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Medien sind Macht

Ich musste den Text von Michael Hanfeld in der FAZ zu den Eckdaten des kommenden 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags dreimal lesen, bevor ich glauben konnte, dass er tatsächlich das meinen könnte, was dort stand. Aber von vorn:

Die öffentlich-rechtliche Idee

Die Idee der öffentlich-rechtlichen Medien ist, einfach ausgedrückt, die der staatsunabhängigen Versorgung der Bevölkerung mit Information, Unterhaltung und Bildung. Finanziert wird das Ganze durch Gebühren, die jeder Besitzer eines entsprechenden Empfängers zu bezahlen hat.

Bis vor einigen Jahrzehnten funktionierte diese Idee ziemlich gut: Um 20 Uhr wurden in Deutschland die meisten Ladeneinbrüche verzeichnet, denn die Ladenbesitzer saßen wie der Rest der Nation vor der Tagesschau, statt liberale Ladenöffnungszeiten zu genießen; am Montag unterhielt man sich entweder über den „Großen Preis“ oder den „Tatort“ vom Wochenende und die Supermodelle kamen von Airfix oder Revell; nachts wurde ob des Sendeschlusses geschlafen statt telefoniert; und wer Pornos sehen wollte, musste ins Kino gehen, wo man sogar noch ‚n Bier und ‚n Korn bekam. Und was waren wir gebildet!

Die Privaten

Dann, Mitte der 80er, wurden Privatsender zugelassen und ich erinnere mich an heftige Diskussionen. Medienfachleute befürchteten mit Blick nach Amerika eine Medienkonsum-Flut sowie eine Verflachung der Inhalte nicht nur bei den Privaten, sondern auch bei den Öffentlich-Rechtlichen, die ihr Programm ob der neuen Konkurrenz ebenfalls anpassen müssten — nach unten, natürlich.

Die Bedenken der Medienforscher wurden von der zuständigen Politik belächelt: Am Ende entscheide schließlich der Zuschauer, und das bessere Programm werde sich daher durchsetzen. Das Gegenteil der Befürchtungen werde eintreffen: Die inhaltliche Qualität würde steigen, alle Deutschen schlauer werden und Bier wachse von nun an an Bäumen. Sogar darüber, dass niemand mehr Thomas Gottschalk ertragen müsse, wurde orakelt.
Und so bekamen wir Stefan Raab.

Das Internet

Nur wenige Jahre nach den ersten Bierbäumen wuchs das Internet so weit heran, dass man von einer neuen Medienform sprechen konnte. Private wie Öffentlich-Rechtliche strömten ins Netz und begannen, ihre Inhalte auch dort zu präsentieren, wo ein paar Spinner die Zukunft vermuteten. Und schon ging der Zank los. Denn, so argumentierten die Privaten, während sie die enormen Kosten der Digitalisierung selbst, also durch Werbeeinnahmen zu finanzieren hätten, könnten die Öffentlich-Rechtlichen auf Gebühreneinnahmen zurückgreifen. Und das wäre unfair: TV und Radio sei ja noch okay, aber öffentlich-rechtliches Internet? Davon sei nie die Rede gewesen.

Und wieder war es die Politik, die den Privaten zur Seite stand: 0,75% der Gebühreneinnahmen dürfen die Öffentlich-Rechtlichen derzeit in ihre Netzarbeit stecken, und alle Inhalte müssen einen direkten Bezug zu einer TV- oder Radiosendung haben.

Die Zukunft

Und nun wird es noch enger für die gebührenfinanzierten Sender. Zwar soll die 0,75%-Grenze fallen, doch wenn es nach Internet- und Medienexperten wie Koch, Beck und Wowereit geht, dann gibt es bald eh nicht mehr viel auszugeben: Die Internetangebote der Öffentlich-Rechtlichen sollen auf keinen Fall der „elektronischen Presse“ ähneln (dürfen also bspw. keine individuellen, tagesaktuellen Nachrichten publizieren), nur beschränkten Unterhaltungscharakter besitzen und sowieso soll alles nach einer Woche gelöscht werden, es sei denn, es handelt sich um Sportereignisse, diese sind bereits nach 24 Stunden aus dem Internet zu entfernen.

Medien sind Macht

Nun könnte man meinen, bei dieser Beschränkung der vom Volk nicht zimperlich finanzierten Medien ginge es um politischen Einfluss auf die Medien (und auf den der Medien auf die Politik), doch nein, nein, ganz anders, erklärt der zu Beginn dieses Textes erwähnte Michael Hanfeld: Die Beschränkung der öffentlich-rechtlichen Medien im Internet sichere die Pressefreiheit! Denn gegen die Konkurrenz der Gebührenfinanzierten im Internet käme die privat finanzierte Presse ja gar nicht mehr an, die laut Hanfeld „frei von staatlichem Einfluss und frei von staatlich finanzierter ‚Konkurrenz'“ sein müsse.

Nun schreibt Hanfeld leider nichts vom Einfluss der Wirtschaft auf die „freie Presse“ und auch nichts von Sendaufträgen oder Grundversorgung, und er definiert den öffentlich-rechtlichen Gedanken zwischen den Zeilen als quasi „Staatsmedientum“ — als habe er noch nie etwas von parteipolitischer Einflussnahme auf frei finanzierte Medien gehört oder gelesen. Und am Ende natürlich, wie bei allen derzeitigen Fragen: Die EU hat gesagt, wir sollen das so machen.

Es gibt keinen Zweifel daran, dass es viel zu tun gibt bei den Öffentlich-Rechtlichen: Fragen nach der Verwendung der Gebühren, nach Organisations- und Programmstrukturen müssen ebenso geklärt werden wie Schleichwerbungsskandale. Doch eine weitere Beschneidung der öffentlich-rechtlichen Netzaktivitäten ist ein fataler Fehler und entscheidet über die Köpfe derer hinweg, die ein Recht auf die von ihnen finanzierten Inhalte haben, und zwar möglichst überall und möglichst frei.

Demokratie braucht Öffentlich-Rechtliche

Ich sorge mich nicht um privat finanzierte Medien, denn dass Platz (und Kapital) für viele da ist, zeigen Vergangenheit und Gegenwart. Aber ich sorge mich um Formate, die nicht allein von Einschalt- oder Klick-Quoten bestimmt werden, um werbefreie Formate für Kinder, um Inhalte, die keine Rücksicht auf Werbekunden nehmen müssen.

Und so bleibe ich dabei: Eine Demokratie braucht öffentlich-rechtliche Medien, auch und besonders im Internet. Die Etablierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland orientierte sich nach dem Zweiten Weltkrieg am Vorbild der britischen BBC. Dorthin sollten die Blicke, zumindest teilweise, auch jetzt wieder gehen. Denn Michael Hanfeld kann ich nur in seinem letzten Satz zustimmen:

Es steht viel auf dem Spiel.

Mehr Meinungen:
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Lumma
u.v.a.

69 Kommentare

  1. 01
    nibbler

    Dem kann ich nur zustimmen. Danke.

  2. 02
    sebaso

    *unterschreib*

  3. 03
    Al

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel. Wenn man die „alteingesessenen Medien“ dieser Tage liest/hört/sieht, kriegt man zu diesem Thema nichts als Propagandamüll um die Ohren gehauen.

  4. 04

    ich möchte hiermit meine Zustimmung ausdrücken

  5. 05

    Ich muss dir auf das heftigste widersprechen. Du beschreibst ein Ideal der öffentlich rechtlichen Sender das es so schon lange nicht mehr gibt.

    Wenn wir das Angebot einmal grob rastern ergibt sich ein endloser Schwall von völlig unnützen Sendungen, die so oder ähnlich als „Unterhaltung“ weltweiter Einheitsbrei sind. Das sind rund gerechnet 70 Prozent des Sendevolumens.

