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Diskussion: Internet total – Wie prägt das Netz die Jugend?

Am Mittwoch habe ich das große Vergnügen, die Podiumsdiskussion Internet total – Wie prägt das Netz die Jugend? zu moderieren.

Beate Frees (ZDF), Matthias Harbort (BKM), Dr. Wolfgang Gaiser (DJI) Prof. Dr. Friedrich Krotz (Universität Erfurt) und Tim Pritlove (Chaos Computer Club) werden sich unter anderem über Fragen wie diese unterhalten:


I) Sozialisation gestern und heute — Welchen Einfluss hat das Netz?
– Kann das Netz (WWW, MMORGs) Sozialisationsprozesse in der Offline-Welt begünstigen oder stellen sie eine Gefahr dar?

II) Medienkompetenz
– Lass die Kinder mal machen — oder Kontrolle total? Wer vermittelt Medienkompetenz? Das Elternhaus oder die Schule?
– Lesen verlernt? Brauchen wir die „Nationale Initiative Printmedien“ tatsächlich?

III) Web 2.0
– Konsum oder Partizipation? Wo bleiben die Blogs, Podcasts und Wikipedia-Einträge der Jugendlichen?

Um der Gefahr zu entgehen, dass einmal mehr nur Berufsjugendliche sich über echte Jugendliche unterhalten – was fällt denn den jüngeren Spreeblick-Lesern zu diesen Themen ein? Welche Fragen müssen unbedingt gestellt werden?

Anregungen und Bemerkungen bitte in die Kommentare! Danke!

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 7.5.08 um 16:30h in der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs im Rahmen des Treffpunkt Mediennachwuchs statt. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Disclaimer: Die Idee, Spreeblick-Leser zu befragen kam mir erst, nachdem ich Tims Posting gelesen hatte.

33 Kommentare

  1. 01

    Hallo Andreas,

    Natürlich bin ich auch nur ein Ersatzjugendlicher, hab aber zwei Anregungen:

    Eine Restfrage der re:publica:

    Wie erkläre ich die virtuelle Mechanik von „Du hast gerade einen Beitrag gepostet, dein Inhalt liegt jetzt dort auf dem Server“ in verständlichem Kinderdeutsch?

    und:

    Eine kurze Stellungnahme zur gerade erschienenen Studie der Sheffield-Universität, die herausgefunden hat, dass digitale Bildung, (wird in Deutschland immer noch E-Learning genannt, das steckt glaube ich, die Moodle-Mafia dahinter :)) Kinder nicht erreicht. Siehe auch süddeutsche.de: http://tinyurl.com/5nn2bg

    Wünsche Dir viel Spaß, wäre gerne dabei gewesen,
    Grüße,
    Martin

  2. 02
    erlehmann

    Meta: WIrd es eine Videoaufzeichung geben, die ich dann gnädigerweise auch ohne Flash anschauen kann ?

  3. 03

    @erlehmann: Kameras werden da sein, aufzeichnen werden sie wohl auch. Verwendet wird es wohl nicht. Ehrlich gesagt: Keine Ahnung, ob es irgendwo nachzusehen sein wird. Wenn ja, liefere ich einen entsprechenden Link nach.

  4. 04

    Zur Frage „Wo beleiben die Blogs von Jugendlichen?“:

    mehrblog.net schreibt täglich über alles aus der schönen, bunten VZ welt, startete als schülerVZ-Blog bei Blogger und wird von z.Z. 7 Jugendlichen geschrieben, die im Schnitt 16 Jahre alt sind.

    Ich für meine Person schreibe regelmäßig bei Wikipedia und Podcasts sind halt für die meisten Jugendlichen zu aufwendig (oder sie wollen ihre eigene Stimme nicht hören).

    Ich bin 16 und kann mich damit wohl eindeutig als „echten“ Jugendlichen zählen (Achja, ich verstehe auch „Du hast gerade einen Beitrag gepostet, dein Inhalt liegt jetzt dort auf dem Server“ so und ich glaube das jeder der einen veröffentlichungsfähigen Text schreiben kann auch WordPress versteht)

    grüße

    Michel

  5. 05

    @Michel: Martin meinte auch eher Grundschulkinder. Mit denen arbeitet er nämlich im Netz. Danke für den Hinweis auf mehrblog, Schön!

