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Shut up and sing

Man is least himself when he talks in his own person
Give him a mask and he will tell the truth
(Oscar Wilde)

Von irrwitzigen Kulturscheuklapplern und Biznessquacksalbern schon lange fehlprognostiziert, taucht es in ZeitenVZ erneut und verstärkt auf, das Märchen vom planbaren Künstler (2.0, natürlich), dessen Erfolg von Transparenz, Zugänglichkeit und dem direkten Dialog mit seinen Fans abhängig sei. Ohne diese Faktoren könne kein Musiker mehr einen Fuß auf die Monitorbox bringen, meint beispielsweise und nicht zuerst Thomas Euler beim PR-Blog und konstruiert auf dieser Basis Thesen, die vielleicht aus internetter PRetriebsblindheit heraus entstanden und daher an den Haaren herbeigezogen sind. Zeit zur Widerrede.

Nur wer eine loyale Fanbasis hat und aktiv den Kontakt sucht, kann seine Musik überhaupt noch gegen Geld an den Mann bringen.

Nun ja. Die Erkenntnis, dass Musiker durchaus erhöhte Chancen auf Einnahmen haben, wenn ihnen beim Musizieren überhaupt jemand zuhören mag, dürfte ein paar Jährchen älter sein als Thomas Euler selbst, und die aktive Kontaktsuche mit der Zielgruppe kann man auch nicht gerade als Erfindung der digitalen Zeit bewerten: Man nennt es Werben.

Natürlich gibt es Musiker, die sich mehr oder weniger um ihr Publikum kümmern, doch mir ist keiner bekannt, der aufgrund seiner aufopfernden Bemühungen um seine Fans bekannt oder erfolgreich geworden ist. Die meisten mussten dafür Songs schreiben. Denn so kommunizieren Künstler seit Jahrtausenden direkter mit ihrem Publikum als es ein MySpace- oder Facebook-Profil je könnte, und manchmal heißt das „Musik“: Sie spricht zum Fan und der Fan versteht sie. Und zwar jeder einzelne anders, darin liegt die Schönheit, die Faszination, aber auch die Unwägbarkeit und manchmal sogar die Gefährlichkeit der Popkultur — auf jeden Fall aber das Geheimnis ihres immer wieder möglichen Erfolges.

I listened to records and had the impression of knowing the singer, of knowing everything about his feelings and every detail of his life.

Morissey, selbst jahrelang zu keinem Interview zu überreden, erinnert sich so an seine eigene Jugend als Popfan und beschreibt das, was ich meine, aber schöner und mit weniger Worten.

Den weltlichen Austausch mit den Fans auf allen anderen Ebenen übernehmen nicht ohne Grund ab einem bestimmten Punkt Agenturen oder Fanclubs (zuvor müssen sich Künstler sowieso um alles selbst kümmern, ob mit oder ohne Internet), und ob sie das per MySpace-Messages oder Flaschenpost erledigen, ist allein eine Frage der Zweckmäßigkeit, geändert hat sich im Kern ansonsten auch beim Fan 2.0 nicht viel. Zum Glück.

Denn im Moment der erhöhten Transparenz eines Künstlers, im Fall des direkten, individuellen Dialogs zwischen Musiker und Fan verschwindet unter Umständen genau jene Magie, die Pop überhaupt erst zur Kunst werden lässt. Der Künstler, das unbekannte und daher so begehrenswerte Wesen, wird zu einem Sterblichen und ist daher als Stern nicht mehr viel wert. Schon gar nicht die 60 Euro für das T-Shirt.

Selbst wenn man bei solchen Überlegungen die vielen verschiedenen Pop-Facetten in Betracht zieht (schließlich gibt es neben leidenschaftlichen, „echten“ Popkünstlern auch das manufakturierte, „künstliche“ Pop-Produkt), kommt man zu dem gleichen Schluss. So geben die an Pop-Casting-Gewinnern beteiligten Unternehmen mit Sicherheit lieber Geld dafür aus, dass die Künstler möglichst wenig reden, und wer einmal einem um Worte ringenden Michael Stipe gegenüber saß, dessen Songs Millionen Menschen zu Tränen oder Luftsprüngen bewegen können, der weiß: Künstler kommunizieren oft am besten über ihre Kunst. Nicht über E-Mail.

