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Unterraschung

Weihnachten bekommt meine Lieblingslektorin Jahr für Jahr von ihrem 93jährigen Nonno eine Packung Niederegger Marzipan, die nach menschlichem Ermessen völlig ungenießbar ist. Zu ihrem Geburtstag aber gibt es etwas, das man immer gebrauchen kann und das auch nicht mit Ananas-Likör gefüllt ist – Geld.

Auch in diesem Jahr kam überpünktlich wie immer ein Umschlag mit blumengeschmückter Glückwunschkarte und der Zeile: „Für den Obolus wirst du bestimmt eine gute Verwendung haben.“
Allein: Kein Schein, weder einer der beliebten kleinen, geschweige denn einer der noch ungleich beliebteren großen ließ sich zwischen den Seiten finden. Keine Münze, kein Scheck, keine Aktienoptionen, nicht einmal ein Gutschein für Infineon-Anteile.

Ich verehre und fürchte meine Lieblingslektorin wegen ihrer Hartherzigkeit, ihr absolutes Fehlen von Güte rüstet mich noch für die wahnsinnigsten Kommentarstalker – aber hier ist auch sie überfordert. Was macht man da (wenn man berücksichtig, dass die Lieblingslektorin die Geldgier erfunden hätte, gäbe es sie nicht bereits)?

25 Kommentare

  1. 01

    Soll sie sich halt was bei Ebay kaufen

  2. 02
    Blaubierhund

    ich versteh nur bahnhof – aber das mit den infineon-anteilen ist gut … :)

  3. 03
    Maltefan

    Einfach ein bisschen Geld vom Konto des Nonno abbuchen, wenn er so verschusselt ist merkt er das gar nicht.
    Niederegger Marzipan bitte an mich weiterleiten, ich mag das Zeug :)=)

  4. 04

    vll ist das nur ein test O_O

    einfach nix anmerken lassen und lieb danke sagen.
    wenn dann immer noch nix kommt, wars wohl doch keiner ._.

  5. 05

    Man ist verwundert, dass die Lieblingslektorin diesen Text so passieren lies. Sonst: Nonno anrufen und nachfragen?

  6. 06

    93jährige machen keine Tests mehr, die wollen nur Ihre liebsten unterstützen, und darum auch auf solche Fauxpas aufmerksam gemacht werden.

    Auf der anderen Seite sind solche Gespräche natürlich etwas…äh…unangenehm…

  7. 07

    Nun, das kommt m.E. auf das Vertrauensverhältnis zwischen Deiner Lieblingslektorin und ihrem Nonno an. Und auf den vermuteten Betrag. Und auf die Art der Zustellung (man kann ja u.U. auch Diebstahl nicht ausschließen).

  8. 08

    Erst Mal abwarten. Sind ja noch zwei Tage hin. Vielleicht bemerkte es der Nonno bereits un die Folgepost trifft noch ein.

  9. 09

    Anrufen, sich bedanken, das Fehlen des Geldes erwähnen und sich fragen, ob die Post das geklaut hat oder es vergessen wurde. Ist doch ganz leicht und überhaupt nicht schlimm, schließlich wurde doch im Brief extra auf das Geld hingewiesen.

  10. 10

    Der Nonno ist schlau und weiss, dass man kein Geld mit der Post verschickt.
    Der im Brief erwähnte Obolus ist ein Hinweis darauf, dass du dein Konto checken sollst!

  11. 11

    Gebe @Johnny Haeusler recht: Falls die Gefahr besteht, dass der Nonno [was für ein Wort!] sich verletzt fühlen könnte, jeglichen Schuldverdacht erstmal von ihm abwenden. Die böse böse Post ist auf jeden Fall ein guter möglicher erster Verdächtiger.

  12. 12
    Alberto Green

    Worte wie „Unterraschung“ erfinden und finanziell unabhängig werden. Ja, ich würde für dieses Wort zahlen, wenn ich behaupten dürfte, daß ich es erfunden habe.

  13. 13

    HarHar, das find ich gut – die Post verdächtigen und dann ein bisschen über sie meckern ;D

  14. 14
    Maltefan

    @Alberto Green: Zustimmung. Ich find’s auch geil.

  15. 15
    chefkoch

    nonno – unterstellt, dass einem der weitere kontakt in anbetracht der offensichtlich fortschreitenden vergreisung wumpe ist, telefonisch beschimpfen, dass das mit dem marzipan eh schon immer die höhe gewesen, nunmehr aber der tiefpunkt der verwandtschaftlichen beziehung erreicht sei und man von weiteren kontaktaufnahmeversuchen bittet abstand zu nehmen, es sei denn, eine umfangreiche und insolvenzfeste lebensversicherung werde mit der lieblingslektorin als begünstigter abgeschlossen. dieser wird auf diesem wege natürlich im übrigen herzlichst gratuliert.

  16. 16
    Alberto Green

    @Alberto Green: Andererseits habe ich viel Geld für die Beherrschung des Konjunktivs gelatzt, ist aber beim Transport offensichtlich beschädigt worden … Ach du meinst mich mit „Kommentarstalker“

  17. 17
    heike

    alles gute für die cheflektorin! ;)

  18. 18
    Martin

    vielleicht ist das wieder so eine viral-marketing-aktion.

  19. 19

    @Tanja Haeusler: Genau so hätte ich das auch interpretiert. Wenn auf dem Konto nichts ist: Anrufen und fragen, ob was schief gegangen ist. (Sowieso anrufen, des Bedankens wegen.)

  20. 20

    Per SMS mal nachhaken.

    @ Martin: :)

  21. 21
    Tobi

    Ich würds über einen Dritten (dem Nonno nahestehenden, was ist eigentlcih ein Nonno?) versuchen. Natürlich unterschwellig a la „Ja ja, er wird so langsam auch etas vergeßlich; hat doch letztens ganz vergessen, den Obulus selbst mit in den Umschlag zu stecken; aber was solls, ist ja nicht tragisch…“. Oder so.

  22. 22
    claudia

    woher weiß logopäde, dass es „ja noch zwei Tage hin“ waren am 19. – wieviele leute wissen eigentlich wie gut bescheid – und nur das geburtstagskind weiß nicht, wie es mit so einem o bulus umgehen soll. o bulus!

  23. 23

    Ja und nun?
    Wie ging die Geschichte weiter?

  24. 24

    er hatte es tatsächlich überwiesen:)

  25. 25

    @Tanja Haeusler: Verbeugung vor Tanja und ihrer Nonno-Schläue

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