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Hart. Frontal. Bullshit.

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Es gibt viele Günde, eine schöne Lüge in die Welt zu setzen. Man kann aus Angst lügen. Man kann aus Höflichkeit lügen. Man kann aus Fanatismus lügen, Fakten dehnen, biegen und umdeuten. Ängstlich, höflich oder fanatisch sind die Redaktionen von Hart aber Fair, Kontraste, Frontal 21 und Panorama jedoch mit Sicherheit nicht, wenn es um das beliebte Thema Killerspiele geht. Hier ist es eher Denkfaulheit, die zur Lüge hinführt. Ob es sich dann überhaupt noch um eine Lüge handelt oder um die sanftere Variante, das fahrlässige Absondern von Bullshit, ist jedenfalls dann zweitrangig, wenn sich auch auf Vorhaltungen hin nichts ändert.
Matthias Dittmayer hat dem Bullshit Fakten gegenüber gestellt.
Für Fakten scheint man allerdings in den Redaktionen nicht mehr empfänglich zu sein. Denn da man ja für eine gute Sache kämpft, glaubt man, guten Gewissens ein bisschen an den Tatsachen schrauben zu dürfen. Wer jetzt sagt: „Genau das ist doch die Art und Weise, in der Fanatiker argumentieren“, dem ist nicht zu helfen. Im Fernsehen, da sitzen die Guten. Die lügen nicht. Die sind im Besitz einer höheren Wahrheit.

Sehr aufschlussreiches Video nach dem Klick.

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57 Kommentare

  1. 01
    erlehmann

    zeit für so einen schwachsinn haben, aber sich kaum mit der VDS auseinandersetzen. oder der kinderarmut. oder, oder, oder …

  2. 02

    Wie sagte schon Cuck Norris in Texas Ranger: Ein Kind nach dem anderen. Kann sich ja nicht jeder um alles kümmern.

  3. 03

    die cdu in frankfurt möchte übrigens die games convention nach ffm holen. bei handfesten interessen hört dann die killerspieledebatte seltsamerweise plötzlich auf.

  4. 04
    Michael

    Find ich gut, das Video. Sehr gut recherchiert. Allerdings sagt er bei -8:16 Half Life Deathmatsch … ist aber Half Life 2 Deathmatch. Der Waffen SS-Skin bei -1:58 ist übrigens für Medal of Honour, nicht für Call of Duty (1,2 oder 3). Bei 0,57 sollte man konkretisieren, dass der Hot Coffee Mod für GTA San Andreas ist, nicht für GTA.

  5. 05
    Malte

    kann man da seinen master drin machen?;)

  6. 06
  7. 07
    Malte

    will damit sagen: du scheinst dich ja auszukennen!

  8. 08
    Happy

    Wir von Kontraste meinen, das dauernde Wiederholen von haltlosen und Behauptungen führt dazu, dass diese irgendwann wahr werden.
    Gedanken können sich schließlich auch andere machen.
    Ach so, @ Micheal: Er meint wohl, man kann es auch übertreiben… ;-)

  9. 09
    Malte

    nein, im ernst, das war gar nicht böse gemeint. ist doch immer so, wenn man in einer subkulur nicht besonders tief drinsteckt: man ist überrascht, was an expertenwissen angehäuft wird.

  10. 10

    Erinnert mich an die „Diskussionen“ zu dem Thema Anime und Mange; da wurde auch gerne mit dem Hobel drübergefahren und kommentar- wie auch rechtfertigungs- und beleglos alles als pädophiles Wichswerk dargestellt.

    Die Frage, die man sich eigentlich stellen sollte, ist die nach dem Abstand, der inzwischen zwischen der alternden Bevölkerung und der sogenannten Jugend entstanden ist.

    Vor ein paar Jahren hat ein damaliger Webdesign- Kollege (ein Arschloch unter vielen) zu mir gesagt, dass die Klientel der Zukunft, was Webdesign angeht, die Rentner sind; und er meinte, dass man sowohl Design als auch Content ihren Interessen und ihren Erfahrungen anpassen sollte.

