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Robbot

Normalerweise ist das Publikum auf der Hannover Messe eher hartgesotten. Einen Maschinenbauer haut so schnell nichts um, würde man meinen. Weit gefehlt: japanische Roboter brechen reihenweise die Herzen der stolzesten Männer.

PARO heisst der kleine Herzensbrecher, der vom japanischen National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) auf der Messe vorgestellt wird. Die Babyrobbe ist tatsächlich ein echter Roboter – ein ziemlich fortschrittlicher noch dazu. Vollgestopft mit Sensoren reagiert der Roboter auf Ansprache und Berührungen. Durch seine Bewegungen des Körpers und der Augen und einem herzzerreissenden Wimmern gibt PARO dem Benutzer Feedback.


Direkthumanoid
Direktrobbot

Am Stand des AIST sind die drei Robben die Publikumslieblinge. Wenn, nach einigem Zögern, erwachsene Männer die Robbe schon fast zärtlich streicheln und der Roboter sie schliesslich anblinzelt und genüssliche wimmert, entfährt vielen Männern ein leicht verschämtes „Mein Gott, ist das süß!“

Bereits eingesetzt wird der Roboter in Japan und USA – in Altenheimen und Kinderkliniken. Die Robbe soll bei der Rehabilitation helfen und zur Aufhellung der Stimmung dienen. Der PARO soll bald auch nach Europa kommen. Kostenpunkt: 4000 EUR.

Gleich nebenan tanzt mit dem HRP-2 Promet ein humanoider Roboter, der mich an Goldorak, einen Helden meiner Kindheit erinnert:

Erstaunlich, wie unbefangen die Japaner mit dem Thema Robotik umgehen. Während dort ein Ziel ist, möglichst menschen- oder tierähnliche Apparate zu entwickeln, sehen europäische Service-Roboter aus wie der kleine, leicht zurückgebliebene Bruder von R2D2.

Japanische Humanoiden hatten wir übrigens letztes Jahr schon mal: ja tvoi sluga, ja tvoi rabotnik.

11 Kommentare

  1. 01
    Samsara sucks

    …angeblich soll es in Altersheimen so sein, dass alte Menschen, die allein sind und nur noch im Bett liegen, eine (Spielzeug-)Puppe mit ins Bett bekommen, damit sie nicht so allein sind bzw. etwas „Zuwendung“ sugerriert wird. Da macht das mit der Robbe schon irgendwie Sinn.

    Und in irgend so einem japanischem Kaufhaus testet man „Aufpasser-Roboter“ für die lieben Kleinen.

    Traurige Welt :-(

  2. 02
    Hendrik

    „Erstaunlich wie unbefangen die Japaner…“
    Nicht wirklich. Als simpelstes Beispiel seien hier mal Mangas angeführt, wo die Frage nach der Grenze der Menschlichkeit ein extrem häufiges Thema ist. Ist ein menschlicher Geist in einem Stahlkörper noch ein Mensch? Wieviel % müssen „echt“ sein damit ein Mensch noch menschlich ist?
    Die gleiche Frage findet sich auch in Isaac Asimovs Büchern aus den 50er Jahren (die allgemein bekannteste Geschichte dürfte die mit Robin Williams verfilmte Kurzgeschichte „der 200-Jahre Mann“ sein). Und er geht in seinen Büchern den gleichen Weg wie die japaner derzeit: niedlich/nützliche Tieradaptionen, freundlich/witzige menschenähnliche Gestalten.

  3. 03

    Ich hoffe, das Robbenfell ist echt.

  4. 04
    Frederike

    Das ist Walfell.

  5. 05

    @Neuraum: Natürlich. Nicht. Aber dafür wird jeder Robbe ein individuelles Gesicht verpasst. Ausserdem wird das Kunstfell individuell gestutzt. Von Hand.

  6. 06
    PiPi

    Es soll ja auch noch Männer geben die sensibel sind.

    Wo wir uns schon beim Thema treffen:
    http://futurezone.orf.at/produkte/stories/238979/

    Just for Fun ;-))

  7. 07

    bluten die auch so richtig wenn man mit dem knüppel drauf schlägt und versuchen zu flüchten?

  8. 08
    Peter H aus B

    http://www.amazon.com/Tomy-7365-I-SOBOT-Robot/dp/B000US3SVA

    Da bin ich scharf drauf..und natürlich Pleo…

  9. 09

    Das Teil wird auch schon in Deutschland eingesetzt:

    http://sonntags.zdf.de/ZDFde/inhalt/3/0,1872,7224963,00.html

    Für den Internet-Beitrag hatte ich mir den Wecker gestellt, doch die Robbe war um einiges süßer als Herr Schmidt ;-)

  10. 10
    Maria

    OMG ist der Süss! Ich find die idee so gut, ich würde mir den sogar selber kaufen :D

  11. 11
    Maria

    So genia!l Gibts des in Deutschland auch Schon?

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