    Dann lass uns die 10 Prozent guten Fersehens nehmen, die aber meist auf Arte, 3sat oder in anderen Nischen stattfindet. Als zu einer Zeit wo sich bei anderen Sendern Damen obenherum befreien um angerufen zu werden, dann aber noch nicht einmal Telefonsex bieten.

    Dazu kommen 10 Prozent Musik- und Kulturfernsehen das ich nicht beurteilen kann, weil ich Kottlett und Hamlett mit dem gleichen Organ verarbeite.

    Zum Schluss bleiben 10 Prozent politische Berichterstattung oder Talkshow, wo die immer gleichen Propagandisten der Neoliberalen auftreten und zusammen mit unerträglichen Politikern und Moderatoren oder Moderatorinnen eine Heilslehre verkünden, die den sozialen Zusammenhalt in diesem Land in den letzten 20 Jahren vollständig zerstört hat. Eine „Berichterstattung“ die schlimmer ist als jede Schleichwerbung. Ob jemand nun eine Schokolade kauft, weil sie von Heidi Meier gegessen wird, ist nicht so schädlich wie diese fortwährende Gehirnwäsche, mit angeblichen Nachrichten und Meinungen.

    Das was an sinnvollem Fernsehen übrig bleibt, reicht knapp für das Abendprogramm eines öffentlichen Senders und ein paar Tagessendungen am Wochendende. Der Rest ist Gebührenverschwendung.

    Wenn wir den Menschen morgen am Tag die Entscheidung überlassen ob wie Gebühren zahlen wollen oder nicht, sind die Sender übermorgen pleite. Wenn ich den Spass der Rundfunk- und Fernsehleute subventioniere dann könnten doch eigentlich auch unsere Blogs per Zwangsgebühr finanziert werden.

    Subvention nützt niemanden, wenn es nicht um persönliche Hilfe zum Unterhalt geht. aber sie schadet allen.

  6. 06

    @Jochen Hoff: du hast recht. lass uns einfach alles dicht machen.

  7. 07
  8. 08

    Wir haben eine gute Zeitungs- und Magazinlandschaft ganz ohne Öffentlich-Rechtliche und wir haben gute Internetseiten auch ohne die Öffentlich-Rechtlichen. Und wir haben Programme im Öffentlich-Rechtlichen, die sich auf dem Niveau der Privatsender befinden, aber von Gebühren finanziert werden. Die Öffentlich-Rechtlichen sind im TV-Bereich den Privatsendern immer ähnlicher geworden – warum sollen sie mit identischen Produkten online privaten Konkurrenz machen dürfen? Sie werden andere Initiativen – auch unternehmerische blockieren – aber zu glauben, dass sie Qualitativ besser sein werden als private Anbieter es online sind, gibt es nach den Erfahrungen im TV keinen Grund. Es gäbe nur einen weiteren, zwangsfinanzierten Wettbewerber. Warum sollte das zugelassen werden?

  9. 09

    Privat hat die gleiche Qualität wie die Öffentlich-Rechtlichen? Warum bekomme ich davon nichts mit…

  10. 10

    @Jochen Hoff: Die wenigen Prozent Qualität in den ÖR möchte ich nicht missen, da ich sie so bei den Privaten nicht finden kann. Und ich bin daher bereit dafür zu bezahlen!

    Und deine Vergleiche lassen sich nicht eins zu eins aufs Internet übertragen, da es sich dabei um einen ganz anderen Vertriebsweg handelt, der ganz andere, zahlreichere Möglichkeiten für Konsument und Akteur (in einer Person) bietet.

  11. 11

    @nilsn:

    Weil du selektiv wahrnimmst. Ich unterschreibe dir ja gerne das die privaten Mist sind, genau wie die öffentlichen. Die privaten muss ich aber nicht mit einer Zwangsgebühr bezahlen zu deren Eintreibung man ständig Rechtsverstöße begeht und zumindest zweifelhafte Bespitzelungsmaßnahmen durchzieht.

    Das gleiche Fernsehen das den Armen immer erzählt, das sie selbst schuld sind, möchte aber genau von dem Geld der Armen subventioniert werden. Wenn sie schon neoliberal und wirtschaftsfaschistisch sein wollen, dann sollen sie sich ihr Geld doch bitte bei ihren Auftraggebern abholen und nicht beim Bürger.

    Niemand will sie verbieten. Wenn sie zahlende Kunden finden in Ordnung, wenn sie ihr Geld von der INMS bekommen finde ich das auch ok, weil sie ja für Kannegiesser arbeiten. Nur mein Geld und meine Steuern sollen sie nicht bekommen. Das ist alles.

    Um es ganz deutlich zu sagen. Die öffentlich rechtlichen arbeiten eher an der Vernichtung, als an der Unterstützung der Demokratie.

  12. 12

    @Paule:
    Ich habe gar nichts dagegen das du sie bezahlen willst. Das ist doch schön. Ich will sie nicht bezahlen. Sie müssen jetzt nur genügend Zahlungswillige finden und ihr Progamm verschlüsseln. Ist doch technisch gar kein Thema. PayTV gibt es doch schon lange. Wahrscheinlich könnten sie einen von 10 Zuschauern halten und die müssten dann eben das zehnfache der heutigen Gebühr zahlen.

    Wie du meinst soviel sind sie dir nicht wert. Dann wird man sie schließen oder verkaufen müssen. Mir sind sie nichts wert, eigentlich möchte ich das Geld aus Jahrzehnten wieder haben.

  13. 13
    westernworld

    johnny begreif es endlich, die staatsform der bundesrepublik deutschland ist die der repräsentativen plutokratie, wahlen sind nur noch ein legitimatorisches feigenblatt.

    die medien sind ein spiegelbild dessen, kein vollständiges. aber ein weitgehendes.

    wenn der kapitalseite unangenehme parteien die macht zu übernehmen drohten würde man dem schon beikommen.

    so weit wird es aber nicht kommen, wozu gibt es schließlich wahlcomputer.

    dieses system ist korrupt bis ins mark und das schließt ausdrücklich die grünen und die sog. linke mit ein.

    es gibt keinen ausweg mehr es gibt nur noch „¦

  14. 14
    westernworld

    @Jochen Hoff: du bezahlst die privaten selbstredend mit. jedesmal im super-, media-, drogerie- und sonstwas markt.

  15. 15
    westernworld

    @Stefan: du bist als journalist partei dir geht es nicht um das gemeinwohl dir geht es nur um deine eigene lohntüte sei so ehrlich und schreib das dazu.

    (Rest editiert von Johnny: Sorry, aber hier werden keine Kommentatoren so „geoutet“, ansonsten müsste jeder seinen Beruf angeben — es ist außerdem wohl kaum etwas dagegen zu sagen, wenn auch Journalisten mitdiskutieren)

  16. 16

    Alles Blödsinn

    Wir werden mehr oder weniger gezwungen GEZ-Gebühren zu zahlen.
    [Vergl. Abonnement]
    Eine Sinnvolle Ausgabe der Gelder für die digitale Information ist gut!

    Die Printmedien sind weitestgehend online sehr aktiv.
    Dort finden sich auch Foren u. Blogs. Wie Verwerflich
    ist das gegenüber Privat finanzierten Webauftritten ?

  17. 17

    @Jochen Hoff: Ich hab schon gedacht, dass gar niemand widerspricht! :)

    Wie so oft basiert meine Einstellung zu einem großen Teil auf persönlicher Erfahrung, ein gutes Jahrzehnt in einer öffentlich-rechtlichen „Anstalt“ hat mir gezeigt, dass sicher nicht alles nur super ist, dass aber die Redakteure zum größten Teil für gute Inhalte arbeiten — etwas mehr als ein Jahrzehnt in der Zusammenarbeit mit „freien“ Medien aller Art vergingen hingegen fast nie, ohne dass Verkaufszahlen, Einschaltquoten oder Werbegelder eine gewichtige Rolle bei Entscheidungen spielten, auch bei inhaltlichen.

