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Kinder, den Majors geht’s gar nicht so schlecht

Die ganze Panik umsonst. Internet, Downloads, Steve Jobs, alles gar nicht so schlimm. Den Plattenfirmen geht’s wie Bolle, schreibt ein geheimnisvoller Insider im KulturSpiegel:

[…] mit einem Nummereins-Hit lässt sich trotz der Raubkopiererei auch in diesem Jahrtausend noch sehr, sehr viel Geld verdienen. […]

Die Strukturen und Mechanismen in der Musikindustrie sind heute dieselben wie damals. Geld ist immer noch da, es kommt nur aus anderen Quellen. Eigentlich ist alles so wie immer.

Und wir haben uns schon Sorgen gemacht.

Scheint so, als wäre auch weiterhin bestens dafür gesorgt, dass die Popstars in der Lionel Richie-Liga nicht alle werden. Was die Drogengeschichten angeht, so behauptet ein Mitglied der Spreeblick-Redaktion, ehemaliger Insider der Szene:

Dafür wird man ja auch Rockstar, wenn das nicht so wäre, könnte man ja gleich Journalist werden.

Malte würde jetzt gerne Quiz starten und wissen, wer die namentlich nicht erwähnten Bands sind. Wir machen den Anfang, er tippt bei dem langweiligen deutschen Onehitwonder ohne Starappeal auf Fool’s Garden (Womit dann schonmal EMI als Arbeitgeber das anonymen Insiders weg fallen würde.). Die Hippie-Bardin mit 10.000 Dollar Frisör ist Alanis Morissette. Und jetzt ihr.

[via Fefe]

33 Kommentare

  1. 01

    die tapfere rockband, die erst zu chartehren kam, als per kasse gezählt wurde und nicht mehr aus kassen gezahlt: das müssen die ärzte gewesen sein, die hatten nämlich 98 ihren ersten nummer1-hit mit „männer sind schweine“.

  2. 02
    Nico [Jackpot Baby!]

    @Malte Welding: „Eine verdiente alte, aber stets als uncool geltende Rockband landete überraschend ihren ersten Nummer-eins-Hit in Deutschland.“

    sind die ärzte uncool? ich hätte ja eher auf BAP getippt, aber die hatten in den 80ern auch schonmal #1 hits.

  3. 03
    nicnac

    Gute Güte! Sollte er damit etwa Wolfgang Petry oder (schlimmer noch) Pur gemeint haben? *gruselgraus*
    Nix für ungut – war ja bloß ’ne Idee von mir.

  4. 04

    Vielleicht Die Toten Hosen mit 10 Kleine Jägermeister. Das war allerdings Oktober 2006.

  5. 05

    Beim langweiligen Onehitwonder würde ich auf diese einen da tippen. Wie hießen die denn noch? die mit dem Video mit dem Klavier auf dem Auto?

  6. 06

    aerosmith kommen noch infrage, aber das war halt die musik zu einem blockbuster. die wurden an der chartsspitze übrigens abgelöst von dem edelprodukt oli p.

  7. 07
  8. 08
    nicnac

    „… sieben fuhr’n nach Düsseldorf
    und einer fuhr nach Köln … “
    SPLASH!!!
    Ich plädiere dennoch für Pur. Wenn die nicht uncool sind, wer dann?

  9. 09

    Guildo Horn. Ganz klar Guildo Horn. Oder doch PUR? Ich bin verwirrt…

  10. 10
    nicnac

    Übrigens ist Alanis Morissette Kanadierin, von wegen Friseur aus den USA mitgebracht …

  11. 11
    Chr

    […] mit einem Nummereins-Hit lässt sich trotz der Raubkopiererei auch in diesem Jahrtausend noch sehr, sehr viel Geld verdienen. […]

    Ich bin ernsthaft beruhigt! Hatte immer die Paranoia, dass die Musikindustrie sich mit ihrer Unbeweglichkeit selbst killen könnte.

  12. 12

    Laut MTV war die Person mit dem Friseur für das Radiointerview Maria Carey oder wie dieses etwas genannt wird.

  13. 13
    Maltefan

    @nicnac: MMn war das tatsächlich Wolfgang Petry, von dem hatte ich nämlich noch nie was gehört, und auf einmal war er in den Charts.

