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Popgun! 19 schleicht mit Bodi Bill

Der Zweitling der Berliner Elektroniker von Bodi Bill (Foto) steht an. Radio Dept und CSS haben auch Alben für den Sommer angemeldet, während Billy Bragg weiterhin glaubt und Lykke Li auf der Toilette singt.

Nur etwas mehr als ein Jahr nach dem Debut ‚No more wars‘, legen die Berliner Bodi Bill Mitte Mai den Zweitling nach. ‚Next time‘ soll der heißen, und um die Wartezeit zu verkürzen, veröffentlicht Sinnbus heute eine EP mit fünf Songs. Die zwei Titelstücke ‚Tip toe walk‘ und I like Holden Caulfield‘ werden sich in ähnlicher Form auch auf dem Album finden, die anderen drei nicht, sie sind bisher unveröffentlicht und haben es trotzdem in sich.

Durch und durch entspannte Stücke haben die drei (Mariechen Danz auf dem Foto oben ist auf der EP als Gastsängerin eingeladen worden) da vorgelegt, einen Eindruck, den sie auch im Interview bestätigen.

Die EP ist in sich geschlossener als es ‚No more wars‘ eh schon war. Damals, vor einem Jahr, wurden spielerisch verschiedene Genres ins Bodi Bill Universum aufgesogen, annektiert und auf die einzelnen Titel verteilt. In der Hinsicht ist die aktuelle EP anders, fein schichtiger. Die stilistische Vielfalt ist auf das Einzelne herunter gebrochen: In einer fast schlafwandlerischen Sicherheit werden dezent Samples und Effekte gesetzt, Klavierparts eingespielt und Spannungspausen gebracht. Wenn die Frickelbeats dann im Finale von ‚Soldier‘ zum Beispiel durch das einsetzende Rockarrangement der Labelkollegen Kam:as unterstützt werden, bricht das Ganze nicht lächerlich in sich zusammen, sondern bildet ein unwiderstehliches Amalgam, das noch stärker daraus hervor geht. Electronica aus einem Guss. Und ich Frage mich was die Jungs machen müssen, damit mal was nicht funktioniert.

[VIDEO] Bodi Bill – ‚I like Holden Caulfield‘
[MP3] Bodi Bill – ‚Kristen – I miss them‘ (vom 2007er ‚Sinnbus are friends, too‘ Sampler)

Radio Dept, die New Waver aus Malmö und Stockholm, kündigen für diesen Sommer gleich zwei Releases an. Im Juni bereits kommt die EP ‚Freddie & The Trojan Horse‘ und auf den September haben sie die Veröffentlichung eines bisher noch unbetitelten Albums gelegt. Pitchfork war so freundlich den Titeltrack der EP zu hosten und zumindest musikalisch halten sich die Veränderungen im Vergleich zu den letzten Sachen (u.a. 2006 der Soundtrack zu ‚Marie Antoinette‘) in Grenzen, was Leute, die heute noch auf 80s Pop stehen, aber nicht stören sollte.

[MP3] Radio Dept – ‚Freddie & The Trojan Horse‘ (von der neuen EP)
[MP3] Radio Dept – ‚Why won’t you talk about it?‘
[MP3] Radio Dept – ‚The worst taste in music‘

Webdesigners favorites: CSS kündigen ebenfalls ihr nächstes Album ‚Donkey‘ für den Sommer an und packen den ersten Song daraus ab sofort online. Klingt ein wenig so, als wär‘ ihnen mit der ganzen Elektronik auch die Luft ausgegangen. ‚Rat is dead‘ jedenfalls ist nur noch eine kraftlose Blondie-Kopie oder um bei neueren Vergleichen zu bleiben: eine kraftlose Santogold-Kopie. Oder ist der Titel einfach nur noch nicht gemastert?

[MP3] CSS – ‚Rat is dead (Rage)‘

Ganz kurzer Nachtrag zu Johnnys Billy Bragg Livebericht aus der Passionskirche. Ich bin gestern zufällig über den ersten Titel vom, von der Kritik doch recht ordentlich angenommenen, 2008er Album ‚Mr Love & Justice‘ gestolpert, und wollt‘ euch den nicht vorenthalten:

[MP3] Billy Bragg – ‚I keep faith‘

Erst kürzlich, in der 17. Ausgabe, hatten wir hier Lykke Li mit neuer Single und neuem Video. Zwei Wochen später hat die Schwedin I„™m good, I“™m gone“™ schon recht ordentlich unter den Concerts à emporter-Klonen verteilt und so kann man ihr nun wahlweise beim Improvisieren mit den Freunden (Shout Out Louds, Robyn und The Concretes), auf der Toilette oder im Hackney Cab zuschauen. Ich hab euch mal die erste, etwas opulentere, Version herausgesucht, hab mich in zwei Wochen immer noch nicht daran satt gehört:

[VIDEO] Lykke Li – ‚I’m good, I’m gone‘

Das Album gibt es immer noch ausschließlich als Import. Letzte Woche hab ich es mir direkt in Schweden bestellt und will dabei gar nicht wissen, was 200 Kronen umgerechnet sind. Ich hoffe mal weniger als die 28 Euro, die Amazon für den UK-Import haben will.

11 Kommentare

  1. 01
    PiPi

    @Nico [Jackpot Baby!]

    Danke für die Unterhaltung/Information ;-)
    Wenigstens mir wird es nicht Langweilig.

    (Erst mal alles ‚durchwurschteln‘)

  2. 02
    Nico [Jackpot Baby!]

    pipi, das freut mich.

  3. 03
    Finanzmaster

    Rund 21,35
    Für schwedische Verhältnisse wahrscheinlich normal…

  4. 04

    Geniales lied von Lykke Li, klar klingen sie wie Feist oder andere, aber verdammt gut… Ist es ein Mainstream wenn man es dir nachtut? Album muss gut sein, und ein Lied was anfängt und man automatisch sich dazu bewegen will, verdammt sauber und gut…
    Vielen dank dafür…

  5. 05
    Nico [Jackpot Baby!]

    @Finanzmaster: na, das hab ich mir schon fast gedacht. ist ja auch gut, denn das album ist jeden cent wert, auch wenn ich mich da wiederhole.

    @Martin: wenn es musik ist, die dir gefällt, dann ists doch egal auf welchem stream die daher kommt.

  6. 06

    @Nico [Jackpot Baby!]: Klar ist der Stream egal, und vorallem Streamhopping, ist eine feine sache…

  7. 07
    Pete

    @Nico [Jackpot Baby!]: Ach mit Porto, ist doch nicht teuer als hier… Haste die Digipak-Version genommen?

  8. 08
    Nico [Jackpot Baby!]

    @Pete: aber dafür kommts aus schweden…
    nee, hab die normale version genommen, am ende hör ichs doch öfter als privatkopie und die normale passt sich auch besser in meine sammlung ein.

  9. 09
    PiPi

    http://www.jackpotbaby.de/?p=1720

    http://translate.google.com/translate_s?q=Lykke Li&hl=de&client=safari&rls=de-de&um=1&ie=UTF-8&sl=de&tl=en&tq=Lykke Li&sa=X&oi=clir&ct=search_link

    Irgendwann wird es ‚Komisch‘.

    Besser ist: „Lass es gut sein“,
    bevor sich irgend jemand aufregt.

    Schönen Sonntag

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