    Na klar habe ich ein Idealbild vor Augen, und ich werde keineswegs meine Hand für die Verstrickungen oder Fehltritte der einzelnen ö.-r. Sender (oder vermutlich ihrer leitenden Kräfte) ins Feuer legen.

    Aber.

    Das Pay-TV-Beispiel meinst du nicht ernst, oder? Es würde mich wundern, wenn du plötzlich „den Markt“ entscheiden lassen wolltest. Denn bei der ö.-r. Idee geht es eben auch genau darum, dass nicht allein die Masse entscheidet (ja, wieder das Ideal, na klar).

    Ich halte die Art, wie mit den Gebühren(eintreibungen) umgegangen wird, auch für sehr zwiespältig. Trotzdem ist das Prinzip einer Art „Mediensteuer“ nicht falsch. Mag sein, dass dir nur 5% der Inhalte etwas nützen, dann finanzierst du (in der Theorie) halt das mit, was andere interessiert oder für andere von Belang ist, das ist in anderen Bereichen genauso — ich hoffe, du bist/warst/wirst nie arbeitslos, dennoch zahlst du (falls du Angestellter bist) in die Kasse ein. Anderes Beispiel: Jedes kleine Unternehmen zahlt in bestimmte Kassen ein (AOK, KSK etc.), selbst wenn es oder seine Mitarbeiter gar nichts davon haben. Dennoch ist das nötig, nur so funktioniert es. Deine Steuern zahlen das Freibad, selbst wenn du Nichtschwimmer bist, sie zahlen die Schulen, auch wenn du kinderlos bist „¦ usw.

    Im Grunde müssten die Gebühren ein solidarischer Akt sein, der jedoch auch Transparenz und Offenheit mit sich bringen müsste. Wenn alle nur noch das zahlen würden, wovon sie direkt etwas haben oder was sie gerne zahlen, dann könnten wohl einige Institutionen dichtmachen, von denen sicher auch du ein paar vermissen würdest.

    Das Thema ist gewaltig und natürlich sehe ich auch große Schwachstellen im System. Mich interessiert aber in erster Linie, welches System besser wäre und das ist ganz sicher nicht das des Marktes, nicht in Sachen Medien.

    Selektive Wahrnehmung würde ich dir auch unterstellen wollen, eben in der anderen Richtung.

    Und an andere Stimmen, die davon reden, dass die Privaten wenigstens nichts von ihnen bekommen: Sorry, aber mir nimmt jeder Spielfilm auf Pro7 oder sonstwo wertvolle Minuten meines Lebens durch Werbeunterbrechungen.

    Das ganze Thema möchte ich gerne demnächst nochmal im kulturellen Bereich angehen, denn auch dort wird bald ein Überleben der Schaffenden nur noch durch Industrie-Unterstützung, also Werbung, möglich sein „¦ dabei bin ich noch nicht sicher, ob das nur schlimm sein muss.

    Vielleicht hat sich so viel geändert, dass meine Denkweise in einigen Punkten schon konservativ ist. Wenn aber die Zukunft der Medien eine ausschließlich private sein soll, dann bin ich das gerne.

  18. 18

    @Johnny Haeusler: Danke, dass du meine Gedanken nochmal etwas umfangreicher ausgeführt hast!
    ;-)

  19. 19

    In diesem Zusammenhang finde ich es erstaunlich, daß noch niemand auf die exzellenten Forderungen von Netzpolitik hingewiesen hat, dies sei hiermit getan:

    http://netzpolitik.org/2008/forderungen-fuer-eine-zeitgemaesse-netzpolitik-20/

    Insbesondere die wegweisende Feststellung das im TV nix mehr zu holen ist und das Gebührenfinanzierte Inhalte dem Netzbürger unter offenen Lizenzen zugänglich gemacht werden sollen finde ich netzdemokratisch schlüssig (entgegen den „Hippie“ rufen, die ich bereits erschallen höre).

    Was die Wettbewerbsverzerrung ausmacht, ist schließlich nicht die *Produktion* der ÖR-Formate (über deren Qualität sich streiten lässt) sondern die ökonomischen Verwertungsketten die sich von Produktionsstudios über den Bücherverkauf bis zum Servicebetrieb für Filmschaffende zieht. Wird diese Kette durchbrochen, indem z.B. jeder Bundesbürger lizenztechnisch in der Lage ist das von seinen Steuergeldern erzeugte Programm zu remixen, zu brennen und mit Zusatzmaterialien zu versehen sieht das Ganze anders aus. Das wäre dann Mitmachkultur. Wie wäre es z.B. wenn eingetriebenes GEZ Blutgeld für Dinge wie Wikipedia ausgegeben würden? Wie wäre es wenn Videostreamquellen geöffnet würden und man Bürgerseitig die Digitalen Archive der ÖR Sender für eigene Medienproduktionen verwenden darf? Von mir aus mit Creative Commons, damit sich die Privaten nicht eine Goldene Nase verdienen.

    ÖR muss heute einfach anders definiert werden, da sich die Zeiten, wie du schreibst ja bereits derart geändert haben. Da hilft es auch nichts immer wieder zu jammern, daß „Monitor“ das letzte große Rettungsboot des Investigativjournalismus ist etc.

  20. 20

    @westernworld:

    Ja da hast du recht, allerdings bedeutet massive Werbung die mir auffällt für ein Produkt, das ich es bewusst nicht kaufe. Aber da ich bei Beginn der Fernsehwerbung eh wegschalte und selten mal was im Fernsehen sehe, zahle ich natürlich mit.

    Aber muss ich deshalb auch noch die öffentlich rechtlichen bezahlen. Ich glaube nicht. Sollen sie sich werbefinanzieren.

  21. 21

    @Johnny Haeusler:
    Johnny ich hätte überhaupt nichts gegen eine Mediensteuer und natürlich sehe ich die Dinge selektiv.

    Ich wünschte mir zum Beispiel alle Schulstunden in allen Fächern von der ersten bis zur letzten Schulstunde ins Internet und alle Vorlesungen dazu. Weil ich den Leuten Bildung nachtragen möchte. Steuerfinanziert. Das Geld ist nicht da, das muss ich akzeptieren.

    Wenn aber gleichzeitig 6 Milliarden übrig sind um im wesentlichen die Propaganda der Neoliberalen und Trivialitäten zu verbreiten, dann bin ich der Meinung, sollten wir dieses Geld auch einsparen.

    Es geht wie immer um eine demokratische Kontrolle. Da wir meiner Ansicht nach keine Demokratie mehr haben und uns sehr zügig in Richtung einer Diktatur bewegen, wird das Fernsehen als Staatsfernsehen immer so bleiben wie du es willst. Das haben sie von Goebbels gut gelernt.

    Im Endeffekt wollen sie den Verblödungsstrahler haben um die Massen dumm zu halten. Die gehen eben heute nicht mehr in die Kirche, wo die Pfaffen sie dumm halten könnten. Das erledigt das Fernsehen. Das der Staat uns arm macht, sieht jeder selbst. Dumm und arm sind die Voraussetzung für Unterdrückung ohne Gegenwehr.

    Natürlich will ich kein PayTV, obwohl es mir egal sein könnte, auf das wenige das ich sehe könnte ich auch verzichten. Ich bin aber der Meinung das wir die ÖR nur damit bedrohen können, das wir ihnen das Geld verweigern. Vielleicht gibt es dann doch irgendwann mal Grenzen die auch die nicht überschreiten.

    Das es bei den kommerziellen nur um Kommerz ist doch klar. Da geht auch der blödeste Zuschauer davon aus, das er betrogen wird. Wer seine Aktien nach den Ratschläge von n-tv und n24 kauft, kann die Kohle auch gleich aus dem Fenster werfen. Man muss wissen, das es sich da um Dauerwerbesendungen handelt.

