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George W. Bush

Heute ist ein Feiertag für die ganze Welt. Denn auch wenn der neue Präsident erst im kommenden Jahr die Amtsgeschäfte übernehmen wird – das Schlimmste ist überstanden.

Wir sind einem Krieg mit dem Iran entkommen.
Wir werden den Versuch der Spaltung der europäischen Union nicht mehr zu ertragen haben.
Wir werden Amerika wieder in der Gemeinschaft der freien Welt begrüßen dürfen.

George W. Bush, der Patrizier, der nur zu gut den Plebejer geben konnte, war für die Amerikaner ein weitaus größeres Unglück als der elfte September. Die ganze Welt war an diesem Tag solidarisch mit den USA und konnte doch nur mit Entsetzen zuschauen, was George W. Bush aus diesem wunderbaren Land gemacht hat.

Der Böse

Weiter hindern wir, dass ein Gefangener mit Durst, Hunger, Fesseln, Hitze, Kälte gepeinigt oder durch Schläge zu einer Aussage gezwungen wird.

Das ist aus dem Recht der Wiener Neustadt von 1221. Wir waren also schon einmal weiter. Dass der Präsident einer Demokratie, ach was: DER Demokratie schlechthin, Folter legitmiert – das hätte man nicht für möglich gehalten.

In einer Welt, die vollgestopft ist mit Nachrichten, verliert ein Skandal schnell an Brisanz. Aber der Skandal, den Guantanamo darstellt, hat das Ansehen der USA ins Bodenlose sinken lassen, gerade in den befreiten Ländern.

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Dort sitzen Menschen, denen man nichts vorzuwerfen hat, als zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein, werden gehalten wie bissige Hunde und haben keine Aussicht auf einen rechtsstaatlichen Prozess. Nur auf einen neuen Präsidenten.

Wie bei jedem Charakterschwein steht natürlich auch bei George W. Bush eine traurige Geschichte dahinter. Materiell und mit Kontakten bestens ausgestattet, aber emotional verkrüppelt durch den Vater, der den jüngeren Sohn Jeb so ungleich mehr liebte, versuchte er erst mit Alkohol und Kokain, dann mit Gott und Atombomben seine Leere zu betäuben.

Das wäre bedauerlich, wenn George W. Bush ein jugendlicher Straftäter wäre und vielleicht würde ihm ein psychologisches Gutachten eine Reifestörung diagnostizieren.
So aber ist es der größte Wahnsinn dieser Zeit, einem solchen Wrack die gigantische Militärmaschinerie der USA anzuvertrauen.

Und er hat den Wahnsinn gelebt: Zwei Kriege ohne jeden Grund, mit unendlicher Verachtung für das Leben der sowieso schon gepeinigten Bevölkerung Afghanistans und des Irak, mit ebenso großer Verachtung für das Leben der eigenen Soldaten, die, wenn sie zurückkommen, ihr Leben lang verfolgt werden von diesen schrecklichen Kriegen, in die sie hineingetrieben wurden.

George W. Bush ist kein Hitler und kein Osama, er ist George W. Bush und das ist schlimm genug. Diktatorischer kann man sein Amt in einem demokratischen Land nicht führen, ungeeigneter kann man für das Amt nicht sein.

Man lese nur, was ein ehemaliger Professor von Bush über ihn gesagt hat:

He showed pathological lying habits and was in denial when challenged on his prejudices and biases. He would even deny saying something he just said 30 seconds ago. He was famous for that.

Und im selben Artikel noch eine Aussage des jungen Bush:

The government doesn’t have to help poor people — because they are lazy.

Der Dumme

Man muss die medizinische Diagnose von George W. Bush, die in diesem Video erstellt wird, nicht teilen – der entscheidende Punkt ist, dass man durchaus für möglich hält, dass der Präsident der wichtigsten Weltmacht unter Demenz leidet.