    Mittlerweile, ein paar Jahre später, scheine ich einen Zusammenhang zwischen diesem Suffgeschwafel von damals und dem Land zu sehen, in dem wir leben; die Kaufkraft dieses Landes liegt bei jenen, die jenseits der 40 liegen, somit liegt auch die Macht und die Entscheidungsgewalt bei den gleichen Menschen.

    Was wir abfällitg als „die Medien“ bezeichnen, bedienen diesen Markt, also wird der Inhalt auch zielgruppengerecht angeboten und aufbereitet.
    Mir geht es nicht darum hier Zustimmungen zu meiner Aussage oder Klicks für meine Site einzuheimsen, weil beides mir persönlich nichts bringen würde.
    Ich schreibe lediglich deswegen, weil in den letzten Jahren meine Ansicht von „friedliches Nebeneinander“ verschiedener Alters- und somit Interessensgruppen zu einer unfreundlicheren Einstellung umschwenkte und entsprechende Ereignisse (wie in diesem Beispiel allein schon das Wort ‚Killerspiel‘) mir symptomatisch für den Zustand Deutschlands erscheinen.

    Vorurteilen ist mit Wissen beizukommen und zu begegnen; der Haken an der Sache ist aber nach wie vor *welches* Wissen da an den Mann gebracht wird und mit welcher Absicht.
    Im Moment scheint es lediglich darum zu gehen, dem Stammtisch nach dem Mund zu reden und ihn in seinen Ansichten zu bestätigen, beziehungsweise zu bekräftigen und mir stellt sich die Frage nach dem warum.
    Mir fällt nur eine Antwort ein. Es geht um Kaufkraft. Es geht um Quoten und Märkte, um Produkte und, letztenendes, um Stimmen.

    Fernsehen und Politik schlafen nicht nur miteinander, sie ficken einander wortwörtlich den Verstand ‚raus.

    Es ist zwar schön und gut, dass wir hier oder anderswo darüber reden, effektiv sind wir aber nur Spottdrosseln, die nie etwas tun, für die es reicht darüber geredet zu haben, Dampf abzulassen, irgendwelchen Bullshit zu schreiben, nur um das Gefühl zu haben, wir hätten etwas getan.

    Haben wir aber nicht. Wir wiederholen uns einfach nur. Wir wiederholen uns einfach nur. Wir wiederholen uns einfach nur. Jedes Mal.
    Eigentlich sind Stellungnahmen und Korrekturen wie die obige, durchaus komische Variante als Video, nutzlos, auch wegen der Trennung zwischen alten und neuen Medien und unserer Natur als ewige Klugscheißer.
    An sich gehören entsprechende Sendungen durch eine Telefonschaltung live ins Studio korrgiert, denn es ist ein Fehler (böswilliger Absicht) seitens entsprechender Sender, dies nicht anzubieten, da so, ohne Kritik, die für die Zuschauenden im gleichen Zeit- und Senderahmen erfolgt, das Dargestellte zur Tatsache wird.

    Man kann zwar sagen, dass Idioten in diesem Land das Sagen haben, jedoch ist es unverzeilich diesen Idioten dieses Land zu überlassen.

  11. 11
    Michael

    @ Malte – Ah so ;-) Mit Master is‘ nix, aber mit professioneller Siebengescheiter wäre was drin.

    Ich hab das obige bloß mal angemerkt, da ich ebenso wie der Autor des Videos die Berichterstattung von Panorama und Frontal 21 auseinandergenommen und die Redaktionen angeschrieben habe. Allerdings kam bei mir noch weniger dabei rum, als bei ihm ;-)

  12. 12

    @wedge
    richtig guter comment, kann nur (traurig)nickend zustimmen.

  13. 13

    @Michael et al.: Bevor ich wieder mein Leben für einen Hungerlohn hergeben muss, möchte ich noch sagen, dass genau das unser Problem ist.

    Wir geben einander die High Fives und belassen es dabei, wechseln geistig den Sender und regen us morgen wieder über etwas anderes auf, wahrscheinlich mit dem gleichen Elan.
    Und lassen es damit auf sich beruhen.

    Wir sagen unsere Meinung und verpissen uns wieder.

