gelinkten Artikel ist schwach, den sicherlich hatte das Zeug damals auch seine wirkung , aber es hat 3 Tüten gebraucht um „total stoned“ zu sein, im Gegensatz zu einem Joint heute.
    Und: Was ist denn Gentechnik, wenn nicht Züchtung/Kreuzung unter Laborbedingungen? Genau das wird in der ProGrowerSzene getan

    Aber stärker ist nicht gleich gefährlicher, man schläft nur früher ein.
    Das einzig bedenkliche ist, das Cannabis und alle anderen Drogen für Heranwachsende besonders schlecht sind.. aber das brauch ich keinem zu erzählen.

    @head:

    Die Dosis macht das Gift.

    Es geht auch nicht um die Verherrlichung von Drogen, sondern um einen fairen Umgang mit solchen Substanzen, die sich nicht einfach so aus der Gesellschaft entfernen lassen.

  17. 17

    Ein bisschen mehr Recherche könnte der Thematik nicht schaden, liebes Web2.0

  18. 18
    rio

    @409 Psychosen? Das stimmt nur bedingt: du brauchst dafür eine Prädisposition – und nur wenn du Val/Val Typ bist (ca. 25%) besteht eine wirklich erhöhte Chance einer Psychose – ich z.B. bin Met/Met Typ und brauche daher keine Angst zu haben ;-), als Mischtyp Met/Val ist das Risiko ebenfalls veschwindet gering..(wenn man da mal von anderen, größeren Risikofaktoren wie herditären absieht)

    Zur „Nützlichkeit“ von Cannabis: klar ist es eine Droge und kann beim Mißbrauch (körperliche Risiken mal ausgenommen) soziale Probleme & psychische Abhängigkeit hervorrufen – aber kann das Fernsehen das nicht auch bewirken, das man nichtstuend rumsitzt? und bin ich nicht genauso ein Dopamin Junkie wenn ich Extremsportarten mache die ebenfalls hohe Risiken bergen? Und kann ich nicht morgen vom Auto überfahren werden?

    Was ich damit sagen will: Mich stört einfach die Doppelmoral! Klar ist es schädlich – das ist Adipositas aber noch viel mehr! Und warum darf mein Nachbar sich besaufen und ich mir nicht ne Tüte vorm Schlafen gehen rauchen (solang ich mir der möglichen Risiken bewusst bin)?

  19. 19
    Peter H aus B

    Peinlich, der gelinkte Artikel wiederlegt sich selbst:

    „Höhere Werte wurden in den Niederlanden gemessen. Eine Erhebung des Trimbos-Instituts ermittelte im Jahre 2002 einen durchschnittlichen THC-Gehalt von 15,2% bei Nederwiet (in den Niederlanden unter Lampen angebautem Cannabis) und 6,6% bei importiertem Cannabiskraut. Damit liegt der Wirkstoffgehalt von Nederwiet in vergleichbarer Höhe wie mit staatlicher Erlaubnis in Apotheken angebotenes Cannabis (SIMM 18: 13% THC; Bedrocam: 18% THC).“

    Vorher ist eine Tabelle zu sehen, die bei 13% THC in Haschisch endet…

    Was interssiert mich Gras in Amiland, hier wird Nederwiet geraucht!

    Malte, 6, setzten.

  20. 20
    Matthias (aus Dresden)

    Ich finds nur schlimm, dass der Konsum von „Rauchbarem“ grade bei Minderjährigen extrem zugenommen hat. Das kann man nicht mit „Kulturgut“ etc. verteidigen.

  21. 21
    Malte

    @ Peter
    Erstens bezweifele ich deine Notengebungskompetenz und zweitens: Lies das alles nochmal.

  22. 22

    Ich denke der entscheidende Punkt ist doch wirklich die nicht vorhandene Verhältnismäßigkeit in Bezug auf legale Drogen wie Alkohol oder Tabak, die teilweise gar nicht mehr als Drogen gelten, sondern eben einfach nur weniger negativ behaftet Alkohol und Ziggaretten genannt werden. Doch es sind auch Drogen, was viele Bundesbürger gerne unter den Tisch fallen lassen. Erst vor kurzem ließ jemand in einer solchen Diskussion den Satz wie eine Faust in mein Gesicht schlagen: Alkohol ist keine Droge, sondern ein Genussmittel. So viel dazu. Auf beiden Seiten herrscht Handels- und Aufklärungsbedarf- sowohl bei den legalen, als auch den illegalen Drogen.

