20

Endspannung

Nicht zum ersten Mal muss ich aufpassen, mich nicht zu offensichtlich zu wiederholen, also versuche ich es diesmal ein bisschen anders mit der jährlichen Urlaubsverabschiedung.

Die letzten Wochen waren — beschäftigungstechnisch gesehen — keine ausschließlich angenehmen. Stress mit einem bauernschlauen Domain-Horter (ungleich „Hoster“), der wochenlange Anwaltskommunikation und beachtenswerte Kosten nach sich zog und möglicherweise noch ziehen wird; administrative Aufgaben, welche die Auseinandersetzung mit unzähligen Pappordnern erzwangen; Steuerkram für zwei Jahre und drei Bereiche; bisher frustrierend erfolglose Wohnungsvergrößerungsversuche; immer wieder das ein oder andere Unternehmen, das die Löschung bestimmter Artikel erwirken möchte; ein paar enorm wichtige private Entscheidungen und Herausforderungen (nix Schlimmes, aber eben bedacht Bedenkenswertes); der erzwungene Relaunch von adnation mitten in der Produktion des neuen Banner-Tools usw. usf. — ihr kennt das, was einem das Leben so vorschreibt, wenn es schlecht geschlafen hat, so oder ähnlich ja selbst.

Normal, das alles, ganz blöd nur, wenn dadurch der Elan für die inspirierenden Dinge auf der Strecke bleibt. Wenn man kaum noch selbst schreibt (Dutzende von mir angefangene und nie zuende getippte Artikel sind hier mittlerweile verschimmelt). Wenn man tolle Ideen, die einem wie ein kleiner süßer Hund kurz vor dem lang ersehnten Ausflug in den Wald am Bein kratzen, zurückstellen muss, da sich ein hässlicher Köter vorgedrängelt hat. Ich hasse Fremdbestimmtheit, ich hasse es, wenn ich nur noch reagieren statt agieren kann, wenn mir die Möglichkeit geradezu gewaltsam genommen wird, Entscheidungen erst dann zu treffen, wenn ich sie treffen will.

Höchste Zeit also, mal wieder abzuhauen. Auch, um die Blogosphäre, die ich in den letzten Monaten bewusst kaum kommentiert habe, von außen zu betrachten und mögliche Konsequenzen aus den hoffentlich gewonnenen Erkenntnissen zu ziehen, auch, um die Zukunft von Spreeblick fokussierter zu beschreiben. Hautpsächlich aber, um mit der Familie qualitativ hochwertige Zeit zu verbringen, die nicht andauernd von Zwangsterminen bestimmt wird.

Räumlicher Abstand unterstützt den gedanklichen und da ich Nachdenken als äußerst entspannende Tätigkeit empfinde, freue ich mich auf ein paar Wochen der nur vom Rauschen der Wellen unterbrochenen Reflexion und danach auf einen tatenreichen Herbst.

Glücklicherweise ist Spreeblick ein Blog mit mehreren Autoren, die euch im August natürlich weiter ärgern, langweilen, provozieren, inspirieren, bevormunden, zusprechen, füttern, einladen … kurz: unterhalten werden. Meiner Erfahrung nach haben die Jungs durchaus ihren Spaß hier, wenn wir (also Tanja und ich) weg sind, und ich gehe davon aus, dass dies auf euch abfärben wird.

Es ist trotz der oben beschriebenen temporären Nervereien drumrum nach wie vor sehr, sehr spannend, Spreeblick machen zu können, ein Projekt, das ich noch immer als Experiment und als „work in constant progress“ empfinde. Mit Höhen und Tiefen, mit viel Spaß und viel Stress, mit unglaublichen Absurditäten und mit jeder Menge Erfahrungs- und Horizonterweiterungsmöglichkeiten. Und vor allem: Mit euch.

Danke für die Zeit, die ihr uns schenkt!

