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Kreuzzug in Neukölln

Eine Problembezirksbegehung. Mit Postkartenfotos. Und Croissants.

Jede Stadt hat ihr Neukölln, ihren Bezirk, vor dem Mütter ihre Töchter warnen. (Kurt Krömer)

9:45, Sonnenallee
Als ich vor die Tür trete, kotzt ein dickes Kind auf die Straße. Dabei röchelt es. Vielleicht ist ihm ja was in die Lunge geraten, denke ich. Es hat Croissant gegessen und nicht ordentlich gekaut. „Du hast nicht ordentlich gekaut“, sagt die Mutter. Da röchelt das Kind nochmal ein bißchen, und die Mutter reicht ihm einen Kaugummi.

10:37, Maybachufer
Jogger gibt es hier und Kinderwägen mit Kindern drin und Vätern hintendran. Mütter auch, aber seltener. Schiffe fahren vorbei, und drüben, in Kreuzberg, stehen Boule-Spieler und spielen Boule. Von den Schiffen aus wird fotografiert, irgendjemand winkt. Der Ansager auf dem Schiff sollte jetzt eigentlich erklären, dass früher am Kottbusser Tor die Stadtgrenze war und dass Neukölln erst 1920 eingemeindet wurde. Nach Groß-Berlin, so hieß das damals noch. Inzwischen ist man ja ein wenig sparsamer geworden mit dem Groß vor irgendwelchen Namen.

Der Ansager auf dem Schiff jedenfalls hält die Klappe, vielleicht hat das Schiff aber auch gar keinen Ansager, und das wäre sehr schade. Die ganzen Touristen sollen ja in Berlin nicht bloß Geld ausgeben und blöd vor irgendwelchen U-Bahn-Fahrplänen stehen, sondern auch was lernen. Lernen ist sehr nützlich, insgesamt. Deswegen schreibe ich einen kleinen Zettel und werfe ihn von der Brücke, aufs nächste Schiff. Leider landet der Zettel in einem Weizenglas und ersäuft, und der bärtige Typ hinter dem Weizenglas schimpft. Ich versteh das nicht, weil der Ausländisch spricht, Bairisch, glaube ich. Oder Österreichisch. Irgendwas Oberdeutsches.

Auf dem Zettel stand: „žNeukölln hieß früher gar nicht Neukölln, sondern Rixdorf und weiter hinten Böhmisches Dorf. Rixdorf durfte nicht mehr Rixdorf heißen, weil irgendein Vogel das schöne Lied „In Rixdorf ist Musike“ komponiert hat, und den Text kann ich auswendig und schreibe ihn deswegen jetzt dazu:

„Uff den Sonntag freu ick mir.
Ja, denn jeht et `raus zu ihr,
Feste mit verjnügtem Sinn,
Pferdebus nach Rixdorf hin!
Dort erwartet Rieke mir,
Ohne Rieke keen Pläsir!
In Rixdorf ist Musike,
Da tanz ick mit der Rieke,
In Rixdorf bei Berlin.“

Da haben sie den Bezirk in Neukölln umbenannt. Weil der Schlager den guten Rixdorfer Ruf ruiniert hat. Ganz Berlin dachte damals, Neukölln sei ein einziger Puff und das mochten die Rixdorfer Stadträte nicht. Seither wird in Neukölln traditionell eher getrunken als getanzt, zum Tanzen müssen Sie eher nach Mitte gehen oder in den Friedrichshain oder zum Prenzlauer Berg oder nach Kreuzberg.“

11:41, Friedelstraße
Ganz schön ruhig hier. Ecke Weserstraße dampft ein Hundehaufen, der ist groß, fast so groß wie der Kreuzberg. Der Hund hat Croissant gegessen und nicht richtig gekaut. Vielleicht hat er das Croissant auch nicht recht verdaut, kann ja sein. Und vielleicht ist der ja krank, der Hund, und muss bald sterben. Das wäre traurig. Todesfälle sind immer traurig.

12:14, Reuterplatz
Da drüben steht riesengroß der Kirchturm. Der sieht von außen richtig hübsch aus, so nach Romanik, mit ganz kleinen Fenstern. Hinter einem dieser Fenster wohnt ein illegaler Einwanderer, das weiß ich, das hat mir der Pastor erzählt. Das ist nämlich so: Wenn einer einen Asylantrag abgelehnt bekommt, dann kann ihn die Kirche aufnehmen und er darf nicht abgeschoben werden. Kirchenasyl heißt das, und wenn ich das nächste Mal wieder richtig investigativ bin, geh ich da hin und mach mal ein Interview.

12:42, Sonnenallee
So, Mittag. Zeit zu frühstücken. Essen gibt es hier ziemlich viel, und nicht alles davon ist gut. Die Bäcker zum Beispiel, die sind fast alle nicht so gut. Die haben alle bloß so Zeug, da werden wahrscheinlich die Zeitungsrückständen vom Tagesspiegel oder der BZ in einen großen Topf mit Milch oder Wasser eingekocht und dann ich entsprechende Formen gegossen: Schrippenform für Schrippen, Brotform für Brot. Was ein echter Neuköllner ist, kennt glaube ich gar nicht mehr Brotformen, bloß Schrippen und Brot und Schwarzbrot, das eigentlich kein Brot ist, sondern mit altem Tabak angemischter Tapetenleim, der von den vielen Renovierungsarbeiten in Mitte übrig geblieben ist. Und den ganzen Süßkram. Ausnahmen gibt es auch, sind ja viele zugezogen hier. Um die Ecke zum Beispiel hat es einen sehr leckeren Bäcker, in der Pannierstraße, Richtung Donaustraße da. Der macht Brot mit ganz vielen Nüssen drin oder mit Karotten, lauter so Öko-Zeug. Deswegen heißt der auch so komisch, der heißt Rübezahl oder so. Vielleicht hat der ein lachendes Brot zum Logo, das finde ich absurd. Ich würde nicht lachen, wenn man mich zum Verzehr in irgendein Regal stellt, und ich dann in Scheiben geschnitten mit Metwurst bestrichen werden soll. Vielleicht geh ich da deswegen so selten hin, und weil die Bäckersfrau so freundlich ist. Ich ertrag das schlecht, wenn man vor fünf Uhr abends freundlich zu mir ist, ich denk dann immer, der andere will was von mir. Dabei stimmt das ja gar nicht, zumindest nicht beim Bäcker, ich will ja was, Brot nämlich. Aber das hab ich mir noch nicht begreifbar machen können. Deswegen kauf ich mir lieber bei dem anderen Bäcker was zu essen, aber als ich reinkomme, seh ich da die ganzen Croissants rumliegen, die aussehen wie die Gesichtshaut von Inge Meisel, als sie noch lebte. Nichts gegen Inge Meisel, Inge Meisel ist toll, aber ich will Inge Meisel ja nicht mit Butter beschmieren und aufessen. Also fällt Frühstück aus.

