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Datengau

Was kann man mit 850 Euro so alles machen? Ein kleines schrottiges Auto kaufen. Einen langen, langen Urlaub. Oder die persönlichen Daten von 6 (in Worten: sechs) Millionen Bundesbürgern kaufen. Darunter vier Millionen mit Kontodaten. Go for it, Titanic.

[via Johnny per Mail]

19 Kommentare

  1. 01

    Mit Verlaub, da geht es nicht um Lecks in Sicherheitssystemen von Datenbanken, sondern um betrügerisch erhobene Daten, die dann weiter verkauft werden…

  2. 02

    Wie zum Henker darf sowas möglich sein?
    4 Millionen Bürger sind ja auch nicht gerade ein kleiner Teil der Gesamtbevölkerung.

  3. 03
    Frédéric Valin

    @Stitch: Du hast natürlich recht. Ich habs gestrichen. Sorry.

  4. 04
    Stephan

    @Stitch: … noch nicht mal das. Es geht um rechtmäßig erhobene Daten mit denen betrügerisch umgegangen wurde/wird.

  5. 05
    Frank

    @Stitch: Folge mal dem Link im Artikel.

    Erschrecken tut mich der Datenhandel nicht, wirklich erschrecken tut mich die Leichtfertigkeit, mit der Menschen für Geld die Daten anderer Menschen verkaufen und wie einfach normale Callcenter-Mitarbeiter an hunderttausende Datensätze kommen. Eigentlich sollte ja das Prinzip der Datensparsamkeit gelten – sprich der Callcenter-Mitarbeiter (oder jeder andere, der Einsicht in große Datenbanken hat) sollte nur die Daten sehen, die er im Moment braucht.

    Aber da bräuchten wir ein Vorbild – zum Beispiel unseren Staat und seine Beschäftigten. Der macht allerdings wunderbar vor, wie man es nicht macht. Da gabs ja diesen „Verstehen Sie Spaß“ Gag, wo eine Frau einen Reisepass wollte und aufgrund dessen sollte sie Fingerabdrücke abgeben (ok, gibts schon -.- ), eine DNA Probe, alle Bankverbindungen, Kreditkarten, sie wurde vermessen, sollte sich irgendwelche schwachsinnigen geheimen Passwörter ausdenken, die die „Beamten“ im Klartext auf dem Bildschirm sahen und die gute Frau hat brav mitgespielt. Sie konnte einem richtig leid tun und wer weiß, wie lange es dauert, bis aus „Verstehen Sie Spaß?“ bitterer Ernst wird.

    Vielleicht hört man ja mal auf unsere Datenschutzbeauftragten und andere Gruppen, die Ahnung von der Materie haben. Ich glaub nur nicht mehr dran.

    gruß

    P.S.: Weiterhin schönen Urlaub Johnny

  6. 06
    Frédéric Valin

    @Stephan: Jedenfalls hab ichs unzulänglich verkürzt. Das hätte man in mehr als nur einem Satz abbilden müssen. Mein Fehler.

  7. 07

    Nur 6 Mio? Laecherlich.

    Komm‘ mit 25 Mio, dann koennen wir anfangen darueber zu reden…

  8. 08
    Frédéric Valin

    @Armin: Das wird immer gespenstischer in dieser Gegenwart oder wie man das nennt.

  9. 09

    Diebe sind das eine, fragwürdige Beschaffungskanäle das andere. Die Aktion der DAK schlägt beiden Fässern den Boden aus.

  10. 10
    Grumpy

    @07 & 08: Wie wäre es mit 30 Mio. Telekom-Kunden laut der FTD?

    Wie war das mit dem Anfangen zu Reden um 12:21 Uhr?

  11. 11

    @Grumpy:

    OK, Ich erhoehe auf 45.7 mio. Wer bietet mehr?

  12. 12
    Brezel

    Keine Geschichte — ein selbst erlebter Tatsachenbericht, auch wenn es sich unglaublich liest

    Ich hab die Subtilität des Datenmißbrauchs, auf recht skurrile Weise beim eigenen Sparkonto erlebt, was bei mißbräuchlichem Datenhandel rauskommt — nur K“¦ mit zwei k geschrieben.
    Anno 2001 versuchte ich bei der Telekom zu erreichen, daß 2 miteinander nicht geehelichte Personen einer Mietswohnung gleichberechtigt ins Telefonverzeichnis aufgenommen werden, jeder für sich — unter derselben Nummer. Ging nicht, nach deren Geschäftsbestimmungen, was aber dann irgendwie ging war ein Doppelnamen, zusammengesetzt aus beiden Nachnahmen, getrennt durch einen Bindestrich. Wer also eine Onlinesuche nach nur einem Namen startete wurde dann irgendwie doch fündig, der Zweck heiligt die Mittel, erstmal gut so, damals zumindest.

    Mittlerweile ist unter diesem Anschluß nur noch mein Name zu erreichen, der Telekom hab ich 2003 (aus vielerlei Gründen) die kalte Schulter gezeigt, der von mir nicht geehelichten Person 2 Jahre später. Der Eintrag ins T-Verzeichnis wurde gelöscht“¦und die Welt schien in bester Ordnung.