    Wenngleich doch beide Seiten ihre Studien für und wider Schädigung der Konsumenten durch THC-haltige Drogen anführen, gilt es doch prinzipiell hier mehr zu forschen. Die Kommentare hier zeigen sehr gut, dass wir was die Legalisierungsdiskussion hier angeht auf beiden Seiten wegkommen müssen von pseudoempirischen Aussagen, die in etwa so viel Wert sind wie die Stammtischparolen eines Ausländerhassers.

    Es müssen neutrale Studien über die Wirkungsweise der Cannabisblüten her, die zeigen wie unterschiedlich Organismen beeinflusst werden. Vor allem gilt das für die unterschiedlichen Methoden Marihuana oder Haschisch aufzunehmen (Inhalation oder über den Magen). Ebenso muss untersucht werden, wie schädlich es wirklich ist, insbesondere bei den Folgen des regelämßigen Konsums in physischer, als auch psychischer Hinsicht.

    Des Weiteren ist Fakt, dass in Deutschland durch die Gesetzeslage Konsumenten von Cannabisprodukten das Selbstbestimmungsrecht eingeschrenkt wurde, das einem Alkoholiker eingeräumt wird. Ein anderer Aspekt, der hier noch nicht angeführt wurde.

  23. 23

    Ich möchte gar nicht, dass Gras legalisiert wird. Doch wenn es nicht legalisiert wird, sollten Alkohol und Zigaretten verboten werden. Ich hab‘ mit Gras in jeder Hinsicht bessere Erfahrungen gemacht als mit Alkohol. Zigaretten habe ich nie geraucht.

  24. 24
    leo

    Ich bin dafür, statt von „Drogen“ von „psychoaktiven Substanzen“ zu sprechen, da dieser Begriff nicht unbedingt negativ belastet ist und es somit evtl. leichter fällt Alkohol, Koffein und Nikotin dort einzuordnen, ebenso wie THC. Vielleicht könnte eine Diskussion dann sachlicher verlaufen. Bei „Drogen“ denke ich immer sofort an Junkies auf einer Bahnhofstoilette…

  25. 25

    Mir fällt auf, dass die meisten Argumente gegen Cannabis, die hier auftauchen, FÜR eine Entkriminalisierung sprechen. Es muss ja nicht gleich absolut legal sein und 24/7 an Tankstellen erhältlich sein, wie Alkohol oder Nikotin. Aber dass Konsumenten und insbesondere Patienten wegen ihrem selbstbestimmten Cannabiskonsum kriminalisiert werden, ist für niemanden von Nutzen (außer vielleicht für den Staatsanwalt ;) ).

    Gerade wegen der Prohibition tauchen immer mehr Schädigungen bei Konsumenten auf, sei es durch Verlust des Führerscheins/Arbeitsplatzes, oder direkt durch die Streckmittel, die immer häufiger auftauchen.

    Ich für meinen Teil kiffe sehr gerne, weil es mir hilft mich zu Entspannen und kreativ zu sein. Und das ohne unerwünschte Nebenwirkungen. Persöhnlich bevorzuge ich Gras mit intensivem Geschmack und einer vitalisierenden Wirkung (Sativa Sorten). Wirkstoffgehalt ist mir zweitrangig. Für Schmerzpatienten aber ist ein hoher Wirkstoffgehalt wichtiger, da sie dadurch weniger rauchen müssen und somit die Lunge weniger schädigen. Der Schaden lässt sich auch ganz vermeiden, wenn man einen Vaporizer verwendet.

    Nur leider wird es in Deutschland immer Schwieriger an qualitativ gutes Gras zu kommen (wie zB in den Niederlanden, wo die große Auswahl, für jeden die passende Sorte bietet).

    Was ich eigentlich sagen wollte… Wer Drogen nehmen will, findet sehr leicht einen Weg dahin, ob nun legal in speziellen Läden, die Qualitätskontrollen durchführen, oder illegal beim Dealer, bei dem er selbst nicht mal genau weiß, was alles mit im Preis inbegriffen ist.

