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Der Weg des Erdbeerjoghurts

Ein Erdbeerjoghurt ist ein unspektakuläres Produkt. Man braucht dafür Erdbeeren, Milch, ein paar hilfsbereite Bakterien und das war es auch schon.

Um so aufsehenerregender, was Dr. Stefanie Böge schon 1992 dargelegt hat: Maispulver, Aluplatine, Kunstoffgranulat, Papier, Leim, Zuckerrüben und all die anderen Stoffe, die das simple Produkt zum augenfreundlich verpackten Artikel machen, legen eine unglaubliche Strecke zurück.
Die Performancekünstlerin Jekaterina Anzoupowa ist alle diese Routen nachgefahren und dokumentiert ihre Reise auf dem Blog erdbeerjoghurt150g. Die Reise deckt praktisch das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ab. Die nächste Reise, die auf Daten aus dem Jahr 2008 basieren wird, wird weltumspannend sein.

via Tim Pritlove

16 Kommentare

  1. 01

    Wie kommt man nur auf sowas?

  2. 02
    Pipi

    Als Faulenzer,

    der sich normalerweise um gar nichts Gedanken macht,
    erinnere ich denoch gerne an: http://de.einkaufsnetz.org/

    Alles Gute

  3. 03

    Im Erdbeerjoghurt sind Erdbeeren?

  4. 04

    Da sind wirklich oft gar keine Erdbeeren drin, hab ich mal gehört. Es gibt nämlich gar nicht so viele Erdbeeren wie zur Deckung des Erdbeerjoghurtbedarfs (was für ein Wort!) nötig wären.

  5. 05

    was ich meinte: das ursprünglich als solches gedachte erdbeerjoghurt.
    Übrigens:

    Stimmt es, dass bei der Joghurtherstellung Sägespäne verwendet werden?

    Stimmt zum Teil.

    Denn die in Joghurt enthaltenen natürlichen Aromen werden tatsächlich aus Sägespänen gewonnen. In einem komplizierten Verfahren werden die Sägespäne unter Zugabe von Wasser und Alkohol so bearbeitet, dass sie ein Aroma abgeben, das nach Erdbeeren schmeckt.

  6. 06
    michael

    Und mein Heimatkaff ist auch beteiligt.

    Juchu?!

  7. 07

    @michael:
    Was soll das denn heissen?

    Berlin ist Infiltriert von Baden-Württembergischen Einfluß

    Bekanntermaßen die größte Minderheit nach den Türken.

  8. 08
  9. 09
    Irreversibel

    Ist ja als globalisierungskritische oder sonstwie politische Aktion ganz interessant (wenn auch nicht wirklich aufrüttelnd), hat aber mit meinem – vermutlich relativ beschränkten – Verständnis von Kunst nichts zu tun.

  10. 10
    heidrun

    naja, die weltreise, die da wohl noch kommt, könnte schon etwas mehr aufrütteln als die deutschland-tour. so richtig sexy wird der ganze umweltschutz und das bewusstsein drumrum wohl nie werden, besser man gewöhnt sich dran und denkt trotzdem drüber nach…
    es gibt beklopptere dinge, die als kunst hingestellt werden, aber auch an die auflösung solcher definitionen gewöhnt man sich wohl besser.

    übrigens: selbst wenn erdbeeren drin sind, dann sind das genau die, die schon zu oll und matschig sind, um sie noch als solche zu verkaufen. ich finde fruchtjoghurts aufgrund dessen und der sägespan-geschichte doch eher unappetitlich und schnippel mir nach herzenslust meinen eigenen kram in den naturjoghurt. convenience wird eh überschätzt. aber mein amerikanischer cousin lacht ja schon, wenn man salatsoße selber machen will, das würde er schon nicht hinkriegen…

  11. 11

    Ja, wir sind eben viel zu bequem geworden. Nicht der Umstand, sich den Joghurt selbst zu basteln, ist es. Wir sind oft zu bequem, darüber nachzudenken und unsere Verhaltensmuster zu ändern.

  12. 12

    Habe mir nachdem ich vom Projekt letzte Woche bei nachhaltigBeobachtet gelesen habe, wieder einen Joghurtbereiter bestellt. Den Alten hatte ich in einem Anfall geistig umnachteter Freundlichkeit verschenkt. Tatsächlich ist die Auswahl von Geräten im Berliner Fachhandel sehr übersichtlich, um nicht zu sagen: äußerst knapp bemessen, große E-Märkte kennen die Dinger gar nicht.

    Für meinen Geschmack schmeckt der selbstgemachte Joghurt übrigens deutlich besser als jeder andere aus dem Kühlregal (weil üblicherweise milder). Unabhängig dessen, dass man dann auch weiß was im Joghurt ist, werfe ich lieber einmal in der Woche ein Tetrakpak von der Milch weg als in der Woche sieben-zehn und mehr der — ja im übrigen — immer kleiner werdenden Joghurtbechern mit Aludeckelchen in dem Müll zu entsorgen. Mag unterm Strich in der Masse an Müll vielleicht nicht viel bringen, ausser dass man dann doch keine Sägespäneabfallprodukte zu sich nimmt aber irgendwie ist das Chart doch etwas zu gruselig.

  13. 13
    Pipi

    @nick:
    Das mit Werbung und so..

    War erst neulich ein Thema!
    Jetzt kriege ich erst mal mit
    was hier wirklich abgeht.

    Macht doch was Ihr wollt.

  14. 14
    Ralph

    Tolle Aktion!

    Sinnlos fast 5000km quer durch die Republik gondeln.
    Anscheinend sind die Spritpreise noch immer nicht hoch genug.

  15. 15

    aber mir fehlt ein wichtiger aspekt. woher kommen die arbeiter die den joghurt basteln, welche vorfahren hatten sie und welche autos fahren sie im moment?

  16. 16
    Stephan

    @creezy: Kauf das 1l- oder 2L-Eimerchen, dann sparste auch Müll und zusätzlich die Energie, die ein Joghurtbereiter verschwendet. Wenn Dir das noch nicht reicht, kannst Du mal Deinen Wohnort und „Verbrauchergemeinschaft“ in Google werfen. Dort hast Du dann die Chance Nahrungsmittel aus Ökologischem Anbau zu bekommen UND ganz genau zu wissen, woher sie und wie seit sie gereist sind.

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