71

Zum Tod von Jörg Haider

Von den Toten nur Gutes – von wegen. Als wir gestern Abend in freundschaftlicher Runde den Tod Jörg Haiders erörterten, machte sich kurzzeitig peinliches Schweigen breit. Denn was wir alle spürten, war Erleichterung. Und wir kamen uns verdammt schäbig dabei vor.

Jörg Haider, ehemaliger Vorsitzender der FPÖ, ehemaliger Landeshauptmann von Kärnten, ehemaliger Motor beim europäischen Bündnis der extremen Rechten. Zu Lebzeiten ist er von uns mit allen möglichen Schimpfworten bedacht worden, aber darf man schlecht über ihn denken, da er nun Opfer eines Unfalls geworden ist? Tragischerweise, möchte man fast hinzufügen. Und überhaupt: Die Familie. Die Töchter. Das Umfeld. Der Privatmensch.

Sobald jemand stirbt, wird er als Mensch bewusst gemacht. Es wurde in den Nachrichtensendungen nicht auf das private Umfeld Haiders angespielt, wenn er vom „Selbstbestimmungsrecht der Ethnien“ faselte oder vor Waffen-SS-Veteranen sprach, seine Familie blieb uninteressant. Es ging um die öffentliche Person „Haider“, und welche Wirkungen er politisch entfaltete. Der kleine Satz „Er hinterließ eine Frau und zwei erwachsene Töchter“ holt das Private in die Tagesschau. Das Private, das normalerweise dem heuchlerischen Boulevard vorbehalten bleibt. Der Boulevard, den ich deswegen meide wie der Herrgott den Hostienschänder.

Über Todesfälle darf man sich nur freuen, wenn er schon länger tot ist. In der Vergangenheit und theoretisch. Dass es Michael Kühnen nicht vergönnt war, die Neonaziszene in Ostdeutschland weiter zu vernetzen zum Beispiel, und nach ihm glücklicherweise kein ähnlich begabter Politiker und Agitator nachwuchs, ist ein Grund zur Freude. Mit gebührendem Abstand ist es im Schulunterricht oder Feuilleton sogar erlaubt, über einen möglichen vorzeitigen Tod nachzudenken: Was wäre mit Hitler gewesen, wenn Stauffenberg oder Georg Elser bei ihren Attentatsversuchen Erfolg gehabt hätten? Das sind „Was wäre wenn“-Spielchen, mit denen Historikerblagen sich die Sonntagnachmittage vertreiben.

Bei aktuellen Todesfällen reduziert sich die Gefühlsspanne: Trauer, Betroffenheit, Sprachlosigkeit. Pietätvolle Empfindungen. Da stehen persönliche Interessen still, der Hauch des Todes, der uns alle umweht, Weihrauch, Blumen, die Kinder, die Ehefrau und so weiter. Die Kinder und die Ehefrau, für die sich davor niemand (außer dem Boulevard) interessiert hat. Der Privatmensch Haider, für den sich (außer dem Boulevard) niemand interessiert hat. Und SpOn, wo Walter Mayr davon fabulieren darf, wie Bilder der „Freunde, Verwandte, Erzfeinde, langjährige Wegbegleiter“ an ihm vorüberziehen. Tabubrecher nennt Mayr den Haider, und im Teaser steht auch, warum: „Weil er aussprach, was andere nur dachten.“ Wenn das einen Unerschrockenen, einen Bürgernahen, einen Volkstribunen ausmacht, kann sich die ÖVP ihren nächsten Vorsitzenden aus einer der Neuköllner Eckkneipen vom Tresen hieven: da sind genug Besoffene, die aussprechen, was die anderen nur denken. Um Inhalte und Konsequenzen schert sich ja keiner mehr.

Es ist doch Erleichterung, aber nicht über Haiders Tod. Sondern darüber, solche verklärenden, unzumutbaren Artikel nicht mehr lesen zu müssen. Und darüber, dass er ab sofort den Mund halten wird. Er hätte auch zurücktreten können (obwohl, wahrscheinlich hätte er aus dem politischen Exil weiter gewirkt), oder sich politisch ins Abseits manövrieren können (was er mehrfach getan hat, es hat nichts genutzt). Beides wäre das mehr oder minder vollständige Verschwinden seiner öffentlichen Person gewesen. Und darum gings: um die öffentliche Person.

Mitgefühl mit den Angehörigen wird niemand von mir erwarten, und für Pietät fehlt mir das religiöse Gen. Dass Haiders BZÖ, die vor kurzem Triumphe feierte und jetzt hoffentlich bald auseinanderbricht, dass der europäischen Rechtsextremen einer der wichtigsten Politiker fehlen wird, das ist sehr beruhigend.

71 Kommentare

  1. 01

    Der erste angemessene Beitrag zum Thema. Wenns nicht so zweideutig wäre würde ich jetzt gern einen Schlußstrich unter das Thema machen.

  2. 02
    stefan

    „…das ist sehr beruhigend.“

    hat mal irgendjemand den letzten wahlkampf der fpö unter strache verfolgt? der doppelt so viele stimmen wie haider hatte? dagegen war haider fast harmlos. und ich fürchte, dass dessen wähler nun zur fpö überlaufen werden..