  26. 26

    Wer sagt, man solle Cannabis nicht legalisieren weil man ja mit Alkohol und Zigaretten schon genug Probleme hat, vergisst einen wesentlichen Punkt. Cannabis wird geraucht und IST etabliert – trotz Verbot. Das ist ja grad das Problem, die Jugend wird vom Verbot anscheinend nicht abgeschreckt, die Repressions-Politik der letzten Jahrzehnte ist ja wohl mehr als eindeutig gescheitert, Cannabis ist allgegenwärtig.

    Wie wäre es also mal damit der Realität ins Auge zu sehen anstatt sich eine drogenfreie Welt durch Verbote vorzugaukeln? Was würde sich denn durch eine Entkriminalisierung ändern? Würden mehr Leute Kiffen? Nein, wie das Beispiel Holland zeigt. Aber man könnte genau die Probleme angehen die jetzt als Panikmache vorgeschoben werden – wie zum Beispiel das angeblich so viel stärker gewordene Grass… Legales Cannabis könnte mit THC-Gehalt ettikettiert abgegeben werden, ohne schädliche Insektizide oder Streckmittel.

    Aber naja, die Liste wäre Endlos, nur ein Haupt-Problem würd ich noch gern anreissen… Solange die offiziellen Stellen nicht trennten können zwischen Gebrauch und Missbrauch bei Cannabis – und das können/dürfen sie nicht solange es illegal ist – werden diese von den betroffenen sicher nicht ernst genommen. Beim Alkohol kann man das, ein Glas Wein nach dem Essen ist selbst für die Drogenbeauftragte OK, die sagt sogar: „Ein 17-Jähriger kann durchaus mal ein Glas Bier trinken“. Bei Cannabis aber gibt es anscheinend keinen Gebrauch, jeder der nach einem guten Essen mal einen Joint raucht gilt sofort als abhängiger, behandlungsbedürftiger Krimineller. Und das ist mehr als lachhaft.

  27. 27
    lana

    malte, dein artikel ist doch schon ein anfang. warum nutzt ihr eure „reichweite“ nicht für eine entsprechende kampagne? ihr könntet zum beispiel darauf hinweisen, dass gras zum Teil mit gefährlichen verunreinigungen (glasstaub/talkum/düngemittel) verkauft wird.

  28. 28
    Günter

    Ich weiß jetzt nicht ob es schon gesagt wurde, aber selbst wenn es stimmen würde, dass sich der durchschnittliche thc gehalt von beschlagnahmtem cannabis in den letzten jahren nennenswert erhöht hätte,was er nicht hat.
    (nachzulesen im drogenbericht des bka)

    Dann müsste man weniger von dem gras rauchen um den selben effekt zu erzielen.
    Dadurch wird die lungenbelastung geringer.
    Thc selbst ist nicht ungesund.

    Hier wird kein nederwiet geraucht, sondern deutschwiet und wer was anderes behauptet hat 6 setzen.
    Im laden werden einem sorten angeboten die es in D gar nicht gibt, sie sind unrentabel anzubauen.
    Und die leute lassen sich dort keinen dreck andrehen.
    In D nimmt man was es gibt.

  29. 29
    Chester

    Das (geistes)gestörte Verhältnis der Politik zu Cannabis zeigt sich in seiner vollen Pracht, wenn es um die Behandlung von Krebs- oder AIDS-Patienten geht. Studien und Erfahrungsberichte Betroffener zeigen sehr deutlich die positiven Auswirkungen wie gesteigerten Appetit, geringere Schmerzen und alles ohne die sonst üblichen Nebenwirkungen. Trotzdem muss ein Kranker sich das mit allem möglichen Dreck behandeltes Gras auf der Straße kaufen und sich dabei auch noch kriminalisieren lassen.

    Im Endstadium gibts dann die Drogen (Opiate) wieder auf Rezept.

  30. 30
    Günter

    Gentechnisch manipulierten hanf gibt es natürlich auch nicht.
    Die stärkeren sorten aus holland wurden einfach so selektiert.
    Gengras ist ein propagandabegriff, mehr nicht.

