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Verschwörungtheoretiker schlägt Börsengurus


Von: reinhardt – Profil anzeigen
Datum: Fr 18 Jul. 2008 17:36

„Crash is in September.“
yup
and the negative news that will move the market downward should occur Sept 15 this organization below.. runs the show
http://www.legatus.org/public/index.asp
the money laundering occurs just prior to the pilgrimage to rome and the checks are written during the pilgrimage and the checks clear by September 14 and the negative news leaks out

Den Hinweis auf diese Mail habe ich gestern bei weissgarnix in den Kommentaren gefunden. Sie ist am 18. Juli bei google.finance erschienen und damit ist dem guten Reinhardt ein hübscher Treffer gelungen. Die Akkuratesse seiner Vorhersage wird im folgenden etwas dadurch geschmälert, dass ungefähr jedes Datum des gegenwärtigen (von einem Papst erfundenen!) Kalenders in den folgenden Beiträgen als besonderes Datum erwähnt wird. Warum ich darauf hinweise, dass wir nach dem von einem Papst entwickelten Kalender leben? Weil die Katholiken an allem Schuld sind.

Die katholische Kirche mit ihren männerbündlerischen Riten, ihren alten Gemäuern und dem Duft uralter Herrenunterwäsche ist der natürliche Zielort einer jeden Verschwörungstheorie, die etwas auf sich hält. Deswegen ist auch der ganze 11.September-Quatsch nie richtig aus den Puschen gekommen – es fehlte der Hinweis, dass der Papst am 10. September sein Konto bei der Sparkasse aufgelöst hat.

Reinhardt macht jedoch nicht die Vorsitzende des Bibel- und Nähkreises Hasenheide für den Crash verantwortlich, sondern Legatus. Und hier wird seine Verschwörungstheorie zumindest Dan-Brownesk, denn Legatus ist schon ein toller Haufen.

Legatus is the Latin word for „ambassador“. Our members don’t typically wear their faith on their shirtsleeves. They spread the faith through good example, good deeds and high ethical standards.

Aaaargh! Die verbreiten ihren Glauben heimlich. Und nicht etwa durch Omis mit „Wachturm“ in der Hand (hat eigentlich irgendjemand – außer ehemaligen Mitgliedern – Angst vor den Zeugen Jehovas?).

Das Herz des Verschwörungstheoretikers schlägt aber erst richtig laut, wenn er die Kriterien durchliest, die Legatus an eine Mitgliedschaft anlegt.
Da muss man reich und mächtig sein oder sehr reich und sehr mächtig und es ist – für einen Moment abgesehen von allen Crashs und Weltherrschaftsmodellen – schon äußerst putzig, dass ein derart exklusiver Zirkel eine Homepage betreibt, die aussieht, als würde auf ihr für eine Versicherung geworben, die im Jahr 1997 Pleite gegangen ist.

Lest einfach selber mal die Theorien des Reinhardt (IHM gelingt übrigens ganz nebenbei eine Verbindung zum 11. September: „one date that crosses my mind every now and then is the opening
cerimony of Thomas Aquinas college: Sept 11, 1971“), er ist offensichtlich ein scharfsinniger und belesener, leicht fehlgepolter Mann, der – und jetzt kommt sogar eine Prise Das Foucaultsche Pendel ins Spiel – gesperrt wurde bei finance.google.com. !!!111!.

Vertiefendes zu den Theorien des Reinhardt:
New York Magazine über Mark Belnick.

Der Guardian über Tony Blair.

Sollte ich in den nächsten Tagen verschwinden – ihr wisst Bescheid.

6 Kommentare

  1. 01

    Wow! Und wenn jetzt noch die einzigen Unternehmen an den Börsen in den letzten Tagen ’nen Plus gemacht haben, die der Scientologen sind, dann „¦

  2. 02

    Wer ist wohl der wirkliche Betreiber der Website – Uwe Barschel vielleicht?

  3. 03
    Frogster

    Es wird Zeit für ein paar Charts in der Sidebar von Spreeblick. Gold, Silver, USDX, DOW, DAX…

  4. 04
    Frogster

    Ach ja… und dringend noch die brandheissen Informationen zu Chemtrails und Plastiksärgen auswerten. Die Website von Nina Hagen ist ein guter Anlaufpunkt.

  5. 05
    die 3 ???

    Am interessantesten finde ich die Leute denen es im Theoriechaos gelingt völlig nüchtern und selbstüberzeugt durchzublicken und ihren Durchblick publizieren und dabei tatsächlich glauben sie würden keine Verschwörungstheorien verbreiten und im Innern hoffen dass die Konsumenten ihrer Worte das genauso sehen.
    Das ist so ähnlich wie bei der Börse. Man setzt auf eine Aktie (die „wahre“ Theorie) und hofft dass sie verbreitert wird und ihr Wert damit steigt. Hat man eine gute Theorie , am besten mit starken Authoritäten im Hintergrund und konsensfähigen Feindbildern im Vordergrund, dann stehen die Chancen erstmal gut.
    Stellt sich dann aber raus das die Aktie eher ein Betrug als eine nachhaltige Anlegung war, wird der Verkäufer in der Zukunft ein Problem haben noch Leser zu finden.
    „offizielle“ 9/11 Aktien haben ordentlich an Wert verloren, irgendwann könnte ihr Vertreib als Leugnung der Realität strafbar sein.

  6. 06
    melmoth

    Hab das Ding hier mal nem Freund gelinkt, der ist Börsenguru….Hier seine Antwort:

    „Bisher ist immer eine Bank pleite gegangen am 15. eines Quartals in diesem Jahr…15.03. (bear stearns),
    15.06. (countrywide), 15.09. (lehman) – liegt aber eher daran, daß es
    kurz vor dem großen Verfallstag ist…“

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