Die Verkörperung des Anti-Intellektuellen, der stolz ist keine Bücher zu lesen, rechtschaffen früh zu Bett geht und sich alle Mühe gab, den ländlichen Amerikaner zu geben, war der unamerikanischste Präsident, der je amtiert hat.

Man hat sich über Bush lustig gemacht, aber das hat ihn liebenswert erscheinen lassen. Und das ist er wirklich zuletzt.

Er zementierte einen starken Staat, der bei aller Stärke paranoid war wie ein Gefängnisflüchtling auf schlechtem LSD, er ließ seine Bürger bespitzeln, verhaften, er ließ die ganze Welt abhören und grinste dazu debil wie ein Wolf mit Scheißverschluss.

Das Schwein

Muss man über seine erste Wahl noch reden? Man sollte. Er hat die Wahl geraubt, als wären die USA ein lateinamerikanischer Drogenstaat, er hat bei beiden Wahlen (und auch schon bei den Primaries) seine politischen Gegner aufs Übelste verleumdet, er war ein Rufmörder – und korrupter als ein Rudel nigerianischer Zöllner.

Ob es möglich ist, dass ein ganzer Staat vernichtet wurde, nur damit seine Clique Geld mit Rüstung und Sicherheitstechnik machen konnte? Man traut es ihm zu.
Man traut es ihm zu, weil er eben immer noch der pathologische Lügner ist, der er schon als Student war.

Ein armes Schwein. Aber ein Schwein. Ein Schwein, dessen Zeit jetzt endlich abgelaufen ist und dem man, wäre die Welt ein anderer Ort, den Prozess machen würde.

Heute ist die Zeit dieses Mannes vorbei.

Ein Feiertag für die ganze Welt.

63 Kommentare

  1. 01

    Ich möchte nochmal zusammenfassend verdichten, auf welchem Niveau sich der einst so geschätzte politische Arm des SPREEBLICK bewegt: „Der Böse, Der Dumme, Das Schwein.“

  2. 02

    @Jonas: Vielen Dank für das Gespräch!

  3. 03

    Wie jetzt? Ich habe nur die Überschriften Eures Mitarbeiters zitiert.

  4. 04

    nach all den Jahren des Bush-bashings muss man ihm ja auch ein bisschen dankbar sein.

    Wer weiss, wass der bigotte Schaumschläger mit dem Klimaepos uns gebracht hätte…

    – WehretDenAnfängernregierung.

  5. 05

    Ich muss auch sagen, der Artikel ist nicht sehr differenziert. Es ist ein einseitiges Bashing. Hätte ich den Artikel geschrieben, dann würde ich zumindest erwähnen, dass „¦ naja „¦ dass. Bush war doch nicht nur scheiße. Er hat zum Beispiel „¦Â naja lustige Ohren. Oder so.

  6. 06
    nabab

    entschuldigt den zwischenruf, aber das „Wir sind einem Krieg mit dem Iran entkommen. Wir werden den Versuch der Spaltung der europäischen Union nicht mehr zu ertragen haben.“ ist nur naiv. naiv gegenüber den beiden ernstzunehmenden kandidaten und naiv gegenüber den anderen großen mächten auf dieser welt.

    ach, und zu den überschriften: das gehört zu einer polemik.

  7. 07

    Der Böse, Der Dumme, Das Schwein…

    Ja, zugegeben: Das sind harte Worte. Zugegeben: Das klingt polemisch. Niveaulos.

    Wie aber sonst soll man die Natur und die Taten eines Mannes beschreiben, der jedes Niveau, jedes Recht auf eine faire Behandlung und jede Chance, einem klar denkenden Menschen auch nur noch ein Quäntchen Respekt abzuringen, so grandios verspielt hat wie George W. Bush?

    Wenn es etwas gibt, das dieser Mann verdient hat, dann eine offene, klare – und ja: Auch eine polemische – Abrechnung. Wenn es etwas gibt, das er nicht verdient hat, dann ist das Schonung, Respekt.