  31. 31
    engola

    Ach, das schlimme Gras…

    http://www.youtube.com/watch?v=88qvAag8wHg

    Reefer Madness

    Die Prohibition hat in der Regel andere Gründe als den des Gesundheitsschutzes. (wirtschaftliche Interessen? – Baumwolle?)

    http://www.chanvre-info.ch/info/de/Haufig-gestellte-Fragen-uber-den.html#22

    Bei Bedarf werden eben andere Sachen propagiert:
    Hemp for Victory (1942)

  32. 32
    ben

    „Wie geht man mit einer Droge um, die von einem Großteil der Bevölkerung gern und mit Freuden konsumiert wird?“

    hm, hab ich irgendwas verpasst? ein „großteil“ ist doch irgendwas jenseits der 50% oder?

    vielleicht hats ja heissen sollen:
    „…, die von einem Großteil meines Freundeskreises konsumiert wird?“ ?

    nur der wahrheit zuliebe

  33. 33
    Malte

    @ ben
    Großteil kann durchaus auch als Synonym für Vielzahl benutzt werden.

  34. 34
    schlange69

    Meiner Meinung nach ist das größte Problem die Illegalität. Denn wenn Gras Illegal ist macht es den Leuten die etwas davon verkaufen nichts aus auch an unter 18 jährige zu verkaufen, das Gras zu strecken(=mit fragwürdigen, gesundheitsschädigenden Substanzen mischen) oder andere Drogen anzubieten. Ich besuche eine Schule auf dem Land, vor einem Jahr hat man dort relativ günstig Cannabis kaufen können, inzwischen sind etliche Leute die das Kraut angebaut haben aufgeflogen, jetzt kann man dort wählen zwischen Kokain, Extasy, Speed und LSD. Diese Substanzen sind nach ansicht der Wissenschaftler und nach persönlicher Einschätzung um einiges gefährlicher, da man stärker abhängig wird und an einer überdosis sterben kann.
    Legalisieren sollte man zumindest den Anbau, das Equipment sollte an über 18 jährige verkauft werden dürfen. Dadurch kann man Leute die sich um jeden Preis berauschen wollen davon abhalten chemische oder fragwürdige Substanzen auszuprobieren und der Rausch wird auch dadurch gesünder weil man kein Streckmittel raucht.

    @rio
    ich weis ja nicht was es mit Prädisposition auf sich hat aber man könnte ja gleich nach der geburt auf sowas getestet werden und wenn man ein erhöhtes risiko hat muss man einfach 1 x pro monat vorsorgemässig zum Psychiater oder einer geeigneten stelle wandern, sofern man überhaupt hatzen will.

    Grundsätzlich halte ich es für pervers den Genuss einer harten Droge zu fördern (Alkohol ist für mich allein schon wegen der Entziehung eine verdammt harte Droge) und Leute die die harmloseste aller gängigen drogen geniessen gleich mit den Junkies vom Bahnhofsklo zu vergleichen

  35. 35

    Ich empfinde den ungleichen rechtlichen Status verschiedner Rauschmittel durchaus als skandalös. Ich finde, dass Menschen grundsätzlich ein Recht auf Rausch haben.
    Ich sehe die Folgen von Alkoholismus und Nikotinmißbrauch jeden Tag anhand derer, die in meiner Nachbarschaft die Prekariatskneipen ansteuern. Und ich kenne ein gutes Dutzend Menschen, die schon in der allerfrühesten Pubertät intensiv gekifft haben. Zum Frühstück die Bong, auf dem Weg zur Schule eine Tüte, und so fort den ganzen Tag.
    Mal abgesehen davon, dass diese Menschen permanent auf Flucht vor einer nüchternen Wahrnehmung der Welt sind (was geselschaftliche, familäre, persönliche und zig andere Gründe haben kann und mir sehr sehr verständlich ist in dieser Welt), die entwickeln krasse Entzugserscheinungen, wenn sie einmal ein paar Tage ohne müssen.
    Die sind süchtig. Wie Junkies aufm Bahnhofsklo. Wie Alkoholiker. Wie Kettenraucher, wie notorische Spieler, wie manche Internetuser. Denen hilft weder Verharmlosung noch sinnlose Kriminalisierung. Die brauchen Entgiftungskliniken und gute psychologische Hilfe.

    Insgesamt bräuchte es Aufklärung über die Risiken jeglichen Suchtverhaltens, ganz gleich, ob der Stoff körperliche Abhängigkeiten entwickelt oder nicht. Ganz gleich, ob es eine akzeptierte Volksdroge ist oder nicht.
    Aber bitte keine schwarz-weiße Lobbyarbeit pro oder contra irgendeines Rauschmittels.

  36. 36
    ben

    hehe, da hast dich ja gut rausgeredet; jetzt steh ich ja auf einmal als depp da :-)

  37. 37

    pah, kiffen. tu mal lieber die möhrchen.