  3. 03
    Björn

    das ist vom zeitpunkt her eine katastrophe. strache kann jetzt das dritte lager einen und hat damit die zweitstärkste partei in österreich.
    außerdem hätt ich dem haider ein langes leben gewünscht, eines in dem er alt wird und auf hilfe angewiesen und eines in dem er zusehen muss wie sein politisches machwerk von seinen nachfolgern schrittweise ruiniert wird. so hat der alte narzisst auch noch den märtyrer geschafft.

  4. 04
    Frédéric Valin

    @stefan:

    @Björn:

    Ich spekuliere optimistischer. Strache hat nicht das Format, wie es Haider hatte.Ich glaube, dass ihm die Einigung des dritten Lagers misslingt. Ich hoffs jedenfalls.

  5. 05
    bongokarl

    Danke für den Artikel, ich sehe das ähnlich. Nilz und René sind die Sache ja ein bisschen anders angegangen, was nicht verwerflich ist, für mich aber weniger nachvollziehbar.

  6. 06
    panzi

    Das die BZÖ auseinander bricht ist nicht notwendiger Weiße eine gute Sache, denn wo werden die Wähler hinwandern? Richtig, zur FPÖ. Und dann gibt’s nicht zwei kleine sondern eine etwas größere rechts extreme Partei hier.

  7. 07
    jul

    Danke. Der Artikel gefällt mir schon viel besser als der drüben bei René.

  8. 08
    Björn

    @ Frédéric: unbestritten, haider war ziemlich einzigartig. das problem ist nur, dass die nachfolgejünger wie petzner noch viel weniger format haben als strache. er braucht nur abzuwarten, ohne die autoritäre führerfigur ist das zerbröseln nur eine frage der zeit.
    @ panzi: sie werden auch wieder dahin zurückwanden, wo sie hergekommen sind: also richtung övp. die figur haider hatte eine nicht zu unterschätzende zugkraft.

  9. 09
    panzi

    @Björn: Kann man negatives Format haben?
    Hoffentlich wandern’s wirklich in Richtung ÖVP. Die ÖVP ist zwar meiner Meinung nach in letzter Zeit auch ein wenig Richtung Rechts gewandert und sie sind am aller stärksten von der Wirtschaft gelobbyt (bzw. kontrolliert), aber besser als BZÖ/FPÖ ist’s wohl immer noch.

  10. 10

    Haider und seine Kumpels /waren sind Opportunisten und Populisten der schlimmsten Sorte; um das Volk auf ihrer Seite zu wissen, würden sie alles sagen. Über ihr Verhalten gegenüber Minderheiten kann man nur eines sagen: menschverachtend. Von Aussagen über die „ordentliche Beschäftigungspolitik des 3. Reiches“ ganz zu schweigen.

    Dennoch hat Haider einiges für das gesamte Österreich geleistet – und war letztendlich ein Demokrat. Und zu Recht kann man ihm zuschreiben, dass er das festgefahrene 2-Parteien-System in Österreich gesprengt hat. Doch von diesen Details liest man in der internationalen Presse wenig; da konzentriert man sich lieber auf den „Beschäftigungspolitik“-Sager aus dem Jahr 1991. Wenn es um das thema Haider ging, mutierte die internationale Qualitäts-Presse regelmäßig zur armseligen Boulevardpresse – denn warum sonst wäre ein Landeshauptmann, und mehr war Haider nie – zum bekanntesten österreichischen Politker und zum Aushängeschild aller Rechtsparteien Europas geworden.

    Walter Mayr vom Spiegel war jahrelang Österreich-Korrespondent und versteht einiges von der Mentalität und der Politik hierzulande. Er kannte Haider persönlich und konnte zwischen der Realität und der oftmals dümmlichen, weil schwarz-weiß-malenden Medienberichterstattung unterscheiden.

    Ich bin ein entschiedener BZÖ-Gegner und noch viel mehr ein FPÖ-Gegener – den Strache ist zu dummdreist um so feig zu sein wie Haider. Strache ist in meinen Augen das wesentlich schlimmere Übel. Von einer Verbesserung durch Haiders Tod kann sicher nicht die Rede sein.

    Aus diesen Gründen kommt mir dein Kommentar sehr naiv und einfältig vor.

  11. 11

    Das Problem sind gar nicht die Wähler, die werden sich langfristig wieder auf die ÖVP (nicht gut, aber besser) und die FPÖ aufteilen. Aber die können ja jetzt erst wieder in 4 Jahren entscheiden, die Abgeordneten vom BZÖ kommen aber fast allesamt aus der FPÖ und die werden, vermutlich, wieder dahin zurückkehren. Das heißt wir müssen uns 4 Jahre mit einer FPÖ mit fast 30% herumschlagen. Und Strache ist jetzt so wie Haider vor ein paar Jahren. Und eigentlich hat sich Haider erst vor der Wahl geändert. Ganz Österreich war überrascht wie unaggressiv und staatsmännisch sich Haider sich im ersten Fernsehduell gegeben hat. Das war sicher eine strategische Entscheidung von ihm, da Haider und das BZÖ bei den jüngeren sowieso geringere Chancen hat, weil die eher Strache wählen (was überhaupt das allerschlimmste ist).

    Das BZÖ wird sicher bald Geschichte sein, denn Haider war das BZÖ. Das dritte Lager ist leider noch nicht Geschichte.

