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War Jesus schwul?

Der Komödiant, Autor und Atheist Pat Condell fragt sich, ob Jesus möglicherweise homosexuell war und ob die Christenheit ein Problem damit hätte. Sehr amüsant. Noch amüsanter allerdings sind die Kommentare bei Youtube, wie Batz ganz richtig anmerkt.

God obviously exists… look at the world around you!! how stupid must you be?? its obvious that this was made by a higher lifeform!! we certainly didnt evolve from animals… because its physically impossible for e.g an alligator to be linked to a bird… they are TOTALLY DIFFERENT!!! and Jesus did exist… i beleive in anything that is in the Bible…it is my guide to living…

Video nach dem Dingens.


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24 Kommentare

  1. 01
    PiPi

    ‚beleive‘ be was?

    Lieber René,
    finde in meinem Wörterbuch nix.

    Tippfehler sind sowas von nett. ;-))

  2. 02
    Hr. Lohmann

    Is ja auch ein Zitat, nech?

    Welche Fundamentalisten sind jetzt schlimmer? Religion… unglaublich, dass die Leute sich immer noch wegen sowas offensichtlich sekundärem die Köppe einschlagen…

  3. 03

    So lustig ich Condell auch finde: Es wäre vielleicht hilfreich, sich auch bei Christen mal die Mühe zu machen und zu unterscheiden. Genau wie nicht jeder Moslem einen Sprengstoffgürtel trägt hat auch nicht jeder Christ ein Problem mit Schwulen. Aber so ists ja einfacher. Seufz.

  4. 04

    Da stimme ich Onkel Toby mal spontan vollkommen zu.

  5. 05
    michael

    Ach mei. Ihr Gläubigen. Immer so empfindlich. Und als nächstes wird mir Atheist dann gesagt, dass Hitler doch auch Atheist war. Und Stalin. Und Pol Pot. Und Sowieso.

    Manchmal ist es ganz sicher sehr langweilig immer zu differenzieren. Vor allem wenn das, was man eigentlich machen will einfach eine lustige Sache sein soll.

    Wenn ich Gläubigen begegne komm“™ ich mir immer so ein bisschen vor wie der Hase dem der Igel jedesmal entgegenruft „žIch bin schon hier“. Religion ist in Mitteleuropa zu einen seltsamen Wackelpudding verkommen. Ist ja nicht schlecht, nur kann ich gerade so einen Wackelpudding genauso ernst nehmen wie Astrologie. Oder Schwingungen. Oder Homöopathie. Fundis sind da wenigstens noch gefährlich.

  6. 06

    Auf den Aufruf zur Differenzierung mit „Ach mei. Ihr Gläubigen. Immer so empfindlich.“ zu antworten hat eine ganz eigene, großartige Ironie.

    Interessanterweise scheinen es -zumindestens in der intellektuellen Popkultur- vor allem die Atheisten zu sein, die einen Missionierungsdrang haben. „Ich in meiner herausragenden Position als Atheist meine dazu, dass“ liest man mittlerweile zu oft.
    Religion ist komisch, stimmt. Aber in Glaubensdiskussionen niederste Triebe zu stimulieren ist widerlich. Ha-ha, Jesus war bestimmt schwul, ihr homophoben, zölibatären Pädo-christen! Lächerlich. Außerdem wird jede echte Diskussion durch sowas unmöglich.

  7. 07

    @Christoph:

    Aber in Glaubensdiskussionen niederste Triebe zu stimulieren ist widerlich.

    Das verstehe ich nicht. Leuten in welcher Diskussion auch immer mal einen Spiegel vorzuhalten, ist legitim. Ich stimme aber zu, dass eine Glaubensdiskussion zwischen Atheist und Christ nicht umfassend geführt werden kann, weil der Atheismus eben auch nur eine Art von Glauben ist.

  8. 08
    danielj

    weil der Atheismus eben auch nur eine Art von Glauben ist.

    Und was genau willst Du damit sagen?

  9. 09

    Dass man ebensowenig beweisen kann, dass es einen Gott gibt, wie dass es einen Gott nicht gibt, weshalb quasi alles Glaube ist. Ist mir aber wurscht, Gedrucktes Gott ist tot.

