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Klick dich doch selber

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Qualitätsmedien unterscheidet von Blogs, dass sie alles in gleichbleibender Qualität abliefern.

Die zugebenermaßen sensationelle Erkenntnis, dass Linkshänder sich nicht zu Rechtshändern umpolen lassen, inspiriert also die versammelte vierte Gewalt dazu, mit dem selben Text ihre Qualität zu sichern.

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Und wenn man – wie die Welt und die Süddeutsche Zeitung – vor lauter Qualität kaum noch laufen kann, dann fällt einem bestimmt auch ein Weg ein, ein kleines Klickparadies einzurichten.

„He, wir haben hier eine dpa-Meldung über Linkshänder.“

„Nehmen wir ein Bild von Karl Marx dazu?“

„Hä?“

„Na, der war doch links.“

„Nehmen wir doch noch Bert Brecht, Stalin und Rosa Luxemburg.“

„Nee, dann schreibt der Niggemeier wieder, das wären Super-Symbolbilder.“

„Dann machen wir was richtig Geiles. Ben Johnson, Jan Ullrich, Marion Jones.“

„Alle gedopet?“

„Denk mal um die Ecke!“

„Alle link?“

„Ja, ja, das ist gut!“

„Aber das ist doch wieder ein Symbolbild und zu kompliziert.“

„Ich hab’s! Berühmte Linkshänder.“ Ich rufe gleich in der Welt an, die können das dann auch machen.“

„Wieso das jetzt?“

„Weil Qualitätsjournalisten zusammenhalten müssen.“

Nachtrag:

Und weil wir den Weltgeist von unseren Kindern nur geliehen haben, setzt man auf Nachhaltigkeit und recycelt.

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Dank an Klickmeister Einbecker für die Entdeckung (unter dem 28. Bild)!

13 Kommentare

  1. 01

    LOL. Wie geil. :D Aber stimmt, von „Qualitätsmedien“ kann man irgendwie mehr erwarten. Aber netter Spreeblick-Artikel dazu. Definitiv.
    Sehr sehr einflasslose Sueddeutsche.

  2. 02

    Ganz wichtig dabei ist ja in der heutigen Zeit, dass man solche Bilderstrecken auch gut recyclen kann — wer erinnert sich schon daran, dass man vor nem Jahr da schonmal durchgeklickt hat? Außer natürlich, die Bildunterschriften werden nicht ausgetauscht und da steht beispielsweise was von Stirb Langsam 4, der „bald in die Kinos kommt“.

  3. 03

    Bruce Willis, derzeit mit „Sin City“ in den Lichtspielhäusern zu sehen, kommt nächstes Jahr mit dem vierten Teil von „Stirb langsam“ in die Kinos. Seine Filmgegner sollten sich vor seinem linken Haken fürchten.

    Wow. Tatsächlich. Wie geil ist das denn?

  4. 04
    Jens

    Einiges auf sueddeutsche.de ist ziemlich oberflächlich.
    Zwischen sueddeutsche.de und der gedruckten Zeitung liegen auch Welten.

  5. 05

    kann man den beitrag denn überhaupt ver-linken?

  6. 06
    Micha

    Och, stimmt schon, find ich aber jetzt nicht so wild ;-) Trotzdem, netter Artikel.

  7. 07

    bruce willis ist auch linkshänder.

  8. 08
    Speravir

    @Zink (Nr. 7):

    Du hast es nicht verstanden – siehe bspw. in der Wikipedia unter „Sin City“ [http://de.wikipedia.org/wiki/Sin_City_(Film)] und „Stirb langsam 4“ [http://de.wikipedia.org/wiki/Stirb_langsam_4.0].

    Ebenfalls suddeutsche.de:
    Der Text über Giovane Elber (Bild 10) ist auch nicht auf dem aktuellen Stand, und als Bild 16 hätte ich ja die Hand Gottes genommen, aber ich bin ja auch kein Qualitätsjournalist …

  9. 09
    Speravir

    Zur Bilderstrecke bei welt.de:
    Der Begleittext zu Bild 5 stimmt nicht. Eine Besonderheit Jimi Hendrix‘ bestand gerade darin, dass er trotz seiner Linkshändigkeit die üblichen für Rechtshänder gedachten Gitarrenmodelle verwendete, aber die Saiten anders herum aufzog, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Jimi_Hendrix#Equipment – das kann einem Qualitätsjournalisten auch auf dem in der Bilderstrecke gezeigten Foto auffallen.

  10. 10
    tschill

    Schön, daß gerade so eine Pipifax-Untersuchung eine derartige Spur durch die Zeitungen zieht. Wobei wiederum Siebner, Klöppel & Co Garanten für Qualitätsjournalismus sind: http://tinyurl.com/38gqfd
    Kann denen bitte mal jemand das MRT wegnehmen?

  11. 11

    Ach weil da gerade der sh:z-Verlag zu sehen ist – die machen es übrigens noch schlimmer. Alle Zeitungen des Verlages (Holsteinischer Courier, Flensburger Tageblatt, Schleswiger Nachrichten, Norddeutsche Rundschau, Nordfriesland Tageblatt, Der Insel Bote, Sylter Rundschau, Wilstersche Zeitung, Landeszeitung, Husumer Nachrichten, Stormarner Tageblatt, Eckernförder Zeitung, Schlei Bote, Ostholsteiner Anzeiger) werden nicht nur mit denselben DPA-Daten gefüttert, auch die Unterschiede sind verschwommen. Ein ganz großer Prozeßoptimierer hat nämlich, nachdem das Sammelsurium entstanden war, entschieden die Druckerzeugnisse quasi „gleichzuschalten“. Zuerst inhaltlich, dann auch im Layout. Zeitung in Schleswig-Holstein sieht bis auf wenige Ausnahmen heutzutage stets gleich aus. Deswegen kann man das erste Buch auch stets unverzüglich entsorgen und dann die Lokalnachrichten lesen.

    Wobei ich mich inhaltlich nicht beklagen kann. Meine Presseerklärungen und Leserbriefe wurden stets ohne große Änderungen gedruckt. Obwohl sie nicht der Mentalität entsprechen ;-9

  12. 12

    @genevainformation: Das wäre ja nicht mal schlimm, wenn die im Regionalteil und für die dpa-Meldungen Korrekturleser hätten. Ich kann mich auch nicht entsinnen, dass die Zeitungen jemals unterschiedlich gewesen wären. Nein, was uns Nordlichter richtig ankotzt ist, dass besagte dpa-Meldungen manchmal aus der Alpha-Fassung oder wie es auch heißen mag übernommen werden und man sich morgens wundert, warum man schon seit der Tagesschau weiß, dass es genau so nicht vorgekommen ist.

    Laut einer Praktikantin sei das Niveau der Lokalteile immerhin noch ziemlich hoch (die Arme verbrachte aufgrund eines Stipendiums jede Semesterferien bei einem anderen Blatt).

  13. 13
    Muss sein

    Tja, Spreeblock, irgendeiner muss ja über die neusten Erkenntnisse und Ereignisse berichten wenn ihr es nicht tut. Qualität entsteht jedenfalls nicht, wennn man nur darüber schreibt… ;) Seid ja noch jung!

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