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Google beendet Partnerschaft mit Forestle und Ecocho

Gerade erst war die Regenwaldrettungsmaschine Forestle gestartet, da dreht der Partner Google schon den Saft ab.

Wir haben soeben eine Email von Google erhalten, in der Google die Partnerschaft mit Forestle beendet hat. Laut Google haben wir mit Forestle „Anreize geschaffen, künstlich auf Google-Anzeigen zu klicken“, was gegen die Programmrichtlinien von Google ist.

Genauso ist es der Wiederaufforstungsinitiative Ecocho ergangen.

Wie es weitergeht, ist momentan noch unklar, Ecocho ist von Anfang an zweigleisig gefahren und arbeitet weiter mit Yahoo zusammen, Forestle hofft noch auf die Gesprächsbereitschaft von Google

Aus den Kommentaren.

24 Kommentare

  1. 01

    „Too successfull too fast… .“ Welches Kraut wird denn da geraucht?
    Und was haben die denn erwartet?

    Aber mal was anderes: Ich frage mich gerade wieviele Suchmaschienen von Google eigentlich „gepowert“ werden:

    http://www.ecosearch.org/
    http://de.znout.com/

    Wie findet man Suchmaschinen?

  2. 02
    Pipi

    Offenbar ist von vornherein etwas falsch konzipiert worden.

    Guckst Du:

    http://www.spreeblick.com/2008/08/26/forestle-gruner-googlen/

  3. 03

    Aber was ist denn falsch konzipiert worden? Es kann mir doch keiner weismachen, dass die bei Google nicht rechnen können. Wenn POTENZIELL die Finanzierung einer Fläche eines der größten UNESCO Naturerben innerhalb von 1 1/2 Jahren komplett und neu erfolgen müsste, gehe ich doch diesen Deal nicht ein. Nicht als Google, nicht als Yahoo, nicht als Facebook, Youtube oder sonstwas Schnelllebiges.

    Darüberhinaus: Bei „Ecocho“ ging es um Wiederaufforstung und damit C2-Speicherung … im Rahmen von Kyoto sogar merchantable (‚handelsfähig‘) gemacht. Das ist Forstwirtschaft und da reden wir über „Umtriebszeiten“ oder „Rotationsperioden“ von 80 bis 200 Jahre (vgl. Landwirtschaft: Umtriebszeit 1 Jahr). Kein *click* der Welt könnte da eine Relation herstellen.

    Ich bin regelmäßig und immer wieder aufs neue erstaunt wie wenige Menschen nachdenken… .

  4. 04

    Ich weiß nicht ob ich hier oder im anderen Post kommentieren soll – des neueren Datums wegen tu ich es mal hier:
    Google hat die Sache definitiv nicht blockiert „weil sie das Great Barrier Reef finanzieren müssten“ oder ähnliches. Google finanziert hier soweit ich das sehen kann überhaupt nichts, sondern fungiert nur als Werbepartner, Was AdSense-Anzeigen angeht (und natürlich was die Suchfunktionalität an sich angeht).
    Wenn Forestle nun also überaus populär würde, dann hätte Google damit mal per se kein Problem, sondern einen riesen Batzen Geld. Denn von den CPC-Anzeigen in den Suchergebnissen, deren Forestle-Seitiger Erlös den Regenwald retten soll, bekommt ja Google für jeden Klick auch einen Anteil! Für die eigene Tasche natürlich.
    Ein sehr wahrscheinlicher Grund für die Beendigung der Partnerschaft wird wohl ein Verstoß gegen die AdSense-Nutzungsbedingungen oder gar die Google-Nutzungsbedingungen sein. z.B. fällt mir da ein:

    Es ist Ihnen untersagt, auf die Dienste in automatisierter Weise zuzugreifen, beispielsweise mit Robots oder Scripts.

    Die Programmrichtlinen von AdSense sagen darüberhinaus z.B. auch:

    […] Publisher [dürfen] weder verlangen, dass Nutzer auf Anzeigen auf ihren Websites klicken, noch sonstige Methoden zu missbräuchlichen Erlangung von Klicks implementieren. Am AdSense-Programm teilnehmenden Publishern sind folgende Aktivitäten untersagt:
    – Nutzer durch Aufforderungen wie „Klicken Sie auf die Anzeigen“, „Unterstützen Sie uns“, „Besuchen Sie diese Links“ o. Ä. zum Klicken auf Google-Anzeigen zu animieren
    […]
    – Nutzer für das Aufrufen von Anzeigen oder die Ausführung von Suchen zu honorieren oder Dritten ein Entgelt für solche Aktivitäten zu bieten
    […]

    Gotcha. Der Nutzungsaufruf von Forestle mit Verweis auf das Spenden von AdSense-Einnahmen an „The Nature Conservacy“ verstößt ganz offensichtlich gegen den letzten Punkt. (sag ich jetzt mal als nicht-Jurist.)
    So ist das leider.