    Woher kommt sie denn, die Wut, die Polemik? Sie ist doch letztendlich nichts anderes als ein direktes und vorhersehbares Resultat seiner absolut unfassbaren Entscheidungen, seines in sich selbst beleidigenden Auftretens, der Wiederwertigkeit, mit der der Menschenrechte mit Füßen tritt – oder, Gott sei dank, getreten hat.

    Er hat diese Worte verdient. Er hat sie heraufbeschworen.

    In diesem Sinne: Danke, Malte.

  8. 08

    @Johnny Haeusler: Johnny, seit wann bist Du so dünnhäutig? :)

    @Jonas: Der politische Arm des Spreeblick? Hab ich was verpasst?

    Zum Thema: Ändert man ein bisschen die Semantik, kann man daraus auch wieder einen diplomatisch anerkannten Text machen und doch bleibt der Inhalt der selbe. Warum also nicht mal auf die Scheiße hauen und die Dinge etwas gezielter beim Namen nennen? Gedacht habe ich das auch alles schonmal die ganzen Jahre.

    Dass wir an einem Krieg gegen den Iran vorbeigeschrammt sind, wage ich jedoch noch zu bezweifeln. McCain/Palin sehe ich da noch in einer Schnellstrasse zu eben jenem, Obama/Biden aber mindestens ebenfalls auf dem gezielten Feldweg.

  9. 09

    Hart, aber – leider – zutreffend.

  10. 10
    westernworld

    „männer machen geschichte“ ich hielt diesen ansatz eigentlich für überwunden.

    man wird schwerlich einen schärferen gegner der amerikanischen ideologie und politik finden als mich, ich bin antiamerikaner aus überzeugung und guten gründen, aber das geortnete nachdenken über komplexe politische und gesellschaftliche themen ist wirlklich nicht deine stärke vielleicht solltest du dich auf andere felder kaprizieren.

  11. 11
    mickey

    da meint wohl jemand ahnung von weltpolitik zu haben.
    warst du auch beim g8 gipfel demonstrieren?

  12. 12

    @mickey: Ich sehe eigentlich nicht, dass sich hier irgendjemand irgendwelches Wissen zuschreibt, das er nicht hat. Der Artikel behandelt doch in erster Linie die offensichtlichen und weitreichenden _Folgen_ des (welt)politischen Handelns von G.W.B.

    Ach: Und was bitte ist verwerflich daran, beim G8 Gipfel zu protestieren?

  13. 13
    mickey

    @MaBU: weil die demonstraationen dort genau der treffpunkt für leute sind, die meinen ahnung von weltpolitik zu haben.

  14. 14
    mickey

    @MaBU: schon klar, dass er das beschreibt. aber das ganze ist eben nicht so einfach wie es scheint. lasst uns hier schnell frieden in a afghanistan zaubern. da eine priese health care, dort ein bisschen gegen die armut.
    das wird auch barack obama feststellen (wenn er dann präsident wird) , was ich im übrigen sehr hoffe.

  15. 15
    vib

    Genau ins Schwarze. Ich frage mich immer: Was macht so jemand so ganz privat nach seiner Karriere als weltweites Feindbild? (Achtung: Sinnloses und völlig inkompetentes Rumpsychologisieren!) Entsteht da jetzt eine Lücke, die er zuvor mit Alkohol und religiöser Erweckung gefüllt hat? Und wie wird er sie diesmal füllen? Verdrängt er bald Britney Spears aus den Schlagzeilen?

  16. 16

    @mickey: Natürlich wird es alles andere als leicht sein, den angerichteten Schaden einigermaßen zu beheben. Aber gerade deswegen ist es ja so verurteilenswert, dass Bush ihn überhaupt erst angerichtet hat.

  17. 17
    lork

    Klar ist es nicht ‚cool‘ über Bush herzuziehen, machen ja alle überall und ständig. Aber ein positives Resumée über den Präsidenten George Dubya Bush wäre entweder von vorne bis hinten erlogen oder verdammt kurz.