    Dabei verbitte ich mir Reaktionen der Marke ‚in Deutschland gibt es ärgere Probleme, wie z.B. [subjektiv wichtigeres Problem]‘, da dies davon zeugt, dass entsprechender Kommentator oder Redner noch nicht auf den Trichter gekommen ist, dass die Probleme, die wir unterschiedlich gewichten, gemeinsame Ursachen haben.

  14. 14

    Na da war aber wer noch flotter, sehe ich gerade bei der süddeutschenseite. Sogar mit Interview: http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/409151

  15. 15
    jan

    ich bin für ein bewertungssystem bei kommentaren

  16. 16

    @wedge wedge,

    jein, ich bin schon aktiver als der durchschnitts-kommentator der zustimmt und es dabei sein lässt, so denke ich zumindest ;)
    dann und wann subversiv, hier und da wild und frech — manchmal sogar frei, libertär.
    aber genau das von dir angesprochene ist eines der dinge die schwer auf dem gemüt liegen können wenn man meint etwas erkannt zu haben, die masse aber träge ist. das gute an einer trägen masse ist aber, wenn sie dann mal in bewegung gebracht ist, ist sie schwer zu stoppen ;)
    …naja, zumindest in der physik.

  17. 17

    ist immer wieder schon, wenn solche sachen finden ihren weg zu großn blogs.

  18. 18
    kulta

    Achtung: Fies verschachtelter Satz

    Bei den ausgewählten Ausschnitten verwundert es nicht, daß die Diskussion um „Killerspiele“ (respektive Horrorvideos oder gewaltverherrlichende Songtexte) immer am Kern des Problems vorbeigeht – nämlich dem Fehlen einer ethischen Grundbildung (ethisch im Sinne von der Fähigkeit, die Auswirkung der eigenen Handlungen auf seine Mitmenschen einzuschätzen und eine Art empathisches Verständnis für diese Mitmenschen (quassel) als eine Grundlage für seine Handlungen zu nehmen) und der Notwendigkeit, alles zu hinterfragen, das einem durch die Medien serviert wird. Dann würden mehr Menschen die eigentlich dämlich-plumpe Emotionalisierung, die da durch Wortwahl und Schnitt betrieben wird, eher durchschauen.
    Andererseits, wer sich von solcherlei Berichten emotionalisieren läßt, dem ist nicht daran gelegen, eine unabhängige Meinung zu bilden. Der will einfach nur eine vorgekaute Meinung nachplappern.
    Schade nur, daß eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema scheinbar nicht quotenträchtig genug ist. Aber irgendwie überrascht mich das nicht.
    (Sorry für meine echt schlechte Schreibe. Ich hoffe der Kern meiner Meinung ist trotzdem irgendwo hinübergewabert) ;-)

  19. 19
    Daniel

    Ok, Sichtweiße eines 19-jährigen Gelegenheitskillerspielspieler aus Bayern:
    Es ist doch fast erheiternd zu sehen, dass die neunmalkluge, welterfahrene „wir hatten noch ne rebellierend Jugend“ heute-Eltern-Generation kein Jota aus ihrer eigenen Geschichte gelernt hat. Wer damals heimlich sein Gras rauchte, gegen Vietnam und Bild-Zeitung protestierte ist genau derjenige, der heute Frontal21, Kontraste und Co. glaubt. Und aus Angst CSU wählt. Aber warum sollte man Computerspiele nicht instrumentalisieren? Es ist eine Subkultur, die der klassischen Zielgruppe von 30+ vollkommen fremd ist. Zwei Amokläufe passen doch wunderbar in’s Bild. TV-Sender jagen die Quoten, Politiker profilieren sich als Macher. Und alle schlafen gleich viel ruhiger, wenn die bösen killerpsiele verboten sind. (Zumindest bis zum nächsten Amoklauf)
    Vielen Dank, liebe Eltern, dass ihr euch nicht ein Jota mit der Kultur eurer Kinder außeinandersetzt. Vielen Dank liebe Eltern, dass ihr jeden Sinn für Kritik und Sachlichkeit einen gesalzenen Tritt gegeben habt. Vielen Dank, liebe Eltern, dass ihr den grausamen Amoklauf eines eurer Kinder auf ekelerregendste Art und Weiße instrumentalisieren lässt um euch zu manipulieren. Danke.

