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Glückwunsch, Türkiyemspor

Eigentlich kann Murat Dogan, Trainer der C-Mädchen von Türkiyemspor und Mitglied des Fördervereins, das Wort „Integration“ nicht ausstehen. Hierzulande wird darunter oft eine einseitige Anpassung verstanden, ohne eigene kulturelle Werte einbringen zu dürfen. „Dabei ist es unmöglich, sich einen Teil abzuhacken und zu sagen: Ich bin jetzt Deutscher.“ Fällt ihm eine bessere Bezeichnung ein? „Interkulturelle Kommunikation“, sagt er, jede Silbe betonend, während er den Rauch lachend an die Decke des Büros pustet.

Da gehts weiter.

Keine Kommentare

  1. 01

    Traurig finde ich, dass Türkiyemspor den Titel (zurecht!) bekommt, einen Etat von 100.000 Euro im Jahr hat und im Gegensatz dazu Hertha mit dem 60fachen finanziellen Möglichkeiten nicht mehr hinbekommt als ein paar Buttons auf der Homepage zu platzieren oder mal zögerlich gegen Gewalt ein Zeichen zu setzen.

  2. 02

    Das ist in der Tat sehr traurig: vor allem, weil ja der Hoeneß, die Pappnase, die ganze Zeit auf den „sozialen Beitrag“ bei der berliner Fußballerausbildung hinweist.

  3. 03

    ich staune. sollten die sich gebessert haben? hatten auch schon mal den fairplaypreis für keinerweisswas, dürfte in der vorvorigen saison gewesen sein, fußballmännermannschaft rückte mit bauchtanzgruppe (allerdings: lustige fotos) im jahnsportpark an. waren mit die schlimmsten oberligaspiele (oder bfv-pokal? weiss ich grad nicht) überhaupt. subjektiver eindruck: schönes vorzeigeprojekt, gute idee, aber auf´m platz unglaublich schlechtes betragen. und das durch die bank weg, vom balljungen bis zur bank. würd mich ja freuen, wenn sich da was verändert hätte.

  4. 04
    Fridolin

    ich glaube die Steffi ist wirklich subjektiv. Sie ist wohl Union Fan. Ja Türkiyem spielte gegen Union, den damaligen Krösus der Liga, im Jahn Sport Park. Und wie das bei Spielen groß gegen klein so ist, hat Türkiyem alles was ein armer Verein machen kann gegen einen reichen Verein gemacht. Aber auch die Union Balljungen sind nicht die schnellsten wenn es dem eigenen Verein dient. Naja subjektiv halt.

    Was Türkiyem neben dem Platz so hinbekommt ist schon bemerkenswert. Bravo Kreuzberg !

  5. 05

    okay, ja – unionbrille. kann ich nicht mal ernsthaft wiedersprechen, ist fest mit mir verwachsen. aber: da waren auch andere türkische vereine in der liga, und auch im bfv-pokal, und die situation („gegen den krösus der liga“ – auch da haste recht, fridolin) war die nämliche, und trotzdem waren´s völlig okaye spiele. ich glaub, was mich so´n bißchen ärgert ist, dass türkiyemspor seit geraumer zeit ein abo auf alle möglichen preise hat. dagegen hätte ich nichts, wenn eins von den anderen integrationsprojekten (oder wie immer man das nennen will) auch mal was abbekäme. aber vereine wie der BAK zerfallen dann eben unbesehen.

  6. 06
    Fridolin

    Wo spielen denn türkische Vereine, außerhalb der Türkei ?

    Siehst du etwa keinen Unterschied zwischen Yesilyurt (aufgelöst) BAK (von Ankara gekauft) und Türkiyem ?

    Was haben denn die anderen beiden Vereine gemacht, außer das sie existieren? Wo sind deren Projekte? Wo das Engagement über den Sport hinaus ? Wo die Jugendarbeit ? Wieviele Teams haben oder hatten die denn ? Und wo spielen die ?

    Wenn schon Vereine mit türkischen Namen gelobst werden sollte, dann vielleicht noch AL-Dersimspor die auch ziemlich aktiv sind. Und auch die sind Kreuzberger.

  7. 07

    oha – vorwurfsvolle töne! das einzige, auf was ich hinweisen wollte, war folgende kleine diskrepanz: wikipedia sagt mir, dass es allein in kreuzberg noch Türkspor Berlin, KSF/Umutspor, BSV Al Dersimspor (hattest Du genannt), Hilalspor, FK Makedonija, Karadenizspor, SG Anadoluspor MG 1970, BFC Artvin 08 e.V. oder BSC Agrispor e.V. gibt – ich hab von all denen aber noch nienienie irgendwas gehört. naja, manchmal, ganz selten in der fußballwoche. vom anliegen her find ich übrigens BSV Mosaik 2000 ne sehr spannende mannschaft. aber die sind halt alle zu klein, kommerziell absolut uninteressant und spielen unterklassig. türkiyemspor wird seit ´ner weile als das st. pauli von kreuzberg vermarktet, und die presse zieht fröhlich mit … das ist so einfach wie den karneval der kulturen gut finden.

    echte integration wär gewesen, wenn die jungs sich damals wirklich „kreuzbergspor“ genannt hätten.

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