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Simbabwe – Zeugen der Gewalt

Ende Juni diesen Jahres hätte es in Simbabwe zur Stichwahl kommen sollen. Der oppositionelle Kandidat Tsvangirai stand im Begriff, die 21-jährige Zwangsherrschaft von Robert Mugabe zu beenden. Der simbabwische Journalist Itai Mushekwe hatte auf Spreeblick Bedenken geäußert, dass Mugabe und seiner Junta einer Entmachtung tatenlos zusehen würden: „Sie werden jeden Stein im Land umdrehen, um den Status quo zu erhalten.“ Nach den anfänglichen Wahlerfolgen der Opposition überzog Mugabe das Land mit einer Welle der Repression, bis Tsvangirai Ende Juni seine Kandidatur zurückzog.

Eine Welle der Repression. Amnesty geht von mehr als 180 Toten, 9.000 Misshandelten und Gefolterten und 28.000 intern Vertriebenen aus. Um die politische Gewalt des Regimes zu dokumentieren, hat Amnesty einen 15minütigen Film gedreht, in dem die Opfer zu Wort kommen. Ausschnitte gibt es beim Tagesspiegel und nach dem Klick.


direkt

Die Amnesty-Filme als Download.

17 Kommentare

  1. 01

    gott hat afrika verlassen.

  2. 02

    das Video kann ich nicht anschauen, sonst kann ich nicht mehr schlafen….

  3. 03

    das Video kann ich nicht anschauen, sonst kann ich nicht mehr schlafen…. 44 sec reichen

  4. 04

    Interessant dürfte hier auch das Video sein, welches der englische Guardian mit versteckter Kamera drehen lassen hat.

    Daraus geht nicht nur hervor, wie Wähler für die falsche Partei misshandelt werden, sondern wie systematisch die Wahlfälschung vorging.

  5. 05
    Thibaut

    Afrika ist für funktionierende Staaten nicht geschaffen.
    Es gibt kein Staatsverständnis. Das ist auch so eine Sache, die wir Westler anscheinend nie begreifen werden.

    Der Staat, die öffentliche Verwaltung, ist ein westliches (und fernöstliches) Gesellschaftsmodell.
    Jenseits dieser zwei Kulturkreise herrschen Stammesgesellschaften vor.
    Von der Demokratie will ich garnicht erst anfangen.

    Mit bestimmten Kulturkreisen sind diese Ideen kaum in Einklang zu bringen. Dazu zählen Afrika und der Nahe Osten.

  6. 06
  7. 07
    Frédéric Valin

    @Thibaut: Jaja. Die wilden Afrikaner. Unzivilisert und und unziviliserbar. Swahili, Aksum, Makouria, die Bantu-Staaten, das Alte Reich, das neue Reich, Nubien, die Soninke, Malinke, Songhai, wisch und weg, na klar.

  8. 08
    Thibaut

    @Frédéric Valin:
    Mit dem Alten und Neuen Reich meinst du wohl Ägypten ?
    Antiker vorderer Orient, ich spreche von Schwarzafrika. Mali hättest du noch nennen sollen.
    All dies Hochkulturen oder gar „Staaten“ im Sinne der herrschenden Meinung der Staatstheorie zu nennen, ist leider ziemlich, naja, ideologisch eingefärbt.
    Bist du ein 68er bzw. Kulturrelativist ? :-)

    Es fehlt einfach ein „öffentliches Bewusstsein“ außerhalb der eigenen Sippe oder des eigenen Stammes.
    Das ist in Afghanistan oder Pakistan nicht anders.
    Die Vorstellung der Nation ist eine europäische, da kannst du dich auf den Kopf stellen.

    Und ja, ich mache mich jetzt mal ganz unbeliebt und sage:
    Es gibt zwei derzeitige Hochkulturen, das eine ist die westliche, das andere die ostasiatische.
    Eigentlich keine großartige Feststellung, aber wie gesagt unbeliebt. V.a. in der ökonomistisch-neomarxistischen bzw. kulturrelativistischen Weltsicht der 68er.

    Kulturrelativisten erkennen deswegen auch nicht das Problem des „Multikulti“, bei dem, Tacheles, das Mittelalter auf die Moderne prallt.
    Davon können sie nicht einmal eingewanderte Intellektuelle überzeugen…
    Aber ich schweife ab :-) sorry, OT.