    Stutzig wurde ich aber so ab 2005, als ich Werbebepost von diversen Firmen bekam und heute immer noch bekomme — Empfänger, original der Eintrag wie er NUR bei der Telekom (vor langer Zeit) erfolgte, der Doppelnamen mit Bindestrich. Wau!!!
    Im März diesen Jahres (2008) war ich bei meiner Bank, um die mageren Zinsen des Vorjahres auf dem Sparbuch auf einem aktuellen Kontoauszug festhalten zu lassen, denn was man schwarz auf weiß besitzt“¦.

    Ich staunte zunächst nicht schlecht, das Zinsniveau war abermals, noch tiefer, in den Keller gesackt, aber als ich den Namen des Kontoinhabers las, der Doppelnamen des ehemaligen Telekomverzeichnisses, mit Bindestrich, verschlug es mir kurzzeitig die Sprache. Hatte sich Ex – vielleicht unbemerkt im letzten Jahr – an dem Sparbuch vergriffen, dass Passwort hatte ich ja seit Jahren nicht ändern lassen???
    Auf die Ursache, meiner sehr „žeigenartigen“ – mir aber (nicht wirklich) unerklärlichen – Namensänderung den Bankangestellten angesprochen antwortete der recht klaltschnäutzig“¦ich hätte wohl „¦ ?? „¦geheiratet?!!
    Darauf hielt ich ihm meinen gültigen Ausweis (Ausstellungsjahr 2000) unter die Nase, mit der Bemerkung es (ganz bewusst) nicht getan zu haben, das heiraten. Sein Kopf hinter dem Schalter wurde rot, und er wirkte als hätte er den Kopf sichtlich eingezogen, nachdem ich wiederholt und diesmal recht forsch um sofortige Aufklärung bat.
    Er sah im „žSystem“ nach“¦und stammelte dann eine Entschuldigung deren Inhalt in etwa wie folgt lautete: „¦unser Bankhaus hat im vorigen Jahr einen „žDatenabgleich“ zur Bereinigung von „žKontoleichen“ vorgenommen. Dazu hat unsere Bank einen Datensatz der Postbank benutzt“¦ es sollte aus Kostengründen nicht jeder Bankkunde angeschrieben werden.
    Ooh Gott dachte ich, wie blöd sind die hier eigentlich“¦und was passiert eigentlich noch alles mit deinen“¦auch nicht immer richtigen“¦ Daten. Ich ließ ihn nur noch wissen dass ich im Prinzip nichts dagegen hätte wenn Kontodaten abgeglichen werden, vor allem wenn die Habenseite sich wesentlich erhöht hätte, hatte sie aber in meinem Fall nicht.
    Mit einem Mausklick seinerseits war dann mein standesamtlich geführter Name wieder, wie in alten Zeiten, auf dem Kontoauszug zu lesen. Als ich schon im verlassen der Bank stammelte er noch irgend etwas von Hoch und Heilig „¦ dass die Bank auf Grund des vielen Ärgers mit den Kunden“¦“¦ aber das interessierte mich schon nicht mehr — ich wollte nur noch vom trubeligen Kurfürstendamm zurück in mein ruhiges ZehlenDORF.

  13. 13
    Grumpy

    @Armin: Verbrechen der USA mit Deutschalnd gleichsetzen? Das wird schwierig. Prozentual betrachtet ist die von Dir erwähnte US-Nummer ja glatt ein Kinkerlitzchen zur neuen Telekom-Aktion „Raus mit den Daten“ … ;-)

  14. 14

    Danach kann man dann auch ein großes, schickes Auto kaufen und einen langen, langen, langen, langen Urlaub machen. Ich würde gerne mal genaueres erfahren, wie die das gemacht haben.

  15. 15

    Drin vor Vorratsdatenspeicherung. Das wird noch lustig …

  16. 16
    Pipi

    Mach mal lieber weiter Urlaub.

    Das Schiff geht mit’Rettungsring‘
    sehr kontrolliert – NICHT – unter.

    Hoffentlich werden meine Äusserungen
    nicht gespeichert. Alles Gute @PiPi

  17. 17
    Martin2

    Adressen und zugehörige private Details (Bankdaten, Alter, Einkommen) sind ein blühendes Geschäft. Als kleiner Callcenter-agent kann man recht problemlos auf den kompletten Datenbestand des Versandhauses/Mobilfunkdienstleister/was auch immer zugreifen, für den man arbeitet. Auszudrucken wäre wohl ein wenig indiskret, aber man könnte sich problemlos jeden Tag ein Dutzend handschriftlich rausschreiben. In besser Position ist es sicher auch kein Problem das in größerer Menge auf eine CD runterzuspielen. Und Callcenter die auf Neukundenfang sind, kaufen das gierig ab.
    Aber halt: Bevor wir jetzt auf den agents rumkloppen, diesen Film anschauen: http://www.callcentermovie.com/
    Sehr amüsant.

  18. 18
  19. 19

    „Was kann man mit 850 Euro so alles machen? […] Einen langen, langen Urlaub. “ – So so. Wie lang denn?

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