    Übrigens, unser spießbürgerliche Mathelehrer spielt mit seinen beiden Söhnen regelmäßig Counter Strike und Half-Life, Halo und Battelfield. Und vieles mehr. Er hat uns aber gebeten, dies nicht an die große Glocke zu hängen. Seine Kollegen wären wohl schwer brüskiert.

  20. 20
    Maltefan

    Das wird den „eingeschnittenen“ Spielern hoffentlich eine Lehre sein, sich nicht mehr mit der Nutte Fernsehen einzulassen. Wer heutzutage eine Fernsehkamera sieht und nicht schreiend die Flucht ergreift, dem ist echt nicht mehr zu helfen :-(

  21. 21

    Ich finds auch ganz schön doppelmoralisch,, wenn die Sendungen einerseits gegen die Gewalt in den Spielen „argumentieren“, gleichzeitig aber diverse dieser Szenen in ihren Bericht einbinden.

  22. 22
    Jan(TM)

    @wedge verdammt viel Text für so wenig Inhalt, „wir kleinen Leute können eh nichts ändern“ hätte auch gereicht.

  23. 23
    Hannes

    Dieses Beispiel zeigt wo der Journalismus in Deutschland angekommen ist. Hart aber Fair, Kontraste, Frontal 21 und Panorama, also die Magazine, die für Journalismus stehen sollten berichten in dieser Art und Weise durchaus nicht nur über Actionspiele. Bei Spielen fällt es nur mehr Leuten auf, da im Zweifelsfall lieber gespielt wird als Akten über die Gesundheitspolitik zu lesen. Sobald man aber vom Thema was versteht, merkt man wie manipulativ und faktisch ungenau viele Beiträge sind. Dort sind die Lügen nicht weniger groß und das ist das eigentlich Erschreckende an diesen Magazinen …

  24. 24
    corax

    Jan(TM),

    deine Achondroplasie musst du doch nicht auf uns andere übertragen.

  25. 25

    Bei solchen Berichten merke ich wie falsch das Fernsehen Berichtet weil ich mich in diesem Gebiet auskenne.
    Dann stellt sich mir die Frage wenn eine solche Frontal Sendung 1h des Tagesprogramms ausmacht, wie ist es den um die anderen 23h eines Senders gestellt? Sachen wo man sich nicht auskennt und auf wahrheitsgetreue und sachliche Berichterstattung angewiesen ist.
    Fernsehen wird von Menschen gemacht, Menschen machen Fehler, unabsichtlich, aus Nachlässigkeit, absichtlich, unter Zwang.
    Das selbe mit Politikern. Wenn die absolut keinen Plan von Games haben, was wissen sie über Steuern, Rente, Urheberrecht, Sozialsystem und Bildung?
    Werden wir nach einen total abgedrehten Weltbild von fehlinformierten Politikern regiert die auch fernsehen?

  26. 26
    Totoro

    Dazu aktuell: gerade nach Hause gekommen und die WAZ des Nachbarn auf der Treppe liegen sehen – so sieht die Schlagzeile von heute früh aus: „Killerspiele sind wie Landminen“ – Psychotherapeuten fordern Verbot von gewaltverherrlichenden PC-Spielen
    Ich habe den dazugehörigen Artikel nicht gelesen, die Schlagzeile ist aber so ziemlich das dümmste und unverschämteste, was ich in der Diskussion bislang gesehen habe…
    Gute Nacht.

  27. 27
    jo

    Ui, endlich wieder Rudelbildung ,)

    Darf ich kurz darauf hinweisen, dass der Urheber des Videos in seinem Beitrag offenbar ähnlich manipulativ arbeitet, wie die kritisierten Redaktionen:
    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/medien-im-blutrausch/#comment-73102

    Details unter http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=120, falls jemand den Trackback unter Nummer 32 übersehen hat.

  28. 28

    Das Video ist weg. Was war das und wo kann man das noch einmal finden?