    Aber bei den ÖR glauben die Leute dort würde Wahrheit verkündet oder doch zumindest nah an der Wahrheit berichtet und diskutiert. Genau das ist aber nicht der Fall. Wenn dir dein Arzt ein weißes Pulver gibt, das du durch ein silbernes Röhrchen in die Nase ziehen musst, dann gehst du davon aus, das es ein für dich richtiges Medikament ist. Aber wenn er dir Koks liefert und du nur ständig breit durch die Gegend läufst dann ist das ein schlimmer Betrug.

    Der Koksdealer „darf“ mit Koks dealen, der Arzt nicht.

  22. 22
    hans

    Die öffentlich-rechtlichen stecken per Definition in einem Dilemma. Einerseits müßen sie Demokratie fördern indem sie kritische, also nicht der Mehrheitsmeinung entsprechende Inhalte publizieren, andererseits müßen sie sich demokratisch legitimieren indem sie Inhalte für alle und nicht nur für eine Bildungselite anbieten.

    Will man Ö.R und Private behalten, behält man auch das Dilemma.

    Hm, das eigentliche Thema kommentier ich hier nur sehr allgemein, aber ist schon getippt.

  23. 23
    MakeAMillYen

    Wie waers denn mit oeffentlich-rechtlichem PayTV? ARD und ZDF verschluesselt, wer es sehen moechte, zahlt Gebuehren.

    Ach, und nen Schritt weitergedacht: Wenn sich das dann selber traegt und als Modell etabliert hat, kann man es privatisieren.

    Voila! Problem geloest, naechster bitte. ;-)

  24. 24

    Ich bin alles andere als ein Medienexperte, aber ich kann mir vorstellen, dass es Projekte wie ZDF Dokukanal, arte, Phönix und die vielen Regionalangebote ohne öffentlich – rechtliche Sendeanstalten nie gegeben hätte. Es wäre in meinen Augen ein Verlust, gäbe es sie nicht. Da würde ich lieber z.B. auf RTL verzichten. Was das mit dem Internet auf sich hat, insbesondere wenn es um die Verweildauer von Beiträgen im Netz geht, da kann ich nicht folgen. Wenn ich mir irgendeinen alten Schinken ansehen will, ist mir doch egal, ob der privat oder öffentlich – rechtlich im Netz gelandet ist. Jeder meiner unwichtigen Blogbeiträge ist durch diese Technologie nahezu unsterblich und die Pleite gegen Kroatien müsste jetzt schon wieder aus dem Netz gelöscht sein, weil aus gebührenfinanzierter Quelle. Na ja – schlechtes Beispiel ;-) Nein, im Ernst, glauben unsere Politiker wirklich an den blanken Unsinn, den sie da zusammenschustern? Oder hängen die den ganzen Tag zugedröhnt in der Bundestagskantine?

  25. 25

    Ohne öffentlich-rechtliche Medien wäre ein hohes Kulturgut verloren. Ich hasse das RTL-Niveau

    P.S.: Ein dickes Lob an dieser Stelle mal für Deinen Podcast, „Kollege“! Weiter so!!!!

  26. 26
    Stephan

    Ich bin es leid. Jedesmal wenn es um die ÖR geht, muss ich mir das gleiche dumme Geschwalle anhören: „Staatsrundfunk! Muss PayTV sein! Mir doch egal, ich wills nicht bezahlen!“ Der selbe gelbe Mist allenthalben, und die NAchplapperer haben keinen blassen Schimmer, warum es die ÖR gibt, wie sie arbeiten und noch weniger Phantasie beweisen sie, enn sie sich mal ausmalen sollen, was ohne ÖR los wär. Es wird schön wiedergekäut was die Privaten propagieren: „Mit Gebühren könnt ich das auch!“ Darauf antworte ich mit Hagen Rether: „Ja dann machs doch Du Arschloch!“. Man kann sich mal angucken wieviele Produktionsfirmen für die ÖR arbeiten. Und dann werft mal einen kritischen Blick darauf, welcher Qualität das ist und welcher Qualität jene Sendungen sind, die direkt om ÖR produziert werden.

  27. 27
    Stephan

    Halten wir mal fest: Nur das, was die ÖR selbst produzieren, landet im Netz. Alles was zugekauft ist, darf nicht ins Netz. Ihr müsstet Jubeln, dass ihr Euch – ganz ohne Aufwand – das Zeug IMMER und JEDERZEIT WIEDER angucken könnt. Prinzipiell behaupte ich sogar, dass ist eigenltich Euer gutes Recht und ihr bekommt es sogar. Jetzt kommen ein par neogelbe daher und wollen Euch das einfach nehmen. Das innovativste Fernsehen, nämlich jenes, welches den Weg tatsächlich ins Netz gefunden hat, TV2.0 quasi, das soll verboten werden. Drüber gelacht hat man, wie Rückständig „das Fernsehen“ doch sei [0]. Unfug, jedenfalls bei den ÖR. Seid ihr blöd Euch das bieten zu lassen? Die Privaten machen das nicht, weil die Konkurenz der ÖR existiert? Wie logisch ist das denn? die kriegen es nicht gebacken! Und Geld ist da sicher nicht das Problem.
    [0] http://www.spreeblick.com/2008/05/20/im-test-tv-kurzer-hype-oder-dienst-mit-mehrwert/

  28. 28

    @Stephan:
    Ich mag Leute die ausgerechnet mir erklären wollen das ich neogelb sei, nur weil sie ihre private Pfründe retten wollen.

    Aber besonders dreist in der Hinweis auf die tollen Produktionsfirmen die die Produktionen noch zusätzlich verteuern. Kerner macht Kerner und verkauft Kerner. Für wie blöd hälst du mich eigentlich du Komiker.

    Hagen Rether profitiert davon das es die öffentlich rechtlichen gibt, weil Hagen Rether nicht bei den privaten vorkäme. Allerdings ist Hagen Rether keine 6 Milliarden wert. Wirklich nicht. Lass den Leuten ihre Fernsehzwangsgebühren und sie können Rether live sehen. Sogar zweimal im Jahr.

    Es sind Leute wie du, die in genau der neoliberalen Art argumentieren. Um Hagen Rether zu sehen müssen wir den ZDF Intendanten und Anne Will bezahlen. Nein müssen wir nicht Hagen Rether können wir überall sehen und 6 Milliarden sparen oder sind es schon 7 Milliarden.

  29. 29
    Stephan

    @Jochen Hoff: Es hilft nichts jedesmal wieder das Scheinargument „schlechten Fernsehens“ zu bringen. Es ist nicht so, und deine Gefühlten Anteile werden auch nicht durch Prozenzeichen dahinter wahrer.
    Und sicher müssen wir nicht Anne Will und Herrn Markus Schächter bezahlen Nein, damit jeder zahlt etwas zu sehen bekommt, dass er sehen will wird bezahlt. Das Hagen Rether 6Mrd Gage bekäme, wär mir neu – und angesehen hab ich ihn mir auf der Bühne, nicht in der Glotze.
    Die Eintreibung der Gebühren und wer alles zahlen muss halte ich momentan für Mist. Deswegen werde ich aber nicht so dumm sein, gleich die Sense über den ÖR zu fordern.
    Zu den Produktionsfirmen hatte ich gemeint, dass auch die ÖR wie jeder Sender Geld am Markt ausgeben. Ob man Kerner von Kerner für Kerner kaufen muss sei dahingestellt. Aber läufts nicht im ÖR kaufts einer der Privaten. So what? Ich seh keinen schweren Schaden, der hier entstünde. So vorbei am Geschmack kanns nicht sein, sonst wärs abgesetzt. Ja, Grundversorgung heißt Informations-, Bildungs- und Unterhaltungsauftrag, auch wenn ich Quark wie Kerner selbst nichts abgewinnen kann. Deinen gefühlten Müllanteil in Ehren, aber Du bist nicht der GeschmacksTÜV.

