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Handy, Computer, Kamera — der Terroristencheck (oder: if you know anyone, report him/her)

Der „žKrieg gegen den Terror“ hat einen vorläufigen paranoiden Höhepunkt: dieses völlig unglaubliche Plakat nämlich. Und ich bin sowas von verdächtig, weil ich alle Gegenstände auf diesem Poster schon mehrmals, teilweise sogar unglaublicherweise gleichzeitig benutzt habe. Ich bin zum Beispiel mal in einem Transporter mit Gepäck, einem Handy und einem Rechner durch Berlin gefahren. Ab nach Guantanamo mit mir, würde ich vorschlagen. Aber zum Glück gibt es auch noch vernünftige Menschen auf dem Planeten.

(via Digg, Reddit)

31 Kommentare

  1. 01

    Sehr geil auch, was da oben links steht: „Observation and surveillance help terrorists plan attacks.“
    Dann weiß man auch, warum Schäuble das Einführen will.

  2. 02

    „Observation and surveillance help“ Schäuble „plan attacks“ on the Grundgesetz. Hihihi…

  3. 03

    Und ich schaue gerade „V wie Vendetta“. Koinzidenz ?

  4. 04

    @erlehmann: Wahrscheinlich, aber ein schicker! ;)

  5. 05
    corax

    Verbesserte Version hier vom Kommentator allo bei F!XMBR.

    Darf man die hier eigentlich verlinken? ;-)

  6. 06

    Gaehn.

    Wann ist Cory eigentlich nach London gezogen? Muss nach den Hochzeiten der IRA gewesen sein. Solche Kampagnen sind uralt, praktisch nichts neues dabei.

    Hier ein Beispiel von 2001, das Poster mag zwar etwas anders sein, aber wer etwas runterscrollt kann dann das hier lesen:

    ‚Mr Fry added: „Terrorists need somewhere to live, somewhere to store their equipment, and they need vehicles to move around in.

    „If you sell cars or let property and you have noticed something suspicious please contact us.“ ‚

    Nichts neues im Koenigreich.

  7. 07
    Leo

    und alle mit großen nasen….

    mein gott. übrigens kein grund zu gähnen, armin. nur weils nichts neues ist, ist es nicht minder katastrophal.

  8. 08

    Werden den IFA Besuchern pauschal DNA -Spuren abgenommen (Eintrittskarte)?

    Der Installateur um die Ecke benutzt einen Transit.
    Werde mal schauen ob dieser auch noch telefoniert.

    Danke für den Hinweis.
    Man ist sich niemals sicher.

  9. 09
    Ralf

    Das sieht zuerst so absurd aus – ist es aber gar nicht. Es jagt mir eine verdammte Scheissangst ein. In Guantanamo werden 27 Menschen auf unbegrenzte Zeit gefangen gehalten weil sie eine Armbanduhr trugen.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Casio_F91W

  10. 10
  11. 11

    @ralf: das ist das unglaublichste was ich jeh juristisches aus einem „rechtsstaat“ gehört habe

  12. 12

    Diese Casio-Uhren waren mir schon immer suspekt. Allein schon diese gewaltverherrlichenden Namen: G-Shock und sowas alles.
    Was kommt als nächstes, G-Spot? Pfui Deibel!

  13. 13
    Viva Hammonia

    @Lutzen:
    Och, mir fällt da noch der Fall „Ihsan G.“ 2003 ein.
    Zahlreiche Gespräche waren aufgenommen worden, „The Mujaheddin Explosives Handbook“ fand sich in seiner Wohnung, nebst handschriftlichen Notizen zur Mischung von Sprengstoffen und einem Laptop mit voll mit detailierten Anleitungen zur Bestückung und Fertigung einer Elektronikplatine mit der man Sprengladungen aus der Ferne zünden kann.
    Der Aufenthalt in afghanischen Dschihadistenlagern wurde bestätigt. Reichte nicht.
    Stattdessen wurde der feine Herr wegen illegalen Goldhandels zu drei Jahren Haft verurteilt, von denen er eineinhalb absitzen musste. Allen Beteiligten war klar, dass ein Anschlag verübt werden sollte, mitten in einer Berliner „Anti-Irakkriegs-Demonstration“.