    Edit: Komisch, ist wieder da. Lag wohl an mir.

  29. 29

    @jo: Auf etwas Ähnliches wollte ich auch heraus. Ich bin zwar ehrlichgesagt ziemlich angewidert von der Berichterstattung der ÖR über „Killerspiele“ (aka Spiele mit Tötungshintergrund). Allerdings argumentieren die Spieler nicht unbedingt immer besser.

    Beispiel: Im Bericht wird GTA als Ego-Shooter bezeichnet. Und sofort kommen von vielen Gegnern dieser Berichte die Hinweise (auch, aber nicht nur im Video) „Aber GTA ist doch gar kein Ego-Shooter. Sind die bei Panorama doof!“

    Na und? Klar wäre eine Differenzierung hilfreicher. Aber wenn Medien von Killerspielen berichten, dann werfen sie viele Begriffe zusammen. Aber macht es denn einen großen Unterschied, dass man bei GTA über die Schulter guckt und nicht in der Ego-Perspektive spielt? Der eigentliche Punkt liegt doch ganz wo anders.

    Und dass Counter-Strike: Source gezeigt wurde, das aber erst nach dem Amoklauf raus kam, ist doch auch mehr als nebensächlich. Berichtet wurde von Counter-Strike. Und so wirklich unterschiedlich sind CS und CSS nun nicht.

    Oder die Beschreibung von Pfeiffer zu World of Warcraft. Mag sein, dass der Typ keine Ahnung hat. Aber seine Beschreibung von WoW ist nicht unpassend. Militärische Ränge gibt es durchaus, genauso wie „Ärzte und Sanitäter“, nennen wir sie Priester. In Player-vs-Player-Kämpfen geht es durchaus um Strategie.

    Das Video hält sich für meinen Geschmack viel zu häufig an kindischen Kleinigkeiten auf. Dafür ist es an anderen Stellen viel zu schnell geschnitten, zeigt nur extrem kurze Ausschnitte und zitiert irgendwelche Studien so bruchstückhaft, dass man sie gar nicht in den Kontext einordnen kann.

  30. 30
    Gernot Schwalbach

    Das Video ist zu spitzfindig und schadet somit leider eher der Sache, die es unterstuetzen will, indem es Gegnern Angriffsflaechen zur Ablenkung der Diskussion gibt. Es geht am eigentlichen Punkt vorbei, der um folgenden Diskurs kreisen muss: „Ceci n’est pas une pipe.“ (siehe auch: http://www.everything2.com/index.pl?node=The%20Treachery%20of%20Images) Man stellt sich bei den genannten Sendungen dumm und setzt fiktion mit realitaet gleich, um vom wahren grund der gewalt abzulenken, naemlich der immer gleichfoermiger und brutaler werdenden rechten stumpfsinnsmaschine deren wichtigstes Werkzeug der Bildungsapparat ist und dessen Teil wiederum das oeffentlich rechtliche Fernsehen mit seinem Bildungsauftrag ist.

  31. 31
    jo

    flokru: Natürlich waren die Beiträge der ör Magazine unterirdisch und bedienten – imo gezielt – einen gutbürgerlichen bis reaktionären Mainstream (Plasberg hat sich anschließend übrigens für einige Fehler entschuldigt, iirc).

    Faszinierend ist aber doch, dass es hier (und damals in den Gamercommunitys) kaum anders läuft. Klare Meinung, großer Knüppel, da fragt man auch nicht groß nach, sondern bloggt Zustimmung.

    PS: Was die „Studien“ betrifft: Da kann man sich raussuchen, was man gerade benötigt.

    Es gibt – auch in der aktuellen Forschung – schlicht keine einfache Wahrheit, die sich auf einen griffigen Zweizeiler runterbrechen lässt (Und bitte, dass virtuelle Brutalität/Grenzverletzungen einen labilen Jugendlichen negativ beeinflussen können, ist keine Erkenntnis, für die man sonderlich viele Experten braucht, da reicht eine Runde im ÖPNV).

