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Staunend stauen

Ich frage mich, ob der gewerkschaftlich organisierte Spreeblick-Leser momentan mit einem Lächeln im Stau steht. Die Frage ist ohne Hintergedanken gestellt, hier ist es warm und ich bin für den Lokführerstreik. Oder gibt’s da draußen gar keine Staus? Die Berliner Hinterhöfe bringen es mit sich, das man auch auf dem Land leben könnte. Nur dass statt Hähnen Müllmänner krähen. Aber Hupen höre ich nicht, weder wütendes noch zufriedenes.

Die ursprünglich anvisierte Überschrift mit dem starken Arm musste nach einem kurzen Blick in den Kreativitätsabgleicher geändert werden.

35 Kommentare

  1. 01
    heidrun

    uah, hör auf, ich muss heute abend nach schönefeld & zurück… eh schon meine lieblingsstrecke…
    wahrscheinlich sind der bergmannkiez & der friedrichshainer norden als einzige orte vom stau verschont geblieben :)

  2. 02
    sunny

    nein. es ist laut, sehr laut. lauter als sonst. viel zu laut. ich zieh ins umland, glaube ich.

  3. 03

    harhar der „kreativitätsabgleicher“ hat mir den tag gerettet. dankeeee

    :D

  4. 04
    Matthias

    Zitat: Die Frage ist ohne Hintergedanken gestellt, hier ist es warm und ich bin für den Lokführerstreik.

    Und ich dachte, die hätten alles Sympathien schon verspielt.

  5. 05

    Staus gab es schon. Die gibt es aber in und um Stuttgart immer (und IIRC ja auch in Berlin). Nur der Bahnstreik selbst macht sich nicht unbedingt auf Anhieb bemerkbar.

  6. 06

    „In Berlin fahren die Bahnen alle 20 Minuten“.
    Haha, meine Bahn fährt auch sonst nur alle 20 Minuten… Ist also keine Umstellung für mich :D

    Das einzig positive war, dass die Bahn heut relativ leer war. Scheinen wirklich alle Alternativ-Befördermittel genutzt zu haben.

  7. 07

    …Stangend brechen…

  8. 08
    Thomas

    Das ganze ist doch irgendwie sowieso eine Farce. Ein Streik MUSS WEHTUN, sonst wäre er als Druckmittel ungeeignet. Dass der Streik nicht den Güter- und Fernverkehr treffen darf macht ihn schon fast wieder sinnlos, da genau dies die „Nerven“ sind, die der Bahn am meisten wehtun würden. Die Bahn hat es geschafft den „Schmerz“ auf die ungeliebten Pendler abzuleiten und versucht diese gegen die Lokführer aufzubringen.

  9. 09
    Basti

    Man kann ja nur einschlafen im stau……Jonny hat ja schon ewig kein neues podkääässt mehr jemacht

  10. 10

    also hier in wiesbaden hört man nur zufriedene huper. wie jeden tag.
    huper, huper, huper, huper… hört sich gut an. huper.

  11. 11
    Frank 72

    @Thomas: Ich bin entschieden dagegen, bei diesem Altherrengezänk als Geisel genommen zu werden. Und es war ja wohl auch nicht die Intention der GDSchell nur den Güterverkehr zu bestreiken, es war von Anfang an geplant, möglichst vielen Reisenden zu schaden. Und leider kann man einen Streik nicht 12 Stunden vorher absagen. Wie blöd ist das denn bitte? Hatten die Lokführer schon alle ihr Streikleibchen an und wollten es nicht mehr ausziehen? Oder waren sie schon so freudentrunken, dass sie nicht mehr fahrtüchtig waren?
    Und es wird nicht etwa jeder zweite Zug bestreikt. Nein, man will möglichst brutal auf sich aufmerksam machen.
    @Malte: ich fahr‘ heute Fahrrad, deswegen kein Hupen und meine Kinder müssen von meiner – berufstätigen – Frau mit dem Auto zur Schule gebracht werden.

    Verärgert: Frank

  12. 12
    Caro

    Streik ist geil .

