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Richard Dawkins im Interview mit Al Jazeera

Ein erstaunlich faires, spannendes und unaufgeregtes Interview inklusive Zuschauerfragen mit Richard Dawkins, Autor von „The God Delusion“ (deutsch: „Der Gotteswahn“). Nicht von der BBC, nicht von CNN, sondern von Al Jazeera English. Video nach dem Klick.

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18 Kommentare

  1. 01
    Markus

    Dieser Moderator war früher bei CNN.

  2. 02

    Warum werden hier jetzt Interviews mit Fundamentalisten gepostet? Kommen jetzt auch fundamentalistische Christen und Moslems zu Wort? Und wenn nicht: Warum? Und wenn doch: Warum?

  3. 03
    Michael

    Richard Dawkins ist kein Fundamentalist. Du solltest dich mal mit der Definition des Begriffes auseinandersetzen.

    Dieser Artikel ist dabei vielleicht recht hilfreich:
    http://atheism.about.com/od/isatheismdangerous/a/Fundamentalist.htm

  4. 04

    Selbstverständlcih ist Dawkins Fundamentalist.
    Er ist ein Fanatiker, der keine Sichtweise als die seine zulässt. Und steht damit auf einer Ebene mit fundamentalistischen Christen oder Islamisten. Auch wenn er im Gegensatz zu ersteren vielleciht noch etwas häufiger auf Wissenschaften zurückgreift und im Gegensatz zu letzteren nicht zu Gewalt aufruft.
    Doch, Dawkins ist ein Fundamentalist.

  5. 05
    michael

    @Onkel Toby:
    Warum genau ist Dawkins ein Fundamentalist? Ich denke schon, dass das eine Frage ist über die man nachdenken und diskutieren kann, aber wie immer bei einen solchen doch harten Vorwurf sollte man vielleicht auch begründen in welcher Hinsicht diejenige Person Fundamentalist ist. Sonst verkommt „žFundamentalist“ zu einen Schimpfwort, das am Ende alle ursprüngliche sinnvolle Bedeutung verliert und nur noch dazu verwendet wird es irgendwelchen Leuten an den Kopf zu werfen.

  6. 06
    michael

    @Nathanael:
    Wann hat er das genau getan? Also, keine andere Meinung neben seiner gelten lassen? Zugegebenermaßen sind die Meinungen welche Dawkins vertritt teilweise harter Tobak, aber es sind doch am Ende nur Meinungen. Wenn man Dawkins beim beantworten von Fragen oder bei Interviews zuhört sehe ich nicht, dass er die Meinung der Gegenseite nicht fair darstellt oder diese gar nicht zu Wort kommen lässt. Dein Vorwurf ist sehr hart und konkretere Beispiele wären nötig um so einen Vorwurf zu bestätigen. Ich nehm“™ alles, Zitate aus seinen Büchern, aus diesem Interview, was auch immer. Nur einen Vorwurf einfach so in den Raum zu stellen ist etwas mager.

    Aus seinen konkreten Forderungen kann ich jedenfalls nicht ableiten, dass er keine Meinungen neben seiner gelten lässt. Er will weder Religion verbieten noch einschränken. Er will eine durchaus radikale Säkularisierung, gleichzeitig aber auch Religionsfreiheit bewahren.

  7. 07
    Chr

    Ich würde Dawkins nicht als Fundamentalisten einordnen, eben als einen militanten Atheisten.
    @michael: Du hast sooOoo recht!

  8. 08
    lanas zeugen

    Nicht jede Polemik ist gleich fundamentalistisch; zwar tritt eine gute Polemik vielen auf den Schlips, sodass der Polemiker gern diskreditiert oder seine Beiträge autoritär ausgesondert werden (LANAs Kommentare, die hier nicht mehr veröffentlicht werden, weil sie monatelang in der euphemistisch verbrämten „Moderation“ hängen, sind ein gutes Beispiel dafür).

  9. 09

    @lanas zeugen: Deine Kommentare werden moderiert, weil sie sich eigentlich immer um dich oder Malte drehen, eher selten um das eigentliche Thema. So wie dieser hier.

    Aber solange du niemanden absichtlich und langweilig wiederholt beleidigst, ist mir das alles schnuppe, deswegen ist dieser Kommentar von dir auch online. Eine Polemik ist er nicht, da musste noch ein bisschen üben, auch für’s auf den Schlips treten. :)

  10. 10
    Niels

    @Onkel Toby

    @Nathanael

    Ich sage: Die Erde kreist um die Sonne. Wer etwas anderes behauptet, hat Unrecht!
    Bin ich ein Fundamentalist?