13:15, Karl-Marx-Straße
Kaffee in der Kaffeebar auf Höhe Karl-Marx-Straße (U-Bahn). Immer noch keine Terroristen gesehen. Schade eigentlich.

13:41, Richardplatz
Es riecht nach Geschichte. Da stehen kleine, einstöckige Häuser (ein paar), so ein weißer Klumpen mit Turm, den man Kirche ruft, und in der Mitte ist ganz viel Platz für Rasen und Luft. Das Kopfsteinpflaster ist ein bisschen uneben, macht aber nichts, hier fahren eh kaum Autos durch. Hier hat Königfriedrichwilhelmdererste 1737 böhmische Glaubensflüchtlinge siedeln lassen, weswegen das hier auch „böhmisches Dorf“ heißt. Die Glaubensflüchtlinge waren Herrnhuter Brüdergemeine, aber das war ein bisschen lang als Name: Herrnhuter Bürgergemeinengemeinde. Deswegen heißt das hier immer noch „böhmisches Dorf“, und genau so siehts da auch aus. Friedrichwilhelmdererste steht ein Stück abseits übrigens immer noch rum, ein bißchen a part, hat einen Bauch und lässt sich von Tauben anscheißen. Dabei hält er die Hand so nach links, die linke Hand, das soll wahrscheinlich eine einladende Geste sein. Der Richardplatz ist also ein schönes Symbol für die Weltoffenheit Neuköllns. Vielleicht ist es deswegen so zugig hier.

14:12, Karl-Marx-Straße
Ich stehe am Burger King, Ecke Rollbergstraße. Einer meiner Lieblingsplätze hier in Neukölln. Was für Paris der Sacré Coeur ist, ist für Neukölln der Burger King: da kommen die ganzen vorgestern die Volljährigkeit erreicht habenden jungen Herren mit dem für zwei Stunden geleasten BMW lang, um die blonde Freundin der kleinen Schwester auszuführen. Die blonden Freundinnen wissen um den Ernst des Momentes, haben sich akribisch herausgeputzt und erinnern an weihnachtliche Tannenbäume. Bloß Lametta fehlt. Dann gehen die beiden schnell was essen, cruisen noch mal über die Sonnenallee, und dann muss das Auto schnell zurück zum Vermieter. Hach, Romantik.

15:02 Uhr, Rütlistraße
Die beiden Frösche vor der Rütlischule sind ganz schön groß. Ungefähr zwei Meter oder so. Ich weiß gar nicht, ob das tatsächlich Frösche sind, aber auf jeden Fall hocken die in einer recht seltsamen Stellung, ganz so, als wären sie grad auf Toilette. So muss der Croissant-kackende Hund ausgesehen haben, als er das Croissant gekackt hat. Gleichzeitig halten sie anklagend irgendwas in die Luft, vielleicht einen leeren Toilettenpapierspender. Der eine hat in der anderen Hand ein Handy, also ist das hier bestimmt moderne Kunst. Ich glaube nicht, dass sich Frösche zum Kacken hinsetzen, das ist bestimmt eine Fehlinformation. Aber ich weiß ja aus den Medien, dass man an der Rütli-Schule nichts lernt außer Maschinenpistolen reinigen und Backpuler zu Heroin verwandeln.

16:56, Karl-Marx-Straße
Auf Höhe des Friedhofeingangs kommt mir ein Mann mit Bart und Hut entgegen und tippt mir auf den Brustkasten. Dann grinst er kurz und sagt „Allah“. Während er weitergeht, überlege ich, ob das vielleicht ein Anschlag auf meine Glaubensfreiheit war, und ich also meinen ersten Terroristen gesehen hätte. Ich laufe bis zu den Neuköllner Arkaden, ohne eine Entscheidung getroffen zu haben.

17:14 Uhr, Hermannplatz
Auf dem Hermannplatz sitzt ein Punk herum und trinkt Sternburg, neben ihm eine Frau ungewissen Alters. Als ein paar Touristen, englisch sprechend, vorbeiziehen, springt er mit viel Elan (so viel Elan hätt ich ihm gar nicht mehr zugetraut) auf die Bank und schreit: „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“ Die Touristen erschrecken sich ein bisschen vor dem Punk, das Sternburg erschreckt sich ein bisschen vor dem Springerstiefel des Punks und fällt zu Boden. Scherben. Die Frau schimpft.

