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„Wir sind alle Schalker“

Gestern Abend gabs viele Schalker auf Premiere. Franz Beckenbauer. Oliver Kahn. Frank Rost. Uwe Seeler. Alles Schalker. Sogar der Moderator, dessen Namen mir immer entfällt, und den ich zu foul faul zu googeln bin: Schalker. „Wir sind alle Schalker.“

Ich nicht. Der neben mir, der da saß, der war Schalker, das hat man gesehen. Der hatte ein blaues Hemd an, hintendrauf war die Elf und da stand Sand drüber. Das sah nach Schalker aus, und gezittert hat er auch während des Spiels. Die Frau daneben war wahrscheinlich auch Schalker (Schalkerin?), weil wegen die sich immer geküsst haben und sie auch gezittert hat, obwohl sie kein blaues Trikot trug, sondern ein schwarzes Oberteil, das ein bißchen weit geschnitten war um die Arme rum. Hat sie wahrscheinlich extra angezogen, das weite Oberteil, da drin lässt sichs besser zittern. In Trikots lässt sichs besser Schwitzen, das ist dann atmungsaktiv oder so, jedenfalls dafür hergestellt.

Oliver Kahn, Frank Rost und Uwe Seeler jedenfalls hatten keine blauen Trikots an, und auch keine schwarzen Tops. Kahn und Rost trugen zwar Trikots (Jersey gefällt mir ja besser als Wort, hat sich aber hierzulande leider noch nicht durchgesetzt), aber von Bayern München und vom Hamburger SV. Bloß der Beckenbauer, dem hat Olaf Thon einen Schalke-Schal umgebunden. Das war ein schöner Moment, da sah Beckenbauer aus wie ein Kind, das auf dem Jahrmarkt auf die Bühne gerufen wird und eine Python um den Hals gelegt bekommt. Der kann ganz schön doof aus dem Anzug rauskucken, der Beckenbauer, und aus dem Schalkeschal drüber auch.

„Wir sind alle Schalker.“, hat der Moderator dann nochmal gesagt, und vielleicht meinte er ja bloß sich und Thon und Beckenbauer und Rost und Kahn und Seeler und den Typen im Trikot und das Mädel im Top, und vielleicht kann man das ja tatsächlich beantragen: Vereinsmitgliedschaft für einen Tag. Und nächstes Wochenende bin ich dann mal, Moment, bochumer. Oder was anderes. Weiß noch nicht.

Fan-Legionäre: Auch nicht schön.

Keine Kommentare

  1. 01

    Ich bin Schalker, aber gezittert habe ich nur bedingt gestern, dazu ist mir die Mannschaft momentan zu unsympathisch.

    Die Aktion „Wir sind Schalker“ gestern fand ich generell ok, weil sie ein wenig von der unsäglichen Slomka-Diskussion ablenkte, ging ja tatsächlich um Fussball gestern.

    Gebracht hat’s trotzdem nichts, gerettet hat dieses unspannende Spiel einzig und allein das Elfmeterschiessen.

  2. 02
  3. 03

    Und Helton. Großes Kino der Mann, ganz in der Dida- und Taffareltradition.

  4. 04

    Stimmt. Diese Szene, als der Torwarttrainer ihm erklärte, wie er zu tänzeln habe auf der Linie, und Helton stand dann hinterher da wie in Beton gegossener Marmor (Rohblock). Fürwahr: großes Kino.

  5. 05

    Für Slomka und die Fünf-Jahres-Wertung freut es mich ja, dass sie weiter sind. Aber den Spielern dieser unsympathischen Dreckstruppe – insbesondere Kevin K. – gönne ich es nicht im geringsten.

  6. 06

    Warum hat niemand von Borussia Dortmund gesagt das er Schalker ist? :D

  7. 07

    Ich fand schon Rost großartig: „Heute sind wir ausnahmsweise mal alle Schalker.“ (grimmiger Gesichtsausdruck in die Kamera)
    Aber Doll wär auch doll gewesen.

  8. 08

    Slomka ist übrigens das polnische wort für strohhalm. schön, oder?

  9. 09
    georg

    nachdem ich das hier immer so kommentarlos lese und genieße, möchte ich dich diesmal beim wort nehmen: nächstes wochenende bist du bochumer!
    als bochumer lässt’s sich prima zittern, da ist man quasi zitterprofi. glück auf, georg aus bochum

  10. 10

    @Hasselhoff:

    Ich bin mir nicht mehr sicher, aber hat nicht ein Dortmunder Hansel auch gesagt, dass er Schalker ist? Oder hab ich mir das nur gewünscht, hehe

  11. 11

    Nein glaub nicht, ich bin sogar der Überzeugung das nichtmal Matthias Sammer ein Schalker war an dem Abend.

  12. 12

    Ha! Genau an den dachte ich, war er überparteilich, ob seiner Tätigkeit beim DFB? :)

    War eigentlich gestern jemand Tim Wiese? Er selbst war wohl nicht da.

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