  11. 11

    @michael

    wegen eines Spreeblick-Kommentars durchforste ich jetzt sicher nicht The God Delusion nach Zitaten. Es gibt dieses schöne Zitat von Zizek, glaube ich, das ein Fundamentalist nicht an etwas glaubt, sondern nur an die eigene Wahrnehmung von etwas. Und so, wie Dawkins
    z.B. diesen einen Anfrufer abbügelt, sehe ich da genau dieses Verhalten. D. ist ja nicht an einem Dialog o.ä. interessiert, er will sein Buch und seinen Glauben verkaufen, an dem es für ihn keinerlei Zweifel gibt. Das finde ich äusserst bedauerlich, denn ich kann von Atheisten viel über meine Spiritualiät lernen. Ich kann das aber nicht von jemandem, der sich mitunter zänkischer verhält als der Papst. Ich wünschte, mein Glauben währe so stark wie der von Dawkins.

    Ich wundere mich schon, was Johnny dazu veranlasst hat, Dawkins hier zu promoten. Und eben warum nicht Bischof Dyba (lebt der eigentlich noch?) und irgendein Islam-Fundi hier auch ihr Zeug abladen dürfen.

  12. 12

    Vielleicht solltet ihr euch erstmal auf eine Definition des Fundamentalismus einigen. Ich persönlich finde die Folgende nicht schlecht:

    Fundamentalisten sind solche die sich auf eine unveränderbare Basis (oder auch: Dogmatik) ihres Denkens berufen und alle Gedanken, die dieser Basis nicht entsprechen, ablehnen.

    Es ist schwer Dawkins danach zum Fundamentalisten abzustempeln, da er er wohl kaum über eine feste Dogmatik verfügt. Natürlich kann man streng wissenschaftliches Denken auch zur Dogmatik deklarieren, aber nach meiner Weltsicht ist das totaler Quatsch.

  13. 13

    @Onkel Toby:
    wegen eines Spreeblick-Kommentars durchforste ich jetzt sicher nicht The God Delusion nach Zitaten.

    Das wirst du aber müssen, wenn du Dawkins Fundamentalismus unterstellen und das auch beweisen willst, denn dieses und nur dieses Buch von Dawkins bietet überhaupt so etwas wie eine Grundlage für eine solche (irrige) Annahme.
    The God Delusion schlägt aus meiner Sicht einen direkteren Weg ein, als vorangegangene Bücher, aber das ist allein schon deswegen notwendig, weil Hütchenspieler wie Scherer auf den Plan getreten sind. Die Fronten verhärten sich halt und Dawkins spricht schlicht und ergreifend klar aus, was Sache ist.
    Ansonsten ist und bleibt Dawkins Wissenschaftler und er nimmt diesen Status ernst und somit ist jede(!) seiner Aussagen falsifizierbar. Widerlege was er sagt und er wird es anerkennen. und das klingt in meinen Ohren nicht wie Fundamentalismus.

  14. 14
    michael

    @Onkel Toby:
    Was erwartest du? Dass es in diesem Kontext eine ausführliche Diskussion mit Rede und Gegenrede gibt? Wohl kaum. Leider hat man anscheinend gerade die extremsten Fälle durchgestellt (Wie soll man auf eine aggressiv dumme Aussage wie man halte Evolution für falsch weil im Koran was anderes steht anders antworten? Solche absurden, unlogischen Aussagen darf man ruhig abbügeln, und nochmals zur Erinnerung: Dawkins hat auch gesagt, dass diejenige Person glauben darf was sie will, aber gut argumentieren kann man so eben nicht).

    Vielleicht ist der Grund warum Dawkins so fundamentalistisch wirkt, ja der, dass die Argumente derer, die ihm widersprechen viel zu oft die immer gleichen sind? Muss ja langweilig sein, wieder und wieder auf die gleichen Fehlschlüsse und fehlerhaften Argumentationen zu treffen. Wenn die Gegenseite mal interessante Argumente hat, dann sind Diskussionen an denen Richard Dawkins beteiligt ist aber interessant.