18:23 Uhr, Sonnenallee
Im Bierbaum 2 gibt es genau das gleiche Bier wie überall anders auch, bloß billiger. Der Bierbaum 2 ist eine der schlimmsten Kneipen, die ich kenne, mit ganz vielen blinkenden Spielautomaten und Betrunkenen drin, die am Tresen hängen. Die Hintergrundmusik oszilliert zwischen aktuellen und abgelaufenen Charts, zwischendrin kommt auch mal Wolfgang Petry. Ein Mann sabbert sich auf die Hose, weil er ziemlich windschief nach vorne hängt und deswegen sein T-Shirt nicht trifft. Die Vorstellung, dass es zum Bierbaum 2 auch einen zugehörigen Bierbaum 1 und vielleicht sogar einen Bierbaum 3, 4, 5 oder sechs gibt, ist ungefähr so schlimm wie der Gedanke, dass George W. Bush Geschwister und Kinder hat. Ich denke an Croissants und hoffe, George W. Bush wird nicht so alt wie Inge Meisel. Das ist ein hässlicher Gedanke, und ich schäme mich ein bisschen.

19:57, Sonnenallee
Problembezirk klingt ja immer ein bißchen wie Problemzone, als wäre in diesen Vierteln etwas, was man sich weghungern müsste oder sonstwie rausschneiden. Terroristen, gewalttätige Jugendliche, Drogendealer und im Zweifelsfall die Hundescheiße. Von all dem gibt es in Neukölln nicht besonders viel (außer letzterem vielleicht, aber das ist hier ja schon eine Touristenattraktion, da braucht das Bezirksamt nur noch eine zündende Marketingidee), vielleicht ein bißchen mehr als anderswo, dafür gibts anderswo andere Sachen. Was ich eigentlich sagen wollte: Neukölln ist ein ganz normaler Bezirk wie andere Bezirke auch, bloß billiger. Und schöner.

66 Kommentare

  1. 01

    Hach, gleich zweimal Neukölln-Content! Frédéric, sehen wir uns zur Rakete? Übrigens ist mein Lieblingsplatz in Neukölln der Skaterplatz am Ende der Weichselstraße, neben dem Kanal. In lauen Sommernächten passiert da manchmal was sehr wundersames: Ein Mann mit Kontrabass steht dann dort und nutzt die atemberaubende Akkustik. Großartig!

  2. 02

    jaaaaaaaaa…. Friedelstraße 4 ever….!!!!!

  3. 03
    Frédéric Valin

    Zur Rakete bin ich ganz bestimmt im Ori. Auf jeden Fall gegen später: davor hab ich mich noch nicht entschieden, was ich hören will.
    (ntm: Namensänderung vorschlagen. Wenn das so weiter geht, passt Kanalblick ja eigentlich viel besser…)

  4. 04

    Schöner Text, danke.

  5. 05
    ajo

    Assoziatives Schreiben ist glaub ich nicht so deins.

  6. 06

    Ein gelungener und schöner Text.

  7. 07

    Oh, Inge Meysel ist tot? Deswegen habe ich so lange schon nichts mehr von ihr gehört…

  8. 08
    ick

    neukölln… ich muss sagen, deiner illustren meinung, dargeboten im letzten satz, kann ich mich so gar nicht anschließen. eine der schlimmsten gegenden in der ich jeh war, in berlin. ich wohne zeitweise dort, wo zwei nebeneinander liegende kirchen regelmäßig ihren terror veranstalten. anders kann man das geschrammel nicht nennen, was mehrmals am tag, vorzugsweise am wochenende (!) von vermutlich rostigen und gesprungen glockenähnlichen objekten erzeugt wird. würden die wenigstens gut klingen…da haben wir also schonmal den ersten terroristen, ohrenterroristen. wenn ich dann tatsächlich in die missliche lage deligiert werde einzukaufen, vielleicht noch in der nähe des herrmannplatzes, dann beginnt der braune spießrutenlauf. ich meine, wozu braucht man in berlin, einer zubetonierten, großen, engen, lauten stadt, hund in der größe kleiner kälber, die scheiße von der größe eines dönerinhaltes produzieren. nicht dass das alles wäre, die bolzen werden fein säuberlich mitten auf dem geh(!)weg drapiert. es gibt in der nähe der krichen einen sandweg, eigentlich sollte der einen gehweg darstellen, aber offensichtlich ist das die offizielle kackmeile für hunde. ein 200 m langer weg, so vollgeschissen, dass, wenn man tatsächlich einmal dort lang gehen sollte, man so angestrengt nach unten gucken muss, dass einem die augen feucht werden. während ich dann den hindernis zum hermannplatz bewältige, beginnt gleichzeitg der spießrutenlauf durch ekelhaft, erst laut hochziehende, dann mit lautem geräusch, genau vor deine füße rotzende mitbürger mit migrationshintergrund. die sind wie die hunde, die mitten auf den gehweg kacken. anstatt auf das ,zugegebenermaßen wenige, grün zu rotzen und zu kacken, entledigen sie sich ihrer exkremente eben nicht dort. hat man es bis zum hermannplatz geschafft, vorbei an unzähligen fremdländischen küchen, kneipen und andersartigen treffpunkten für unsere dunkelfarbigen freunde, trifft man auf eine seltsame, fremde und erschreckende subkultur. warum und weshalb die leute dort so sind wie sie sind, mag ich nicht zu beantworten. ich gehe zb. in das große kaufhaus mit K im namen. im eingang hockt eine arme person auf den nackten fliesen und bettelt. vor ihr ein mann, der sie offensichtlich wegen irgendetwas belatschert. wohl ein sozialarbeiter. find ich knorke. später, im kaufhaus seh ich ihn wieder, wie er erst eine frau mit kind ansäuselt, wie niedlich es doch sei, in einer lautstärke, in der die halbe etage mithören konnte. auf die frau folgt ein typ mit cowboyhut, den er fragt, wo er denn seinen gaul gelassen hätte. ich bin fertig und entferne mich durch den hauptausgang. an der kreuzung steht ein mann, in dreckigen klamotten, sechs aldi-tüten vor sich aufgebaut, in frauenkleidern. seine nackten beine waren überzogen von unansehnlichen geschwüren, kretze wie mir später verklickert wurde. an der nächsten schwingtür zum kaufhaus steht ein typ, der die tür für die kalte winterluft offen hält, und dabei aufgeregt mit seinem imaginären freund diskutiert…ich trete die flucht an. ich zumindest konnte noch nichts schönes an dieser eigenen welt neukölln finden, nicht mal die hasenheide. denn die dealer in den büschen, die sich von einer sekunde auf die nächste unsichbar machen können, versauen irgendwie die romantische grundstimmung von stadtparks.