  6. 06

    @Michel:
    Mit Grundschülern: Hab ich vergessen zu erwähnen…Sorry.

    Übrigens: Ich verstehe WordPress definitiv nicht.

  7. 07

    Auf die Gefahr hin, den Kutlurpessimisten (sic!) zu geben: müssen Kinder — also Kinder, nicht Jugendliche? — wirklich ins Netz?

  8. 08

    @Till:

    Als Schreiner und Hobby-Waldliebhaber antworte ich:
    Ja. Schnelle und relevante, den Waldspaziergang mit Papa und Mama unterstützende Infos gibt es im Netz.
    Neben dem Rechner liegt das Bilderbuch und das gezupfte Birkenblatt.
    :)

  9. 09
    michael

    Bin zwar auch nicht gerade „die Jugend“ aber mich würde interessieren, wie wie die Teilnehmer das Thema „Politiker und das Netz und neue Medien“ sehen.

    Etwa wie offen Politiker gegenüber Blogs und Bloggern sind bzw. sein sollten – Sprich: Interviewanfragen von Bloggern usw. Werden sie ignoriert oder ernst genommen. Werden Blogs und Blogger als ernsthafter Kommunikationskanal wahrgenommen etc. pp.

    PS: Kann man die Veranstaltung irgendwie über’s Netz verfolgen? Gibt’s danach n‘ Video etc. ?

  10. 10

    @michael: Das verfehlt ein wenig das gesetzte Thema dieser Podiumsdiskussion. Aber ein interessantes Thema ist es allemal. Für die nächste re:publica zum Beispiel?

  11. 11
    michael

    @Andreas Schepers: Ja, ok, stimmt ;) Dann erweitere ich mal meinen Vorschlag in soweit, ob Blogs ein gutes Medium sind, um Jugendlichen politische Themen nahe zu bringen. Und ob Politiker deshalb gefordert wären, sich auf diese neuen Kommunikationskanäle mehr einzulassen.

    Und: Was bringt eigentlich der KanzlerinnenCast? Wird Abgeordnetenwatch von der Jugend genutzt ? etc.

  12. 12

    Anstatt dieser Initiative für Langsammedien immer wieder Wind in die Segel zu blasen könnte man sie auch einfach mal links liegen lassen … oder … ach redet ruhig ;)

  13. 13

    Mit meinen 18 Jahren fühle ich mich natürlich schon längst über den schlichten Status eines Jugendlichen hinausgewachsen, trotzdem ein paar Anmerkungen.

    I)
    Also die Netznutzung, ich kenne nur wenige Jugendliche die sich wirklich intensiv mit den Netz beschäftigen, die meisten nutzen es lediglich als Kommunikationskanal bis zu den heutigen VZ-Diensten gab es in Deutschland – zumindest hier auf dem Land, düstere Oberpfalz – nur sporadisch ein paar Myspace-Registrierte, am ehesten haben kleine Bands das genutzt. ICQ war Vorherrscher.

    Inzwischen sieht die Nutzung etwas vielfältiger aus, die Kommunikationskanäle (ICQ und PMs via Myspace, VZs, kaum Email obwohl vorhanden) werden genutzt um Youtube-Videos und lustige Links auszutauschen, ernsthafte Infos werden selten genutzt. Ansonsten ist das ICQ für einige zur direkten Tauschbörse geworden „Schick mir mal das Lied“ – eine der häufigsten Nachfragen.

    Dafür nimmt das Netz den Zeitverbrauch doch deutlich massiver ein, von der Schule heimkommen, vor die Kiste und dort die Freunde gleich in ICQ anchatten. Das Fenster ist den ganzen Tag über offen und alle paar Stunden meldet man sich mal mit „afk zocken“, gelegentlich auch mal angeregte Diskussionen über Probleme, Träume whatever, Beziehungskisten sind da Vorlieben ^^.