20 Kommentare

  1. 01
    Georg

    Schönen erholsamen Urlaub wünsche ich Dir! Habe leider keinen“¦
    An welches Meer geht es denn? *neid*

  2. 02

    Viel Spaß im Urlaub!

  3. 03
    Max Spallek

    1. Zieh doch nach Tempelhof (hier ist immer was frei)
    2. Happy Holiday
    3. Bis zum Schulanfang (oder auch: Ja, es hat geklappt!!!)

  4. 04
    Ohrenschmauß

    Schönen Urlaub, erholt euch gut, sammelt Kraft und kommt inspiriert zurück!

  5. 05

    … wehe, ihr schummelt und nehmt die iphöne mit ;)

    schönen urlaub!

  6. 06

    Danke an alle!

    @Max Spallek: „Immer was frei“ „¦ von wegen! Und: Glückwunsch! :)

    @steffi: Zwei iPhones, ein MacBook (für die DVDs), ein eeePC. Aber nützt ja nix. Gibt ja kein Internet. (Außer meiner Rückfalllösung natürlich „¦ ;))

  7. 07
    westernworld

    ich finde das sollte zum festen erwartbaren quasi liturgischen ritual werden, das dinner for one der blogossphäre, die offizelle eröffnung der saure gurkenzeit.

    #haeuslerscheurlaubsverabschiedung

  8. 08

    Lasst es euch gut gehen.
    :-)

  9. 09
    ber

    Aha, „quality time“ hats jetzt auch ins Deutsche geschafft :)

  10. 10
    georg (ein anderer)

    nein, wir werden hier natürlich keine party feiern, während ihr weg seid…
    schönen urlaub! (und ruft bitte kurz an, falls ihr früher zurückkommt)

  11. 11
    DerBenni aka Lockengelöt

    Obwohl ich das natürlich überhaupt nicht einsehen kann, überkommt mich gerade dieses Gefühl, dass du das ganze wirklich sehr verdient hast. Kann am schönen Text liegen. liegt aber glaube ich vor allem an dieser schönen Seite und allem was man so drumrum mitbekommt.
    Geniesst es!
    Ach wie gut offline sein tut „¦

  12. 12
    Pipi

    Liebe Tanja

    wenn Johnny, oder dein ältester Sohn, im Urlaub das ‚Spinnen‘ anfängt,
    lese ihm bitte den @Toppic geschriebenen Beitrag vor. Entweder er
    schläft ein oder ist zumindest seeelig entrückt. Alles wird Gut ;-)

  13. 13

    wie wäre es mit isjohnnyandtanjadown.com!?
    Alles gute…

  14. 14

    und vor allem viel Endspannung und Endholung.

  15. 15
  16. 16

    ihr kennt das, was einem das Leben so vorschreibt, wenn es schlecht geschlafen hat,

    Alleine für den Satz hätte ich Dir einen bonfortinösen Urlaub gewünscht, wenn ich das nicht auch so getan hätte. Also: bonfortinösen Urlaub. Euch allen natürlich. Also auch dem Hund.

  17. 17
    Seba

    Danke Johnny, und schönen Urlaub!

  18. 18
    RatteZ

    Den Urlaub habt Ihr euch aber auch verdient.
    Erholt Euch gut und kommt mit neuem Schwung und Elan zurück, damit Ihr uns Daheimgebliebenen von eurem Urlaub vorschwärmen könnt. Vielleicht könnt ihr ja einen Podcast mit Meeresrauschen aufnehmen… Nicht reden (soll ja nicht in Arbeit ausarten), nur 10 Minuten Wasserplätschern, damit meine Frau mir nicht ständig in den Ohren liegt mit Urlaub und auch entwas Entspannung bekommt.

  19. 19

    Entweder er
    schläft ein oder ist zumindest seeelig entrückt.

  20. 20
    Wo ist Johnny?

    Komm zurück! :(

Diesen Artikel kommentieren