  5. 05

    Nachtrag: Hier noch der Link zu den Programmrichtlinien (letztes Zitat meinerseits in #04)

  6. 06
  7. 07

    ok. das macht dann auch mehr sinn. aber nochmal: was haben die erwartet? das ist ja fast als ob man den fähnlein fieselschweif verbietet ihre liebe zur natur und zum weltfrieden zu kommunizieren … oder dem papst die messe.

    Ecosearch ist wirklich nicht so toll… .

    @Sal: Danke!

  8. 08

    @Johannes:

    ja klar, aber bei forestle sagt man doch, man habe zur nutzung der suchfunktion, nicht zum klicken der anzeigen aufgefordert.

  9. 09

    Meiner Meinung nach haben wir bei Forestle gegen keinen der Punkte aus den Richtlinien verstoßen. Auch der letzte Punkt trifft uns nicht.

    Es sei denn, man nimmt an, dass die Bäume im Regenwald auf Google-Anzeigen klicken… wir haben aber keine einizige Suchabfrage aus Regenwaldgebieten feststellen können. ;-)

    P.s. Unsere Zwischenlösung für Forestle http://www.znout.com gibt es jetzt übrigens auch in grau.

  10. 10

    Ob das nun gegen die Programmrichtlinien verstoesst oder nicht ist doch alles eine Interpretationsfrage.

    Gut, ihr verstosst nicht im Wortsinne gegen die Richtlinien und fordert die Nutzer nicht direkt zum Klicken auf, ja ihr sagt sogar man soll nur klicken wenn man interessiert ist.

    Aber indirekt tut ihr das ganze schon. Das ganze Modell ist darauf aufgebaut. Den Nutzern wird versprochen den Regenwald zu retten wenn sie Euch benutzen. Da wird ein moralischer Druck aufgebaut doch mal auf ein paar Anzeigen zu klicken, ist ja schliesslich Eure einzige Einnahmequelle. Damit habt ihr eben genau die genannten Anreize geschaffen auf die Anzeigen zu klicken.

    Wenn man so will verstosst ihr genau gegen das hier:
    „Nutzer für das Aufrufen von Anzeigen oder die Ausführung von Suchen zu honorieren oder Dritten ein Entgelt für solche Aktivitäten zu bieten“

    Waehrend ihr die Nutzer natuerlich nicht bezahlt belohnt ihr sie aber halt schon dadurch dass ihr ihnen versprecht fuer die Benutzung der Suche den Regenwald zu retten. Wenn das man kein Anreiz ist…

  11. 11

    @Malte Welding: Aehm, ja. Und was steht da: „Nutzer für das Aufrufen von Anzeigen oder die Ausführung von Suchen zu honorieren…“

  12. 12
    Chr

    @Armin: Wenn du genau liest: Den Nutzer für […] die Ausführung von Suchen zu honorieren. Erhältst du persönlich ein Entgelt? Geschenke? Sexuelle Gefälligkeiten? Nein? Dann juristisch keine Honorierung! Mit moralischem Druck hat das ganze jedenfalls nichts zu tun…

    Dennoch: Bei Forestle steht halt folgendes:

    Forestle erzielt bei Ihren Suchen Werbeeinnahmen durch Klicks auf so genannte „Sponsored Links“. Diese Textanzeigen werden neben den normalen Suchergebnissen dargestellt, und von unserem Partner Google geliefert. […] Alle Einnahmen […], die wir über Forestle generieren gehen an […] The Nature Conservancy, welche diese Einnahmen verwendet um bedrohte Regenwaldgebiete nachhaltig zu bewahren.

    Dazu:

    Nutzer durch Aufforderungen wie „Klicken Sie auf die Anzeigen“, „Unterstützen Sie uns“, „Besuchen Sie diese Links“ o. Ä. zum Klicken auf Google-Anzeigen zu animieren.