  9. 09

    …das mit dem kreuzzug soll wohl so was wie ein pseudo-fettnapf sein, was sind wir wieder provokanti…

  10. 10

    @ick:

    während ich dann den hindernis zum hermannplatz bewältige, beginnt gleichzeitg der spießrutenlauf durch ekelhaft, erst laut hochziehende, dann mit lautem geräusch, genau vor deine füße rotzende mitbürger mit migrationshintergrund. die sind wie die hunde, die mitten auf den gehweg kacken. anstatt auf das ,zugegebenermaßen wenige, grün zu rotzen und zu kacken, entledigen sie sich ihrer exkremente eben nicht dort. hat man es bis zum hermannplatz geschafft, vorbei an unzähligen fremdländischen küchen, kneipen und andersartigen treffpunkten für unsere dunkelfarbigen freunde, trifft man auf eine seltsame, fremde und erschreckende subkultur. warum und weshalb die leute dort so sind wie sie sind, mag ich nicht zu beantworten.

    Widerlicher als solche Wortmeldungen könnte selbst der auf einem einzigen Hügel akkumulierte Hundekot von ganz Neukölln nicht sein.

  11. 11

    Gibt’s eigentlich noch die Traube (so ähnlich hieß sie glaube ich, die Kneipe) in der Fuldastraße? Dort erstmals den leckeren Butzelmann entdeckt. Und als wir reinkamen zählten die inmitten von Aquarell-Alpenpanoramen und Holzvertäfelung sitzenden Insassen erstmal durch. Denn, eigentlich, eigentlich waren doch alle da… Schöner Abend!

  12. 12

    vraiment einer der liebevollsten texte über „le bezirk bizarre“, und eine sternstunde an diesem kiosk, grossartig!

  13. 13

    @Ick:
    Kuckucksblogger ;-)
    Ich mag deinen Text… Mach ma deinen eigenen Blog oder so.

  14. 14
    Ruebezahl

    Schoener Artikel. Ich glaub der Baecker heisst Mehlwurm. Und ist auch fast der einzig vernuenftige in Neukoelln (wenn man Karstadt nicht mitrechnet).

  15. 15

    Geiler Artikel. Sehr fein geschrieben. Gefällt mir sehr gut. :-)
    Und ich merke gerade, dass ich einige Berliner-Ecken noch gar nicht kenne. Ich sollte auch mal wieder in die Hauptstadt :-)
    Zur re:publica vllt? ;-)

  16. 16
    Lotta

    Frédéric, mir gefällt dein Artikel.
    Ach ja, Neukölln. Ich mag’s, habe dort ein Jahr gewohnt und besuche es heute noch oft genug, nicht zuletzt weil ein hervorragender Tierarzt (Berlin ist arm an solchen) dort auf der Weichselstraße seine Praxis hat. Und mit drei Katzen, von denen eine chronisch krank ist, bekomme ich Neuköllner samt ihrer Marotten oft zu Gesicht. Stundenlanges Warten in einem Tierarztwartezimmer schweißt zusammen. Und was soll ich sagen, da sitzen ganz normale Leute. Muttis die das Karnickel ihrer Kinder streicheln, Studenten mit Hunden, Omis mit ihren Vögeln und natürlich auch Menschen mit Migrationshintergrund, die besorgt ihr krankes Kätzchen angurren. Freaks hab ich da noch keine gesehen, will ich das, geh ich Sonntags im Ostbahnhof was einkaufen, da habe ich dann schwäbische Touristen, C-Prominenz, Obdachlose mit Krätze und nuttige Emo-Girls auf einmal. Sonderlinge sind beileibe keine Neuköllner Spezialität, die hat’s überall. Und solche, wie „ick“ sie so verächtlich schildert, zeigen sich halt dort, wo Armut stärker zu Tage tritt.

    Neukölln ist nicht hübsch und die Schrippen mögen pappig schmecken, aber so freundliche Bäckerinnen oder Apothekenangestellte wie dort, hab ich anderswo nur selten erlebt. Und häßlich wird Berlin leider gerade überall.

  17. 17
    LeFix

    Schöner Bericht,
    naja zu Stadteilen kann ich nur so viel sagen:
    Hier im Süden in einem Möchtegern Hip-Hop Ghetto, wo sich die kleinen Stresserkinder (nicht nur Jugendliche mit Migrationshintergrund sondern Deutsche !!!) treffen, um auf einem Fest erst ordentlich auf den Putz zu hauen, um dann ihre Aggressionen an ahnungslosen Teilnehmern rauslassen.
    Nazis und Nebendran Punks, die sich Sprüche an den Kopf werfen oder Emos, die ihrer Liebestrauer nachgehen, CDU/CSU Wähler, die ihre konservative Ader voll raushängen lassen und jeden komisch anschauen, der lange Haare trägt oder sich eben wie ein junger Erwachsener benimmt. etc. … usw. …

    Das hat für mich nichts mit Ausländern zu tun und was ich damit zeigen wollte, dass es diese Verhaltensweisen verschiedener Personengruppen überall gibt. Es macht kein Unterschied, wo. Nur weil Berlin / Neukölln größer ist als das Kaff hier, hat das nichts zu heißen. Gut dann gibt es eben noch mehr unterschiedliche Gruppen. Aber im Endeffekt macht es keinen Unterschied.
    So far Greez
    P.s.:
    Als ich in Berlin war, damals war ich großteils in Kreuzberg, konnte ich ohne Probleme als Minderjähriger (auch wieder ne Weile her) nachts durch die Straßen spazieren gehen ohne in irgend einer Weise angemacht zu werden.