  30. 30

    @Stephan:
    Lieber Stephan,

    um Deine Ausführung zu vervollständigen, erlaube ich mir zusätzlich
    darauf hinzuweisen dass ‚Kerner‘ von Spiegel.TV produziert wird.
    Aber das wusstet Ihr bestimmt schon vorher.

    P.s.:
    Wenn ich schon zahlen muss,
    will ich auch eine Dementsprechende Gegenleistung.

    Alles Gute

  31. 31

    Schade finde ich, dass sogenannte „Bürgermedien“ aus der Diskussion ausgeklammert werden. Freie Radios, Unifunk, offene Kanäle, (Blogs?) haben durchaus auch ihre Berechtigung und Wichtigkeit in der Medienlandschaft!

  32. 32

    Normalerweise sollten doch die Entscheiden, was die Öffentlichen im Netz bringen sollen, die es bezahlen. Aber die fragt sowieso keiner! Das Dilemma ist, die öffentlichen haben ihr Geld schon, also her mit dem Produkt das was wir wollen und zwar im Netz. Die privaten müssten sich erst was einfallen lassen, wie sie an das Geld der Nutzer im Netz kommen, ob Werbung da auf dauer reichen wird?

  33. 33
    Georg

    Meine Gedanken zu dem Thema:
    * in den USA gibt es keine ÖR-Sender. Information kommt nur aus CNN, CBS und anderen Murdock-Kanälen. Ist deshalb die Demokratie in den USA gefährdet?

    * 6 Mrd. € stehen den ÖR Jahr für Jahr zur verfügung. Das ist ne Menge Zaster. Damit kann man viele Leute auf der Gehaltsliste halten. z.B. auch Hr. Sommer von verdi und andere abgehalfterte Politiker.

    Mein Fazit: Privat nicht GEZahlt. In der Firma zahle ich für „neuartige Rundfunkempfänger“.

  34. 34

    @Georg:

    Es gibt zwar in den USA keine Oeffentlichen-Rechtlichen Sender wie z.B in Deutschland und Grossbritannien, aber etwas mehr als CNN, CBS und Murdoch gibt es schon:

    National Public Radio zum Beispiel und das Fernsehgegenstueck PBS.

    Was die inhaltlich bringen kann und will ich nicht beurteilen, aber laut dem was ich dort lese sind die zumindest teilweise mit ihren Europaeischen Gegenstuecken zu vergleichen.

  35. 35
    homecage

    Das darf ja wohl nicht wahr sein! Wo muss ich denn unterschreiben?

  36. 36

    Nichts hinzuzufügen. Wollte nur meine Zustimmung deutlich machen.

  37. 37
    Guderian

    Das schöne am Internet sind weder die öffentlich-rechtlichen Seiten noch die privaten Sender und Zeitungen. Es ist der ganze Rest, der weder mit dem einen noch mit dem anderen Mist zu tun hat. Von mir aus können beide Welten zugrunde gehen. Wenn man mal ehrlich ist, informiert sich doch niemand über die Seiten von http://www.ard.de. Diese seichte Plörre ist kaum weniger ätzend als der tendenziöse Journalismus auf http://www.welt.de. Der Verlust für die Bevölkerung wäre nicht halb so groß, wie es sich die öffentlich-rechtlichen Beamten vorstellen.

  38. 38

    Wie findet ihr es, dass die Ö-R stark limitiert werden sollen, wenn sie sich im Internet engagieren, und wenn sie die vorhandenen und kommenden Inhalte den Gebührenzahlern im Netz zur Verfügung stellen wollen?

    Das ist die Frage, denn darum geht es im Artikel.

    Darauf zu antworten, dass man Ö-R blöd findet, geht am aktuellen Thema komplett vorbei.

  39. 39

    @Johnny Haeusler:

    Ich finde Ö-R klasse. Genauso aber auch Private, so sie denn gut gemacht sind. Aber das willst Du ja gar nicht hoeren ;-)

    Also:

    Ich bin ja in der gluecklichen Situation dass ich fuer meine „neuartigen Empfangsgeraete“ (noch) keine Gebuehren zahlen muss. Fuer mein Radio auch nicht, wo ich praktisch nur Ö-R Radio hoere. Da ich keinen Fernseher habe (bzw kein „live-Fernsehen“ gucke, davon haengt das hier naemlich ab) zahle ich im Moment gar nichts.

    Aber mal angenommen ich muesste Gebuehren bezahlen:

    Wenn ich fuer etwas bezahle(n muss) moechte ich natuerlich die volle Leistung dafuer bekommen. Die gleiche Leistung (oder zumindest mehr oder weniger vergleichbar) wie was andere fuer ihr Geld bekommen.

    Ich kann ehrlich gesagt keinen so furchtbar grossen Unterschied zwischen Fernsehen, Radio und Internet erkennen. Fuer mich ist das alles nur eine Technologie, ein Kanal. Das Internet als neue Technologie ersetzt zumindest teilweise das Fernsehen und Radio, so wie das Telefon den Telegrafen ersetzt hat oder das Auto die Kutsche.

    Die Frage/Diskussion was Ö-R im Internet (oder auch generell) tun kann/soll/darf/muss beschraenkt sich ja nicht auf Deutschland. Hier in Grossbritannien gibt es eine aehnliche Diskussion, um die BBC Charter, die Gebuehren, „Biased BBC“ und vieles mehr.

    Allerdings habe ich das Gefuehl dass die „privaten“ hier wesentlich cleverer im Netz agieren als in Deutschland. Hier waren sehr viele der ersten Blogger Journalisten und so einige der grossen Zeitungen (insbesondere der Guardian) haben sich sehr frueh dem Internet geoeffnet. Einige sehr erfolgreich, einige weniger und einige waren etwas inkompetent. So wie halt ueberall.

    Zwar gibt es auch hier Leute die gerne die Interwebaktivitaeten der BBC beschraenken moechten, aber ich habe eher das Gefuehl das ist politisch motiviert („Biased BBC“ usw). Natuerlich auch teilweise wirtschaftlich, aber ich habe den Eindruck dass der Guardian, Times Online und wie sie alle heissen keine allzugrosse Angst vor der BBC im Netz haben.

    Beantwortet das Deine Frage etwas?

  40. 40

    @Johnny Haeusler:
    Nein es ist Teil des Themas. Die ÖR wollen uns doch nur mit einem Trostpflästerchen kaufen. Früher durfte ich noch frei ins Internet. Heute muss ich die ÖR bezahlen um mir meine Informationen im Netz zu holen. Ich will die überhaupt nicht im Internet. Hätte ich es zu entscheiden, wäre jede Aktivität der Gebührenerpresser im Internet illegal.

    Damit ich hier einen Kommentar schreiben kann muss ich GEZ bezahlen. Die haben kurzerhand das ganze Internet unter ihre Fuchtel gebracht. Was gibt dem ZDF Intendanten das Recht, die Leser von mir und dir abzuzocken.

    Nein Johnny, die ÖR sind reine Abzocker. Sie gehören auf Null reduziert. Was hindert die denn daran morgen von dir eine Anbietergebühr zu verlangen. Wetten das es dafür Pläne gibt.

    Die ÖR müssen aufgelöst oder privatisiert werden. Dieses Problem lässt sich nicht in Teilprobleme auflösen.

  41. 41

    Abschnitt „Die Zukunft“: Diese Darstellung ist gelinde gesagt unvollständig. Das, was die öffentlich-rechtlichen Sender eigentlich ausmachen sollte, nämlich Informations-, Bildungs- und Kulturprogramme zu senden, kann länger im Netz archiviert werden.

    Was „individuelle, tagesaktuelle Nachrichten“ sein sollen, weiß ich nicht genau. In jedem Fall dürfen die Sender, alles was Sie an Nachrichten senden, auch online stellen und dies mit ergänzenden Informationen als Text, Bild, Video oder Audio anbieten.

    Darüber hinaus können die Anstalten ohne jeden Sendungsbezug Audio- und Videomaterial in den oben genannten Bereichen sowie für zeit- und kulturgschichtliche Themen online stellen. Das ist eine wesentliche Ausweitung ihrer Möglichkeiten.

