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Popgun! 18 und die Erben der Arctic Monkeys


Klingt wie ein Abenteuerroman, der heutige Popgun! Titel. Ist natürlich überspitzt. Die Arctic Monkeys muss wegen eines weniger guten Albums niemand beerben, auch wenn die Nachfolger, ganz die Briten, Schlange stehen.

Tokyo Police Club (Foto) hab ich ehrlich gesagt ein wenig unterschätzt. Als 2006 all die Arctic Monkey-Klone aus ihren Löchern kamen, wurden die Jungs aus Ontario, Kanada, mit ihrem Kurzalbum ‚A lesson in crime‘ für Onehitwonder befunden und wieder in die Ecke gestellt. Das hat sie wenig beeindruckt, also haben sie im folgenden Jahr eine feine Single nach der anderen ausgekoppelt und jedes Mal musste ich erneut nachfragen, wer das denn jetzt schon wieder sei. Ein gutes Zeichen. 2008 soll nun zum Schicksalsjahr für die oben erwähnten Klone werden, denn beinahe alle, angefangen bei den Kooks, den Pigeon Detectives oder den Dirty Pretty Things, legen mit dem zweiten Album nach.

Während die Kooks gerade überall durchfallen kann ich von Tokyo Police Clubs Zweitling nur Gutes berichten. ‚Elephant Shell‘ erscheint dieser Tage und prügelt 11 Titel straight in 28 Minuten durch. Da blieb im Besten Sinne nicht viel Platz für Experimente. Warum auch. Das neue Album ist jetzt nicht plötzlich der unglaublich anspruchsvolle Slackersound (Darf man Slacker noch ungestraft sagen?) geworden, vielmehr haben sie sich im Gegensatz zu den anderen erwähnten Bands ihre Unbekümmertheit bewahrt und dafür muss man ihnen eigentlich sehr dankbar sein.

[MP3] Tokyo Police Club – ‚In a cave‘ (vom Album ‚Elephant Shell‘)
[MP3] Tokyo Police Club – ‚Juno‘ (vom Album ‚Elephant Shell‘)

[VIDEO] Tokyo Police Club – ‚Tesselate‘

Um nochmal auf den Titel zurück zu kommen, Tokyo Police Club werden die Arctic Monkeys natürlich nicht beerben. Das macht Alex Turner, Frontman der Monkeys, schon alleine. The Last Shadow Puppets heißt sein neues Seitenprojekt. Und was das für eines ist. Gemeinsam mit Miles Kane, Gitarrist der Liverpooler The Rascals, geht Turner auf eine Reise, die ihn noch weiter in die Musikgeschichte zurück bringt, als die Arctic Monkeys je gekommen sind. ‚The age of understandment‘ haben die beiden ihre Reise betitelt und sie ist schon seit mehr als einer Woche für uns alle nachzuverfolgen.
Überraschend hat Owen Pallet, der Mann hinter Final Fantasy, die beiden Engländer bei ihrer Zeitreise zurück zu Bowie und Co begleitet und dabei einen Großteil der Orchestrierung übernommen. Jeder Name ein kleines Ausrufezeichen. Ich wünschte ‚Favorite worst nightmare‘ wäre nie geschehen und ‚The age of understandment‘ hätte einfach seinen Platz eingenommen.

[VIDEO] The Last Shadow Puppets – ‚The age of understatement‘

6 Kommentare

  1. 01

    Hach, diesen Jungs hechel ich schon nach, seit ihr ihr „nature of experiment“ gehört habe. Grandios. Danke für die mp3 an dieser Stelle!

  2. 02

    Apropos Arctic Monkeys: Die haben mit „Whatever People Say I am, That’s What I’m Not“ _ein_ richtig gutes Album geschafft, vom neuen (FWN) hingegen war ich ziemlich enttäuscht.

  3. 03
    PiPi

    Irgendjemand hat mir erzählt dass es zur Zeit ein iTunes Live: Berlin Festival geben soll. Da hier keine Werbung für „Wasweisich“ zu stehen hat, belasse ich es mit: „Das wusstet Ihr bestimmt schon alle…“
    Sche# Kommerz ;-)

  4. 04
    manu

    hmm, ich kann da nicht so recht mit dir uebereinstimmen. ich meine klar „Whatever People Say I am, That“™s What I“™m Not“ ist auch aus meiner sicht um einiges besser als „Favorite worst nightmare“, aber ich finde auch das neue hat unglaubliche qualitaet. mit „˜The age of understatement“™ kann ich mich so garnicht anfreunden. und dieses video?! also echt jetzt mal…

  5. 05
    erzeuger

    ääh… die Dirty Pretty Things sind carl barats band nach den Libertines, -von denen ja wohl auch die arctic monkeys stark beeinflusst wurden..

  6. 06
    Nico [Jackpot Baby!]

    das würde jetzt eine müßge diskussion à la „was war zuerst henne oder ei“, aber wir können uns sicher einigen dass da eine ähnlichkeit vorhanden ist.

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