    Ihsan G. reiste am 19.08.2006 in seine Heimat Tunesien aus und lacht sich wahrscheinlich immer noch kaputt über den deutschen „Schweinestaat“, dessen Bezeichnung vor seinem Hintergrund eine ganz neue Bedeutung bekommt.

  14. 14
  15. 15

    komisch das man sich in deutschland darüber aufregt, in london beachtet man die poster einfach nicht mehr. ich hab nach paar stunden in London auch auf durchgang geschaltet… das galt auch für die CCTV sachen.

    das wirklich schlimme ist nicht das poster, sonder dass genau dieses in einem Supermarkt (Tesco) hängt, wo man fast alles auf dem poster kaufen kann.

    ich persönlich halte das ja für eine art britischer humor, solche poster an völlig merkwürdigen orten aufzustellen und man durch diese poster erst auf anschlagsorte hingewiesen wird :D

  16. 16

    Also bei diesem Plakat tun sich ja Abgründe auf, und was für welche…

    Es ist nicht nur unglaublich dämlich; ungefähr jeder Mensch hat alle dort abgebildeten Dinge schon einmal benutzt, es ist auch unglaublich naiv. Besonders gut gefällt mir ja die Beschreibung beim Koffer: Als ob jemand, der in ein Terrorcamp geht, bevor er fliegt, allen nur vage Angaben darüber macht, wo er denn gedenk hinzufliegen. Der sagt dann so was wie:“Ich fliege nach Schweden“ und das wars dann.

    Anbgesehen davon, ist dieses Plakat auch bestens dafür geeignet um Rassismus zu verbreiten, so in der Richtung: Arabisch aussehender Herr -> Sitzt im Zug mit Laptop, Handy und großem Koffer -> Terrorist.

  17. 17

    @Viva Hammonia: >Stattdessen wurde der feine Herr wegen illegalen Goldhandels zu drei Jahren Haft verurteilt

    Welche Strafe hätte er denn Deiner Meinung nach angesichts eines nicht durchgeführten Anschlags absitzen müssen? Und was sagt Dein Kommentar nun über Leute aus, die Transporter, Handys und Computer benutzen?

    @Stefan: Ich finde es durchaus beunruhigend, wenn man solche Poster oder auch die von Dir angesprochenen Überwachungskameras als Normalität ansieht. Britischer Humor liegt da aber gar nicht so weit weg, in der Tat.

  18. 18

    @René Walter:

    Nach Jahrzehnten IRA Bomben sind solche Poster bzw damit verbundene Aufrufe der Polizei zur Mithilfe tatsaechlich Teil der Normalitaet.

    Ich bin jetzt (mit kurzer Unterbrechung) seit 1995 hier, fuer mich ist das in gewissem Sinne tatsaechlich Normalitaet. Die Leute hier koennen naemlich solche Poster durchaus einordnen und fallen eben nicht in die schwachsinnige Ueberreaktion die die meisten Kommentatoren hier zeigen.

    Es geht eben nicht darum dass irgendwelche Leute diese Dinge generell benutzen. Es soll die Leute dazu anregen nicht blind durch die Gegend zu laufen sondern manchmal auch einfach nachzudenken und eventuell etwas eben nicht einfach zu ignorieren. Mal etwas zu ueberlegen ob irgendein Verhalten vielleicht auf etwas hinweist. Klassische Polizeiarbeit.

    Als ich Cory’s als auch Deinen Eintrag sah wusste ich schon vorher welche Reaktionen kommen wuerden. „Aber jeder benutzt diese Dinge doch“. „Terroristen essen Brot, das muss auf die Liste“. Ja, und? Darum geht es doch gar nicht. Aber so weit zu denken, dazu ist vor lauter Aufregerei, Ueberreaktion und peinlichen Witzchen so wie es aussieht kaum einer mehr faehig.

  19. 19

    @Armin: Du sagst es genau treffend: „žKlassische Polizeiarbeit“.

    >Darum geht es doch gar nicht.