  12. 12
    Ben

    Familie, ja… und dann rast man mit 140 Sachen durch eine Siedlung, wo nur 70 erlaubt ist. Gut, dass niemand anders in den Unfall verwickelt wurde.

  13. 13
    Sonja

    darf man schlecht über ihn denken, da er nun Opfer eines Unfalls geworden ist?

    Klar darf man. Dass er ein Scheißkerl war, hat sich doch nicht geändert dadurch, dass er nun tot ist.

    Es ging um die öffentliche Person „žHaider“, und welche Wirkungen er politisch entfaltete.

    Genau. Was mich sehr nervt, ist, wie das nun oft pietätvoll relativiert, beschönigt und weggelogen wird. Dabei wär das gar nicht nötig: Wenn man schon offiziell was sagen muss, kann man’s beim Beileid belassen.

    Bei aktuellen Todesfällen reduziert sich die Gefühlsspanne: Trauer, Betroffenheit, Sprachlosigkeit. Pietätvolle Empfindungen.

    Das glaub ich nun wirklich von niemandem, also mach dir keine Sorgen. *g*

    Und tragisch… naja. Sich mit 140 Sachen totfahren ist nun nicht das, was ich besonders tragisch finden kann.

  14. 14
    martin

    Mich freut es, wenn ein Politiker, dessen Meinung ich nicht für richtig halte, eine Wahl verliert. Wenn er im Unfall stirbt, halte ich das für einen bedauernswerten Verlust.

    Es ist ja nicht so, dass die rechten Gesinnungen in Österreich zusammen mit Jörg Haider gestorben sind. Die sind immer noch da. Wenn man sie für falsch hält, sollte man sich darüber freuen, wenn man einen Ausländerfeind von einer anderen Meinung überzeugen kann. Sich zu freuen, dass der Ausländerfeind stirbt, ist ebenso menschverachtend wie undemokratisch.

    Es wäre doch ganz schön, wenn am Ende das bessere Argument gewinnt und nicht einfach derjenige, der am längsten überlebt.

  15. 15

    Man kann nur hoffen dass Haider nicht gleichgestellt mit Hans Hölzl
    als sozusagen Innbegriff der modernen Österreichischen Kultur gilt.
    Das wäre voll daneben gegriffen.

  16. 16

    Was Linzerschnitte, Panzi und Björn gesagt haben ist völlig richtig. Die BZÖ war bei dieser Wahl der schlecht gute Puffer, die einzige Partei, die der FPÖ wirklich Stimmen vorenthalten hat. Und die BZÖ war nichts anderes als Haider, es war seine Partei. Ich hoffe nur, dass diese Legislaturperiode dazu genutzt wird, die FPÖ zu „entzaubern“ wie es so schön heisst – wenngleich ich das kaum glaube. Hatte das im Kabinett Schüssel 1 noch funktioniert, war das aber auch nur auf eine starke Führung der ÖVP zurückzuführen. Inzwischen aber sind ÖVP als auch SPÖ nichts anderes als ein führerloses Boot das auf einen Wasserfall zufährt, während die Insassen Karten spielen.

    Natürlich wird derzeit auch viel geheuchelt – oder auch nur falsch verstanden. Die meisten Kommentare (insb. von politischen Größen) sind nicht geheuchelt, sie sind nur verkleidet. Wenn von „prägender Politiker“ die Rede ist, dann wahrscheinlich deswegen, weil wegen einem Politker und seinem initiierten Ausländervolksbegehren (1991) tausende Menschen ruhig mit Kerzen auf dem Heldenplatz demonstrierten.

    Leider aber gibt es insb. in der internationalen Presse soviel undifferenzierten Verriss, dass hier die Leute ebenfalls durchdrehen. Und Leute, die ehemals Haider verfluchten, verteidigten ihn daraufhin (Regierungsbeitritt in Kabinett Schüssel 1).

    Wie auch immer, es tut mir für die Familie leid, für die Politik nicht. Und was bei der ganzen Sache nicht vergessen werden darf: Das eigentlich Übel sind nicht die Haiders und Straches und Mölzers und Stadlers. Das eigentlich Übel ist der Umstand, dass ihnen die Stimmen zufliegen. Von mir aus dürften sie das immer machen, soviel reden und ihre Politik betreiben – aber ich erwarte dass die Bevölkerung vor dem Podium steht, die Redner auslacht und geht.

  17. 17
    ösi in berlin

    Erstaunlich, daß mich die Nachricht doch irgendwie berührt hat.
    Schließlich gehörte er 30 Jahre zur österreichischen Politik. Sozusagen das Krokodil beim Kasperltheater, oder der Falco der österreichischen Politik „larger than life“. (nicht ideologisch od. menschlich natürlich, ich bin der grösste Falco Fan!!)
    Ich hab Jörg Haider auch zweimal persönlich in den 90ern erlebt, er konnte ungaublich charismathisch und nett im persönlichen Umgang sein. (selbst mit Gegnern) Sobald die Kameras angingen aber auch hetzen und bewußt falsches zu seinem Vorteil verbreiten.