  13. 13
    fireball

    @Frank: Absagen wär mit Sicherheit gegangen, die GDL wollte einfach nicht. IMHO deshalb weil sie sich nicht zum Springball der Bahn machen will, die nur sagen bräuchte – „Hey, wir haben nen Angebot für euch. Lasst uns nächste Woche drüber reden.“ um einen Streik zu verhindern, auch wenn am Verhandlungstisch dann wieder nur nen „Haha, verarscht!“ kommt.

    Zugegeben, ich habs relativ leicht mich auf die seite der GDL zu schlagen da ich nicht auf die Schiene angewiesen bin, aber die Bahn legt einfach eine unmögliche Verhandlungstaktik an den den Tag. Erst langfristig angekündigte Streiks nutzen um diese gerichtlich verbieten zu lassen, jetzt meckern, dass die GDL die Streiks nur noch kurzfristig ankündigt und man keine Notfallpläne mehr aufstellen kann.

  14. 14

    nein bitte kein Stau, oder wenigstens nur so lange, wie die Hörbücher reichen, die ich auf meine Resie mitnehme…sonst muss man sich womöglich noch mit seinen MitfahrerInnen unterhalten…grässliche Vorstellung;-)

  15. 15
    leo

    Der Streik ist absolut gerechtfertigt. Die Leute verdienen einfach zu wenig für das was sie tun. Mit dem Vorstandsgehalt von Herrn Mehdorn liessen sich die Forderungen der GDL für über 400 Lokführer bezahlen. Warum argumentieren diese Vorstände immer mit der Wertsteigerung des Unternehmens in ihrer Schaffenszeit, wenn es um ihre astronomischen Gehälter geht? Haben die anderen Bediensteten des Unternehmens denn keinen Anteil daran? Dann kann ja ein Streik eigentlich nicht weh tun. :)

  16. 16

    @Frank72
    Ich finde Thomas hat schon recht.
    Durch das Streikverbot für Fernverkehr und Güterverkehr tut der Streik nur halb so weh. Er trifft jetzt nur die Pendler die so oder so auf die Bahn angewiesen sind.
    Wehtun würde es der Bahn erst im Fern- und Güterverkehr – und das würde den Druck auch richtig erhöhen, und es käme was in Bewegung.

    So wird das ganze wirklich nur auf dem Rücken der Pendler ausgetragen.
    Die Bahn kann munter abwarten bis die Stimmung umschlägt und sich die Wut der Bahnfahrer gege die GDL richtet…

  17. 17
    Thomas

    Ich denke das ganze hätte man vermeiden können, wenn man daran festgehalten hätte die Bahn als öffentlichen Dienst zu betreiben. Beamte dürfen schließlich nicht streiken. Und dass es eine gute Idee war die Bahn zu privatisieren ist ja eh schon lange nachgewiesen. Es wird nur leider von Leuten wie den Herren Mehdorn und Tiefensee zu Gunsten der eigenen Tasche ignoriert.

  18. 18
    bEN

    Wisst Ihr was ich so schön finde an Griechenland?
    Da würden die Busfahrer und die Taxifahrer und die Ampeln und überhaupt alle die es irgendwie angeht gleich Mitstreiken. Und spätestens nach ner Woche gäb es einen Generalstreik.

  19. 19
    Erik

    Gerade fragte die Kollegin: Streiken denn die Log-Dateien heute auch?

  20. 20

    In München musste ich heut gottseidank mit dem Auto stadtauswärts in den Outback fahren. Die Autofahrer im 20km-Stau in die Stadt sahen aber nicht sehr glücklich aus. Und wo die dann parken wollten, weiß ich auch nicht.

  21. 21

    Hier, im in der beschaulichen Landeshauptstadt des Saarlandes, hatte ich heute morgen eher den Eindruck, dass auch der Autoverkehr stark zurückgegangen ist. Es wirkte fast wie ein Sonntagmorgen. War aber wohl eher mein subjektiv verschlafener Eindruck….

  22. 22

    Hänge auch noch in München fest. Kristallisiert sich als Schwerpunkt heraus. Ein Glück bin ich schon eingecheckt.

