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WDR trennt sich von Bankhofer

Wegen des „Anscheins von Schleichwerbung“ trennt sich der WDR vom Morgenmagazin-Ernährungsberater Hademar Bankhofer. Was hier nicht steht, weil ich so besorgt um das Morgenmagazin oder dessen Ernährungsberater wäre. Sondern weil es die Reaktion auf die Boocompany-Recherche ist.

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11 Kommentare

  1. 01

    Mmmmh, schade eigentlich. Ich fand den Kräuteronkel mit seinen potthässlichen bonbonfarbenen Jackets immer irgendwie grundsympatisch und dachte, seine beinahe kindliche Begeisterung für manche Inhaltsstoffe sei nur eine schrullige Spinnerei. (Allerdings habe ich die z.T. doch krassen Beispiele aus dem Boocompany-Video auch nicht im Fernsehen gesehen.) Ich erinnere mich daran, wie Bankhofer im Morgenmagazin vor einem knappen halben Jahr mal die Omega-3-Fettsäuren in Fischprodukten derart in den Himmel lobte, dass für mich eigentlich feststand sofort loszuziehen, um mindestens ein Barrel hochraffinierte Omega-3-Fettsäuren zu erwerben.

    Generell ist die Sache mit der Schleichwerbung allerdings ein ganz schmaler Grat. Laut gar nicht mehr ganz so neuen Untersuchungen sind 80 Prozent aller redaktionellen Beiträge in Print und Funk heutzutage durch PR initiiert. Was ist Schleichwerbung, was ist lediglich ein unverbindlicher Themenvorschlag einer PR-Agenutur – die Grenzen verwischen hier zusehends ohne dass von Seiten des Redakteurs da böser Wille oder übermäßige Unfähigkeit hinter steckt.

    In nahezu jeder Verbrauchersendung werden heute konkrete Tipps und Kaufempfehlungen gegeben. Da heißt es dann „Der neue Mobilfunk-Tarif der Firma XY eignet sich ganz besonders für Wenigtelefonierer“ oder „Ein Stromanbieterwechsel kann bis zu 200 Euro im Jahr bringen, teilt das unabhängige Onlineportal Verivox mit.“ Und schwupps surfen alle dort hin und bestellen ihren Strom bei dem Anbieter, der gerade der günstigste ist. Wer garantiert denn, dass das an sich total ausgelutschte aber immer wieder aufkommende Thema „Stromanbieterwechsel“ nicht ausgerechnet von dem Anbieter PR-initiiert wurde, der sich durch einen kurzfristigen Kampfpreis auf Platz eins des Rankings gehieft hat?

    Bei einem erwiesenen Fall von Schleichwerbung tun die Sender gut daran, sich von der betreffenden Person zu trennen. Jedoch muss man aufpassen, dass jetzt keine Mc-Carthy-Schleichwerbungs-Ära anbricht, in der jeder Moderator, dem versehentlich ein Satz rausrutscht wie „Letzte Woche war ich so krank, dass ich eine ganze Großpackung Tempo verbraucht habe“, im Schweiße seines Angesichts erklären muss, warum er nicht „Papiertaschentuch“ gesagt hat. Nein – so weit sind wir natürlich noch nicht. Aber wer weiß, was da noch kommt.

  2. 02
    Jan(TM)

    Juhu, ein pseudowissenschaftlicher Spinner weniger im TV.

  3. 03

    @Jan(TM): Der Hydra wachsen für jeden abgeschlagenen Kopf 2 neue nach.

  4. 04

    @Matthias:
    Also ich glaube schon, dass Du immer noch entspannt als Moderator das Wort «Tempo» benutzen darfst. Du solltest nur nicht an Dauerschnupfen leiden und noch weniger an Dauerschnupfen leiden und Dir einen Beratungsvertrag mit der SCA Hygiene Products AG alternativ von ihr in Richtung Deines Kontos fließendes Geld nachweisen lassen.

  5. 05

    Darf bei boocompany eigentlich noch immer jeder Volltrottel irgendeinen Käse vermelden, ganz egal, ob er wahr ist oder nicht? So »Hauptsache mal ins Blaue schießen, irgendwen werden wir irgendwann schon treffen«?

  6. 06

    Klasse… dann muss ich mir den Typen am frühen Morgen nicht mehr ansehen. *juhuuuuu

  7. 07

    @m.fehn:
    Stell die Frage doch mal denen, die sie Dir auch beantworten könnten: boocompany!

  8. 08

    Du meinst, ich sollte bei Siemens fragen, ob sie korrupte Manager beschäftigen, beim WDR, ob dort Schleichwerbung gemacht wird, und bei boocompany, ob sie aus reinem Spaß an der Freude jedermann Firmen schlechtreden lassen?

    Hm…

    Mir war, als fände Johnny es ganz bemerkenswert, dass der WDR aufgrund einer »BC-Recherche« einen Mitarbeiter feuert. Da finde ich nur angebracht, mich hier, also bei Johnny, über die Praktiken von BC aufklären zu lassen.

  9. 09
    Tim

    Wird doch immer behauptet. dass in den USA die Blogger einflussreicher sind. Möglicherweise nicht mehr lange, wenn die Klage durchkommt, dass AOL Namen von Blogger-E-Mail-Adressen offenlegen muss.

  10. 10

    Wow, jetzt können sich Deutschlands Blogger auf die Schulter klopfen. Von wegen dass die Blogosphäre irrelevant sei, schließlich wird nicht jeden Tag ein diffuser Kräuteronkel aus dem WDR gemobbt.

  11. 11
    lonyx

    @#markus: stimmt..endlich haben die blogger neben allerlei soziopathischer weltdeutung mal einen erfolg zu vermelden, der auch ausserhalb der blooggersphäre wahrgenommen wird..nicht, dass es um den c-prominenten hausarzt schade wäre, aber besonders investigativ finde ich diese art von aufklärung nicht

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