  18. 18

    und das eisbein im ambrosius !!!

    achtung dummer kommentar im tiefflug von Mark (s.u.)

  19. 19
    Mark S

    Ein richtig schlechter Text, inhaltlich wie sprachlich. Und wem als Fazit nicht mehr einfällt als „Neukölln ist ein ganz normaler Bezirk wie andere Bezirke auch, bloß billiger“, der hat so ziemlich gar nichts mitbekommen von Neukölln. Aber macht nichts, wir werden auch diese Dummheit überstehen.

  20. 20

    ich bin mir der paradoxen natur meines vorschlags in dieser form durchaus bewusst, aber würde wohl jemand die unendliche güte haben und im ganzen internet die kommentare abschalten… und wenn nur für einen tag… das wär doch was, oder?

  21. 21

    @Mark S: Wer is’n „wir“?

  22. 22
    fredge

    Es gibt schon einige Stellen, die in Neukölln besonders des nachts nicht gerade besonders einladend wirken. Aber so richtig Angst hatte ich noch nie dort. Höchstens „gefühlte“. Allerdings das mit den Mieten: Psssssst!!! Frédéric, bist du denn verdammt nochmal noch zu retten??? Das weiß ja bald jeder und dann war’s das mit den Preisen.

  23. 23

    Hier, äh, genau: Sozialromantik, lächerliche ist der Text nämlich! Neukölln braucht eine aufwendige Neugestaltung, am besten mit nem Flammenwerfer.
    Und wie die da überhaupt aussehen. Und sprechen. Und der ganze Dreck.

    @Frédéric: Kommen dir, als Banlieu-Landsmann (sowie Napoleone, Baguetteträger und Kolonialausbeuter) diese deutschen Diskussionen über Neukölln nicht manchmal ein bisschen doof vor?

  24. 24

    14:12 hat das Zeug zu einem großen romantischen Epos. Ich bin ergriffen.
    Damals als ich Anfang der 90er das erste Mal in Neukölln war, war dieser Burger King für mich der Inbegriff von Weltstadt. Da war ich von den Burgern so begeistert, dass ich die BMWs gar nicht gesehen habe. Oder gab’s die da noch gar nicht?

  25. 25
    Frédéric Valin

    @mischa: Die Traube! Die gibts noch. Ich toure ja ganz gerne durch die ganzen Eckkneipen hier, weil ansonsten nirgendwo Bundesliga gezeigt wird, und gerade die Traube, die hat schon was…

    @malte: Ich hab mich bis heute nicht getraut, das zu probieren. Sollte ich mal wegziehen, das eisbein im Ambrosius zu probieren, wär ein gelungener Abschiedsabend (und danach wahrscheinlich ne Pizza aus dem Mona Lisa kommen lassen).

    @fredge: Ganz am Anfang ging mir das auch so. Die ersten Wochen. Dann hab ich einen Polizisten kennengelernt, der meinte, in seinem Einsatzgebiet (zu dem Neukölln auch zählte) sei der Boxhagener Platz das „heiße Pflaster“. Und die neue Bahnhofsstraße.

    @Ruebezahl: Mehlwurm, genau. Das Rübezahl ist ein bißchen weiter unten auf der Donaustraße. So war das.

    @Christoph: Doch. Kommen sie mir aber auch in Frankreich.

  26. 26
    ursula

    vielen dank für deinen mittelmäßigen alk-fäkal-artikel über neukölln.
    das schreckt hoffentlich die blödesten ab, hier auch noch herzuziehen.

    nochmals: danke!

  27. 27
    ursula

    @ick:
    hallo ick,

    das einzige, wo ich dir zustimmen muß, ist der punkt mit dem unerträglichen stereo-kirchengebimmel am reuterplatz. das gehört verboten!

    alles andere an deinem posting finde ich ziemlich übel.
    bleibt die frage: wieso wohnst du hier eigentlich?
    reinickendorf ist bestimmt viel schöner.

  28. 28
    Florian

    Die Abgeklärtheit in Bezug auf Assi-Phänomene ist mir ein bisschen kokett. Wobei ich bei Gelegenheit auch schon mit meinem Bezirk angegeben habe, muss ich zugeben. Auch wenn ich nur in der Bürknerstraße gewohnt habe. Und da gehört wirklich nicht viel dazu. (Wobei, ich habe in einem von den Neubauten in der Bürknerstraße gewohnt, und da gehörte ein bisschen was dazu.)

    Ich wollte eigentlich auch nur was zu den Bäckern sagen, denn das ist nun wirklich kokett. Mit ein bisschen Mühe findet man ehrliches Bäckerhandwerk in Neukölln. Schnitzer in der Friedelstraße nur zum Beispiel backt noch selbst. Seine Hörnchen (man darf auch Croissants sagen und wird nicht doof angemacht) sehen jeden Sonntag anders aus und die angenehm verpeilte Verkäuferin braucht gefühlte 15 Minuten, weil sie einem immer das „Aller-allerschönste“ raussucht. Der junge Bäcker (ob der überhaupt Schnitzer heisst?) hat währenddessen auch schon wieder Feierabend, kommt aus der Backstube, haut sich selber noch eine Tüte mit Schrippen voll und steigt in seinen vor der Tür parkenden Kombi, natürlich mit Herthaaufkleber.