    Politik allerdings eher selten, meist in dem Kreis der eben engagiert ist, bei mir also der gesamte Sozialkunde-Grundkurs, der Rest wird kaum behandelt, in dem Zirkel werden allerdings Links rege ausgetauscht, neue Infos auf Heise, Stern usw finden schnell Zugang.

    Somit also zur ersten Kernfrage ein Teils, teils, Informationsaustausch wird begünstigt weil er ohne „Zwischenmedium“ Papier stattfindet und direkt diskutiert werden kann, allerdings wird es sehr selten, in meinen Augen ist das Internet durchwegs positiv zu betrachten nur die Art des Umgangs ist von vielen maßlos.

    II) Zur Kontrolle kann ich nur meine Meinung kundtun, Vertrauen und gemeinschaftliches erkunden hilft, vielleicht wäre ich auch dadurch mit deutlich weniger Pornographie in Kontakt gekommen, ob dadurch mein Leben anders verlaufen wäre weiß ich wirklich nicht, aber einigen Menschen sieht man den Schaden doch an – ob der ohne Netz nicht auch wäre, wiederrum schwierig.

    Die Lesefähigkeit nimmt aber deutlich ab, der Sinn für Rechtschreibung wird deutlich getrübt, Tippfehler werden überlesen und komplizierte Sachverhalte werden in der Schule manchmal erst nach mehrmaligem ansprechen aufgefasst. Der direkte Vergleich zwischen Dauer-Online und reiner-Emailnutzer zeigt da riesige Unterschiede.

    III) Blogs und Wikipedia werden von vielen als reine Seiten zum Lesen wahrgenommen, zwar weiß man um die Möglichkeit des Editierens, aber in erster Linie zählt das informieren, Arbeit reinzustecken ist ungewollt, meistens.

    Da möchte ich als große Ausnahme die sog. Warez-Szene anmerken, die wird nicht zuletzt von vielen Jugendlichen in Form von kleinen Blogs betrieben die regelmäßig neue Inhalte auf One-Click-Hoster hochladen und sich an ihren Designs aufgeilen, Prestige zählt in diesen Kreisen unheimlich viel und es gibt einige die sehr viel Freizeit in solche Seiten stecken.

    Mir bekannte Blog-Autoren sind meistens eher Menschen die sich aktiver mit ihrem Umfeld beschäftigen, sprich Jugendliche die sowieso sozial aktiver (in Form von Theatergruppen, Bands etc) sind. Der Inhalt der Blogs geht allerdings meistens einen Querschnitt der Blogosphäre, von Liedtipps (Youtube!) über Design bis hin zu persönlichen Erlebnissen gibts da alles.

    Hm Spam?
    ich hoffe nicht… einfach Gedanken. wenns noch was gibt steh ich gerne zur Seite, wobei ich ehrlich gesagt gestehen müsste, ich wüsste nicht warum.

  14. 14
    Daniel

    ich kann den Ausführungen von Anselm nur zustimmen! ich selber bin ein 19jähriger junger Mensch, welcher sich natürlich auch nicht mehr als Jugendlicher sieht… :-)
    nja, Spaß beiseite.
    http://mundpropaganda-blog.de/wp-content/uploads/2007/11/nutzer-des-web20_infratest.jpg
    hatte ich gerade entdeckt und für sehr spannend empfunden. weil, dieses Ergebnis entspricht in keinster Weise meinen Erfahrungen. aber wahrscheinlich sind die wenigen jungen Verfasser bei der Wikipedia einfach extrem aktiv.

  15. 15

    Ich in meiner Position als 17-jähriger meine dazu…

    Die Gesprächsrunde scheint in der Tat derbst lächerlich. Und Anselms Ausführungen ist nur zuzustimmen; obwohl die schon eher die Internetnutzung der „upper-class“ Jugendlichen beschreibt.
    Bei der Horde der 12-15 Jährigen sollte man neben Schuelervz auch über Knuddels und Pornos reden. Gerade Pornos. ;-)

  16. 16
    Jan(TM)

    Für meine 12 jährige Nichte besteht das Internet aus Schueler.cc, icq und youtube. Seltsamerweise wird die Mailfunktion von Schueler.cc meist wie eine Mischung aus ICQ und Twitter benutzt, nur das die Texte deutlich kürzer sind.