Wenn Musiker nett zu ihren Fans sind, dann ist das zwar prima, aber alles andere als zwingend notwendig. Ganz im Gegenteil, die Kunst kann sogar darunter leiden. Der Autor William Gibson, der selten singt und dennoch ein Popstar ist, antwortet in seinem von einem Betreuer verwalteten Forum auf die Frage, wie man ihn kontaktieren kann, mit sympathischer Arroganz:

You can write to me in care of my publishers. They will then compost your letter, allow it to ferment for several months, and eventually send it to me. I will then neglect to reply, no doubt suffering an incremental increase in negative karma. It’s up to you.

Gibson verkauft mit solchen Sätzen eher mehr als weniger Bücher. Und legt noch einen nach, wenn er über das Bloggen bzw. über seine Pausen dabei schreibt:

One thing that was immediately clear to me, from the first blog, is that this is not an activity, for me, that can coexist with the writing of a novel. In some way I only dimly apprehend, it requires too much of the same bandwidth (yet never engages anything like the total *available* bandwidth). But, definitely, the ecology of novelization and the ecology of blogging couldn’t coexist, for me. It would be like trying to boil water without a lid. Or, more like it, trying to run a steam engine without a lid.

Stark vereinfacht gesagt: Der Künstler, der zuviel kommuniziert, könnte den Antrieb zur Kommunikation über seine Kunst verlieren. Und wer viel bloggt, der schreibt vielleicht niemals einen Roman.

Sicher bietet das Internet neue, einfache und mannigfaltige Wege für Künstler, auf sich aufmerksam zu machen. Doch da die Einfachheit wiederum bedeutet, dass diese Wege von allen ähnlich begangen werden können, ist der PRatschlag an Künstler, man solle sich um direktere Dialoge mit den Fans kümmern, Blödsinn. Wäre ich noch Musiker, würde ich eher versuchen so undigital wie möglich zu sein. Den Job der Online-PR würde ich Gerüchteküchen überlassen, die vorgeben würden meine Spuren gefunden zu haben, und meine Songs gäbe es ausschließlich auf Vinyl (wäre dies faktisch möglich).

„Willste was gelten, mach dich selten“, sagt ein altes Sprichwort, und wenn Thomas Euler meint:

In Zeiten von MySpace, Youtube und Co., in denen der Einzelne zunehmend transparenter und zugänglicher wird, fordern dies die Fans natürlich ebenso von den Künstlern.

dann behaupte ich:

Der Künstler, der auf Forderungen seiner Fans eingeht, ist gar keiner.

31 Kommentare

  1. 01

    „Fans“ die Forderungen an ihren Künstler stellen, sind auch keine.

  2. 02
  3. 03

    Das Extrem von Musikern, die auf ihre „Fans“ eingehen sind die Tanzkapellen, die Fetenkracher runterdudeln. Damit geht sogar noch einiges an Kohle. Es ist eben Prostitution, aber es geht.

    Um Erfolg zu haben muss man bekannt sein. Und um bekannt zu werden, muss man Erfolg haben. Oder so irgendwie. Wer sich von Bohlen o.ä. auf den Kopf scheißen lässt, der hat jedenfalls schon mal nicht die schlechtesten Karten.

    Alle anderen: Weiter üben und einem normalen Job nachgehen.

  4. 04

    @DrNI: Ich halte Tanzkapellen für Dienstleister und habe großen Respekt vor ihnen, immerhin verdienen sie nicht selten mit dem, was sie lieben (dem Musizieren) genug Geld zum Leben. Popkultur im Sinne des obigen Artikels ist das jedoch nicht.

  5. 05
    heidrun

    ich halte tanzkapellen auch für dienstleister, aber das, was sie lieben, geht dabei eben den bach runter. dienstleistung halt.

  6. 06

    „Mach dich selten“ könnte man auch interpretieren als: verklag Leute, die dein Video auf YouTube stellen; setz dich für Kopierschutz ein, damit deine Songs nicht auf dem iPod landen; vertreib nix übers Internet; usw. Deiner Grundthese stimm ich zu — über Musik zu reden ist so, wie über Architektur zu tanzen, um da mal eine Weisheit zu paraphrasieren — aber wenn nun das Kunstwerk erstmal geschaffen gibt es halt verschiedene Möglichkeiten, das Ding zu vertreiben, und da finde ich irgendwie die Radiohead-Methode zum Beispiel etwas cooler als rein-Vynil oder sowas.