  32. 32

    „Beispiel: Im Bericht wird GTA als Ego-Shooter bezeichnet. Und sofort kommen von vielen Gegnern dieser Berichte die Hinweise (auch, aber nicht nur im Video) „Aber GTA ist doch gar kein Ego-Shooter. Sind die bei Panorama doof!“

    es geht dabei aber nicht um differenzierung, sondern darum fakten korrekt darzustellen. GTA ist kein Egoshooter. Punkt. Für dich mag das nur ein zu vernachlässigender Fakt sein, dem im Ganzen kein Gewicht hat. Tatsächlich sind es gerade diese Details, die die Zweifel aufkommen lassen, ob sich die beteiligten Journalisten überhaupt mit dem Thema befasst haben.

  33. 33

    Naja, finde ich nicht. Für die Journalisten gibt es für mich zwei Möglichkeiten: a) sie wissen es nicht besser und b) sie wissen es besser und wollen manipulieren.

    Im Fall a) hat ihnen jemand die Bilder gezeigt, wo ein Spieler in GTA mit der Kettensäge Menschen zerschneidet. Sie halten das für den Spielinhalt, sind schockiert und machen den Bericht.

    Im Fall b) wählen sie bewusst diese Bilder und Falschaussagen um damit bei a) erwähnte Reaktion bei den Zuschauern zu generieren.

    Für sie ist das ein brutales Spiel, das verboten gehört. Ob sie das nun Killerspiel oder Ego-Shooter nennen und ob sie das aus Unwissenheit oder wider besseren Wissens machen, ist doch egal. Tatsächlich ist die Perspektive, in der das Spiel gespielt wird, doch so nebensächlich wie nur was. Es geht um die Gewalt, nicht wie der Spieler durch die Spielwelt läuft.

    Viel wichtiger wäre es doch, klarzustellen, dass die gezeigte Kettensägenaktion nicht, wie im Beitrag behauptet, in einer für Jugendliche hier erhältlichen Version entstanden sein kann, sondern eine importierte FSK18-Version voraussetzt. Und dass weiterhin ein solchens Verhalten vom Spiel hart sanktioniert wird, also nicht zum Erfolg führt und schon gar nicht representativ für das gesamte Spiel ist.

    Sich an kleinen formalen Fehlern aufzuhalten, ist nicht nur lächerlich, sondern lenkt auch von den wirklich gravierenden Fehlern ab.

  34. 34
    bor

    Der GTA-Satz hat mich jetzt nicht von den restlichen neun Minuten des Videos abgelenkt…

    Und wichtig ist er auf jeden Fall – weil die Kettensägenszene schon seit längerem (vor mindestens einem Jahr auf der Deutschen Welle) zur Universal-Verbotsbegründung geworden ist. Die Klarstellung, dass es die Sägenaktion in der deutschen Fassung nicht gibt, ist irc drin.

    Afaik machen die Prüfstellen außerdem sehr wohl einen Unterschied zwischen Third- und First-Person-Spielen, weil’s ’nen Unterschied macht, ob „Du“ oder Deine ferngesteuerte Figur jemanden zersägt.

    ^^Alles einfach so hingesagt, keine Zeit zu suchen, sry.

  35. 35
    Westpfalz-Johnny

    „Für Fakten scheint man allerdings in den Redaktionen nicht mehr empfänglich zu sein. Denn da man ja für eine gute Sache kämpft, glaubt man, guten Gewissens ein bisschen an den Tatsachen schrauben zu dürfen. Wer jetzt sagt: „žGenau das ist doch die Art und Weise, in der Fanatiker argumentieren“, dem ist nicht zu helfen. Im Fernsehen, da sitzen die Guten. Die lügen nicht. Die sind im Besitz einer höheren Wahrheit.“

    Das sehe ich auch so!

  36. 36
    hans

    wie wärs mit einer ironischen Brechung durch ein Computerspiel:
    Defon – Everybody Dies
    Thermonuklearer Weltkrieg, milliarden Menschen sterben, so abstrakt wie ein Schachspiel, so realistisch wie der heiße kalte Krieg.