    Die Tochter(15) meiner Freundin hat auch etwa mit 12 angefangen im Netz zu surfen. Eine Weile hat sie Gedichte in Foren geschrieben, hat später ihren Freund im Internet kennengelernt. Wir spielen auch öfter World of Warcraft zusammen. Ihre Rechtschreibung und Lesegeschwindigkeit hat sich deutlich verbessert (hab sie nebenbei auch noch mit Fantasybüchern zum lesen angefixt) und sie ist viel selbstbewusster im Umgang mit Texten geworden. An Diensten benutzt sie gern ICQ, Youtube und Teamspeak.

  17. 17

    @Anselm: Vielen Dank! Vielleicht werde ich Dich zitieren, wenn es passt. Was du schreibst, passt tatsächlich zu den Ergebnissen diverser Untersuchungen, was die Internetnutzung von Jugendlichen betrifft.

    christoph: was zur hölle sind knuddels?

  18. 18

    Chatplatform für Ikeatypen, (*entschärft*) und solche die es werden wollen: http://www.knuddels.de/editiert .as

  19. 19

    @Christoph: Aha. Wie grausam. Danke. Ich musste Deinen Kommentar leider entschärfen. Aber ich verstehe, was Du meinst.

  20. 20

    OT: mhh andere frage, gleiches thema. was sidn „ikeatypen“ ?

  21. 21

    @markus: Ich tippe auf eine Überdosis Fight Club: Ikeatyp.

  22. 22

    Mir fällt vor allem auf, dass anscheinend niemand mehr E-Mails schreibt, der auf einer Plattform die StudiVZ registriert ist. Dauernd bekomme ich darüber Nachrichten, über die dich dann per Mail benachrichtigt werde. Direkte Mails wären wohl zu einfach.

    Und wie ist es eigentlich mit Gaming? Verändert sich irgendwas oder liegen Shooter und WoW immer noch vorn? Spielen Studenten mehr oder weniger als Schüler? Welches Image haben junge Online-Spieler eigentlich bei unbeteiligten Altersgenossen?

  23. 23
    Clemens

    Ich kann euch sagen wie das Netz die Jugend prägt und es ist dann doch so einfach wie ich es meine, wenn man mit 14-jährigen redet:

    Youtube, Schülervz und Wer-kennt-wen.de und im Hintergrund läuft MITV oder VIVA….und wenn jetzt jemand die Frage stellt: Was ist mit Blogs?

    Ja nichts, denn erkläre mal einem 14-jährigen was an Blogs jetzt nochmal gut ist und warum sie nochmal da was drauf schreiben sollen? WARUM, das ist meist die Frage auf die man schnell bei dieser Alterklasse keine Antwort weiß.

    Konsumenten, das sind 90% der Internetnutzer. Blogger seht es bitte ein: Ihr seid die stolze Minderheit und jeder der dazu kommt tut dies erst, wenn er sein WARUM beantwortet hat.

    Ich könnte jetzt noch mehr erzählen aber draußen ist schönes Wetter :-)

  24. 24

    Ich denke, Anselm trifft das sehr gut, mit Anfang 20 bin ich auch schon wieder Berufsjugendliche, kann also nur aus 2. Hand mitreden.

    Da möchte ich aber noch hinzufügen, dass viele Jugendliche nicht nur chatten und daddeln (WoW, Browsergames), sondern auch Musik hören, tauschen, Videos dazu machen und bei youtube hochladen, die sie selbst gemacht haben. Einige schreiben auch Gedichte, aber die wenigsten machen daraus gleich nen Blog.

    Die Initiative zu den Printmedien ist meines Erachtens der völlig falsche Ansatz, denn Lesen können sie alle, zuhören und selber lange Texte schreiben sind eher ein Problem, aber das ist kein Jugendproblem und auch keine neue Sache. Nur die wenigsten Erwachsenen sind doch aus dem Stand in der Lage, ein Essay zu schreiben, richtig diskutieren tun auch nur wenige.