    Das Zitat von Gibson war es übrigens definitiv mal Wert, wieder ausgegraben zu werden. Sollte uns zu denken geben ob wir unsere Energien in einem Trivial-Dauerlesedröhnung-Dauerbloggen verpuffen lassen oder Längerfristiges schaffen. Wobei natürlich auch die Dauervernetzung größere Werke schaffen kann, halt auf der Ebene des „globalen Gehirns“. Aber auch da ist mal wieder Vorsicht geraten… eine Geschichte schreibt sich nicht unbedingt besser, nur weil 10,000 Autoren sagen wir eventuell wikimässig den Plot definieren dürfen. Da sollte man die richtigen Werkzeuge anbieten für die richtigen Anwendungszwecke…

  7. 07
    Oliver

    na endlich mal was kompetentes zum thema. ich kann diese so-müsst-ihrs-machen blog-einträge von fachfremden besserwissern nicht mehr lesen. also, ja, ich stimme zu, bis auf eine sache: dass die intensive kommunikation mit den fans schlecht ist, muss nicht für alle gelten. ich kenne ein paar top ten bands, die mit dieser methode reich geworden sind. den „star-faktor“ haben sie entsprechend nicht, aber ihre fans erwarten das auch nicht. also das muss jeder für sich abwägen. was aber stimmt, ist: die musik bleibt immer noch im zentrum. ohne gute musik kann man so viel kommunizieren, wie man will, man wird nirgends hinkommen als musiker.

  8. 08

    Das wäre ja auch noch schöner, wenn es plötzlich ein Patentrezept zum berühmt werden gäbe.

  9. 09
  10. 10

    @Philipp Lenssen: Radiohead sind ein schönes Beispiel, die Band hat sich wie viele andere ihren Status ja auch eher durch Schweigen (und große Musik) erarbeitet — und nur deshalb funktionieren die digitalen Aktionen, von denen wir sicher immer mehr sehen werden.

    Die komplette Digital-Verweigerung ist natürlich stark übertrieben in meinem Gedankenspiel, dennoch könnte ich mit gerade für Bands wie Radiohead sowas in naher Zukunft vorstellen.

  11. 11

    @heidrun: Das sehe ich anders. Es gibt Musiker, die einfach nur spielen wollen. Was, ist ihnen beinahe egal. Verstehen kann ich das auch nicht, aber ich respektiere es. Da sind dann Tanzkappellen ein guter Arbeitgeber. Und irgendjemand muss doch auch diesen Job übernehmen.

  12. 12

    Dann will ich doch auch mal ein paar Takte dazu loswerden. Zunächst, vielleicht mag dich das überraschen Johnny, gebe ich dir in vielen Punkten Recht. Klar steht die Musik nach wie vor im Mittelpunkt. Steht übrigens auch in dem Artikel. Ohne gute Musik bringt auch das beste Drumherum nichts – logo.

    Nur – und das werte ich grade im Sinne der Kunst als positiv – bietet das Internet eine neue Plattform für einen Musiker. Bis vor einigen Jahren war es doch so: Entweder Du kamst bei einem der Big Four (aka Majorlabels) unter, oder Du hattest faktisch keine Möglichkeit, von deiner Musik leben zu können (die hier auch genannten Tanzkappellen & Co. mal außen vor gelassen, da die ja keine Kunst schaffen sondern diese nur reproduzieren). Dank dem Internet ändert sich dies – zumindest theoretisch, bei cleverer Nutzung.

    Der Umweg über ein großes Label, die sich bekanntlich oft nicht besonders experimentierfreudig zeigen, ist nicht mehr zwingend erforderlich. Du kannst die Menschen heute direkt mit deiner Musik erreichen. Aber einfach eine Website ins Netz zu stellen und deine Musik da zu präsentieren reicht natürlich nicht. Das bekommt keiner mit. Also musst Du dir die Kanäle erschließen, auf denen Du die Menschen direkt erreichst, denen deine Musik potentiell zusagen wird.