    Was anderes: Heisst die Dependance vom Mehlwurm in der neuen Marheine-Halle eigentlich immer noch Mehlbox? Das gefiel mir.

  29. 29
    Frédéric Valin

    „Kokett“ gefällt mir, so als Kritik. Echt jetzt!

  30. 30
    *ch*

    aijooh,
    sprachlich empfinde ich den Artikel nur ein Teilen als angenehm.

    „ick“ hat einen herrlichen Unterton in seinem Beitrag – Sternburg gefällig?

    Vielleicht sollte der Bezirks-„Schwanzvergleich“ bezüglich der Hundekacke mal eröffnet werden. Ich tippe auf F´hain als Sieger:-)

    Kulinarisches gibt´s hier richtig viel zu entdecken… Und das Eisbein im Ambrosius schmeckt(e) wirklich gut. Ich empfehle den Rentnertanz am Samstag abend (Achtung! Um 23h ist das Licht aus!!). Dann rüber in den libanesischen HähnchenMcDonalds und den Absacker im Blauen Affen nehmen.

    Ich verstehe diese ganzen Bezirksnummern nur halbwegs. Wie überall gibt es schöne und weniger schöne Ecken. Aber wer in andern Städten mal versucht hat, interessante Ecken zu finden, wird slten fündig.

    Wer das hier in Neukölln blöd findet, dem kann man in bester Krömer-Manier „geh wo Du wohnst, du alte …“ entgegenbrüllen.

    Bleibt lieber weg – in den Berlin-Provinzen der Zugereisten!

  31. 31
    heinz

    Schade, dachte, Malte wär` endlich weg, jetzt schlurft er durch die Kommentare. Naja, Tatsache ist, der Text ist nicht nur gut, nicht mal nur kokett, sondern auch: mittelmäßig und gymnasiastisch naiv. Ja, und schlecht.
    @ursula: die magnetschwebebahn der gentrifizierung kannste nicht aufhalten. Und Spreeblick springt nur auf. Klassenspezifisch. Hach, wie pittoresk, das Volk.

  32. 32
  33. 33
    Bernd

    @ick: Also wenn Du Dir eine Wohnuns suchst, dann solltest Du drauf achten, dass n der Naehe keine Kirchen sind. Das sind die grossen leeren Haeuser ohne Klingel und mit Turm. Seit sehr langer Zeit haben diese Haeuser Glocken, die regelmaessig laeuten. Das ist so eine Sitte, die aelter ist, als Berlin alt ist. Sich drueber zu beschweren bringt also nicht viel.

  34. 34
    ursula

    @Bernd:
    „Also wenn Du Dir eine Wohnuns suchst, dann solltest Du drauf achten, dass n der Naehe keine Kirchen sind. Das sind die grossen leeren Haeuser ohne Klingel und mit Turm. Seit sehr langer Zeit haben diese Haeuser Glocken, die regelmaessig laeuten. Das ist so eine Sitte, die aelter ist, als Berlin alt ist. Sich drueber zu beschweren bringt also nicht viel.“

    irrtum, bernd:
    die eine kirche hat nachweislich erst nach mindestens 60 jahren angefangen zu bimmeln (tägl. um 8 h)
    ich hätte die wohnung sonst bestimmt nicht genommen!
    der pfarrer ist leider beartungsresistent und verliert dadurch ein schäfchen nach dem anderen.

    ursula

  35. 35
    Bronco Brachial

    Ich kenne das neue Kölln nur des Durchfahrens wegen. Der sich mir fräsende Eindruck in diesen 20 Minuten hinterlässt den Wunsch, einmal die Antarktis zu bereisen. Ein schöner Ort, an dem nichts existiert. Denn die Existenzen, die man im Augenwinkel beim Durchqueren dieses Stadtbezirks wahrnimmt, verstärken das natürliche Angstgefühl, welches bei Gefahr die Flucht auslöst, um ein vielfaches, und lösen behandlungsbedürftige Angststörungen wie z.B. Panikattacken aus. Ebenso erschreckend, wie es ein kurzer, nicht zu vermeidender Aufenthalt in Neukölln ist, ist das Gefühl der absoluten Freiheit, sobald man die Bezirksgrenze hinter sich gelassen hat. Dieses Gefühl von Freiheit muss Nelson Mandela am Ende seiner Inhaftierung gespürt haben.

  36. 36
    walachei

    @Bronco Brachial („Bronco Irgendwas“)
    Ach Gott, wie affektiert.
    Die „Existenzen“ (eine distanziertere Bezeichnung fiel dir wohl nicht ein?) sind eben ein Teil dieser Welt, die um einiges spannender wird, lässt man sich auf ihre Geschichten ein.
    Und bitte, wie wagst du es, deine kleine Angst vor der Welt mit Mandela zu vergleichen?
    Dein Text sollte doch ein Witz sein? Satire oder so?!

  37. 37
    Florian

    Irgendwie scheint es superschwer zu sein, so über Neukölln zuschreiben, dass es einigermaßen die Wirklichkeit abbildet. Mich erinnert das an die ungelenken Texte über Techno vor ein paar Jahren. So ala: “ Tänzer in Extase, die im Stroboskopnebel zur zuckenden Einheit verschmelzen“, ihr wisst schon.

  38. 38
    Manuel

    Ich tue mich ja immer schwer mit solchen Assoziationstexten.