    Was mich hier im fernen Berlin allerdings etwas stört ist die unendliche Heroisierung in Österreich. Ebenso entsetzt war ich über die pietätlosen Postings auf standard.at am Samstag morgen, wurden eine halber Stunde später unterbunden. Herr Dr. Haider und seine Buben waren auch nicht zimperlich in Sachen Verleumdung und Niedermachen andersdenkender, aber manche Postings waren einfach widerlich. Damit stellt man sich selbst auf das selbe Niveau.
    Zugute halte ich ihm, daß er sich durchaus persönlich für Menschen eingesetzt hat, wenngleich auch nur dann, wenn diese es ihn seinen Augen verdient hatten. Also bei allem Respekt vor Haiders Familie und seinen Freunden hier ein paar Worte die jemand in das Kondolenzbuch geschrieben hat und die alles sagen was zu diesem thema gesagt gehört!

    >>>

    Nach Kurt Waldheim ist innerhalb eines guten Jahres auch der zweite jener Politiker tot, der dem Staat Österreich seit 1945 am meisten Schaden zugefügt haben. Haider noch mehr als Waldheim. Ersterer hat „nur“ unseren Ruf im Ausland zerstört, der zweite hat dazu auch noch das Leben in unserem Land nachhaltig zum Schlechteren beeinflusst. Dass offener Fremdenhass, rechte Demagogie am Rande der Wiederbetätigung und Populismus übelster Sorte in unserem Land wieder salonfähig wurden, ist maßgeblich Jörg Haider anzulasten und bleibt auch das einzige Erbe seiner politischen Tätigkeit.

    Ein Mensch, der seine Intelligenz, seine Verführungskunst, seine großen Talente stets in den Dienst der falschen Sache stellte. Der oft an die billigsten Instinkte im Menschen appellierte, den Neid schürte, Benachteiligte gegen noch Benachteiligtere ausspielte, manipulierte, polarisierte und verführte. Einer, der bei jeder Gelegenheit wehleidig über die „schlimme Ausgrenzung“ klagte, die ihm „völlig zu Unrecht“ widerfuhr, der seinerseits aber Minderheiten sogar so etwas „Billiges“ wie zweisprachige Ortstafeln verwehrt. Einer, der auch dann, wenn er tatsächliche Missstände im Land anprangerte – vom ständestaatlichen Relikt der Zwangskammern bis zur überflüssigen Nationalbank – dies ausschließlich zur Gewinnung politischen Kleingelds tat. Der aber – kaum an der Macht – genau die gleichen Umfärbungen und politischen Postenschachereien betrieb wie die von ihm deswegen völlig zu Recht gegeißelten Altparteien.

    So tragisch sein Unfalltod auch erscheinen mag, so geradezu perfekt passend zum Politiker Haider ist er. Hämisch grinsend über alles drüberfahren, was sich in den Weg stellt. Vollgas-Lifestyle in jeder Dimension leben und sich gleichzeitig als „Anwalt des kleinen Mannes“ ausgeben. Einzig, dass er nicht in seinem Porsche dahingeschieden ist, sondern in einem überfetteten VW steht jetzt noch der posthumen Glorifizierung als „rechter“ österreichicher Märtyrer durch seine verblendeten Anhänger im Weg….

    PS: Wenn es denn ein Jenseits gibt, wünsche ich ihm dort einen milderen Landeshauptmann, als er es gewesen ist. Sonst ist wahrscheinlich Schluss an der Ortstafel für Ausländer vom Planeten Erde.

  18. 18
    westernworld

    also ich hab mich einfach nur gefreut das jemanden getroffen hat dem ich es wirklich gönne.
    keine betroffenheit, keine pietät und vor diesem mann nun wirklich kein respekt.

    aber an dem problem das 68 und die siebziger so nervig sie auch waren als gesellschaftlicher prozeß in österreich nicht wiklich stattfanden ändert das nichts.

  19. 19

    @martin: Sehr sehr richtig.

    Zur Popularität Haiders bleibt noch anzumerken was mir ein Kärntner Studienkollege heute erzählt hat. Es gibt in Kärnten so gut wie keinen der Haider nicht persönlich getroffen hat, der Haider nicht schon die Hand geschüttelt hat. Haider war zwar ständig in den österreichischne Medien präsent, aber in Kärnten war er immer auch persönlich präsent, egal ob bei diversen Festen, beim Einkaufen oder beim Fortgehen. Vor Haider war man nirgends sicher.

  20. 20
    Björn

    @ panzi: ich hab schon als schüler gegen den grauslichen haider, seine grausliche partei und seine grauslichen ansichten demonstriert. aber eines konnte man ihm tatsächlich nie absprechen: format. was sein gespür für die meinung der menschen und darstellung von themen betrifft, war er einfach begnadet. das war ein wesentliches rezept seines erfolges als menschenfänger.