  14. 14

    Für mich impliziert „erster Nr. 1 Hit in Deutschland“, dass sie im Ausland erfolgreich waren. Tendiere daher auch zu Aerosmith.

    Das deutsche One Hit Wonder könnte auch zum Beispiel Sofaplanet mit Liebficken gewesen sein. Aber da gab es ja so viele.

  15. 15

    Die mit dem Telefoninterview und dem 5000 Mark-Friseur könnte „J.Lo“ gewesen sein. Damals bei „Waiting for Tonight“ etc. waren ja noch Mark-Zeiten und von jener Frau kennt man ja ähnliches.

  16. 16

    die frisur am anfang ist definitiv mariah carey. no doubt about it.

    die rockband war bestimmt „smokie“ !!!

    die kindercomicmagazin band muss so was sein wie „just friends“

    hmm…nur die sängerin am schluss, mit dem gastauftritt im hip hop video…die macht mir zu schaffen…

  17. 17
    noknow

    Versteh ich ja nicht so ganz,
    da man sich doch immer beschwert, das die Majors sich nur noch auf #1 hits konzntrieren, weil mit dem „Rest“ halt kein Geld mehr zu verdienen ist.

    Was soll jetzt daran gut sein ?

    Wirkt eher so als ob sich ein Haufen geltungsgeiler egomanen am Blut der Muse nährt –
    bis sie bleich auf dem Boden liegt ,und nur noch zuckt-

  18. 18
    nicnac

    @noknow: War doch schon immer so. Den genialen Musikern blieben meist nur Brosamen vom Überfluß und den Rest hat die Entourage und der Wasserkopf der Medienkonzerne verschlemmt.
    Ist halt ’ne parasitäre Branche und überflüssig wie ein Kropf.

  19. 19
    Nico [Jackpot Baby!]

    @nicnac: und als kanadierin hat man keinen us-frisör?

    @nilz: mariah carey, definitiv.

    purs plattenfirma intercord wurde bereits 94 an emi verkauft. und aerosmith gehörten mit columbia zu sony. trotzdem würde mein bauch ja pur sagen.

  20. 20
    nicnac

    @Nico [Jackpot Baby!]: Öhm … drucks … hüstel …
    Meine geliebte Alanis und ein schnöder Amifrisör? *dasjetztaberganzentschiedenvonmirweis*
    Ich schwanke nach wie vor zwischen Petry und Pur. Schreibt sich so wie sich poor liest. Und ist es auch!

  21. 21
    Pipi

    @Nico [Jackpot Baby!]:

    Mag jetzt unglaubwürdig erscheinen.
    Habe mich seinerzeit tatsächlich um
    eine Anstellung bei Intercord bemüht.

    Das Vorstellungsgespräch wurde von mir
    aus sehr schnell beendet. Wirklich wahr!

  22. 22
  23. 23
    SJT

    @Pipi – ich habe mich bei Universal beworben, als sie nach Berlin kamen. Man empfing mich in Badelatschen und Trainingsanzug. Zwei Typen und eine Frau ließen 45 Minuten den ganz Dicken raushängen. Ich aber auch ;-)

    Kurz darauf war beiden Seiten klar, dass wir nicht zueinander passen.

    Ich bin dann zurück zu meiner Dailysoap. Das war und ist bodenständige Fliesbandproduktion für die Fernsehindustrie.

    Heute arbeite ich für eine Band, die nicht von ihren Platten, dafür aber halbwegs von ihren Tourgagen leben kann. Und ich betreue eine Pferde-Webseite für Mädchen zwischen 7 und 13 Jahren ;-).

    Zum Spiegel-Artikel: Schön, wenn jemand so auspackt ;-)

  24. 24

    Für One-Hit-Wonder war hierzulande immer Jack White zuständig.

