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Nokia kauft Plazes

Herzliche Glückwünsche an Plazes, die von Nokia gekauft wurden. Glückwünsche deshalb, weil ich Leuten Erfolg gönne, die seit Jahren an ihre Sache glauben und diese unermüdlich vorantreiben. Verstehen muss ich das Ganze deshalb noch lange nicht.

Wie beinahe jeden anständig gehypten Online-Dienst probierte ich auch Plazes vor langer Zeit aus, ich war nur offenbar nie visionsreich genug um den Nutzen für mich zu verstehen, wenn ein Dienst meinen aktuellen Standort konstant für andere Nutzer online sichtbar macht — ich fand es sogar eher unangenehm. Aber egal, war halt nicht meine Tasse Tee.

Irgendwann, als ich Plazes ziemlich aus den Augen verloren hatte, schien es bei flüchtiger Betrachtung, als würde es bei Plazes eher um Verabredungsmöglichkeiten für Vielreisende gehen (Männliche Geschäftsleute! Trefft jetzt andere männliche Geschäftsleute!), nun vermittelt mir die Plazes-Site den Eindruck, als wäre der Dienst eine Art „Location based Twitter“. Ich werde den Eindruck nicht los, dass man mit Plazes dauerhaft versucht, eine sinnvolle Anwendung für eine technische Möglichkeit zu finden. Während in der Zwischenzeit artverwandte Dienste wie Aka-Aki treffsicher diejenigen Zielgruppen avisierten, deren Leben sowieso mit dem Handy verwachsen schien (ich rede von Jugendlichen), hatte ich den Eindruck, Plazes würde in alle möglichen Richtungen ballern, ohne wirklich zu treffen. So meine sehr subjektive und bestimmt lückenhafte Sicht aus der Ferne.

Und nun hat Nokia Plazes gekauft und weiß bestimmt viel mehr. Während ich denke, dass man Standort-bezogene Dienste in sehr naher Zukunft ohnehin recht leicht auf die integrierten GPS-Systeme in mobilen Endgeräten aufsetzen kann (bspw. via GoogleMaps), sieht Nokia in Plazes offenbar ein innovatives Potential, das die Investition rechtfertigt.

Noch einmal: Glückwunsch dazu. An Plazes.

14 Kommentare

  1. 01

    Erstmal: ich gönne es Ihnen von ganzen Herzen.

    Ich hätte nicht gedacht, daß man für den Laden einen Käufer findet. Aber ich habe auch nie verstanden, wie man mit dieser Web-Seite die vielen Mitarbeiter und das schicke Büro am Hackeschen Markt finanzieren kann.

    Weiß denn jemand, wieviel (ungefähr) Nokia auf den Tisch gelegt hat?

  2. 02
    Michael

    Gott sei Dank, ich dachte schon, ich wäre der einzige, der nicht versteht, was Plazes nun sein soll.

    Aber egal, Glückwunsch an die Jungs.

  3. 03

    Ja, da kann ich meinen beiden Ex-Kollegen nur gratulieren. Man sieht, Engagement, Wissen und langjährige Erfahrung zahlen sich irgendwann aus.

  4. 04

    @Paolo Pinkel: Summen sind doch völlig unerheblich und nichtssagend, wenn man die Details nicht kennt (wohin geht das Geld, was ist bar, was nicht, usw.). Und die wiederum gehen niemanden etwas an außer den Vertragspartnern.

    Ich schätze, der Großteil der Investition fließt ins Unternehmen und die Gründer sind jetzt Nokia-Angestellte mit hoffentlich sehr gutem Gehalt und weiterhin Anteilen. So in die Richtung.

  5. 05

    @Johnny Haeusler: Naja, ich bin schon neugierig, ob die bisherigen Investitionen wieder reingekommen sind oder ob es für die vc-geber ein Verlustgeschäft war.

    Aber ich weiß, eigentlich geht es mich nichts an und in deutschland redet man sowieso ungern über Zahlen.

  6. 06
    Georg

    Places ist ein genauso überbewerteter Schmarrn wie Twitter™.

    Auf der einen Seite flennt die halbe BloggWelt über den Bösen Schäuble, das er an jeder Ecke Daten sammelt und dann sind die Blogger auch noch so schlau und publizieren selber an welcher Straßenecke sie gerade einen Pups lassen und feiern das dann als „nextbigthing™“
    Geht’s noch?

  7. 07

    @Paolo Pinkel: Wie ich schon sagte: Erst im Zusammenhang mit Details sind die Zahlen sinnvoll, und wenn die Neugier einen treibt, kann man ja mal bei Plazes fragen. :)

    Was aber würden Angaben wie „“¦ für 3 Millionen „¦“ oder „“¦ für 760.000 Euro verkauft“ nützen, wie es die Amis gerne machen? Das ist doch völlig informationsleer.

    @Georg: Genau das könnte man über Blogs oder Blog-Kommentare sagen. Der große Unterschied besteht darin, dass ich auf Twitter oder in meinem Blog selbst bestimme, was ich nach außen gebe.

    Ja, geht noch, danke! ;)

  8. 08
    shoggoth

    Der Verkauf von Plazes ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Marketing-Leute über die große Chance des Internets im Bezug auf „zielgruppenspezifische Ansprachen/Lösungen“ reden, während man eher in allgemeine, manchmal sogar noch nicht mal Lösungen generierende Applikationen/Seiten investiert…
    Also – lieber wieder X EUR in eine Applikation mit nicht absehbaree Entwicklung investieren, als auch nur einmal über eine sehr zielgruppengenaue Applikation nachzudenken…oh…ich glaube, hiert redet mein Frust ;)

    Naja – ich gönne es den Plazes-Machern natürlich…und als User der ersten Stunde habe ich auch alle meine damaligen Bürostandorte (als Freier) für mich erobert…aber dann habe ich es nie wieder eingeschaltet…wozu auch…jeder, den ich kenne, wusste wo ich arbeite ;)

    Gut – Hauptsache Spreeblick verkauft nicht an Holtzbrinck…noch nicht…

  9. 09

    Da der Minderheitseigner von PLAZES Lars Hinrichs heisst ( http://www.internetworld.de/home/news-single/article/kopf-der-woche-felix-petersen-7516.html ), und dieser das Businessportal XING besitzt, sollte für genügend künftige User gesorgt sein. Vielleicht war das ein Grund für NOKIA?

  10. 10

    Und was haben die jetzt tolles gemacht, außer die Google-API zu benützen?

    Auch ich habenoch nicht verstanden, was dieser Dienst überhaupt soll.

  11. 11

    batman, du sprichst mir aus der seele

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