  38. 38
    rio

    @schlange69: an sich eine gute idee – aber genau wie die HPV-Impfungen und ähnliches wird es leider an den kosten scheitern..konnte mich nur auf grund guter beziehungen zum prof (mitarbeiter) für umsonst testen lassen-für „forschungszwecke“ (persönlicher natur ;-)

    finde übrigens die nebenwirkungen des alkohl inkl. dehydration & elektrolytmangel aufgrund ethanol & nachfolgender methanol (zell-)vergiftungen (bis zum tod)wirklich um einiges schlimmer, da sind mir persönlich auch cannaboide, die an hausübliche dopamin rezeptoren andocken lieber…

    ach ja: warum kann ich mir eigentlich stechapfel & co. einfach aus dem wald holen, für cannabis krieg ich direkt stress mit dem bka?

  39. 39
    Nils

    ich kann einfach nicht verstehen, wo das argument des angeblichen wirkstoffanstiegs herkommen soll. selbst das BKA sagte noch 2006, dass das TOTALER schwachsinn sei. fakt ist, dass damals einfach ganze pflanzen zerschreddert wurden und anhand dieses „pflanzenbreis“ ein thc-gehalt ermittelt wurde. das man da damals kaum über 6% kam ist jawohl einleuchtend. heute werden zur thc-gehalt-bestimmung nur blüten ausgewählt. das dann bei manchen ausnahmesorten konzentrationen von bis zu 20% erreicht werden ist doch wohl völlig einleuchtend. hätte man damals mal nur die blüten getestet, statt nem kilo äste und sonnensegel, dann wäre man da wohl schon schneller drauf gekommen!

  40. 40
    rio

    hab übrigens mal aus meiner psychiatrie vorlesung zwei interessante folien zum thema „cannabis use“ (u.a. zur prädisposition & dem COMT Genotyp) auf flikr hochgeladen..hoffe das klappt auch mit dem ansehen, kenne mich mit flikr nicht so aus..

    http://www.flickr.com/photos/9093098@N03/570942701/in/photostream/
    http://www.flickr.com/photos/9093098@N03/570942871/

  41. 41
    rio

    zur ersten folie: hierzu muss man sagen, dass der val/val typ mit 9% (hab nochmal nachgeguckt) der seltenste ist, und von diesen 9% bekommen dann auch nur 15% eine psychose…(im worst case=val/val)

    ach ja zur zweiten folie: das wäre widerrum ein argument für die legalisierung (inkl. regulierung): erst ab 18!

  42. 42
    BEN

    Na, muss man aber sagen, dass bei einer legalen Abgabe erst ab 18 in der Realität doch wieder ganz anders aussieht – schaut man sich nur mal z.B. Hochprozentiges an.

  43. 43
    Nils

    @ben: na und? isses momentan anders/besser?

  44. 44
    Peter H aus B

    @malte:
    Der Artikel ist sehr ungenau, einerseits ist das Gras stärker, dann aber wieder auch nicht..

    Tasache ist, das „damals“ meistens das gesamte Kraut – also Blüte, Stengel und Blätter/Blattreste verkauft und konsumiert wurde. Zum Teil mit Samen. Das bessere Zeug war immerhin fermentiert: Thaisticks.

    Heute ist Gras nur noch Buds/Blüten, penibelst manikürt und durchweg von Klonen sehr potenter Mutterpflanzen.

    Die Art und Weise des Konsums hat sich verändert, genauso wie auch die Anbau- und Zuchtmethoden.

    @günter
    „Hier wird kein nederwiet geraucht, sondern deutschwiet und wer was anderes behauptet hat 6 setzen“

    Ja, aber dein Deutschwied stammt von Samen aus Nederwietzüchtungen oder sind Klone einer Nederwietmutter.

  45. 45

    Ich kenne mehr Leute, die ein Problem mit Alkohol haben als ich Leute mit Cannabisproblemen kenne. Nun gut, mein Bekanntenkreis ist nicht repräsentativ… Tatsache ist, daß die Alkoholiker nicht mit Cannabis angefangen haben. Dafür kommen sie seit Jahren nicht vom Saufen weg und bauen so langsam auch körperlich ab.
    Man steht dem meist machtlos gegenüber. Jegliches Gewäsch wie schlimm denn der Shit und das Gras seien wirkt auf mich nur noch lächerlich, wenn ich daran denke wie viele tausend Leute in Deutschland an der Alltagsdroge Alkohol zu Grunde gehen.