    Was Sie nicht tun sollen, ist der Presse Konkurrenz zu machen. Die Bedrohung der Pressefreiheit, die im Artikel auf die leichte Schulter genommen wird, existiert. Es gibt nämlich einen Ersetzungsprozess zwischen Print und Internet, während sich Internet und Radio/TV eher ergänzen. So zumindest sagen das bisher die ARD-/ZDF-Onlinestudien.

    Da öffentlich-rechtlicher Rundfunk an eine Aufgabe gebunden ist, für die er Gebühren erhält, sollte es eigentlich selbstverständlich, dass die Anstalten sich nicht in Dinge einmischen, die nicht zu ihren Aufgaben gehören und das ist nun mal die Presse, sei sie elektronisch oder Print.

    Weil aber für öffentlich-rechtliche Anstalten nur eine Selbstverständlichkeit existiert, nämlich der Anspruch überall in Mediendingen mitmischen zu dürfen – mit einem schönen Gebührenpolster versehen, bekommen nun detaillierte Vorgaben, die sie aber wahrscheinlich genauso ignorieren werden, wie die im Text aufgeführte 0,75%-Budegetgrenze ignoriert haben, die übrigens eine Selbstverpflichtung war, ausgehandelt mit der KEF, und keine von Politikern aufgedrückte Grenze.

  42. 42

    Siehe hierzu auch:
    Noam Chomsky – Media Control

  43. 43

    @Jochen Hoff:
    Genau das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
    man beschließt mal eben eine Zwangsgebühr fürs Internet und kastriert dann den Content.
    Ist das Web nun „neuartiger Rundfunk“ oder nicht? Wird die Netzsteuer jetzt wieder aufgehoben oder wird sie nur nicht teurer?
    Ach ja, die Gebühr ward ja begründet, weil mein Mac mit einem USB-Stick via DVB-T ARD und co empfangen könnte. Faire Sache, gar keine Frage. Es sind diese Beschlüsse, die – ebenso wie die Praktiken der GEZ – wie ein dunkler Schatten über jedem noch so guten Beitrag der Ö/R liegen. Man hat stets im Hinterkopf, welcher Apparat dahinter steckt. Genau das ist es auch, was mir die Objektivität schwer macht.

    Aber die Frage war ja, wie wir das finden, dass die Ö/R limitiert werden. Also ich finde es klasse. Offline konnte man dieser Bande von Wegelageren entfliehen, in dem man einfach auf Glotze und Radio verzichtete. Das hat nach m.E. mit Informationsfreiheit zwar nicht allzuviel zu tun, aber dieses Opfer konnte ich mühelos bringen, weil mich des Rundfunks Content ohnehin kaum interessiert. Jetzt fehlt noch eine solche Option fürs Internet.

    Daher: wenn sie das Angebot irgendwann ganz einstampfen oder zumindest verschlüsseln und dafür die Zwangsgebühren fürs Netz streichen, wäre ich begeistert. Möglicherweise würde ich aus purer Dankbarkeit sogar mal wieder wählen gehen. Meine Stimme bekommt der, der sich dafür einsetzt. Selbst wenn er Koch heißt.

    Klingt egoistisch? Keineswegs! Denk‘ doch mal einer an den Standort! Die halbe Welt hat sich über uns kaputtgelacht, als diese Netzgebühren eingeführt wurden.

  44. 44

    Die Netzgebühren sind ein riesiger Fehltritt, u.a., weil hier für eine Infrastruktur kassiert wird, an deren Aufbau die Ö-R null beteiligt waren/sind.

    Zur Begeisterung über Privatisierungswünsche kann ich mich dennoch nicht hinreißen lassen. Ich wünsche mir entsprechende Leistungen für meine Gebühren, ja, aber beim Rest der Diskussion haben wir wohl sehr verhärtete Standpunkte.

    Man könnte auch mal ausrechnen, wieviel die tägliche Tageszeitung kostet, man könnte die Werbezeit, die man im privaten Rundfunk und TV ertragen muss, beziffern und das dann gegen die Gebühren der Ö-R stellen. Wer glaubt, die Ö-R würden „abzocken“, der darf sich darauf freuen, wenn die Privaten ihre Ziele erreicht haben, die Ö-R erfolgreich verdrängt haben und endlich gefahr- und konkurrenzlos auf das von vielen herbeigewünschte und lange geplante Pay-TV umschalten. Ab dann werden die Gebühren der Ö-R im Gegensatz zu dem, was man dann bezahlen muss, ein Witz sein.

    Ich sehe kein „entweder, oder“, ich glaube, wir brauchen beide Medienformen (privat und ö-r). Ausschließlich auf private Medien zu setzen ist m.E. Wahnsinn.

  45. 45

    @Johnny Haeusler:
    Ach Johnny, einen Fehltritt könnten die ja einsehen und rückgängig machen. Der Obergebührenerpresser vom ZDF Markus Schächter hat gerade gesagt:
    „Positiv sehe ich, dass wir nicht mehr ausschließlich als Rundfunksender, sondern als ein öffentlich-rechtliches Medienhaus betrachtet werden – das ist eine Annäherung an die Wirklichkeit.“

    Der nächste Schritt ist das die fordern das jeder der in Deutschland Medien zum Konsum anbietet eine Lizenz braucht und den Gesetzen der Landesrundfunkanstalten unterliegt. Ich kann es im Moment nicht beweisen, weil derjenige der mir den Referentenentwurf versprach aus gesundheitlichen Gründen nicht geliefert hat, aber das kommt.

    Die Anbietergebühr soll auf Dauer nach Sendezeit berechnet werden. Bei Texten nach Worten, bei Ton und Film nach Länge und bei Bildern nach Fläche was zusammen mit der Aufrufhäufigkeit dann die Gebühr bestimmt.

    Johnny du hast recht, das die Privaten sich nach der Vernichtung der ÖR sofort als Geier entpuppen. Ja und. Es hat doch in den USA auch nicht geklappt. Dort ist zwar der Kabelanschluss mit allen Optionen ein wichtiges Statussymbol aber er hat das freie Fernsehen und vor allem die freien Nachrichtensender nicht verdrängen können die eben werbefinanziert in einem harten Wettbewerb gegeneinander arbeiten.

    Gäbe es eine Chance auf eine anständige Berichterstattung durch die ÖR würde ich gerne mit dir für sie kämpfen. Aber ich muss mich nicht für mein Geld dreckig anlügen lassen. Es geht auch nicht um die Höhe der Gebühren. Es geht darum das die bewusst gegen meine Interessen und gegen die meiner Kinder und Freunde arbeiten und ich gezwungen werde sie zu bezahlen.

    Lieber Johnny, die Zeitung die mich anlügt kaufe ich nicht. Ich kaufe nicht bei Springer. Nichts. Was der an Zeitung produziert ist Müll und er bekommt von mir kein Geld. Aber Springer muss ich nicht bezahlen, wenn ich nicht will. Diese Freiheit lässt mir der ÖR nicht. Deshalb ist abschalten die einzige Option.

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    @Jochen Hoff: Wir nähern uns wenig an, wobei ich immer noch glaube, dass wir im Grunde ähnliches wollen „¦ aber du willst jetzt nicht die Ö-R mit Springer vergleichen, oder? Ich komme mit deiner Rhetorik schlecht klar. Ich bekomme für meine Gebühren viel, was ich nicht missen möchte (und auch vieles, das mich nicht interessiert oder auch ärgert). Und ich finde, das gehört ins Netz, so frei wie es nur geht.

    Die Heftigkeit deiner Vergleiche der Ö-R mit Lügnern und Erpressern machen es mir etwas schwer. Ich halte nichts von m.E. undifferenzierten Generalverurteilungen und glaube nicht an eine schwarzweiße Welt.