    @ linzerschnitte: haider war kein demokrat. er hat sich benommen wie der kaiser von kärnten und die menschen mochten genau das. und seine sager waren weit mehr als nur sager, sie waren diffamierungen allerersten ranges. als der verfassungsgerichtshof (höchste juristische instanz in österreich) das land kärnten verurteilt hat zweisprachige ortstafeln aufzustellen, hat er dessen präsidenten mit den worten „Wenn einer schon Adamovich heißt, muss man sich zuerst einmal fragen, ob er eine aufrechte Aufenthaltsberechtigung hat“. angegriffen. sehr demokratisch auch seine jüngste schandtat, asylwerber ohne rechtstaatliches verfahren auf einer alm zu „konzentrieren“, wie er das so schön nannte. um immer wieder die gleichen reflexe zu triggern. das was haider unzweifelhaft geleistet hat ist, dass er den ewiggestrigen ein sprachrohr war und diese braune, unverarbeitete scheiße an die oberfläche geholt hat. österreich hat sich bis in die 90er als erstes opfer hitlers gesehen. als waldheim mitte der 80er auf die watchlist gesetzt wurde war das böse ausland ungerecht. haider steht für dieses österreichische wie kein anderer. die eltern beide stramme nazis, er 50 geboren und aufgewachsen und groß geworden im deutschnationalen umfeld. wer das besser verstehen will mit der verdrängung, dem kann man diesen artikel ans herz legen:
    http://www.werkblatt.at/archiv/39fallend.html
    haider hats salonfähig gemacht, das bleibt von ihm, da gibt es kein zurück.

    @ florian: das problem sind immer die wähler. wer sollte in einer demokratie sonst verantwortlich sein?

    @tobi: die „entzauberung“ war eine temporäre, wie man am wahlergebnis sieht. und die fpö hat sich selbst zerstört. weil sie nicht das personal hatten, um die arbeit zu machen. eine bewegung die zu schnell zu groß wurde und an der fehlenden parteistruktur gescheitert ist. und daran, dass der meister nicht nach wien durfte. schüssel hat in dem zusammenhang nur geschwiegen, sich die hände gerieben und genüsslich zugeschaut, wie sich die blauen selbst zerfleischt haben. aber das passiert kein zweites mal. die haben ihre lektion auch gelernt.

  21. 21
    melmoth

    Ach….seufz…ist Frederic wirklich schon 25? Oder hat er geschummelt? Liest sich wie gefühlte 17 in der reformierten Oberstufe….Mensch, du machst es einem nicht leicht!

  22. 22

    @Björn: Natürlich sind die Wähler schuld. Aber, wie es oben schon angesprochen wurde, hätten viele, wenn es das BZÖ nicht gegeben hätte, nicht die FPÖ, sondern die ÖVP gewählt. Das hätte man natürlich sich auch schon im Vorhinein denken können das es wieder eine Wiedervereinigung geben könnte, aber trotzdem. Mir wäre ein BZÖ mit ~10% und eine FPÖ mit ~20% lieber als eine FPÖ mit ~30%.

  23. 23
    Björn

    @ florian: meiner einschätzung nach liegt das potenzial der fpö bei rund 20 prozent. der rest war der haider bonus. aber leider ist es ziemlich wurscht, in welchem sammelbecken dieses widerwärtige gedankengut vor sich hinbrodelt. da ist es. und (fast) jede partei in österreich will es.

  24. 24

    Das Wahlergebnis ist aber nicht nur Schuld des rechten Lagers in Österreich. Man sollte bei dieser Betrachtung nicht vergessen, dass dem geneigten Wähler gar keine Wahl gelassen wurde eine andere Partei zu wählen wenn er es der SPÖ oder der ÖVP heimzahlen wollte.

    Die Grünen haben sich bei der letzten Wahl unglaublich schlecht positioniert. Es schien als wären keine Reformer mehr in den Reihen der Grünen. Dadurch kam es zu so einer starken Flucht zum BZÖ und zur FPÖ. Doch diese Wähler werden wieder abwandern.

    Das Schicksal Haiders wird diesen Vorgang nur beschleunigen. Die Hasstiraden die gegen die Person Haider heruntergeratscht werden und die Kommentare von Wegen es sei so toll, dass es ihn erwischt hat, finde ich traurig.

    Ich hoffe, dass sich in Österreich eine Vernünftige Linke formiert die tatsächlich zu den Werten der Toleranz steht. Eine Partei die auch politische Gegner menschlich behandelt und nach dem Motto: „Hart zur Sache, weich zum Menschen“ handeln kann.

  25. 25

    @martin: Dem gibt es eingentlich nichts mehr hinzuzufügen.

    Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich gruselig, sich über den Tod eines anderen Menschen zu freuen.

  26. 26
    Aron

    Danke Frédéric.

    Da gibt’s nicht viel zu sagen: Ich freu mich das der weg ist. Nicht das er tot ist: weg. Wenn weg, wie in diesem Falle tot bedeutet, bitteschön. Der Mann hat sich selbst getötet.

    Das es einen fürchterlichten Populisten weniger gibt: Bingo. Das er sich auch auch noch selbst um die evt. Früchte seiner „Politik“ brachte: Doppelbingo.

    Am Ende hat er sich irgendwie selbst an sein Motto gehalten.

  27. 27

    Also, wenn man sich mal so durchliest, was da in öffentlichen Foren so alles drinnesteht, von wegen der Mossad wars und alle Haider-Nichtgutfinder gehörten totgetreten usw. – da muss man sich wirklich wünschen, er wäre nicht gestorben…

  28. 28
    Frédéric Valin

    @stoertebeker: Niemand freut sich über den Tod eines Menschen. Ich zumindest nicht.

  29. 29

    @Frédéric Valin: Das ging nun auch wirklich nicht gegen Dich. Ich stimme dem Artikel fast vollständig zu, nur hat mir Martin noch einen Tick mehr aus der Seele gesprochen.