  23. 23
    Frank

    mist, nun hat dieser lokführerstreik schon auf meine modelleisenbahn übergegriffen. aber ich habe ja noch meine zinnsoldaten, die könn was erleben…

  24. 24
    abc

    ich bin heute morgen von meinem radio geweckt worden und der streik wurde in den verkehrsnachrichten besprochen. meine gedanken dazu waren:

    – klar würde es mich nerven, wenn ich betroffen wäre, mir andere möglichkeiten suchen zu müssen… (aber die forderungen der dlg sind gerechtfertigt)

    – ich würd mich gern mit den lokführern solidarisieren und fänds schön wenn ne menge anderer leute das auch tun würden… (weils einfach nur gerecht ist, für gute arbeit auch gut bezahlt zu werden)
    – wie „wenig“ ihrer eigenen gehälter müssten die leute des vorstands eigentlich nur abgeben, um den forderungen ohne erneute preiserhöhung gerecht zu werden (und das wird der nächste „streich“ der bahn sein.. „wir mussten die preise leider schon wieder erhöhen und die dlg ist schuld..)

  25. 25
    desordenpublico

    Ich finde auch, dass die Lokführer zu wenig verdienen, trotzdem wirkt der Verlauf der Verhandlungen irgendwie lächerlich. Geht wahrscheinlich nicht anders, wenn Typen wie der Mehdorn und der Schell den Hut aufhaben. Zudem lächelt zumindest ein gewerkschaftlich organisierter Spreeblick-Leser nicht im Stau, weil es ja nur noch um die Lokführer der GDL geht. Transnet und diese andere komische Gewerkschaft haben sich ja schließlich mit der DB AG auf 4,5% geeinigt (ob das reicht ist eine andere Sache). Solidariät bedeutet heute das Lokführer besser sind als Bahnhofsvorsteher, Piloten besser als Flugbegleiter und Ärzte als Krankenpfleger (diese Aussage ist selbstverständlich auch in der weiblichen Form erhältlich). Das finde ich, freundlich gesagt, übel und befinde mich also in diesem Punkt auf der DGB-Linie.

  26. 26
    paolo pinkel

    Also ich war heute sowohl mit S-Bahn als auch mit U-Bahn und Bus in der Berliner Innenstadt unterwegs und fand das alles halb so schlimm. Die Bahnen waren den ganzen Tag so voll wie sonst morgens um 8 und die ebenfalls gut gefüllten Busse hatten 5-10 Minuten Verspätung. Auf der Stadtbahn zwischen Westkreuz und Warschauer Straße fuhr alle 10 Minuten eine S-Bahn. Alles wirklich kein Drama. In der Provinz wären das traumhafte Zustände. Den Verkehr auf den Straßen empfand ich jetzt auch nicht als sooo viel schlimmer als sonst.

    Was den Hintergrund des Streiks angeht schließe ich mich Post Nr.13 an.

  27. 27
    abc

    ich finde, dass auch – und gerade – die zugbegleiter, die flugbegleiter, all die leute, die im service tätig sind mehr verdienen sollten. leider können diese leute scheinbar nicht halb so viel druck machen, wie die lokführer usw. (wen – von den fahrgästen, mit denen man so schön meinungsmache betreiben kann – störts schon, wenn die tickets nicht kontrolliert werden, die wagons sind ohnehin häufig schmuddelig usw.)
    ich hab (wenn ich mich nicht täusche) heute oder gestern im radio gehört, dass die tarifabschlüsse der anderen an die tarifabschlüsse der dlg „gekoppelt“ sind – also wenn die dlg nen höheren abschluss machen, dann haben die anderen das recht, neu zu verhandeln.. ich glaube, das war auf deutschlandradio oder so… insofern denk ich, ist es umso besser, wenn die nen vernünftigen lohn durchsetzen..

  28. 28
    Jens

    Heute morgen hatte ich keine Probleme von Hannover nach Braunschweig zu kommen.
    Da der RegionalExpress zurück nicht fuhr hab ich gefragt ob man dann einfach den InterCity ohne Aufpreis nehmen könnte – Antwort: Nein. Nicht freigegeben.
    Also Ticket gekauft und reserviert (beim nächsten mal mach ich das aber nicht).

    Das zeigt offensichtlich das die Bahn an den Pendlern kaum/nichts verdient.
    Ich würde sogar fast behaupten das die Bahn auf den Fernstrecken heute mehr verdient hat als sonst. Der Verlust auf den Regionalstrecken wird minimal gewesen sein (die meisten die morgens und abends fahren werden eh Dauerkarten/Verbundstickets haben).