    Was mich an den Herrschaften mal interessieren würde, ist wieviele von Ihnen schon mal das ausprobiert haben, was sie Jugendlichen unterstellen (WoW daddeln, Internet surfen), bzw. das, was gleich schon wieder als ungenügend angenommen wird (Wikipedia-Einträge, Podcasts). Dabei könnte man auch gleich noch ein bißchen weiter über den Tellerrand schauen, in SchülerVZ (und sicher auch anderen Netzwerken) lassen Gruppen a là „Ich hab keine Angst vor al Qaida, ich hab Angst vor Schäuble“ politisches Interesse erkennen. Nur eben in einem Raum der vielen Erwachsenen nicht zugänglich ist. Für mehr bleibt vielen neben Schule, Hausaufgaben, Nebenjob, Sportverein und Ehrenamt auch keine Zeit mehr.

  25. 25

    Ich kann mich noch daran erinnern wie wir vor ueber 25 Jahren in der Schule die „Bravo“ (gibt’s die noch?) durchgenommen haben. Muesste entweder in Deutsch oder in „Gemeinschaftskunde“ (so hiess das glaube ich) gewesen sein und sollte uns auch Medienkompetenz beibringen.

    MTV wurde glaube ich auch irgendwann in der Zeit „gelauncht“, da war auch die Diskussion gross ob uns die ganzen zappeligen Videos nicht verderben wuerden.

    Irgendwie scheint sich die ganze Diskussion nicht so furchtbar weiterentwickelt zu haben, nur die Medien sind ausgetauscht worden.

  26. 26
    Jan(TM)

    Zitat NIP „Vor allem Kinder und Jugendliche sollen über den Wert der Printmedien als politische Leitmedien besser Bescheid wissen.“
    Da scheint jemand Angst zu haben, aus dem Elfenbeinturm vertrieben zu werden. Seltsam ist nur das ich da, abgesehen von einem Gewinnspiel(wie originell) nichts finde das sich an die Zielgruppe direkt wendet.

  27. 27

    Jugendliche Speeblickleser? Hier bin ich!

    Du hast nach Fragen gefragt, die man sich in einer solchen Diskussion wohl gut als Grundlage wählen lassen.

    I) Im Bezug auf Sozialisation im Netz fände ich interessant wie und wo Social Networks und eben die Vereine auf denen sich die Leute herumtreiben ihr Verantwortung für diese sehen? Ist der Holtzbrinck Gruppe klar, was SchülerVZ für einen riesigen Einfluss auf Jugendlich hat?
    Und in die andere Richtung: Was halten die anderen Diskussionsteilnehmer davon?

    II) Können Elternhaus oder Schule überhaupt die Kids im Sinne von Medienkompetenz etc. erreichen? Wie muss das überhaupt aussehen, wenn man eben nicht auf die Seite „Lassen wir sie mal machen“ setzt? Wie realistisch ist eine Umsetzung der Vermittlung von Medienkompetenz in Schule/Elternhaus überhaupt?

    Erreicht die Initiative überhaupt die Jugendlichen? Ist sie überhuapt nötig oder sowieso aussichtslos/unrealistisch? Hat sich das Leseverhalten durch das Internet verändert oder hat es sogar ganz andere Gründe? Hat es sich überhaupt verändert?

    III) Partizipation gibt es sicherlich genug, aber dennoch erreicht sie nicht die Aufmerksamkeit wie du erwachsene. So denke ich zumindest. Wie sieht diese Partizipation überhaupt aus? …

  28. 28

    Vielen Dank schon mal für Euer Feedback und Euren Input! Einiges davon werde ich hoffentlich direkt anbringen können.

  29. 29

    Gerade „žerwachsen“ geworden, aber ich denke ich passe noch ins Schema ;)

    I)
    Interessant fände ich, inwiefern durch das Internet (insbesondere die MMORPG) auch Reallife kontakte entstehen.