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    @Johnny Haeusler:

    Nein den Springervergleich habe ich nur herangezogen um dir zu zeigen, das sogar der mir verhasste Springer, mir wenigstens die Freiheit lässt ihm kein Geld zu geben. Diese Freiheit habe ich bei den ÖR nicht. Ich kann aus dieser Kirche nicht austreten. Auf Radio und Fernsehen könnte ich mit einem Lachen verzichten aber nicht auf meinen Computer. Da Frau und Kids auch Fernsehen sehen wollen lassen wir mal außen vor weil es eine andere Diskussion ist.

    Ich werde erpresst. Willst du einen Computer dann zahl GEZ. Wenn mich jemand erpresst versuche ich denjenigen zu vernichten.

    Wenn die ÖR mit mir reden wollen, müssen sie zunächst die Netzgebühr wieder aufgeben und sich im zweiten Schritt auf ein steuerfinanziertes Bildungsfernsehen reduzieren lassen, das nur eigene Unterhaltungsprodukte die vollständige Eigenfertigungen sind zeigen darf.

    Aber das wollen die ja gar nicht. Sie sind heute Medienhäuser und morgen die Torwächter die mir den Zutritt zu meinem Blog verwehren. Nein Johnny die Diskussion ist müßig, ich habe zu denen kein Vertrauen.

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    @Johnny Haeusler:
    Ja, Johnny, zum einen sind die Netzgebühren mehr als nur fragwürdig, zum anderen das ganze System an sich. Es ist ein Zwangssystem, das generell überdacht werden muss. Zwang hinterlässt immer einen faden Beigeschmack. In Tateinheit mit einem faden Programm hat das schnell fatale Folgen.

    Wie oben schon erwähnt: über jedem noch so guten Beitrag schwebt die dunkle Wolke „GEZ und deren Praktiken“.
    Wo das hinführt sehen wir bei dieser Diskussion. Viele sind halt der Meinung, dass die Ö/R gefälligst Geld sparen sollen. Und deswegen schauen die Leute recht argwöhnisch auf die Netzaktivitäten. Dasselbe bei HDTV. Jeder Videoamateur hat mittlerweile einen HD-Camcorder, ziehen ARD/ZDF sowas in Erwägung heißt es sofort „Gebührenverschwendung“. Und so bleibt diese atemberaubende Technik in ihrer Entwicklung stecken.

    BTW: Technik. Ist es nicht ein Jammer, dass dieser gewaltige Equipmentfuhrpark der Ö/R nur für Fußball und Wetten Dass… halbwegs ausgereizt wird? Ich gehe einmal davon aus, dass du ein wenig Ahnung von der Medientechnik hast. Stell dir einfach mal vor, was zum Teufel man damit anstellen könnte. Und vermutlich auch würde, dürfte man das Kernpublikum im Durchschnittsalter von +63 Jahren ab und zu mal verstören.
    Stell dir mal vor: all diese freakigen Musiksendungen, die sie mit Viva2 und VH1 leider einstampften, umgesetzt mit der Technik vom ZDF. Statt Musikantenstadl in Kenia gäbe es zur Abwechselung mal einen Beitrag über die Drum&Bass-Szene in Atlanta. „Auf den Spuren der House-Music, heute: Detroit“
    Oh YES, dafür würde ich liebend gern zahlen. Und ich würde mir gleich morgen eine Full-HD-Glotze in die Hütte stellen.
    Alles Wunschdenken. Also bleibt uns, den Interessierten, nichts weiter übrig, mit den Guys in Atlanta selbst zu chatten, Traxx hin und her zu schicken, Kontakte zu knüpfen – und dafür 5€ nochwas im Monat an die Ö/R abzudrücken.
    Siehst du, so erklärt sich der Argwohn.

    Warum gibt’s keine Computersendungen? „Mein Windows und ich“, „OS X vs. Linux“, Trojanertraining“ – alles sowas, das müsste seit Jahren zum Bildungsauftrag gehören!. Produziert meinswegen von c’t-TV, mit den Mitteln der Ö/R. Gibt’s ja bereits in kleinster Nische beim HR. Das würde besser präsentiert und beworben mit Sicherheit ein Publikum unter 60j. ziehen. Aber stattdessen gibt’s x Telenovelas. Dem Rentnerpublikum kann man dafür die Gebühren abziehen, die kennen es nicht anders. Aber den Jüngeren (zu denen ich selbst uns noch zähle) kann man das nicht mehr vermitteln. Denen ist klar, dass sie neben der Rente auch noch die Unterhaltung ihrer Altvorderern finanzieren sollen – das Ganze ohne nennenswerte Gegenleistung.

  51. 51
    behind the beat

    @Jochen Hoff:

    vorschlag: schmeiss deinen fernseher weg, immerhin zahlst du dann keine gebühren. gute sendungen lässt du dir von einem kollegen aufzeichnen.

  52. 52

    @behind the beat:

    Hallo. Wir schreiben den 17.Juni 2008. Es ist egal ob du einen Fernseher besitzt oder ein Radio. Du hast auf jeden Fall ein neuartiges Empfangsgerät, nämlich deinen Computer.

    Die nehmen die Gebühr dafür das ich auf meinen eigenen Blog darf. Als nächstes zahlst du Fernsehgebühren für dein Handy, ob es für Fernsehempfang geeignet ist oder nicht.

    Wahrscheinlich musst du demnächst auch bezahlen wenn du die Augen aufmachst. Du könntest ja an einem Schaufenster vorbei kommen, in dem ein Fernseher läuft.

    Du bist wirklich ziemlich weit hinter dem aktuellen Beat.

  53. 53

    Was Deine erste Sorge betrifft, der ‚Zwang‘ Gebühren zahlen zu müssen, steht dem Grundsatz auf freie Information (suche) ‚Öffentlich Rechtlicher Auftrag‘ gegenüber. Du traust nichtmal der sog. freien Presse. Alles was im Internet steht u. sich gegenseitig verlinkt ist ungeprüft glaubwürdig. Basis an Theorie-bitte melden.

    Ein gänzlich anderer Umstand sind die Methoden zur Bewertung der Gebührenordnung. Blauäugig hoffe ich auf die Landesrechnungshöfe.

    Sehe doch bitte http://www.GEZ.de:
    Was versteht man unter Rundfunkgeräten?
    Rundfunkempfangsgeräte sind alle Geräte, mit denen Rundfunkprogramme (Radio- oder Fernsehprogramme) unabhängig vom Empfangsweg empfangen oder aufgezeichnet werden können.

    Dazu gehören neben herkömmlichen Radios und Fernsehgeräten (unter anderem Radiowecker, Autoradios, Navigationsgeräte mit Empfangsteil, Mobiltelefone mit Rundfunkempfangsteil, PCs mit Radio- oder Fernsehkarte, DVD-/Video-Rekorder mit Empfangsteil) auch neuartige Rundfunkgeräte (zum Beispiel Rechner, die Rundfunkprogramme ausschließlich über Angebote aus dem Internet wiedergeben können, PDA und Mobiltelefone mit UMTS- oder Internetanbindung).

    Ebenso gebührenpflichtig sind an Radios und Fernsehgeräte angeschlossene Lautsprecher oder Monitore, wenn sie als gesonderte Hör- oder Sehstellen betrieben werden.

    ——————-
    Nur eine pers. Einschätzung ;-)

  54. 54
    usambara

    @Jochen Hoff: im Prinzip möchte ich die OR nicht missen. Allerdings sollte der jahrelange Wildwuchs endlich gestoppt werden. 5 Euro GEZ-Gebühr sind das Maxiumum. Damit sollen die machen, was die wollen, um ihren Auftrag zu erfüllen. Der Rest ist Kür, die sollte nicht zwangsweise finanziert werden. Es ist nun mal so, dass Systeme und Strukturen dazu neigen sich zu verselbständigen und anfangen zu wuchern. Setzen wir Ihnen ein Limit von 5 Euro, um das zu verhindern.

