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Die Süddeutsche ist verkauft

Die Süddeutsche Zeitung ist von der Südwestdeutschen Medienholding übernommen worden. Die taz ahnte es schon am 12.12.:

Nach Insidermeinung läuft der Verkauf aber stark auf eine „südwestdeutsche Lösung“ zu: Zwischen der SWMH und der SZ gibt es über die bereits bestehende Beteiligung hinausgehende Bande: Der Ulmer Verleger Eberhard Ebner ist über die Vereinigung württembergischer Verleger einer der Hauptgesellschafter der SWMH – und mit der SZ-Verlegerfamilie Friedmann gut bekannt. Ebner gilt als die treibende Kraft hinter der SWMH-Übernahmepolitik: Ein beinahe zusammenhängender Verbreitungsraum von Bayern bis Baden-Württemberg böte Wachstumschancen, auch für die SZ.

Während meine private Gerüchteküche auf Holtzbrinck gesetzt hatte (Stefan, nicht Dieter), setzten sich Eberhard Ebner und Dieter Schaub durch (mehr zu den beiden im Manager Magazin).

Bleibt abzuwarten, ob die beiden die SZ in die Moderne bringen. Heute war auf der SZ ein riesiges Bild des Papstes mit Nicolas Sarkozy zu sehen, dazu die anbiedernde Überschrift: Der Papst parliert französisch. So schreiben ältliche Jungfern in ihren Fotoalben. Das kann besser werden.

14 Kommentare

  1. 01
    Lockengelöt

    welche zeitung liest du eigentlich, malte? liest du eine?
    ich hab meine nämlich noch nicht gefunden.

  2. 02

    ich lese die sz, aber mit zunehmend spitzeren fingern:)
    und sonntags die fas, donnerstags die zeit, aber nur ein bisschen, spiegel nicht mehr, bin trocken seit vier, fünf jahren, angefangen habe ich mit der nachweislich schlechtesten lokalzeitung deutschlands, den aachener nachrichten.

  3. 03

    Nunja, man kann keine Zeitung lesen ohne kritisch zu sein. Aber wenn eine, dann ist die SZ imho auch noch die beste Alternative^^

  4. 04
    Lockengelöt

    und ich alter pottler dachte immer die schlechteste aller zeitungen sei die WAZ. Ok is nich Lokal sondern regional, holla! trotzdem verdammt schlecht, langsam, unkritisch und blöd.
    den tagesspiegel finde ich leider nich besonders dolle. ich werd mal in ein paar sz reinschauen.

  5. 05
    nrq

    Die schlechteste ist glaube ich immer die eigene Lokalzeitung. Das denkt man, bis man von zuhause wegzieht und feststellt, das es andere gibt, die tatsächlich viel schlechter sind. Grausam wird’s, wenn die eigene Zeitung nachzieht und man beim Besuch zuhause entsetzt feststellen muss, dass das in der Fremde gefunde Niveau durch irgendwelche Umstrukturierungsmaßnahmen noch unterboten wurde. So geschehen mit dem Fränkischen Tag. :(

    Etwas besseres als die Süddeutsche Zeitung habe ich bisher nicht gefunden. Die International Herald Tribune und der Guardian (gibts überall am Bahnhof) kommen dem noch recht nahe. Von Le Monde Diplomatique hört man viel gutes, leider verstehe ich die Französische Sprache nicht.

  6. 06
    corax

    Vor zig Jahren kam mal im Weltspiegel ein Bericht über New York in dem Leute Geld verdienten, indem sie jede Menge verschiedene Zeitungen kauften und die einzelnen Seiten teilten. Die konnte man sich dann selbst zusammenstellen lassen, also Politik aus der einen, Kultur aus der anderen, Sport von der nächsten usw. und hat dann pro Seite bezahlt und die Zeitung dann ganz individuell zusammengestellt gehabt.
    Das wär doch mal was.

  7. 07

    @nrq:

    Le Monde Diplomatique gibt es auch auf deutsch, ist sehr informativ, aber nicht besonders süffig.

    @corax:

    also im grunde: bloggen.

  8. 08

    Im letzten Satz fehlt ein ’nur‘.

  9. 09

    „¦wenn man sich aber anschaut, wie die SZ sich in den letzten Jahren mit zunehmender Beteiligung der Schwaben am Verlag veraendert hat koennte man eher zu dem Schluss kommen, dass die Schwaben an der Verschlechterung schuld sind.
    Ich bin mit der SZ als Hauszeitung aufgewachsen… und sie waren schon mal besser und vor allem MUTIGER. Heute hecheln sie wie die meisten dem Mainstream hinterher, wenn man mal von Lichtgestalten wie Prantl absieht.

    PS: Mir faellt gerade auf, dass das neue Blogdesign insbesondere wegen der Eselsohrfunktion immer mehr dazu fuehrt, dass Spreeblick bei mir frisch auf dem Tisch landet anstatt als RSS. Und dass ich infolge dessen anfange zu kommentiere. Ob ihr das jetzt gut finden wollt ist eure Sache ;o)

  10. 10

    @chéggy: Das finden die bestimmt gut. :)

    Ich finde das neue Design auch schicker; nur der dunkle Hintergrund stört gelegentlich, wenn die Seite etwas länger zum Laden braucht.

    Die definitiv schlechteste Lokalzeitung gibt es in Kiel; sie ist dort auch die einzige. Das eine hat vermutlich mit dem anderen zu tun.

  11. 11
    bongokarl

    Ich lebe mit der Frankfurter Rundschau noch relativ glücklich. Unterwegs gibts dann eben mal die taz. Oder die Süddeutsche.

  12. 12
    Wolfy

    @nrq(5) Wenn man die dicke Ausgabe der TAZ so um den 11. des Monats rum kauft, ist dort immer die Le Monde Diplomatique auf deutsch mit drin. Rentiert sich auf jeden Fall, wenn man genug Zeit zum Lesen hat und genug Platz im Schädel um sich die vielen Hintergrund- Details zu merken.

  13. 13

    Naja, SZ… Als in München wohnhaft kommt man ja fast nicht aus, aber als sich in den letzten Monaten die Fehler im – für mich zentralen – Politikteil derart häuften, war’s für mich vorbei und die Zeit ist seitdem mein Freund. (Die NZZ ist ja leider unbezahlbar in Deutschland…)

    Beispiel (sinngemäß): „Marcos Anwälte wollen das EU-Organ Europarat anrufen“. (Auuu, da schreit das Herz eines Europarechtlers…)

    BTW: Vielleicht sollte man mehr Kaliber wie die Macher des SZ-Magazins ankarren! (Oder ist das vom NZZ Folio abgekupfert?)

  14. 14
    Patrick

    Das SZ Magazin würde ich aber auch nicht mehr als großes Kaliber bezeichnen. Früher hatte ich die SZ im Wochenendabo, irgendwann habe ich aber gemerkt, dass Freitag höchstens noch 3 mal im halben Jahr was Interessantes für mich dabei war, der Rest waren Modesonderausgaben oder Neues aus der Welt der Reichen oder Tourismus-Specials, wo man dann richtig dolle Anzeigen verkaufen kann.

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