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American Pictures


Aaaaalt!
Tatsächlich.
Schon 1977 erschien das Buch American Pictures von Jacob Holdt. Er hat seine Arbeit fortgeführt und mittlerweile ein gewaltiges Online-Archiv gefüllt. Die Bilder sind auf dermaßen absurde Art nicht zeitlich einzuordnen, wie ich es noch nie erlebt habe. Sind die Bilder von den Sklavenarbeitern aus den 70er Jahren? Aus den 90ern? Überhaupt aus unserer Zeit?

Oder die Bilder aus New York. 1965-1995 sagt die Überschrift. Aber wo sind sie Sechziger und wo die Neunziger? Ich war das letzte Mal 1994 in New York und habe dort eines dieser ausgebrannten Autos gesehen. Wenn ich davon erzähle, schauen Leute mich immer an, als würde ich ihnen urbane Mythen auftischen. Mit der Zeit habe ich mich selber gefragt, ob ich mir das in meinem damals auch nicht mehr ganz so jugendlichen restkommunistischen Hirn zusammen fantasiert habe. Denn ich war damals sehr wütend. Weil die Armut in der Bronx in so einem brutalen Widerspruch stand zu den gigantischen Kriegsschiffen im Hafen.
Amerika ist ein wunderbares Land. Aber mit einem europäischen Verständnis von Gerechtigkeit und Gleichheit ausgestattet, möchte man dort pausenlos Amok laufen.
Heute würde ich mich dort wahrscheinlich viel heimischer fühlen.

8 Kommentare

  1. 01
    Robert

    Ja, von wem denn? :(

  2. 02

    @Robert:
    Von Jacob Holdt natürlich!
    Danke Robert!

  3. 03
  4. 04

    Eine Diashow mit einigen seiner Photos war Anfang des Jahres in der Londoner The Photographers Gallery ausgestellt. Ein einsamer Diaprojektor auf einem massiven Stativ warf seine Bilder in einem verdunkelten Raum an die Wand. Einerseits war dies sehr faszinierend besonders weil seine Bilder so unfassbar sind und andererseits absolut bedrückend und verstörend.

    Holdt wurde zusammen mit Sammlungen drei anderer Photographen im Rahmen des Deutsche Börse Preises 2008 ausgestellt. Die Photographers Gallery ist wirklich immer einen Besuch wert, wenn man in London ist.

  5. 05

    Oh ja, das europäische Verständnis von Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit! Dass es in den 70’ern noch faschistische Diktaturen in Europa gab, dass es in der östlichen Hälfte zwar ziemlich gleich, aber nicht gerade gerecht oder gar frei zuging, dass in Westdeutschland rote Terrorgruppen rumbombten… all das können wir ja mal gekonnt ignorieren. Immerhin wird so die Welt auch einfacher.

  6. 06

    @Christoph Kratistos:

    94 war ich da.
    und ich sage doch: wir nähern uns an.

  7. 07

    @Malte: Den Klugscheißerdiskurs lass ich weg. Du weißt schon, wie ichs mein -> USA statt Amerika für die USA sagen ist besser, glaube ich.

    Weil: Z.B. auch Brasilien ist Amerika. Als ich dort einmal ebenfalls mit Amerika nur die USA meinte, waren sie zwar nicht ganz böse, aber haben mich doch überzeugt, dass es einfach falsch ist. Und diese Überzeugung möchte ich verbreiten :). Was meinst du? Es gibt mehrere Gründe, die könnte man ja bei Bedarf noch ausgraben

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