  55. 55

    Der Witz bei der Geschichte ist doch der, dass der Gebührenzahler den mit seinem Geld erstellten Content nicht uneingeschränkt zur Verfügung gestellt bekommen soll, weil die Politikerkaste samt der Presse dadurch Nachteile für sich zu erwarten hat.

    Der Gebührenzahler ist mal wieder der Dumme.

    In Teuschland geht es nur um Macht, gewiss nicht um Meinungsfreiheit oder Meinungsvielfalt, eher schon um -einfalt.

    Das Volk dumm zu halten ist offenbar Geschäftsprinzip in unserem Land.

  56. 56
    behind the beat

    @Jochen Hoff: Das ist richtig, entschuldige, wie konnte ich davon ausgehen, als student ist man befreit von jeglichen gebühren, weisste doch…

  57. 57
    Matze

    Ich möchte Internet, weil ich hier Johnny lesen kann und hören, was bei den ÖRs nicht geht, weil ich im Internet Infos und tolle Autoren finden. Die sich selbst darum kümmern, daß sie schreiben und leben können und keine GEZ brauchen.

    Mir leuchtet besonders ein: Warum brauch man neoliberale Talkshows mit Gebührensubventionen bezahlt? Das gibt es viel besser in der Wirtschaftswoche oder bei NTV.

    Machen wir uns doch nix vor, früher oder später wollen, müssen ARD und ZDF ins Netz streamen und wo ist dann der Unterschied zu Spon und Welt – also technisch.

    Wenn Arte, 3 Sat, Monitor, Hart aber Fair Sendungen ins Netz stellt, gerne (wie aber dann die Autoren dafür bezahlt werden – das ist auch
    wieder interessant)

    Aber Marienhof, Wetten Dass.., das soll doch bitte privat finanziert werden. Dann kauf ich stattdessen werbefreies Waschmittel.

  58. 58

    @Johnny Haeusler: Es ist juristisch doch ganz einfach, ich staune, dass das kaum jemand aufgreift. Der Grundversorgungs-Auftrag der Ö-R bezog sich einmal auf TV und Radio. Gleichzeitig durften damals, als derlei Gesetze bedacht wurden, Privat-Personen nicht so einfach ihre Meinung verbreiten, die Zeitungen nach dem Krieg starteten mit Lizenzen der Behörden, Besatzungsmächte usw.

    Nun haben sich all diese privaten Zeitungs- und anderen Medien-Firmen so entwickelt, dass es in Deutschland keinen Mangel mehr an medialer Grundversorgung gibt. Ausserdem, salopp gesagt, kann jeder Mensch morgen mit WordPress andere Menschen medial grundversorgen.

    Juristisch gesehen haben die Ö-R also keine Grundlage mehr. Die Diskussion müßte also weniger um die Auswüchse von ARD und ZDF im Internet als mehr um die eigentliche Grundversorgungs-Situation gehen. Wieso haben ARD und ZDF ein vom Staat eingeräumtes Recht, um Medien-Beiträge zun produzieren, für die auch Leute zahlen müssen, die diese nicht sehen oder hören wollen? Das traut sich allerdings kaum jemand zu sagen, weil es viele Abhängigkeiten gibt… Oder Leute, die für Arte kämpfen, und es wie 99,99 Prozent der Bevölkerung auch nicht gucken.

  59. 59
    Seilemann

    Diese larmoyante Sorge um das aufgeblasene öffentlich-rechtliche System kotzt mich an.

    Den deutschen Öffentlich-Rechtlichen geht es so gut wie keinem anderen staatsnahen Sender der Welt!

    Während die Netto-Werbeumsätze der privaten Fernsehsender seit 2000 stetig sinken, steigen die GEZ-Zwangsgebühren unaufhaltsam: von 5,9 Mrd Euro (2000) auf 7,3 Mrd (2006). Zum Vergleich: Der Gesamt-Nettowerbemarkt betrug 2007 nur 4,2 Mrd. Euro. Ist das gerecht?

    Beckmann, Schmidt, Gottschalk, Kerner, Lanz – fast alle früheren Stars des privaten Fernsehens arbeiten heute bei ARD oder ZDF. Weil die mehr zahlen können, ohne dass es sich wirtschaftlich rechnen muss. (einzige Ausnahme, die bei den Privaten blieb: Jauch, der jedoch auch beinahe zur ARD gewechselt wäre).

    Die meisten großen Sportveranstaltungen (Olympia, WM, EM, Bundesliga, Boxen) finden zu überteuerten Preisen bei den Öffentlich-Rechtlichen statt. Warum? Die Gebühren könnten um ca. drei Euro sinken, wenn all diese Events von Privaten übertragen werden würden. Bei gleicher Qualität.

    ARD und ZDF treiben die Rechtekosten hoch. Denn sie wissen: Zahlen müssen die Zuschauer, ob sie wollen oder nicht.

    Es gibt in Deutschland 20 öffentliche-rechtliche Fernsehsender, inklusive aller Landesprogramme (z.B. SWR-BW) sind es mehr als 40. Zum Vergleich: Die vom Autor so gelobte BBC strahlt analog und digital neun TV-Sender aus. Mir schwant, hierzulande stimmt das Verhältnis nicht mehr.

    Und: Das Internet braucht weder ARD noch ZDF. Ganz sicher nicht! Unsere Meinungsvielfalt ist in keiner Weise gefährdet.

    Ich lade alle zu einem Experiment ein: Verzichtet eine Woche auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Lest, schaut, hört alles andere: Zeitungen, Magazine, Nachrichtenportale wie spiegel.de oder faz.net, Privatfunk, Radio, Blogs – alles was ihr wollt. Überprüft nach dieser Woche, ob ihr etwas wichtiges verpasst habt. Ob euch Hintergründe fehlen, Reportagen, Porträts, politische Kommentare.

    Ich wette: Ihr werdet nicht dümmer geworden sein.

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    @Johnny Haeusler:

    Ne Johnny der würde dich auffordern den Newsfeed von denen zu lesen. Überigens ein gutes Mittel zum Abnehmen. Du bist ständig am kotzen.

  62. 62

    @Jochen Hoff: Habe ich mir ja auch schon lange vorgenommen, so aus Interesse, traue mich aber bisher nicht. Dein Kommentar bestätigt meine Vermutungen. :)

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    @Johnny Haeusler:
    Inwieweit die Gebührenbemessung Gerechtfertigt ist
    wird wohl ein unendliches Thema sein.

    Zur Ablenkung benenne ich die ebenfalls von staatlicher Seite mitbestimmte
    Rohölpreisbesteuerung (Schönes Wort),
    worüber sich es wirklich lohnt zu Diskutieren.

    Hiermit *Steuer“ ich so manche ‚Abgabenordnung‘ bei. ;-)
    Wünsche uns allen Weltfrieden.

  64. 64
    Kai Rüder

    Meiner Meinung nach muss die Onlinepräsenz der ÖR stark beschränkt werden. Was derzeit auf den Seiten von MDR, BR, NDR und Co. angeboten wird geht weit über die Kernkompetenzen der Sender hinaus: Tips rund um den Garten, unendliche Sportstatistiken und sonstige angeblich notwendige Service- und Ratgeberhinweise… Völlig überflüssig! Zumal bei diesen Angeboten oft auch die Gefahr von Schleichwerbung besteht.

    Was ich von den ÖR im Internet lesen/sehen will, sind harte Fakten, politische Informationen, etc. Für den Rest gibt es sehr gute andere Seiten, dafür müssen unsere GEZ-Gelder nicht rausgeschmissen werden

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    Aktuell zum Thema
    Wer darf was im Internet:

    http://www.wdr.de/themen/global/webmedia/webtv/getwebtv.phtml?ref=6172

    Das wurde doch sicher auch schon von den notorischen Gegnern der Freiheitlichen Information gesehen. Soweit ich denken kann.

    Alles Gute
    @PiPi

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