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Der Zug ist abgefahren

Neuseeland kauft sein Bahnsystem zurück. Für 336 Millionen Euro. Dabei ist es erst vor 15 Jahren verkauft worden. Für 202 Millionen Euro. An private Investoren. War im Endeffekt keine so gute Idee gewesen. Was lernen wir daraus? Lieber nichts.

9 Kommentare

  1. 01

    Neee bloß nichts aus den Fehlern der Anderen lernen. Lieber offensiv die Fehler der Anderen selber machen. Nur das thrillt!

  2. 02

    „Human beings, who are almost unique in having the ability to learn from the experience of others, are also remarkable for their apparent disinclination to do so.“ (Douglas Adams)

  3. 03
    erpel

    In Japan ists nicht komplett schief gegangen, man muss nur wissen was man macht…

  4. 04

    Die Frage ist: Hatte man in Neuseeland auch so ein ausgeklügeltes Regulierungssystem, wie wir es uns bei der Privatisierung der Telekom in Gestalt der Bundesnetzagentur ausgedacht haben?

    Und: Ist die Bahn links neben Down Under nicht einfach auch ganz was anderes als in Deutschland?

  5. 05
    Frédéric Valin

    @Ben: Die Bahn links von Down under ist ganz bestimmt was anderes: schließlich steht sie Kopf.
    (scnr)
    Im Ernst, die Misserfolgsmeldungen für Bahnprivatisierungen sind lang: England (Railtrack), Argentinien, Dänemark (Fall Combus), von den ganzen Beispielen aus Entwicklungsländern mal zu schweigen, die – da bin ich einverstanden – nicht ohne weiteres vergleichbar sind. Und auch wenn Japan offensichtlich einiges richtig gemacht hat: mit den begleitenden Umständen wäre ich in Deutschland nicht einverstanden.

  6. 06

    @erpel: Für Japan muss man aber auch bestimmte Voraussetzungen und begleitende Faktoren beachten, die man in Deutschland so ausgeprägt nicht findet:

    – Japanische Unternehmen setzen das nationale Wohl noch vor den eigenen Erfolg. Diese etwas abgedroschene Formel galt insbesondere für die Zaibatsu und gilt in abgeschwächter Form auch für die Keiretsu (also die branchenübergreifenden Riesen).

    Die Folge ist ein langfristiges Denken, das eben auch den zunächst wenig rentablen Infrastrukturausbau berücksichtigt.

    – Das (regionalisierte) Schienennetz war in Japan noch nie in einer Hand, man ist also damit vertraut, wie man Bahnunternehmen privatwirtschaftlich rentabel betreibt. Diese Erfahrung fehlt in Deutschland.

    – Das Schienensystem ist in ein ganzes Netzwerk von Forschungs- und Kontrollinstanzen eingehegt, das den Bedarf an Re- bzw. Neuinvestitionen pflegt. Das ist in London bspw. überhaupt nicht geschehen – für NZL kann ich nicht sprechen.

    Für mehr Infos siehe auch hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Japan_Railways_Group

  7. 07
    kallefuffzich

    @Ben: Neuseeland ist rechts von Down Under.

  8. 08

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