    Ich kann mich Äußerungen wie ‚Wenigstens hats hier mal den Richtigen erwischt!‘ einfach nicht anschliessen und dabei ist es mir völlig egal ob mir die Person zu Lebzeiten gepasst hat oder nicht. Tot ist tot und ich wünsche niemandem, nicht mal meinem schlimmsten Erzfeind, bei einem Autounfall ums Leben zu kommen.

  30. 30
    panzi

    @Björn: Ich bezog mich auf Strache. Du sagtest Haiders Nachfolger haben weniger Format als Strache: Strache = 0 Format, Weniger Format als Strache = negatives Format.

  31. 31
    Frédéric Valin

    @stoertebeker: Ah, okay. Missverständnis.

  32. 32

    „Mitgefühl mit den Angehörigen wird niemand von mir erwarten, und für Pietät fehlt mir das religiöse Gen.“
    Pietät kann man auch als Unreligiöser beweisen, mit simplem Respekt vor dem Leiden anderer. Um ehrlich zu sein, habe ich eigentlich schon Mitgefühl deinerseits mit den Angehörigen erwartet, weil du sehr anständig wirkst.
    Menschen haben einen Geliebten verloren – jenseits jeglicher politischer Differenzen kann ich eigentlich gar nicht anders, als mit denen zu fühlen. Das ist nämlich, was uns/mich von diesen rechten Spinnern unterscheidet: Das ich mich auch Menschen verbunden fühle, mit denen ich außer dem Menschsein sonst nichts teile. Nächstenliebe- aber dafür fehlt dir wohl das religiöse Gen, ne?

    Das unzumutbare sind nicht die Nachrufe, sondern dieser Gräbertanz quer durch die Blogs, egal ob bei Spreeblick, Nerdcore oder Rebellmarkt.

  33. 33
    nabab

    Das erinnert mich an Rankes Politik der großen Männer oder daran, wie man sich gerne und schlicht Meinungsbildung und Politikgestaltung vorstellt. Haider hat ja nicht im luftleeren Raum agiert und seine Wähler werden jetzt sicher nicht in Scharen zur ÖVP oder SPÖ überlaufen. Ist mir zu naiv.

  34. 34
    mg

    päh hier sind ja mal wirklich schäbige menschen unterwegs.

    ich hoffe sowas passiert niemals einem eurer familienmitglieder. echt erbärmlich was man hier von manchen lesen muss.

  35. 35
    Frédéric Valin

    @christoph kratistos: Aber um den Menschen geht es nicht. Nächstenliebe funktioniert nicht abstrakt, sondern direkt. (Obwohl ich mir im Leben nie Nächstenliebe auf die Fahnen schreiben würde, aber gut, das führte jetzt zu weit.) Und ich würde mich auch nicht moralisch über die rechten Spinner stellen. Ich finde nicht, dass denen was Menschliches abgeht: sie haben schlichtweg unrecht. Das ist meine Überzeugung. Deswegen sind sie nicht moralisch minderwertig.

    (Wir scheinen unter Pietät übrigens etwas unterschiedliches zu verstehen. Pietät ist für mich Ehrfurcht vor dem Tod, ganz allgemein. Nicht vor dem Leiden anderer. Und vor dem Tod werde ich nicht andächtig und ehrfürchtig, sondern wahlweise wütend oder traurig oder verzweifelt oderoderoder.)

  36. 36

    @Frédéric Valin:
    Lieber Fred

    Bisher, so dachte ich,
    sind unsinnige Äußerungen nur den Kommentatoren vorbehalten.
    Aber wenn auch Moderatoren sich die Freiheit nehmen…na dann…

    Bin etwas irritiert

  37. 37

    „Ein „tragischer Vorfall“, aber man soll „also nicht dauernd, also Krokodilstränen für einen, äh, abgeschobenen Drogendealer“ vergießen. So sprach Jörg Haider 1999, nachdem der schwarze Asylbewerber Marcus Omofuma bei seiner Deportation, zusammengeschnürt und mit Klebeband geknebelt, gestorben war. Drogendealer war Omofuma natürlich keiner.“

    http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/rechts-aus-der-bahn-geworfen/

  38. 38

    sehr guter artikel. trifft in etwa den tenor des meinigen, aber ich glaube er ist einen tick härter und besser. ;)

  39. 39
    melmoth

    Und was macht ihr wenn Hugo Chavez stirbt? Gehört der Hirnrissige Selbstdarsteller, für mich übrigens auch in der gleichen Kategorie wie Haider, nur am anderen Ende der Fahnenstange, dann zu den „Nachrufwürdigen“? Soll man dessen Tod dann eher bedauern? Wer entscheidet das? Läuft doch alles auf recht willkürliche, jeweils Lagergebundene Selektion heraus. Das hatten wir alles schon mal. Menschen derart grob zu unterscheiden, den einen ins Kröpfchen und denanderen ins Töpfchen, ist einfach auch nur faschistoid, letztlich das Wesen dieser rechten Richtung zu denken. Natürlich ist es absurd aus Haider posthum einen Gutmenschen und Humanisten machen zu wollen. Aber so ein revanchistischer Schmarrn hier, ist mindestens ebenso grotesk, abgeschmackt und vor allem pubertär! Los geht aufm Bonanza Rad Zeitungen austragen und kauft euch Yps Hefte!