    Zum Thema meines quasi Vorredners dan würde ich noch hinzufügen: Was wissen die Jugendlichen eigentlich von SchülerVZ. Kaum einer weiß, dass dahinter ein riesiger Konzern steht, der eventuell Nutzerdaten ausspäht und die Werbung keine netten „žTips“ sind, sondern eben genau darauf abzielen, eben genau sie als Jugendliche/Kinder anzulocken. Schließlich wird die Werbung nicht mehr als solche auf SchülerVZ markiert und wird selbst mir teilweise erst durch die doubleclick domain offenbart. Viele gehen davon aus, dass dahinter ein paar nette Studenten stehen, die das in ihrer Freizeit machen.
    Dort landet dann alles: Telefonummern, Adressen, Fotos. Einer Gefahr ist sich dort jedoch kaum einer bewusst.

    Die Kommunikation hat sich wirklich dadurch stark verändert. Briefe sind ja schon lange nicht mehr. Aber nun sterben ja auch die E-Mails schon aus. Bei E-Mails hat man sich noch etwas Mühe gegeben, auf Rechtschreibung geachtet und vielleicht auch noch mal abgewägt, ob es jetzt auch Sinn macht zu schreiben. Tja, heute landet alles in einem von ca. 3 Messengern oder auf irgendeiner (öffentlichen!) Pinnwand in einem VZ. Schön finde ich das nicht.
    Auch Instand Messenging führt doch zu einem Phänomen: Ist man dort online, wird von einem doch sofortige Antwort erwartet. Erfolgt diese nicht, tauchen schon gleich fragen auf. Natürlich sind die Vorteile von IM nicht von der Hand zu weisen.
    Hier also vielleicht mal eine Diskussion in Richtung: Wie ändert sich die Kommunikation? Eher zum Positiven oder doch zum Negativen. Wie lassen sich solche Plattformen in Zukunft auch intelligenter nutzen. Zum Beispiel für Klassenverbände in Schulen.

    II)
    Es müssen natürlich sowohl Lehrer als auch Eltern Medienkompetenz lehren. Die Kontrolle sollte da sein, aber auch nicht zu streng sein.

    Problem sehe ich hier aber eben die mangelnde Kompetenz der Eltern und auch Lehrer in Bezug auf neue Medien. Das Interesse ist meistens kaum gegeben. Man kennt spiegelonline und google, das muss aber auch reichen. Mit viel mehr wollen sich die meisten anscheinend gar nicht auseinander setzen.
    Bei meinen Lehrern habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie gerade mal ihre web.de Adresse abrufen können. Solche Leute sollen Kindern das richtige Verhalten gegenüber Medien wie dem Internet beibringen. Lächerlich.

    III)
    Man muss sich ja mal fragen, was Jugendliche im Internet wollen. Spaß. Mehr eigentlich auch nicht. Wikipedia braucht’s noch für die Hausaufgaben. Also, warum sollte man Zeit verschwenden und in seiner Freizeit auch noch Wikipedia editieren. Hinzu kommt, dass das Wissen für sowas nicht mal ausreicht. Was man machen kann ist, sich ein Blog bei *entsprechender Dienst* zu besorgen und ein bisschen was zu posten. Dann haben wir Partizipation. Nur wer möchte denn lesen, was ein 14-jähriger am Wochenende getrieben hat oder was für ein „žgeiles Vid“ er auf YouTube gefunden hat? Außerdem lassen sich neue Seiten nur sehr schwer etablieren.

  30. 30

    @Martin Riemer: ich präzisiere: müssen Kinder *alleine* ins Netz?

  31. 31

    @Till:
    Ich verschwimme: Sie können. Aber sie sollten nicht.

  32. 32

    also zitieren geht vollends in Ordnung, absolut frei reproduzierbar, natürlich auch in teilweiser und abgeänderter Form :-)

    Deswegen schreib ich doch solche Dinge *g*

  33. 33

    Ich merke ich falle wieder voll aus dem Schema, ich bin unter 16 blogge, habe keinen schülervz Account und hasse besagte goile Videos auf Youtube.

    Es gibt mehr Blogs/Podcasts usw. die von Jugendlichen produziert werden als man denkt. Doch äußern diese sich nicht oft zu ihrem Alter weil sie sich in der „Erwachsenen “ Welt des Internets nicht als „Der Jugendliche“ beweisen wollen, sondern als vollwertiges Mitglied.