  37. 37
    Ivor Bigbotty

    Ich verstehe nicht wie man anführen kann, das Video wäre zu „spitzfindig“. Anscheinend haben sich Viele schon dran gewöhnt, dass Falschaussagen in der Berichterstattung drin sind. Es geht also nur noch um die große Message?? Sorry, ich passe. Ein Gesamtbild besteht aus allen Teilen.
    Gerade diese Kleinigkeiten sind es, die sehr sehr einfach zu recherchieren sind. Wikipedia->Egoshooter reicht schon um relativ gut Bescheid zu wissen. CS != CS:S, man kann nicht von einem einen Spiel reden und ein anderes zeigen, auch wenn es der Nachfolger ist; das führt dazu, dass ich von einem Egoshooter rede und einen anderen zeige. Bleiben wir ganz einfach bei den Fakten und biegen uns nicht was zurecht.

    Informationen sind nur dann nützlich, wenn ich davon ausgehen kann, dass sie stimmen. Wenn man „erste Person“ und „dritte Person“ schon durcheinandern bringt erwarte ich in der Folge nicht viel mehr.

  38. 38

    Wer hat behauptet, das Video sei zu spitzfindig? Ich habe lediglich gesagt, dass sich das Video an Kleinigkeiten aufhält, aber viel wesentlichere und wichtigere Kritikpunkte einfach gar nicht anspricht. Das wirkt dann so wie „Das ist alles, worüber ihr euch aufregt? Dann kann der Rest der Beiträge ja nicht so falsch gewesen sein.“

    Von mir aus kann der Kontrabeitrag gerne jeden kleinen Fehler der Originalbeiträge aufzählen. Die Frage ist, ob ihn dann noch jemand sehen will. Meiner Meinung nach sollte man aber lieber den Blick für das Wesentliche, das Relevante nicht vergessen und sich erstmal auf die gravierenden Probleme konzentrieren.

    Und ich selber habe Counter-Strike schon zu Zeiten gespielt, als gerade die ersten Modifikationen für Half-Life überhaupt erschienen. Ich kann nicht erkennen, wo CSS vom grundsätzlichen Spielprinzip, der Gewaltdarstellung oder sonstwas wirklich relevant von CS abweicht.

  39. 39
    Ivor Bigbotty

    Da ist dann wohl die Art wie man den Sachverhalt aufnimmt von Person zu Person unterschiedlich. Zum Einen finde ich das Video recht ausgewogen was schwerwiegende Fehler und „Kleinigkeiten“ betrifft. Zum Anderen ist es gerade die Menge an „Kleinigkeiten“ die zeigt, dass hier schlampig gearbeitet wurde. So setzt sich das Bild für mich zusammen.

    Was CS und CS:S betrifft würde ich einfach gerne haben, dass man A zeigt, wenn man A sagt und nicht ein hinreichen ähnliches B nimmt. Das erspart einfach überflüssige Argumentation und unterstreicht die Absicht nach Korrektheit; das macht es dem kritischen Zuschauer auch leichter die Qualität der Information zu beurteilen.

  40. 40
    arbol01

    @Daniel:

    Es ist nicht so, das dem 30+ Jährigen die Ego-Shooter und anderen Computerspiele grundsätzlich fremd sind. Ich bin einiges über vierzig Jahre alt, und spiel seit vielen Jahren Computerspiele, darunter auch Ego-Shooter.
    In wirklichkeit ist es so, das ein Riß quer durch alle Altersstufen geht. Das hat meiner Meinung nach auch mit einer Technikfeindlichkeit zu tun.
    Man hat mal folgendes festgestellt: Ein Affenjunges, das noch nie eine Schlange gesehen hat, behandelt das Tier unbefangen. Sobald das Affenjunge zusammen mit erwachsenen Affen diese Schlange sieht, läßt es sich von der Panik der erwachsenen Tiere anstecken, und hat auch zukünftig Angst vor Schlangen.
    Bei den Menschen ist das ähnlich. Was die ältere Generation schon Pfui fand (Computer, diese Arbeitsplatzvernichter), das färbt auf die Kinder ab.
    Wieviele Erwachsene können denn ein kleines Progrämmchen schreiben, wieviele eine Webseite erstellen. Die Angst vor dem Computer ist immer noch da, also auch die Angst vor de´m Produkt Computerspiel.

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