  40. 40
    schläfer

    Das haben doch die Grünen alles schon mal wesentlich kürzer anlässlich des Todes von Franz Josef Strauss auf den Punkt gebracht: Um den Menschen täte es ihnen leid.

  41. 41
    Tim

    Unfall? Mit 140 wenn 70 erlaubt ist und 100m weiter die „50“ steht grenzt an Selbstmord. Wenn man das Auto gesehen hat, zweifelt man, dass es nur 140 gewesen sein sollen.

    Haider war nicht nur Populist, er war ein Volksverhetzer übelster Sorte, Ich erinnere daran, dass in Deutschland jeder, der diesen „Politiker“ eingeladen hat, sofort einen Skandal produzierte.

    Er mag als Mensch ein umgänglicher Bursche gewesen sein – wen man keiner Randgruppe angehörte – aber er hat sich immer als 24/7 Politiker verstanden. So gehört er auch posthum bewertet.

    Was die Politik in Österreich angeht: Da haben 30% der Bürger rechtsextreme Parteien gewählt. Der kollektive Schmerz um den Tod von Haider auch in anderen politischen Lagern ist echt. Das rechte Lager wird sich wieder vereinen, aus pietätsgründen nach einer angemessenen Zeit. Haiders Tod hat eine Neuauflage der grossen Koalition gefördet, eine Koalition, die verhasst ist. Wenn noch eine Wirtschaftkrise dazu kommt, hat die neue Regierung schon bald abgewirtschaftet und in Neuwahlen wird Strache Kanzler. Wenn man die verständnisvollen und mitfühlenden Berichte über Haiders Tod zum Maßstab nimmt, wird dann dieser Rechts-Rechtsaußen-Regierung im Ausland nicht die Ablehnung entgegenschlagen, wie die erste im Jahr 2000. Meine Einschätzung.

  42. 42
    Frédéric Valin

    @melmoth: Also: Du magst meine Einstellung zum Unfalltode Haiders nicht, wirst dann persönlich, konstruierst Dir dann eine Spreeblick-Nähe zu Chavez daher und nennst mich auf dieser Grundlage faschistoid.

    Das ist spannend. Sonst noch was?

  43. 43
    Viva Hammonia

    Kein Gräbertanz, dennoch wäre es wohl am geschicktesten gewesen, das Thema ganz zu schneiden.
    Dann muss man nicht über „Erleichterung“ und dgl. schreiben, das wirkt, egal in welchem Kontext, im Angesicht von Tod und Unglück immer zynisch und abstoßend.
    Bei sowas sollte man Politik außen vor lassen und vll einfach mal schweigen. Das hat nicht mal was mit Feindesliebe zu tun.

  44. 44

    @Viva Hammonia:
    Bei sowas sollte man Politik außen vor lassen und vll einfach mal schweigen.

    Vielleicht wäre die einfachste Variante gewesen, der Mann hätte seine Intelligenz und sein Charisma genutzt, um eine Politik zu machen, die den normalen Menschen nicht von Ekel berührt sich abwenden lässt? Im übrigen haben wir den Salat gerade, weil plötzlich viele Leute Haiders Person zu einem untadeligen politischen Helden stilisieren wollen. Das Gefühl ist dabei groß, einige dieser Leute nutzen zur Zeit sehr wohl auch aus, dass viele Menschen im Angesicht von Haiders Tod besonders pietät voll agieren wollen und daher zu oft die Klappe halten, wo sie aufgemacht gehört. Und das tun sie warum? Um Politik zu machen.

    Ich bin um jede Meinung froh, die Haider post mortem als denjenigen Politiker beschreibt, der er war. Hat er Politik zu Lebzeiten gemacht, die im höchsten Maß zu kritisieren war, gibt es keinen Grund, ihn dafür nicht zu kritisieren nur weil er nun verschieden ist. Herr Haider war Politiker mit Leib und Seele — und diese nach seinem Tod ausgrenzen zu wollen, das funktioniert nicht.

    Womöglich noch weniger, wenn der Tod durch einen Unfall in einem Dienstfahrzeug (!) herbei geführt worden ist.

  45. 45
    Maini

    wer mit Tempo 142 in einer 70er heizt, muss damit rechnen daß wenn ein Unfall passiert nicht mehr mit einem Kratzer davon zu kommen. Selbst Schuld, Jörgi!
    Also, brauche ich jetzt auch nich irgendwas zu denken wie „oooh…seine Familie“…wer so heizt ist selber schuld!
    Und ja ich muss sagen ich bin gar nicht mal traurig!!!

    Trauern wir eigentlich wenn täglich tausende Familienväter in der dritten Welt an Hungernsnot etc. sterben? Und die können noch nichtmal was dafür…nur weil der eine in der Zeitung stand und die anderen nicht, muss ich noch lange keine trauer schieben….