  9. 09
    Frédéric Valin

    @Thibaut: Hat Dir schon einmal jemand den Unterschied zwischen Staat und Nation erklärt? Und kennst Du den Unterschied zwischen „kein Staatssystem“ und „kein Nationalstaatssystem“? Und siehst Du, wohin diese Diskussion führt, die Du, unter einem Film von Folteropfern, angezettelt hast? Mit Deinem Bild der niederkulturellen Schwarzafrikaner und Nahostler? Und hast Du nicht auch manchmal den Eindruck, nahe dran an einer fixen Idee zu sein? Du Mitglied einer Hochkultur?

  10. 10
    Thibaut

    Weder Staat noch Nation sind afrikanische oder nahöstliche Konzepte, das ist das einzige was ich sage.
    Und dass man das auch mal im Hinterkopf haben sollte, wenn man sich die korrupten Tyrannen und ihr Wirken vor Augen führt.

    “ Und hast Du nicht auch manchmal den Eindruck, nahe dran an einer fixen Idee zu sein? Du Mitglied einer Hochkultur? “

    Nein. Noch weniger, wenn ich mir diesen Film ansehe.
    Was meinst du eigentlich warum so viele hierher wollen ?
    Weil es hier so schön kühl ist ?

  11. 11
    Georg

    Der Direktdownload bei YouSend it geht leider nicht:
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    Please contact the sender directly to obtain the correct link.

  12. 12
    Matti

    @Thibaut:

    Quatsch. Ebensowenig wie Staat und/oder Nation eine „Erfindung“ des Westens sind, ist die Demokratie eine Erfindung Greichenlands (Dort ist es ja nach der Schlacht bei Salamis recht zufällig dazu gekommen und dann vorerst auch wieder gescheitert).

    Nur wie soll man denn überhaupt ein funktionierendes Staatsgebilde, irgendwelche Institutionen oder überhaupt eine Zivilgesellschaft aufbauen, wenn man mundtot oder ganz tot gemacht wird? Gerade in Zimbabwe, wo es praktisch keine ethnischen oder kulturellen Auseinandersetzungen gibt, könnte ich mir ein funktionierendes Land sehr gut vorstellen. Nur wenn es dort, wie in so vielen anderen Gegenden, eine brutale, reiche Elite gibt, die jegliche Gegenwehr im Keim erstickt, ist das natürlich schwierig. Dort gibt es aber sehr wohl die Forderung nach Demokratie und auch eine Vorstellung davon.

    Ja, du sagst, dass hier sehr viele herkommen, weil es ihnen hier wohl besser geht. Na, dann scheinen sie ja doch zu bevorzugen, was wir hier haben, aber im eigenen Land soll das aus kulturellen Gründen nicht möglich sein?

    Meinst du nicht, dass es Mangel an Wohlstand ist und das Problem einer herrschenden Elite, statt die Kultur und die Tradition? Wenn die Menschen 20 Stunden am Tag damit beschäftigt sind, sich genug Essen zusammenzuklauben, dann schweben in ihrem Kopf wahrscheinlich nicht viele Gedanken über Demokratie und Gesellschaft umher. Das hat aber nichts mit Kultur zu tun.

  13. 13
    Frédéric Valin

    @Georg: Gestern gings noch. Ich weiß auch nicht, was Amnesty da veranstaltet. Leider sind die nicht sehr geschickt unterwegs im Internetz.

  14. 14
    Thibaut

    @Matti:
    Der übliche Partikularmarxismus.
    Jetzt sind wir gleich wieder beim großen Beelzebub Amerika und seinen dämonischen westlichen „kapitalistischen“ Heerscharen.
    Ist mir zu esoterisch und zu unflexibel… X-/
    Ich mag keine Heilslehren

  15. 15
    Frédéric Valin

    @Thibaut: Lob der einfachen Weltsicht. Vielleicht schreibst Du ja ein Buch dazu. Zeit genug hast Du ja offensichtlich.

  16. 16
    Savigny

    Gute Idee !
    Wie klänge
    “ Des Müsli-Mampfers letzter Seufzer oder, Tacitus reloaded “ ?

  17. 17

    Und jetzt kommen auch noch 60000 Cholera-Infektionen hinzu: http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/meinung/2008/12/8/news-96519798/detail.html Und immer noch greift keiner ein.

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