    Die Formulierung von Forestle ist wiederum eine relative deutliche, wenngleich indirekte Aufforderung auf die Anzeigen zu klicken; insbesondere verstehe ich den obigen Text so, dass NUR über Sponsored Links Einnahmen generiert werden. Der eine oder andere könnte sich hierbei „animiert“ gefühlt haben, auf einen „Sponsored Link“ zu klicken. Der Hinweis, keine unechten Klicks vorzunehmen, reicht auf keinen Fall aus. Daher muss man entgegen der Vermutung von @Christian: bei dem Forestle-Aufruf wenig Zweifel haben – das ist sicherlich ein Verstoß! Dadurch herrscht bei Google tatsächlich juristisch Zugzwang, mit einer Gewissensentscheidung hat das nichts zu tun.

    Das ist jetzt offenbar alles schon Geschichte und die mE wirklich interessante Frage bleibt offen: Wieso ist das nicht vorher abgeklärt gewesen? Und vor allem: Wie sollte man denn ein vergleichbares Konzept mit der erforderlichen Zweckerklärung AdSense-konform verwirklichen?

    Schade jedenfalls, ich hatte auch schon Rundmails geschrieben…

  13. 13
    Akkupunk

    „- Nutzer für das Aufrufen von Anzeigen oder die Ausführung von Suchen zu honorieren oder Dritten ein Entgelt für solche Aktivitäten zu bieten“

    legt zweifelsfrei fest, dass das ganze Konzept von vornerein so nicht ging. Da dritte „Bäume“ und die Mnschheit davon profitieren…
    denke Google hat bewusst diesen „Fehler“ zugelassen damit sie die Partnerschaft jeder Zeit kündigen können, wenn sie merken das en großer Teil der Googel- Nutzer auf Forestle umwandert und das ein wachsender Trend ist. Sich die Forestlee Nutzerzahlen also von Tag zu Tag drastisch erhöhen nd die Gefahr bestünde, Forstle könnte eine Konkurrenz für Google darstellen und Google die Einnahmen streitig machen. Wär Forestle nur von enigen Leuten genutzt worden oder in der Versenkung des INternets untergegangen wärs wahrscheinlich noch da und Google hätte jeden Tag ein wenig an den Regenwald abgetreten.

    Und bis auf ein bisschen gutes IMage (was Google irgendwie nicht so wichtig ist) und ein paar hundert Dollar hat Google damit ja nichts verloren…

  14. 14

    @Chr:

    Wir sind ja im Endeffekt zum gleichen Schluss gekommen, aber der Satz geht ja noch weiter (ich nehme jetzt mal die Englische Version da die fuer Google eventuell wichtiger ist):

    May not compensate users for viewing ads or performing searches, or promise compensation to a third party for such behavior.

    Genau darum geht es.

    Mal davon abgesehen, mir ist gerade noch was aufgefallen: Keine Datenschutzerklaerung, zumindest habe ich keine finden koennen. Die ist fuer Teilnahme an Adsense (und soweit ich weiss auch Google Analytics, nur so als kleiner Hinweis nebenbei fuer Spreeblick) Pflicht.

  15. 15

    Ich nehme Google wirklich nur ungern (!) in Schutz, aber die Relation Werbeeinblendungen/Einnahmen ist einfach haushoch über dem Standard. Das kann man drehen und wenden wie man will: in solchen Fällen fliegt man aus dem Programm, da es sich unweigerlich um Kulanzklicks handelt. Da bringen auch noch so löbliche Hinweise nichts, da man als Seitenbetreiber für das (Fehl)Verhalten seiner Besucher zur Rechenschaft gezogen wird.

  16. 16
    Chr

    @Armin: „compensate“ und „compensation“ wären auch hier die für mich entscheidenden Begriffe, insofern ändert sich mE nichts. Das Versprechen einer „compensation“ richtet sich halt nicht allein an eine konkrete Person, die mit dem konkreten Nutzer der Seite oder einem konkreten Dritten übereinstimmt, sondern ist der Kauf von Regenwäldern, die allen, aber niemandem allein zugute kämen… Ist‘ ja aber letztlich überhaupt nicht mehr wichtig! Das Ergebnis steht jetzt für sich! Datenschutzerklärung hab ich auch nicht gefunden.

  17. 17
    Jan(TM)

    Ein verlogenes Feigenblattprojekt weniger – jauchzet, frohlocket!

  18. 18

    @Jan(TM): gabs heute Troll for Dinner?

  19. 19
    Jan(TM)

    Bei jedem meiner Beiträge wird ein Trollhaus in Island saniert.

  20. 20

    Na, dann isses ja wenigstens für’n guten Zweck ;-p

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