    Dabei plädiere ich auch gar nicht dafür, dass ein Künstler dies komplett selbst in die Hand nehmen muss. Anfangs können das auch Freunde übernehmen und dann, wenn eine gewisse Grundbekanntheit erreicht ist, eben ein Management. Ganz ohne Einsatz des Künstlers geht es natürlich nicht, aber Promoaktivitäten standen schon immer auf dem Programm. Nur dass man sich im Netz eben nicht mehr an ein Magazin wendet, sondern direkt an seine Fans.

    Und das meint der, zugegebener Maßen plakative, Begriff ‚Musiker 2.0‘. Inszeniere dich im Netz und Du kannst auf die Meinung der Etablierten sch***** – solange es den Fans gefällt. Finde ich gut.

  13. 13

    @Thomas Euler: Hi Thomas, danke fürs Einmischen. :)

    Das, was du beschreibst, ist allerdings meiner Meinung nach der direkte Weg zu neuen Majors, zu neuen „Etablierten“ (oder den alten mit neuer Richtung). Denn egal, mit wieviel Technik wir uns umgeben, die Zeit und die Aufmerksamkeit der Zuhörer wird die gleiche bleiben. Das Internet verändert natürlich die Distribution, macht das Reinhören in Songs (und das Erstehen/ Downloaden) leichter, aber wieviel Inszenierung können wir denn ertragen? Am Ende bleibt alles beim Alten. Musikblogs sind die neuen (Nischen-) Musikmagazine.

    Schon jetzt werden schon wir als Nicht-Musikblog von so vielen Bands und Labels angemailt und um Hinweise gebeten, dass wir gar nicht mehr hinterher kommen mit dem Reinhören — am Ende posten wir weiter nur das, was wir gut finden und nicht selten ist das nicht das, was uns zugeschickt wurde, sondern etwas, das wir „selbst gefunden“ haben oder das wir schon länger kennen.

    Und was wird der Mainstream kaufen? Das, was mit dem meisten Geld beworben wurde, ob im Netz oder im TV oder per Plakat ist dabei doch egal. Auch früher gab es immer wieder Hits von Indie-Künstlern, Überraschungs-Treffer, Newcomer. Spätestens mit dem Erfolg jedoch war es nötig, für bestimmte Bereiche Profis zu engagieren: Labels, Verlage, Marketing-Agenturen. Das wird auch so bleiben, denke ich. An dieser Ökonomie ändert das Internet höchstens temporär etwas.

    Der PR-Tipp „du musst ich kümmern und auf dich aufmerksam machen“ galt schon immer, der ist eine Internet-unabhängige Allgemeinweisheit für viele Bereiche, finde ich.

  14. 14

    Interessante These, dein letzter Satz. Die gleiche Philosophie vertritt auch ein Software-Unternehmen namens 37signals, die ihrer eigenen Vorstellung von Anwendungen mehr folgen als Kundenanfragen, etc.
    Ich würde aber weder die eine noch die andere puristische Linie vertreten: wenn es zu einem Künstler passt, mit seinem Publikum zu sprechen, sich mit ihm auszutauschen, sogar Ideen des Publikums in seine Songs einzubauen, dann soll er es tun (ein Beispiel, wo das sehr gut funktioniert ist Bodo Wartke). Manch anderer hätte dabei mehr zu verlieren als zu gewinnen (und in der Tat: die meisten).

  15. 15

    @Fragezeichner: Tatsächlich ist der „richtige“ Weg sicher ein individueller, da stimme ich zu. Was aber bei Software (trotz 37signals) sehr sinnvoll ist, der Nutzer-Input, ist bei Kunst ein völlig anderes Thema, finde ich. Austausch: Na klar. Ideen des Publikums einbauen: Lieber nicht. Musiker sind keine Dienstleister.

  16. 16

    Sich online rar machen. Funktioniert das wirklich, wenn man bekannt werden möchte oder muss? Die Radiohead-Sager vergessen permanent, dass die ganze Aktion voll in die Hose gegangen wäre, wenn Radiohead nicht sowieso schon Kultstatus hätten.