  10. 10

    naja. christen beleidigen oder moslems scheitn trotz allem immer noch zwei paar schuhe zu sein. ich find religionen ja per sé verdächtig, trotzdem wage ich zu behaupten dass die headline „war mohammed schwul?“ hier keinen eingang finden würde. prove me wrong…

  11. 11

    @ r0ssi: Interessante These. Probiere ich bei der nächsten Gelegenheit mal aus ;)

  12. 12
    danielj

    Ich denke daß die Beweislast wohl eher bei dem liegt der behauptet daß es $DING gibt, nicht umgekehrt. Ansonsten halte ich es ähnlich wie Douglas Adams:

    First of all I do not believe-that-there-is-not-a-god. I don“™t see what belief has got to do with it. I believe or don“™t believe my four-year old daughter when she tells me that she didn“™t make that mess on the floor. I believe in justice and fair play […]. I also believe that England should enter the European Monetary Union. I am not remotely enough of an economist to argue the issue vigorously with someone who is, but what little I do know, reinforced with a hefty dollop of gut feeling, strongly suggests to me that it“™s the right course. I could very easily turn out to be wrong, and I know that. These seem to me to be legitimate uses for the word believe. As a carapace for the protection of irrational notions from legitimate questions, however, I think that the word has a lot of mischief to answer for. So, I do not believe-that-there-is-no-god. I am, however, convinced that there is no god, which is a totally different stance

    [http://www.americanatheist.org/win98-99/T2/silverman.html]

  13. 13

    @René Walter das stimmt nicht. Man kann die Nichtexistenz von so ziemlich nichts beweisen. Du kannst nicht mal beweisen, dass gerade kein sprechendes Meerschwein über deinem Kopf schwebt. Trotzdem würdest du in einem Gespräch niemadem glauben, der versucht dir einzureden, es wäre dennoch existent. Jesus ist das sprechende Meerschwein.

  14. 14

    Jesus war nur ein Revolutionsführer, mehr nicht. Alles weitere wurde angedichtet und DAS ist das sprechende Meerschwein. Laut der Quantenmechanik sitzt übrigens grade eins auf deinem Kopf.

  15. 15
    michael

    @Christoph:
    Ach mei. Das auf ach mei immer nicht ganz so ernst gemeintes folgt muss man jetzt auch noch erklären. Macht die ganze Meta-Ironie kaputt.

    Ich sags mal so, nett sein hat Atheisten in den letzten Jahrzehnten (Jahrhunderten?) nicht viel gebracht. Zwar spielt Religion in der Wissenschaft überhaupt keine Rolle mehr (Beim Kreationismus handelt es sich zuallererst um eine politische Frage.) doch ansonsten hat sich in vielen Teilen der Welt nichts geändert.

    Man darf sich über komischen Glauben lustig machen. Natürlich weiß ich auch, dass es viele, viele moderate gibt, die natürlich nur sinnvolle und nützliche und gute Sachen glauben (wollen?), die sind nicht das Problem. Das größte Problem mit Gläubigen jeder Art ist, dass sie nicht selten dazu tendieren Glauben (an sich!) für eine Tugend zu halten. Und nein, das ist er nicht. Glauben an Glauben kann einen dazu bringen den Armen der Welt zu helfen. Oder in das WTC zu fliegen. Da gibt es keinen Abgleich mit der Realität, kein einsetzen der Vernunft. Man glaubt einfach. Das ist das wirklich problematische am Glauben, und deshalb muss man sich über die Auswüchse des Glaubens an Glauben so penetrant lustig machen.

  16. 16
    martin

    ihr kennt das bestimmt schon ALLE aber es gibt so einen strip der aus drei bildern besteht. der erste zeigt zwei christen die eine flagge hochhalten auf der steht: „we hate gays“, die zweite: „we love gays“ und die dritte:“we are gay“.
    wie kann man sowas ausblenden, wenn man diskutieren will?
    bei dem christengott gehts halt um eine idee die man vertreten kann oder auch nicht… genau wie beim solipsismus (da ist man halt eher allein).

  17. 17
    michael

    Wie sinnvoll ist es sich hinzustellen und zu sagen, dass man selbst viel besser als der Papst wisse was Gott nun eigentlich ganz toll findet? Ist es dann nicht gleich viel sinnvoller davon auszugehen, dass beide überhaupt keine Ahnung haben was Gott will, schon weil es gar nicht mal so wahrscheinlich ist, dass es einen solchen überhaupt gibt (noch dazu einen Gott der uns hier mitteilt was er so denkt). Ihre Meinung (Papst und Kritiker) ist ihre persönliche (mit etwas Gruppendruck vielleicht) — nur eben mit dem Problem, dass sich solche religiöse Meinungen in Tradition wandeln können, welche sich dann von allen Einflüssen der Außenwelt abkapseln kann und keine Reflexion mehr zulässt (zumindest wird das dann schwer).

    Wenn Theologen sagen, dass sie Bastelreligionen eigentlich ganz toll finden, tun sie das dann nicht nur deshalb, weil sie um jeden Preis die Idee das es überhaupt Gott gibt nicht aufgeben wollen?