  29. 29

    Ich hoffe ja, dass der Streik Früchte trägt. Und dass sich der Mob über streikende Lokführer aufregt, finde ich zumindest sonderbar. Ein bisschen mehr Solidarität wäre schön. Hier wird ja nicht gestreikt, weil’s Spaß macht, sondern weil man eine gerechtere Entlohnung anscheinend anders nicht einfordern kann.
    Da haben es Mehdorn und Co. einfacher, ihre Gehälter zu erhöhen.

  30. 30
    paolo pinkel

    @Jens:
    Der hauptsächliche Gewinn oder sogar nur Umsatz der Bahn im Regionalverkehr resultiert natürlich nicht aus den Verkäufen von Zeitkarten oder Einzelfahrscheinen an den Kunden sondern aus den Zuschüssen der Bundesländer. Diese (und damit alle Steuerzahler) finanzieren nämlich den Betrieb z.B auch unrentabler Strecken. Trotzdem trifft ein Streik die Bahn hier meiner Meinung nach schon, da regelmäßige Streiks und Ausfälle von Zügen keine gute Basis für die nächsten Verhandlungen mit der öffentlichen Hand über die Höhe dieser Zuschüsse darstellen.

  31. 31
    PS

    Um erstmal Maltes Frage zu beantworten:
    Ja, ich wäre heute gerne im Stau gestanden oder mit dem Fahrrad gefahren, falls ich in die Stadt (München) gemusst hätte. (oder ich hätte Bus und U-Bahn genutzt)

    Aber die Frage zielt zu kurz: Problem ist nicht der Streik, sondern die Frechheit von Menschen wie Mehdorn, das eigene Gehalt zu Vervielfachen und weiterhin die Mitarbeiter zum Verzicht aufzurufen und jeden Widerspruch als Erpressung zu brandmarken…

  32. 32
    leo

    Mich regt auch auf, dass argumentiert wird, man könne den Lokführer nicht so viel zahlen, weil das ungerecht gegenüber den anderen Bediensteten der Bahn wäre und die Lokführer sich deshalb doch bitte etwas zurücknehmen mögen. Tatsächlich glaube ich aber, dass alle anderen Bahnbediensteten von einem höheren Abschluss der Lokführer nur profitieren können, da sie damit bei ihren nächsten Verhandlungen eine gute Argumentationsgrundlage haben. Natürlich hat der Bahnvorstand Angst davor, aber da hält sich mein Mitleid echt in Grenzen.

  33. 33
    Onkel Tobi

    Warum streiken die Lokfuehrer nicht wenn Mehdorn sein Gehalt erhoeht oder sinnlose Bahn-Tower baut? Weil’s als Rechtfertigung dient, selbst mehr zu fordern?

  34. 34

    Ist ja schön und lustig, für eine Erhöhung der Lokführer-Gehälter zu sein. Nur: Zahlen tut es am Ende der Kunde (und das ist nicht verwerflich, sondern ganz logisch). Von daher finde ich es es schon sehr daneben, wenn eine Gewerkschaft wie die GDL ihre Schlüsselposition ausnutzt und mal so einfach 30 Prozent Plus durchboxen will. Ich würde mir wünschen, dass solche Maximalforderungen nicht durchkommen, und die Bahn da notfalls auch mal länger standhält. Sag ich als S-Bahn-Nutzer, täglich – habe nämlich keine Lust auf noch höhere Tarife.

  35. 35
    leo

    Natürlich wird die Bahn versuchen, die Kosten auf die Kunden abzuwälzen, aber das ist in dem Fall nicht in Ordnung, da bei der Bahn zu viel Geld in die falschen Kanäle läuft. Wer hat denn den Eigentümer der Bahn (den Bürger) gefragt, ob er es überhaupt finanzieren möchte, dass die Bahn sich von einem nationalen Personenbeförderungssystem in ein internationales Logistiksystem verwandelt. Andere Bahnen in anderen Ländern bekommen es meines Wissens bei niedrigeren Fahrpreisen hin, ihren Lokführern mehr Geld zu bezahlen.

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