  17. 17
    Klaas Beckel-Wielander

    Man muss ja nur einen kumulativen Speichelfluss kaufen. Senf aus dem Glas, zwei Broteinheiten Teer, Himbeeren. Geht doch. Wer hier noch lange schreit, wie ein Topflappen, der hat doch schon lange den Löffel im Schrank. Ich verstehe einfach nicht warum immer so lange geatmet wird, wenn man auch einfach mal den Kropf in den Sand stecken könnte. Na bitte.

  18. 18

    Wenn man sagt: auf Vinyl klänge die Musik besser, betrifft das nicht die Komposition. Mit anderen Worten: Schuhe vom Schuhmacher, in denen man Blasen bekommt, machen den Schuster vielleicht zufrieden, den Käufer auf jeden Fall nicht.

    Ein anderer Punkt: Rückzug kann Stil sein, die Künstler und Kunst zum Gesamtkunstwerk verbindet. Morrissey ist charismatischer Sänger und bei ihm geht die Rechnung auf. Johnny Marr ist ein großartiger Gitarrist und arbeitet vollkommen im Hintergrund. Wessen Werk ist jetzt besser?! Wem nützt der Rückzug mehr?

  19. 19

    Gut widersprochen! Kunst ist Kommunikation und die ist magisch, in der Tat!
    Wer daneben zuviel selber mit seinen Lesern oder Hörern spricht, der ist geschwätzig. Das ist, wie einem Roman selber den Interpretationstext mitzugeben oder Blade Runner einen Off-Kommentar zu verpassen.

  20. 20

    schöner text, der einiges auf den punkt bringt. immer wieder erstaunlich, dass ein add bei myspace oder anderswo als transparenz und „kümmern um die fans“ missverstanden wird. ein authentischer künstler wird sich wahrscheinlich nicht zum diener seiner fans machen. wobei eine intensive informationspolitik natürlich schon dabei hilft, die eigenen werke zugänglicher zu machen.

  21. 21
    Sebi

    @Johnny

    Zu diesen Aussagen kann ich es mir nicht verkneifen einen kleinen Kommentar abzugeben auch wenn es nicht unbedingt etwas mit diesem Thema zu tun hat, und Dich wahrscheinlich auch nervt (-;

    „žWillste was gelten, mach dich selten“,
    HABT IHR MIT PLAN B JETZT LANGE GENUG GEMACHT !

    „Der Künstler, der auf Forderungen seiner Fans eingeht, ist gar keiner.“
    ICH FORDERE, DAS ES KEINE KURZFRISTIGE PLAN B-REUNION GEBEN WIRD !

    Und jetzt sagt nicht, das Du sowieso kein Künstler bist ! (-;

    Gruss

  22. 22

    Die ganze Diskussion fängt doch in dem Moment an, in dem der Künstler nicht mehr nur frei seiner seiner Kunst nachgehen kann, sondern seine Kunst zum Beruf macht und damit dann eben von Einnahmen, Beliebtheit, Bekanntheit und gegebenenfalls von einem Major abhängig ist. Und so ist das halt beim Arbeiten. Der Kern macht Spass, aber das Drumherum muss eben auch gemacht werden.
    Und die „Technische Innovation“ Internet hat den starren Musik-Majors ja wohl zumindest einen Riesenschrecken eingejagt und der ganzen Maschinerie rund um Werbung, CD und Design der Hülle, Auswahl der Distributionspartner etc. ein bisschen an Wichtigkeit genommen. Also irgendwie doch back to the roots würd ich sagen.
    Ob ein Künstler nun viel, wenig, oder gar keinen Kontakt zu seinen Fans hat, sollte doch in seiner eigenen Natur liegen, oder? Manche Menschen relationieren sich gerne mit anderen, andere eben nicht, b das nun digital ist oder „in Echt“.

  23. 23

    „Gibson verkauft mit solchen Sätzen eher mehr als weniger Bücher.“

    gibsons verkäufe sind von seinen pr-aktivitäten völlig unabhängig.

    er verkaufte bücher lange bevor es amazon gab. vielleicht gäbe es amazon ohne cyberpunk gar oder noch nicht.
    wer weiß.
    bei irgendwelchen b-prominenten volksmusik randflechten, tributebands,chastingcombos oder schlagerchargen deren eigentliches produkt die beziehung zum fan und dessen geborgenheit im fansein ist sieht das ganz anders aus.
    je geringer der anteil des alleinstellungsmerkmals am produkt desto ausschlagebender der kontakt zur fanbasis.