  15. 15
    Tilman

    @Onkel Toby: Es gibt doch einen fundamentalen Unterschied zwischen wissenschaftlern, die sich die Realität anschauen, sich Fragen stellen und aus Beobachtungen geschickte Schlüsse ziehen, und fundamentalistischen Weltsichten, die ihre Sicht auf die Welt aus einem tausende Jahre alten Buch lernen und dann keinerlei Änderung an dieser Weltsicht mehr zulassen – sie schauen sich nicht die Realität an und ziehen dann Schlüsse daraus, sondern sie postulieren einen Glauben und deuten dann die Realität so, dass sie ihren Glauben bestätigt. Das funktioniert natürlich nur, wenn man Teile der Realität ausblendet, und wenn man nicht versteht, wie Naturwissenschaft eigentlich funktioniert. Viele Leute wissen auch gar nicht, dass der naturwissenschaftliche Begriff der „Theorie“ nicht im Gegensatz zu „Fakten“ zu sehen ist, sondern im Gegensatz zum „Experiment“. Aus experimentellen Befunden werden Schlüsse gezogen, um Ursachen und Wirkungen zu verstehen. Die Summe vieler Experimente, vieler Schlussfolgerungen und Methoden ergibt eine theoretische Erklärung für experimentelle Befunde (Fakten!) und sagt außerdem weitere experimentelle Ergebnisse vorher (die sich überprüfen lassen!). Eine naturwissenschaftliche Theorie ist also viel mehr als ein experimentelles Ergebnis – es ERKLÄRT dieses Ergebnis! Ohne z.B. die Quantentheorie gäbe es weder Computer noch GPS noch Handys oder ähnliches. Jeder, der einen Computer benutzt, kann dies nur, weil die Quantentheorie erklärt wie Halbleiter funktionieren. Wüsste man dies nicht, könnte man keine Computer bauen. Die Evolutionstheorie ist in genau der selben Weise eine Theorie: Es gibt derart massenhaft bergeweise überwältigende Befunde, die die Theorie stützen (Geographie, Geologie, Fossile, Mikrobiologie und Genetik, Anatomie etc.) und die durch diese Theorie erklärt werden, dass es keinerlei Anlass dafür gibt, an ihrer Richtigkeit zu zweifeln. Im Gegenteil: Wer sagt, sie sei falsch, muss etwas finden, dass durch diese Theorie nicht erklärt werden kann. Bisher sind alle Versuche gescheitert.

  16. 16
    Chr

    @Tilman: word!

    Siehe übrigens auch die TED-Talks mit Richard Dawkins: „An atheist’s call to arms„, ist lediglich 29min lang. Er erklärt, warum aus seiner Sicht Agnostiker zu unkritisch ggü. Gläubigen sind.

  17. 17
    Klaus Brückner

    Klaus Brückner

    Dawkins als Fundamentalisten zu bezeichnen ist eine besondere Form
    von Dreistigkeit und Volksverdummung. Das ist die übliche Polemik von
    Gläubigen gegen eine atheistische Weltanschauung, ohne wirkliche Auseinandersetzung mit deren meist naturwissenschaftlichen Argumenten. Sie ist nur mit Angst und Panik zu erklären, daß immer mehr Menschen die Illusion Religion durchschauen und in breiter Front
    zum Atheismus wechseln. Nur zur Klarstellung : Dawkins behauptet nicht, daß er die Nichtexistent Gottes beweisen kann. Er behauptet nur,
    daß man auch die Existenz Gottes nicht beweisen kann. Deshalb tritt er
    für die absolute Religiosfreiheit ein. Darüberhinaus sammelt er aber eine Reihe von für mich sehr logischen Argumenten, die gegen die Existenz Gottes sprechen. Er stellt für sich fest, dass es Gott mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gibt. Die von den Religionen bisher vorgelegten Gottesbeweisen sind auch nach meiner Meinung leicht widerleg- und durchschaubar und können einen naturwissenschaftlich gebideten Menschen des 21.Jahrhunderts nicht wirklichen überzeugen.
    Ich darf zwei der für mich wichtigen Argumente anführen, die gegen eine Existenz Gottes sprechen. 1. Wenn es Gott gibt, wer hat ihn er-
    schaffen ? Bitte nicht die Antwort, daß sich die Antwort auf diese Frage
    unserem Geist entzieht. Diese Antwort ist für mich ein Offenbarungseid.
    2. Warum sollte ein allmächtiger Gott nach 14 Milliarden Jahren Weltall-
    geschichte, 4 Milliarden Jahren Erdgeschichte, 3 Milliarden Jahre Geschichte des Lebens auf der Erde. 1 Million Jahre Geschichte des homo sapiens und maximal 5 ooo Jahre jüdisch- christliche Mythologie einen leiblichen Sohn auf die Erde schicken und ihn am Kreuz für die
    vermeintlichen Sünden der Menschen büßen lassen ? Eine aberwitzige
    Konstruktion, mit der man einen nachdenkenden Menschen nicht wirklich überzeugen kann. Vielleicht kann mir einer der vielen leichtgläubigen, für mich fundamentalistischen Anhänger der Religionen
    eine verständliche und überzeugende Erklärung geben. Bis dahin
    bin ich davon überzeugt, daß Gott und Religionen zur Befriedigung von spirituellen Bedürfnissen von den Menschen selbst erdacht wurden und
    wenig mit Logik und Wahrheit sondern mehr mit Illusion und Selbstbetrug zu tun haben.

    Klaus Brückner

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