    Man hat sich irgendwie zu sehr an Guantanamo, Irak, Afghanistan, die Wahl 2000 etc. gewöhnt als dass man sich noch drüber aufregt. Wie konnte das passieren?

  18. 18
    Thomas C

    Ich glaube Malte hat genau den richtigen Ton getroffen. Den Text würde so wenigstens Bush selbst verstehen. Also, wenn er ihn aus diesem alten europäischen Schweizerisch von irgend jemanden übersetzt bekommen würde.

  19. 19
    silberblog

    Zur Feier des Tages mach ikk mir heute ein Kotelett!

  20. 20

    Es verlangt ja keiner ein positives Resumée – im Gegenteil, jemand wie Bush liefert mehr als genug Material dass für sich spricht – und ohne den etwas schlichten Tonfall des Artikels besser funktioniert hätte.

    Deutlich besser und nachdenkenswerter fand ich da diesen Artikel: http://www.zeit.de/online/2008/45/europa-selbstbild-usa?page=1

  21. 21
    ToB.

    Malte, hör‘ nicht auf die elenden Weichspüler und PC-flasher dieser Welt. Ein Idiot ist ein Idiot ist ein Idiot – und bleibt einer – ähnlich wie mit der Rose…
    Leider versagt es uns ja die Diplomatie, einen grenzdebilen Mafioso entweder zu ignorieren oder von seinem Sitz zu stoßen.
    Jedenfalls kann kein in europäischem Sinne vernünftig denkender Mensch dieses Affengesicht in irgendeiner Weise würdigen.
    Um dem Protest der Schimpansen vorzugreifen: Ihr hättet es besser gemacht!

  22. 22

    @silberblog: Und ich knabber an ner Brezel. [So close. damnIt]

  23. 23

    Ich muss ja zugeben das Bush nicht gerade für sein Posten geeignet ist, aber ich finde dieser Beitrag ist sehr Anti Bush eingestellt ich finde dafür das er soviel mist gemacht hat, kann man ihn auch loben das es nur zu einer Wirtschaftskrise gekommen ist xD

  24. 24

    Bravo und Keep on Rockin“™

  25. 25
    peter h aus b

    „George W. Bush ist kein Hitler und kein Osama, er ist George W. Bush“

    Malte, du hast es auf den Punkt gebracht. Danke!

    Dieser Mann war gemeinsam mit den beiden anderen Genannten eine der schlimmsten Heimsuchungen, die die Menschheit jemals erdulden musste.

    Aber in einem Punkt muss mann ihm dankbar sein: er hat der Welt bewiesen, das Amerika nicht der Nabel der Welt ist! Sondern lediglich eine drittklassige Demokratie.

  26. 26
    Herr_M

    Ich fand den Artikel leider etwas zu vorhersagbar. Mart erwähnte in Nr. 20 einen Zeit-Artikel, den auch ich deutlich lesenswerter fand. Und worauf gründet sich eigentlich die Annahme, das schlimmste sei überstanden?

  27. 27
    habi

    mit obama wirds auch nicht recht viel besser werden…
    das problem ist schlicht und einfach amerika selbst!

  28. 28
    msy

    …ja, so ist das eben. Es gibt immer wieder Leute, die es, ihrer Meinung nach anders (besser) wissen, und dies auch kund tuhen müssen. Doch sollte die Tendenz zu persönlichen Maßregelungen gewisse Grenzen nicht überschreiten, denn: Hut ab vor der gesammten Spreeblickmanschaft und ich bin froh dass es euch gibt.
    …und scheinbar gibt es wirklich nichts Wesendliches weiter zu klein dappel ju zu sagen.

  29. 29

    @lork: Jo, ein unfassbarer Untergang – wenn man mal vergleicht mit dem Paradies von 2000 oder das gesamte Jahrzehnt davor.