    Irgendwie ist Religion in Mitteleuropa vielleicht schon wie ein Hobby — wie Stricken — geworden. Für viele, aber eben nicht alle. Religion behält weiterhin teilweise unverdient traditionelle Privilegien. Ein ganz mieser Vergleich, ich weiß, aber der Verein deutscher Hobby-Stricker wird nicht in einen Spiegel Artikel zu Stammzellenforschung auftauchen. (Immerhin lässt man den Kirchenleuten keine Argumentation mit Gott, Sünde, Hölle und Teufel machen. Die müssen sich schon auch an die Spielregeln halten und logisch argumentieren. Das, immerhin, ist ein Fortschritt.)

  18. 18

    Wir sollten als Europäer mit derselben Verve sprechen, wie es Pat Condell vormacht. Es kann nicht angehen, dass im 21. Jh. immer noch kleine Kinder aus Glaubensgründen genital verstümmelt werden (wo auf der anderen Seite aber niemand diese 50 Euro gewinnen konnte), dass ernsthaft darüber nachgedacht wird, wie man eine alte Beduinengesetzgebung wie die Sharia in das bei weitem überlegene westeuropäische Rechtssystem (bei aller Kritik die an diesem noch anzubringen wäre!) integrieren könnte und dass kritiklos behauptet werden kann, ein allmächtiger, unsichtbarer, allwissender, allgütiger, allwasauchimmer Gott habe das Schwein erfunden, um uns nachher bei ewigen Höllenqualen zu verbieten selbiges zu essen und sich sofort diverse Kantinen an diesen Schwachsinn halten.

    Wir hatten die Renaissance, die Aufklärung, wir haben uns gesellschaftlich, wissenschaftlich und philosophisch weiterentwickelt und es wäre eine Schande für das, wofür unsere Väter gekämpft haben (und teilweise noch ihr Leben lassen mussten), wenn wir diesen Fortschritt diskussionslos aufgeben würden. Wir müssen ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln und eben Werte wie Gleichberechtigung, freiheitliche demokratische Grundordnung oder die Menschenrechte gegen inhumanes Gedankengut aus früh- und vormittelalterlicher Zeit verteidigen. Nichts anderes macht Pat mit seinen Videos und steht somit in bester Tradition mit einem Voltaire, Schopenhauer, Nietzsche oder Diderot (ohne das jetzt Qualtitativ zur Wertung stellen zu wollen – der Einsatz zählt).

  19. 19

    Gute Frage und hier ein ev. guter weiterhelfender Buchtip: „Jesus – schwul?“ von Klaus Dede. Umfangreiche Infos auf der HP zum Buch: jesus-schwul (com).

  20. 20

    Gute Frage und hier ein ev. guter weiterhelfender Buchtip: „Jesus – schwul?“ von Klaus Dede. Umfangreiche Infos auf der HP zum Buch: jesus-schwul (com).

  21. 21
    Manne

    Ob besagter Jesus schwul war? – Sollte man da nicht mal besser zuvor fragen, ob es jenen Jesus in der uns allgemein Glauben gemachten Weise denn echt gab?

    Mit größter Wahrscheinlichkeit ist er nur eine Art Romanfigur, in welcher Eigenschaften, Leben, Taten, Aussagen usw. vieler verschiedener Prediger im Palästina (die reinste Messiasinflation) der damaligen Zeit zusammen gefasst wurden. Tatsächlich rühren die sog. Berichte (Evangelien) aus Jahren (allesamt rund hundert Jahre später), in denen die sog. Zeugen (Apostel) längst nicht mehr am Leben gewesen sein konnten. Zudem sind sie kennzeichnende Literaturerzeugnisse jener Zeit. Damals wurde derlei auf diese ganz bestimmte Weise dargestellt.

    Heute und schon zu Schillers Zeiten anders: Wallenstein, Wilhelm Tell! Um nur zwei Beispiele zu nennen. Es gab eine geschichtlich verbürgte Person namens Wallenstein – aber den Wallenstein des Schillerschen Dramas gab es NIE! Der ist ein reiner Protagonist, oder unfreundlich gesagt: Platte Erfindung! Ebenso Wilhelm Tell.

    Wilhelm Tell lebte nie wirklich, ist nur der Erfindungsgabe Friedrich Schillers entsprungen. Trotzdem gibt es erschreckend viele Leute (Spacken), die einen am liebsten erwürgen möchten, wenn man sie auf diesen Umstand hinweist und Stein und Bein schwören/brechen, Wilhelm Tell, der Gesslerhut samt Stange und Apfel auf dem Kindskopf habe es echt gegeben.

    Daran kann erkannt werden, wie so etwas läuft, zum Selbstläufer wird. Jener Jesus von Nazareth ist jedenfalls KEINE geschichtlich verbürgte Person, eher ein sog. Protagonist (Literaturperson). Daher ist jeder Zank um schwul oder nicht völlig müßig…

    Übrigens ist das (fälschlich christliche) Gebot der Nächstenliebe fast wortwörtlich aus der Platonischen Philosophie ‚geklaut‘: Platonische Liebe!

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