  25. 25
    Jörg Beuttner

    Kinder und Kleingeister,
    nicht nur ich mache mir so meine Gedanken über den Zustand der Spiegels, der das auch noch veröffentlicht. Ich habe vor über 10 Jahren die Industrie verlassen, hätte es Koks auf Firmenkosten gegeben, wäre ich sicherlich noch heute dabei. Da schreibt so ein, offensichtlich zu kurz gekommener Langweiler, eine Art Schüleraufsatz (ohne Angabe von Namen) und der Spiegel!!! druckt das dann auch noch. So etwas wäre nicht mal bei der Redaktion einer Schülerzeitung durchgegangen. Auch ich habe hier und da mal gut Kohle verbrannt und prima verdient habe ich auch, in den „guten alten Zeiten“. Manchmal aber eben auch mal was richtig gemacht. Ich wollte heute weder PM, A&R und schon gar nicht MD bei einem Label sein. Was auch immer die heute verdienen, ich gönne ihnen jeden Cent. Es ist ein hart verdientes Schmerzensgeld. Obwohl kaum vorstellbar, vielleicht war der Mann ja auch mal mit dem Spiegel Redakteur, der diesen Unfug hat durchgehen lassen, auf Firmenkosten im Puff (eine bei manchem Medienpartnern durchaus willkommene Abwechslung im sonst so grauen Alltag) so ein Tripper verbindet ja. Suche halt immer noch nach einer Erklärung warum man so etwas, ein Artikel will ich es wirklich nicht nennen, veröffentlicht. Es wird wohl das Sommerloch gewesen sein. Kennen wir ja auch, geht nur mittlerweile von Jan. bis Dez.
    Schönen Gruß aus Köln
    Jörg Beuttner
    Jörg Beuttner,

  26. 26
    Ralf

    ja, ja, der Spiegel, wenn man so einen albernen Quark dort liest, muss man sich wirklich noch mehr Sorgen machen.
    Enthüllungsjournalismus ohne Enthüllung? Haben die auch nur eines der zahllosen Bücher der letzten 20 Jahre über die Musikbranche und wie sie mal war gelesen? Black Vinyl – White Powder? „Kill Your Friends“ ist da ja nur ein aktuelles Beispiel.
    So ein Wischi-Waschi-Witz hätte sich die Bild-Zeitung wahrscheinlich nicht abzudrucken gewagt.
    Und ja, man kann froh sein, wenn man wenigstens noch ein wenig von den Zeiten mitbekommen durfte, als es die Musikbranche wirklich nicht hat krachen lassen. Aber dieser Artikel macht ja nicht mal darauf neidisch.

  27. 27
    Ralf

    @Ralf: Das sollte natürlich „als es die Musikbranche wirklich NOCH hat krachen lassen. “ heißen.

  28. 28
    Andy

    recht habt Ihr alle ….irgendwie;
    vielleicht sogar der spiegel ein bisschen….aber die hier gedruckten (und andere „geschichten“) kennt wohl fast jede(r) von denen, die sich in der
    schönen Welt des Entertainments aufhalten (dürfen?).
    vieles ist vorbei und wird so nicht mehr passieren – da keiner mehr dafür zahlen will und wird!
    aber schön war es doch – da hast Du recht Ralf!
    und danke Jörg für deinen seelischen beistand ;-)
    bereits 1990 in „Hit Men“ wurde ein blick hinter die kulissen geworfen;
    hat aber dem erfolg aller beteiligten wenig geschadet, die zeit & die Acts, um die es ging, werden heute gerne in liebevoller rückschau beschworen..
    fazit: der artikel war das papier nicht wert, dass dafür sterben musste
    Andy

  29. 29
    Alex

    Also ich finde den Artikel sehr unterhaltsam. Welchen Informationsgehalt er nun hat, ist mir ziemlich bums.
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass der „überraschende Nummer-Eins-Hit“ von BAP ist.

  30. 30

    In der Musikbranche gab es schon ein paar krasse Ecken. Wer „damals“ die großen US-Stars betreute, bei dem könnte das in etwa so abgegangen sein. Vermutlich nicht immer. Geld wurde teils mit Freuden verballert. Die Universal-Jungs, die von Hamburg nach Berlin zogen, hatten z.B. allesamt ihren individuellen Umzugsberater, bis runter in die EDV-Abteilung. Und das ist noch harmlos.

    Aber inzwischen ist die Industrie doch ein gutes Stück weit kaputt – durchaus nicht zum Vorteil der Künstler. Und auch mancher ehemaliger Musikmanager-Großkotz ist inzwischen ganz klein. Klein wie ein Kiesel-Stein. Gescheitert.

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