  24. 24

    @Sebi: Dake für die netten Worte, aber: Es wird keine Reunion geben, sorry. Das sieht doch nicht aus, lauter alte Männer, nee, nee. ;)

  25. 25
    Sebi

    @Johnny

    Schieb es nicht aufs Alter. Da haben sogar in Deutschland schon ganz andere Euch das vorgemacht. Z.B. Jeremy Days vor einiger Zeit beim „Rettet den FC.St.Pauli-Festival“ am Millertor oder ganz aktuell Terry Hoax.
    Aber wir können natürlich warten. Und wie heisst es so schön. Die Hoffnung stirbt zuletzt ! (-;
    Denn mit Plan B gehört(et) ihr wirklich zum besten was es jemals in Deutschland an Rockmusik gab. Und wenn man dann heute in der Zeitung liest, wer gestern abend darum „gesungen“ hat beim GrandPrix…. auftreten zu dürfen, dann weiss jeder, das man Bands wie Plan B dringend braucht. Plan B waren das Highlight auf dem ersten Mixtape ( wissen noch alle was ein Mixtape ist ) das ich damals meiner heutigen Frau und Mutter meiner drei Töchter aufgenommen hatte, Plan B wurde auf unserer Hochzeit gespielt und auch heute noch regelmässig und deswegen muss ich einfach abundzu dieses für Dich wahrscheinlich nervige Thema ( Du wirst wahrscheinlich täglich von vielen darauf angesprochen (-; ) ansprechen.

    Aber jetzt höre ich für einige Zeit mal wieder auf zu nerven ( und zu schleimen )!

  26. 26

    Mir geht das immer so bei Schauspielern!

    Sobald die den Mund aufmachen denkt man: Oh my god! Ganz schlimm diesbezüglich: Katja Riemann. Der will man am liebsten entgegenbrüllen: Spiel einfach nur und halt den Mund! Gibt natürlich auch andere Beispiele klar. (Letztens noch ein gutes Interview gelesen, fällt mir aber gerade nicht ein, ah, doch: Mit Nina Hoss, das war richtig gut!)

    Aber manchmal wünsche ich mir glatt die Zeit der Diven zurück. Die Diva, die alles überstrahlte – unnahbar und wie ein Wesen aus einer anderen Welt. Volksnähe wirkt bei Künstlern immer auch ein bisschen gewöhnlich, so dass jeder denkt: Das kann ich auch!

    Zum Thema Diven gab es doch auch letztens noch einen großen Artikel in der Zeit soweit ich mich erinnere.

  27. 27

    Ja, genau! Schauspieler! Das ist in der Tat meist grauenvoll eitler und hohler Quatsch, was da aus den Mündern kommt in Interviews.

    (Besser als Fragen stellen lieber schnell ein gutes Drehbuch in die Hand drücken, denke ich dann.)

  28. 28

    Ist es denn wichtig, berühmt zu werden? Ist es nicht viel wichtiger, sich in die Herzen von Menschen zu spielen. Und wenn es viele mögen, wird man vielelicht berühmt. Wer davon leben möchte, wird mit reinem Herzen daran arbeiten, sich in die Herzen zu spielen. Ob mit Internetz oder ohne.

  29. 29
    Gene October

    Gerade diese ganze Community Seiten machen einen Kuenstler doch beliebig, Myspace ist der Plattenbau im Internet, langweilig, uninspiriert und genormt. Wenn ein Kuenstler denkt er benoetigt diesen Raum fuer die Kommunikation mit seinen ¨Fan¨ oder eben mit dem Rest der Welt dann irrt er.

    Der von mir doch auesserst geschaetzte Tony Willson antwortete mal auf die Frage eines Musikers was er den tuen muesse um beruehmt zu werden: ¨Just go out there and play¨.

    Dem ist nichts hin zu zu fuegen.

    @Thomas Euler
    Sehr sehr viele Musiker konnten und koennen ohne Major Companies hervorragend von ihrer Musik leben. Und ich denke ds funktioniert auch bestens ohne Web 2.0.

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