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Collaborative Songwriting: She Amazed Me

Ehrlich gesagt fliegt eine Band wie Rivo Drei normalerweise unbemerkt unter meinem Musikradar hindurch. Jetzt aber haben die Berliner etwas gemacht, das es allemal wert ist, hier besprochen zu werden.

Im Dilbert-Weblog, ihr wisst schon: Dilbert, die amerikanische Bürowahnsinn-Cartoon-Serie, genau!, fragte Scott Adams, der Zeichner, seine Leser, wie der Text zu einem Hit ausehen könne. Da die allermeisten Popsongs sowieso Nonsens-Texte hätten, sollte es kein Problem sein, einen echten Hit zu schreiben. Und die Leser texteten, per Blogkommentar.

Viele, viele Kommentare später, gibt es ihn nun tatsächlich, den Hit.

Rivo Drei haben den ellenlangen Nonsens-Text aus den Kommentaren verdichtet und mit einem bereits vorhandenen Instrumental aufgenommen. Herausgekommen ist ein durchaus konsensfähiges und damit mainstreamradiotaugliches Stück Pop, dem man seinen kruden, bisweilen absurden Text wahrlich nicht anhört. Btw, kennt noch jemand die Crash Test Dummies?:

Rivo Drei – She Amazed Me

Und wäre She Amazed Me nicht einfach nur ein spaßiges Expirementieren mit Crowd Sourcing und kollaborativer Textproduktion, sondern ein kommerzieller Download, könnten die Jungs jetzt ihre Wohnzimmer mit goldenen Schallplatten pflastern. Über 330.000 Mal ist der Song schon heruntergeladen worden.

Dennoch dürfte sich die Mühe gelohnt haben: Man spricht über Rivo Drei. Das ist doch schon mal die halbe Miete.

Bonustrack: She Amazed Me – Das Video.


Direktamazing

7 Kommentare

  1. 01

    Scott Adams ist einfach ein verrückter Kerl – aber genial^^

  2. 02

    Naja, ob ein kommerzieller Download wirklich genauso häufig runtergeladen worden wäre, wage ich doch zu bezweifeln. Von gängigen Gruppen/Songs hebt sich das Ganze ja nicht wirklich ab und kostenlos läd man auch mal was runter was man nur mittelmäßig findet. Den Community-Gedanken dieser Idee mal ganz außen vor gelassen.

    Aber die Werbewirkung für die Band dürfte in der Tat enorm sein, jetzt sollte möglichst schnell ein richtig cooler Song mit Video bei YouTube auftauchen, dann könnte das klappen mit größerer Bekanntheit. Könnte.

    Aber dieses Experiment gefällt mir wirklich außerordentlich. Hätte man mit Heavy Metal auch machen können. Da sind die Texte eh häufig „Reizwortgeschichten“: Dragon, Sword, Fist, Heavy Metal, Power und Sign und fertig ist die Laube ;-)

  3. 03

    Das Experiment ist in sofern interessant, als es die kommerzielle Pop-Musik mit all seinen Textbausteinen aus hohlen Phrasen entlarvt. Ja, der Song ist mainstream. Aber er ist in gewisser Weise auch erschreckend.

  4. 04
    Matthias (the one and only)

    Transkription von lyricwiki.org:

    She had runaway eyes and marshmallow kittens.
    My heart heard her dream like ten thousand mittens.

    Whoa-oa-oa
    A tear in her hand
    She spread deja-vu all across the land.

    She spinned round and round with a frog in her ear
    Whispering fountains and rocks she couldn’t hear

    Oh-oh, she amazed me!
    With her love, she tazed me.
    Oh-oh, she amazed me!
    And it escapes me
    How she outer-spaced me.

    Too many times I’ve seen the thunder
    Flashes of sound, soul-rending sunder

    Whoa-oa-oa
    A letter colored blue…
    Now the nine bells are ringin‘ and singin‘ it too

    She spinned round and round with a frog in her ear
    Whispering fountains and rocks she couldn’t hear

    Oh-oh, she amazed me!
    With her love, she tazed me.
    Oh-oh, she amazed me!
    And it escapes me
    How she outer-spaced me.

    Little did she know they were coming too soon,
    Both those kittens ran off to the moon

    Oh-oh, she amazed me!
    With her love, she tazed me.
    Oh-oh, she amazed me!
    And it escapes me
    How she outer-spaced me.
    Oh-oh, she amazed me!
    With her love, she tazed me.
    Oh-oh, she amazed me!
    With splendid reprisal, she took to the sky.
    My tear drops asunder, no shadow, no cry.
    Apple core ostriches dancing like fairies.
    And it escapes me
    How she outer-spaced me.

  5. 05

    Wieder mal der Beweis, dass Texte in der Popmusik vollkommen überflüssig sind. Aber die Nummer ist den Berlinern wirklich gelungen, Hut ab!

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