  46. 46
    melmoth

    @Frederic…Gemach, gemach Kollege! Könnte ja jetzt in die gleiche Kerbe hauen und klassisch zitieren: „Was trifft, trifft auch zu!“ Aber geschenkt! Spreeblick und Chavez wäre weit hergeholt, fürwahr, habe ich so auch nicht gemeint, sondern nur auf die Schnelle den Namen eines Linkspopulisten hervorgeholt, der für mich auch vor allem von persönlicher Eitelkeit getrieben ist. Quasi die Linksparallele zu Haider. „Faschistoid“ bezog sich weniger direkt auf deinen Text, sondern auf den Tenor der Kommentare und die Lawine die du damit in Gang gesetzt hast. Das endet argumentativ immer dort, wo es jetzt angelangt ist. Wer ist pauschal gut, wer ist böse, wer kann bleiben, wer muß gehen? Und das hätte dem Haiderle wieder sehr gut in den Kram gepasst. Wie sollte ich persönlich was gegen dich haben? Habe dich nie getroffen…Im Gegenteil finde dich talentiert, frage mich nur wohin das geschmacklich bisweilen so mäandriert…nix für ungut!

  47. 47

    Manoman, seid ihr alle vernünftig. Was Fred da so schreibt, dem kann ich nur zustimmen. Mit dem Kopf. Ja, das ist die richtige Einstellung damit umzugehen. Mein Respekt dafür.

    Ich bin auch nicht stolz drauf, aber: Ich freue mich, dass er tot ist. Ich habe da auch kein Mitgefühl für irgendjemanden. Ist nun mal so. Bin ich jetzt ein Arschloch?

  48. 48
    dralles

    Vielleicht würde man sich in Österreich leichter mit der Einordnung des Phänomens Haider tun, wenn man es vor dem Hintergrund konsequenter Vergangenheitsverleugnung in den letzten 60 Jahren reflektieren würde.

    Und aus deutscher Sicht sollte man diese Einordnung auch besser nicht aus der Warte moralischer Überlegenheit vornehmen, nur weil wir ja ach so vergangenheitsbewältigt sind und bei uns rechtsextremer Populismus eine politische Randerscheidung bildet.

  49. 49
    speedbird1

    @mspro:

    Ich bin weit davon entfernt zu trauern, aber Du freust Dich über den Tod eines Menschen. So viel Hass? Armselig. Und zu Deiner Frage: Ja. Und kein besseres als die anderen.

  50. 50
    Nathanael

    seit wann gehört(e) Haider zu den Rechtsextremen??
    Er war Rechtspopulist. Das ist schon ein Unterschied.

    BZÖ ist nicht gleich NPD.

    Auch im rechten Lager muss man differenzieren können. Aber wahrscheinlich liegt das am Zerrbild der Medien und daran das man im Ausland in Bezug auf die österreichische Politik nur den Haider und sonst nichts kennt.

  51. 51
    Frédéric Valin

    @Nathanael: Und nach welchen Kriterien differenzierst Du so?

  52. 52
    Viva Hammonia

    @Maini:
    Wenn du jetzt vor mir stündest, würde ich dir mit der flachen Hand links und rechts eine knallen.
    Dies nicht weil ich besondere Sympathien für den Verstorbenen hege, sondern weil ich meinem Ekel über soviel Verwahrlosung, widerwärtige Schadenfreude, Menschenverachtung und nicht vorhandener Empathie ggü. einer verwitweten Frau und Kindern, die ihren Vater verloren haben, Luft machen müsste.
    Du bist keinen Deut besser als rechtssozialistische Ideologen.

  53. 53
    dralles

    @viva hammonia (52)
    Und auch weil Du auch ohne Glatze nicht von alten Gewohnheiten runterkommst?

  54. 54

    @Viva Hammonia: Auch wenn es „nur“ um Backpfeifen geht: Bitte mal wieder ’ne Nummer runterfahren mit Drohungen gegen Dritte. Auch wenn dir die Statements nicht gefallen. Danke.

  55. 55
    Viva Hammonia

    Sollte auch keine Drohung sein. Hätte vll „Schütteln“ schreiben sollen.

  56. 56
    Alberto Green

    „mit der flachen Hand eine links und rechts schütteln“?? — Sucht euch dafür aber ein Zimmer!

  57. 57
    Viva Hammonia

    Wieso ? Jetzt geniere dich doch nicht so. ^^

  58. 58
  59. 59
    Nathanael

    @Frédéric Valin

    nach politischen Inhalten. Nach was sonst?
    Gibt es für dich etwa Themen die man nicht differenzieren sollte?

  60. 60
  61. 61
    Ben

    Und jetzt kommt raus, dass er besoffen war! Mann mann… 1,8 Promille.

  62. 62

    Mit 140 in einer 70er Zone, 1,8 Promille, von der Disko nach hause.

    Dem Mann war seine Familie selbst egal. Also kann sie es uns auch sein.

  63. 63
    Tim

    Die NZZ schreibt, dass nach Berechnungen von Experten Haider 184 km/h drauf hatte, wie es in den Akten vermerkt wäre.

    Tragische Unfälle sehen anders aus.

  64. 64
    maniacator

    @Yetused: Genau so siehts aus.
    Da spielt die politische Ausrichtung oder die armen Hinterbliebenen wirklich keine Rolle mehr, wer sowas macht hat genau das herausgefordert was jetzt passiert ist.
    Man kann wirklich nur noch sagen: Zum Glück hat er niemanden sonst mitgenommen.

  65. 65

    *wurde schon gesagt, bitte löschen*

  66. 66

    @Luggi: „mehr als leichtsinn“ – spielst du da auf nen verkappten suizid á la möllemann an?

  67. 67

    wenn haider versucht links zu überholen, muss man schon volltrunken sein …

Diesen Artikel kommentieren