    Doch, genau darum geht es. Dieses Poster sagt nix anderes aus, als: Terroristen essen Kartoffeln, so whatch out! Ich habe einfach ein ziemlich mieses Gefühl, wenn „žklassische Polizeiarbeit“ zusammen mit Paranioa auf den Bürger übertragen wird. Klassische Propaganda würde ich eher sagen.

  20. 20
    Viva Hammonia

    @René Walter:
    Da er zur Erreichung seines Zieles, also das Herumliegen von Armen, Beinen, Gedärmen und Köpfen auf der Straße, nicht ausschließlich allein hätte vorgehen können und zumindest Gehilfen haben musste, würde ich die Tatbestandsmäßigkeit des § 129a Abs. 1 StGB prüfen.

    Im übrigen finde ich es einfach pervers. Mag sein dass man da juristisch nicht weit kam, aber pervers ist es trotzdem.

  21. 21

    @Viva Hammonia: Terrorismus ist pervers (und zwar im Wortsinn). Na klar. Deshalb will ich aber nicht einen Rechtsstaat zugunsten eines Präventiv-Staats draufgehen sehen. If they get through with this, they win.

  22. 22
    Viva Hammonia

    @René Walter:
    Das möchte ich auch nicht. Es läuft aber auch etwas verkehrt, wenn erst Körperteil-Memory gespielt werden muss, damit überhaupt irgendwas passiert.
    Es ist ja nicht mal verboten, ein dschihadistisches Lager zu besuchen.
    Was denken die eigentlich ? Dass die dort Abenteuer-Urlaub machen ??

  23. 23

    @Viva Hammonia:
    Nur mal angenommen ein Journalist würde es tatsächlich schaffen, sich in derartigen Zirkeln einzuschleusen und einmal weiter angenommen, er würde tatsächlich in solch ein dschihadistisches Lager reisen, dort eine Ausbildung mitmachen.
    Er kommt zurück, schreibt einen großen Enthüllungsartikel und ganz nebenbei führt der dann auch noch zur Festnahme mehrerer Leute, die konkret einen Anschlag planen.

    Der Typ müsste dann in den Knast, schließlich hätte er mit Besuch des Lagers ein Verbrechen begangen.

    Anderes, vielleicht realistischeres Beispiel:
    Jemand war mal überzeugter Dschihadist, war auch in nem Lager, aber aus welchem Grund auch immer hat er erkannt, daß das, was er tut und denkt falsch ist und ändert sein Leben.
    In den Knast müsste er trotzdem.

    Der reine Aufenthalt in einem solchen Lager darf darum niemals eine Straftat sein, denn er ist einfach nicht ausreichender Beweis dafür, daß dieser Mensch wirklich einmal einen Anschlag durchführen wird, bzw. andere Leute dazu anstiftet.
    Es ist zwar ein ausreichender Grund diese Person näher im Auge zu behalten, eine Festnahme würde aber definitiv zu weit gehen.

  24. 24
  25. 25

    wieistdenndeinusernamebeilastfm?

  26. 26

    wieistdenndeinusernamebeilastfm?

  27. 27
    ber

    @Armin:
    Ich bezweifel, dass Briten solche Poster noch „einordnen“. Es ist nur eine weitere Info-Berieselung, wie die staendie Ansage in der U-Bahn ueber „suspicious behaviour“ oder „mind the gap“.

    Etwas abschweifend:
    Bei der immensen Anzahl an Ueberwachungs-Kameras in England ist jedes Foto in oeffentlichen Plaetzen eine (potentielle) Aufnahme von „security arrangements“ (siehe Poster). Es gab bereits diverse Vorfaelle, wo Leute wegen des fotografierens von der Polizei belaestigt wurden. Und die kann „terrorverdaechtige“ Personen bis zu 42 Tage in U-Haft nehmen. Soviel zu „schwachsinnige Ueberreaktion“.

  28. 28
    Jan(TM)

    Ist mir noch nie aufgefallen, aber das Nokia erinnert an eine Frau in Burkha. Hilfe ich verbrodere.

  29. 29
    Sgt. Kabukiman

    @Jan(TM): Andersrum erinnern mich Frauen in Burkas jedes Mal an… Volksempfänger.

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