    Bin froh, dass andere daran auch scheitern ;-)

  39. 39
    Frédéric Valin

    @Florian: Was vor allem an diesem neuerdingsigen „Mythos Neukölln“ liegt, den man sich aus den ganzen neueren, hippen Artikeln und der Rütli-Berichterstattung zusammenfriemeln kann. Ohne den Text allzusehr in Schutz nehmen zu wollen, war der leicht naive Unterton schon gewollt: damit eben gar nicht erst der Eindruck entsteht: „Das ist jetzt Neukölln.“ Ist es nicht. Es ist eher so (finde ich): Es gibt viel zu viele Texte über Neukölln, die einem sagen, wie Neukölln so ist. Da wollt ich nicht mitmachen.
    Dass das nicht immer klappt, beim Leser jetzt, kann und muss man dem Text auch ankreiden. Obwohl mich ja die meiste (negativ gemeinte) Kritik echt gefreut hat, weil da genau das drinstand, was ich mit dem Text eigentlich wollte. Obwohl, mit den Texten über Techno hätte ich ja lieber nix zu tun gehabt ;)

  40. 40
    sven

    Der Hund hat keinen Croissant gefressen sondern an Inge Meysel genascht.

  41. 41

    08:00 Berlin-Wilmersdorf: Nix
    10:00 Berlin-Wilmersdorf: Nix
    12:00 Berlin-Wilmersdorf: Nix
    14:00 Berlin-Wilmersdorf: Witwe Gertude B. schwankt heim.
    15:00 Berlin-Wilmersdorf: Polizist Günter B. kehrt heim.
    16:00 Berlin-Wilmersdorf: Nix
    18:00 Berlin-Wilmersdorf: Nix
    20:00 Berlin-Wilmersdorf: Nix
    22:00 Berlin-Wilmersdorf: Nix
    24:00 Berlin-Wilmersdorf: Nix

  42. 42

    schöner text von unserem lesebühnenstar!

    bitte kommt alle her, kauft schöne dinge in neukölln, aber fangt nicht an hier zu wohnen. wenigstens bis ich eine neue wohnung im kiez gefunden habe.

  43. 43
    kadecalix

    Hmm. ick findet dit schwach, Mr(s) Icke! Diese „Milieustudie“ reiht ein Neuköllnklischee an das andere. Hab ich da was gelesen, was ich nicht kannte? Nö! Rütlischule, Hundescheiß, Alks = aha. das ist also Neukölln? Ich finde, wenn einem nichts Originelles einfällt, dann sollte man auch nicht schreiben.

    Der Stadteil ist in Bewegung, und gerade an den Stellen, wo sich „altes“ und „neues“ Kreuzkölln berühren bzw. manhcmal auch richtig aufeinanderkrachen, da kann man wirklich bemerkenswerte Beobachtungen machen.

    Ich empfehle dem Autor, die Augen zu öffnen und sich erstmal von Vorurteilen zu befreien. Dann wirds auch was mit dem Artikel!

    Hoffe das war jetzt nicht zu böse!

    Kade

  44. 44

    bin auf empfehlung des schockwellenreiters hier gelandet und fand den artikel gut.

  45. 45
    annasiet

    empfehlung ist etwas euphemistisch oder?
    schon lustig wenn er von ‚Cliché-Journalismus‘ spricht wo er doch gerne mal klischees bei der beschreibung der kieze am anderen ende der offiziellen beliebtheitsskala verwendet.
    dabei wohnen dort auch oft nur menschen.

  46. 46
    Fahabian

    @kadecalix:
    Ich auch und ich nicht.

  47. 47
    Frédéric Valin

    @annasiet: Ich fand das ja schon super, in einem Zusammenhang mit dem Spiegel genannt zu werden. Obwohl, wahrscheinlich war das auch bloß wegen der Fallhöhe. Weil: ohne Fallhöhe kein drive. Ohne drive keine These. Und ohne These kein Artikel.
    So ungefähr.

  48. 48
    lana

    @malte(20): warum nur die kommentare abschalten, und nicht gleich auch die artikel? oder die schreiberlinge auf die journalistenschule schicken? wer bekam nicht schnell genug die griffel auf die tastatur, als es hieß, webzwo sei »internet zum mitmachen«? vielleicht derjenige, der jetzt ein eigenes blog zum bessermachen hat? besserwissen konnte er ja vorher schon.

  49. 49
    Frédéric Valin

    @lana: Auf die Gefahr hin, auch als Besserwisser dazustehen: Malte(20) scheint mir nicht „Malte“ zu sein.

  50. 50
    lana

    frédéric, mea culpa! hier ist mir vorauseilende bosheit zum verhängnis geworden – dabei kann es doch nur „einen“ geben. recherchieren geht vor blamieren!

  51. 51
    Frédéric Valin

    Na, wenigstens fühl ich mich jetzt nicht mehr ganz so schlecht, wenn ich mal wieder was danebenrecherchiert habe.

  52. 52
    Johannes

    Hach, was hab ich gelacht. Macht meinen jetzt anstehenden Ausflug ins Estrell ein bisschen schöner; trotz der Uhrzeit und des Wetters!
    Danke dafür!

  53. 53

    Danke, dass du die Herrnhuter richtig als Gemeine genannt hast, und das zu oft dazugetane „e“ und „h“ nicht wiederholt hast. Allein das macht den Artikel besser als manch anderen, der ähnlich daherkommt.

    Lass dir den den Text nicht zu schlechtreden. :)

  54. 54
    Paul Rother

    Hm. Ich wohne ja jetzt ein paar Jahre hier, und ich finde, der Bezirk wird sehr mitig, sehr trendig, das ist schade aber auch schön. Nur das mit den Kneipen, die als Namen nur einen Buchstaben haben das sollte man sich noch mal überlegen…

  55. 55
    helene

    Du nennst deinen artikel nicht wirklich investigativ?
    wenn du was gutes über neukölln lesen willst, lies das neukölln buch vom verbrecher verlag. Daneben bleibt dein Artikel wirklich oberflächlich, schlecht recherchiert und schlicht langweilig.
    Das Croissant ist schon nach dem ersten Absatz durch, die news von der Rütli sind uralt und das Liberda ist übrigens eine der VIELEN neuen guten Bäckereien in Neukölln.
    marc s.(19) und ursula(26) kann ich nur zustimmen.
    und ja!lieber nicht noch mehr „in“-kneipen in neukölln mit einem Buchstaben zum namen, damit ganz prenzlauer berg hier her zum latte trinken kommt! aber heinz(31) hat leider recht.