  46. 46
    SP

    Auch auf die Gefahr hin, mich hier unbeliebt zu machen:

    Kriminalisierung von Eigenkonsum? Ärger mit dem BKA? Eigenbesitz und Eigengebrauch geringer Mengen (in Schleswig-Holstein immerhin gute 12 gramm) ist meines Wissens nach nicht strafbar und wird von der Polizei nicht verfolgt…

    Wie viel baut / kauft ihr denn so an? :)

  47. 47
    Peter H aus B

    @SP:
    Ich denke, jeglicher Eigenbesitz muss von der Polizei verfolgt werden, lediglich der Richter/Staatsanwalt kann/wird das Verfahren wegen „Geringfügikeit“ ablehnen.

    Nur der Konsum ist laut Gesetz straffrei (so er nicht im Strassenverkehr oder in der Nähe von Schuleinrichtungen erfolgt). Der Besitz, der Handel und die Weitergabe sind verboten.

    @malte

    „Cannabis ist eine Einstiegsdroge, heißt es. Jeder weiß, dass das albern ist, nur der Gesetzgeber und das Bundesverfassungsgericht halten daran fest.“

    Dazu interessante Links, die meiner Meinung nach zumindest das Bundesverfassungsgericht gut aussehen lassen:

    http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rk20041221_1bvr265203.html

    http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg05-004.html

    http://www.cannabislegal.de/recht/bverfg.htm

    Zitat aus letztem Link: „Der Gesetzgeber wurde (vom BVG) verpflichtet, neuere wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Ausland zu berücksichtigen um in Zukunft zu entscheiden, ob das Strafrecht tatsächlich das geeignetste Mittel ist um die angestrebten Schutzfunktionen zu erreichen.“

    Das ist leider 13 Jahre nach dem Urteil immer noch nicht geschehen.

  48. 48
    BEN

    @NILS: Das bezog sich auch zunächst mal nur auf:

    „ach ja zur zweiten folie: das wäre widerrum ein argument für die legalisierung (inkl. regulierung): erst ab 18!“

  49. 49

    @rio

    WAS zum Teufel ist ein „val/val“ oder „met/met“ Typ?

  50. 50
    rio

    @Tyler: das sind Abkürzungen für die beiden Aminosäuren Methionin & Valin und je nach deinem (COMT-)Genotyp (=je nach deiner DNA-Sequenz) exprimierst du (nach Ablesung deiner DNA-Sequenz) entweder die eine, die andere oder beide – hieraufhin ändert sich dann auch die aminosäuresequenz bestimmter (zell-)proteine, zwischen deren Expression (=Produktion d. Proteine innerhalb der Zelle nach Ablesung der DNA) ein kausaler Zusammenhang zu eben oben genanntem Risiko (bezüglich der Entwicklung einer Schizophrenie)“gefunden“ wurde… (in Anführungsstrichen, weil noch nicht entgültig bewiesen) ..

    hoffe ich konnte helfen, sonst frag ruhig

    viele grüße
    rio

  51. 51
    Stan

    Hallo, ich heiße Stan. Jeder der gegen Cannabis ist, begeht ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Ich selber konsumiere seit 20 Jahren aus medizinischen und Genussgründen. Seit so vielen Jahren muss ich mich verstecken und ich frage mich Warum? Und wenn einer sagt, dass wir genug Probleme mit Alkohol und Zigaretten haben, ist dies kein Grund dafür, Cannabiskonsumenten als Kriminelle darzustellen. Denn dann müsste jeder, der Genussmittel (Alkohol, Tabak, Schokolade etc.) konsumiert verurteilt werden. Und wer eine Hoffnung hat, dass das Bundesverfassungsgericht bzgl. Cannabis etwas ändert, der wird enttäuscht sein, denn seit Jahren passiert nichts, sonst hätte das Bundesverfassungsgericht eine konsequente Regelung getroffen.Leben und Leben lassen !

  52. 52

    aber die „wahrheit“ ist ja auch mittlerweile viel zu unglaublich geworden, viel unglaubwürdiger als die bereits widerlegten lügen:

    http://cannabismedicalresearch.blogspot.com

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