  56. 56
    Frédéric Valin

    Investigativ? Nee. Und ich fände es auch anmaßend, mich mit Thomas Blum, Chotjewitz und/oder Degenkolbe zu vergleichen. Aber da Du das Neuköllnbuch schon ansprichst: Eigentlich schrieb ich eher gegen diese ganzen In-Kneipenartikel an, die gerade im Begriff sind, einen Mythos von Neukölln aufzubauen, den der Bezirk (wie übrigens auch im Vorwort steht) lange Zeit nicht hatte, zum Glück nicht hatte. Dass das als langweilig oder platt empfunden wird, okay. Aber ich wollte das dann doch nochmal klarstellen.

  57. 57
    helene

    Verglichen habe ich Dich mit oben genannten Personen auch ganz und gar nicht, ich habe lediglich auf das Neuköllnbuch verwiesen, da ich hier nicht nachfragen musste worum, es sich in den Artikeln und Kurzgeschichten eigentlich handelt und welche Haltung der Autor einnimmt.
    Das Neuköllnbuch ist meiner Ansicht nach nicht dabei den neuen „in-mythos“ Neukölln aufzubauen, sonder eher beschreibt und kritisiert es ebenfalls die Gentrifizierung und zeigt auf detaillierte und angenehm privaten Weise die wunderbaren Vorzüge und unterschiedlichen Gesichtspunkte dieses Stadtteils.

  58. 58
    Frédéric Valin

    Nichts anderes hab ich behauptet: Das Neuköllnbuch baut überhaupt keinen Mythos, muss aber (das schreibt Sundermeier im Vorwort) auch nicht gegen einen Mythos anschreiben. Weil es den so, als das Neuköllnbuch erschien, überhaupt nicht gab.
    (Die Gentrifizierungskritik hab ich darin aber nicht gefunden, ehrlich gesagt. Die gabs damals meines Wissens noch gar nicht, die Gentrifizierung.)

  59. 59

    @helene: wie niedlich: wir basteln uns eine xenophobie.
    morgens kommen die prenzlberger, trinken den ganzen tag unseren latte macchiato und abends fahren sie wieder heim…
    oder sind’s vielleicht doch nur die neuköllner, die auch mal nen guten kaffee trinken wollen?

  60. 60
    helene

    danke für´s niedlich, aber gut dass wir gemeinsam basteln, n bißchen verteidigung der wahlheimat muss schon sein, gell?
    hauptsache, du findest eine wohnung

  61. 61

    @helene: danke. ich will nur unterscheiden, dass mir persönlich keiner sorgen macht, der lust hat, eine kneipe aufzumachen, und auch nicht derjenige, der dann dort ein bier trinkt.
    was mir sorgen macht: http://reuterkiez.net/2008/03/11/zitty-neukoelln-rockt/

  62. 62
    Völki

    Schliesse mich der Meinung von kadecalix voll an.
    Klischees und Vorurteile en mass.
    Das Urteil über den „Bierbaum 2“ im Vergleich zum „Ambrosius“
    z. B. nach einem einzigen ca. 1-stündigen Besuch zu fällen
    gleicht schon beinahe einer Frechheit.
    Nur an einem einzigen Betrunkenen (die es auch in der „Traube“ und anderen ähnlichen Lokalen in dieser Gegend gibt) so ein Urteil festzumachen ist eine Beleidigung zum einen der Frauen, die dort hart arbeiten, zum anderen der wirklichen Stammgäste.
    Scheinbar hat der gute Frederic auch nicht bemerkt , dass der „Bierbaum 2“ eine Tag- und Nachtkneipe
    mit 24 Stundenbetrieb ist und dort schon einmal die eine oder andere Bierleiche liegen bleiben kann.
    Persönlich fände ich es sehr angebracht, wenn der vorlaute Herr sich nocheinmal in den Bierbaum begeben würde und sich beim Personal en´tschuldigt.
    Das ist wirklich mein Ernst.

  63. 63

    NEUKÖLLN! Hammer-Bezirk, Hammer-Text, für mich einfach nur das New Jersey von Berlin.

  64. 64
    Altasack

    Schönet Jeschreibsel :)
    Bin in Neukölln aufgewachsen (Sonnenallee, Donaustraße).
    Die Hundekackeproblematik ist schon älter, aber die Haufen werden größer.. vielleicht doch eine Qualitätsveränderung in Sachen Croissants und Schrippen?

    Habe mal im Erdgeschoss gewohnt und morgens dann und wann einen ruhenden Kneipengänger vom Fensterbrett jeschubst, nachdem ick die Jalousien hochjezogen hatte. Ja, ick bin fies jewesen :) Na und? Ick bin jebürtiger Neuköllner, ick darf det :)

    Wenn z.B. abends ein Besuffki ans Fenster kloppte und nachm Kaffee fragt..dann hatter einen jekriegt. (Mhh..bin wohl doch nich so fies jewesen). Allet dajewesen, allet erlebt.

    Oder morgens aufm Weg zur Schule die Leute, die abendszuvor beim Skatkloppen gewonnen hatten, beim Kiosk am Herzbergplatz kotzen oder lallen sehen.
    Mittlerweile gibts da keine Skatbänke mehr.. ist Geschichte..

    Also, ick bereue es nich, in Neukölln gelebt zu haben.. und Anekdoten zu erleben, mit denen man Bücher (naja.. Hefte wohl eher) füllen kann..
    Come to New-Collogne :)

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