    Maltes Worte sind die extremsten die man finden kann. Aber für Bush bräuchte man noch viel mehr als Böse Worte. „Bush“ ist jetzt eine weitere Kategorie neben „Hitler“ – da hat Malte absolut recht.

  30. 30

    Glänzend beschrieben!

  31. 31
    Tyler

    Für ein mehrdimensionaleres Bild (was soll eigentlich die Photoshopbearbeitung des Fotos?) von Präsident #43:

    http://www.time.com/time/world/article/0,8599,1717934-1,00.html

    Bob Geldof:
    „At one point I suggest that he will never be given credit for good policies, like those here in Africa, because many people view him „as a walking crime against humanity.“ He looks very hurt by that. And I’m sorry I said it, because he’s a very likable fellow.“

  32. 32

    Bin ich der einzige, der den Krieg in Afghanistan ohne große Probleme nachvollziehen kann? Selbstverständlich war das ziemlich ganze eher schlecht geplant und man hätte mehr auf zivile Aufbauhilfe setzen können.

    Aber wir haben es hier mit einer Supermacht zu tun, die ihre eigene Sicherheit als das höchste Gut anzieht (Wie übrigens andere Staaten auch, in Europa kümmert sich nur meist auch die USA drum), wird attackiert und verfolgt die Organisatoren nach Afghanistan. (Ich denke das ist einigermaßen bewiesen.) Die Regierung da ist absolut unkooperativ. Ich glaube Bush bliebt da kaum eine andere Wahl (dass er wahrscheinlich absolut kriegsgeil war vermut ich auch). Von keinem Grund kann man da nur schwer sprechen.

    Das Problem ist hier natürlich eine unterschiedliche Auffassung von Interessen und Machtpolitk aber grundlos war es wirklich nicht.

    Ansonsten stimm ich dir natürlich zu. Korruption sollte aber zumindest auch noch erwähnt werden. Die Doku „Why we figh“ ist da sehr sehenswert. (Bei Google Video)

  33. 33

    Wenn diese Headlines nicht gerechtfertigt seien sollten, wie müßte ein Politiker sich verhalten damit man die Zeilen benutzen darf?

    Wenn man inhaltlich nichts zu erwidern hat sucht man formale Schwachpunkte.

  34. 34
    bitbull

    Ein schlichter Beitrag, aus der Herzenstiefe eines schlichten Gemüts geschrieben; ein echter Welding.

    Das war ja wieder sehr erhellend; mal abgesehen von dem Phänomen, dass die Welt ihn hat 8 Jahre lang machen lassen und auch tatkräftig unterstützt hat (danke auch, Osama, für das Video im November 2004); die „Zeit des Mannes ist heute vorbei“ – von wegen. Er ist noch 77 Tage im Amt, da kann er noch richtig einen losmachen, ist ja jetzt auch egal.

    Aber warum interessant posten, wenns Herzerl brummt. Die Befindlichkeit muss raus!

  35. 35
    Jan(TM)

    Wir sind einem Krieg mit dem Iran entkommen.
    Wir werden den Versuch der Spaltung der europäischen Union nicht mehr zu ertragen haben.
    Wir werden Amerika wieder in der Gemeinschaft der freien Welt begrüßen dürfen.

    Träum weiter.

  36. 36
    Hr.Lohmann

    Ich hab in dem Medizin-Video zuerst gelesen:

    „presidential dementia“

    ^^

  37. 37
    Savigny

    Ich finde, das beste was uns Europäern und der Welt passieren kann, ist Amerikas Ende !
    Nur so entkommen wir einem Krieg mit Iran und die Welt ist ihren größten Aggressor los.

  38. 38

    hm, schwierig, denn emotional gebe ich dir recht, malte, und meine freude ist groß, dass gwb bald ex-präsident ist – aber ob wir wirklich etwas zu feiern haben, wird man erst sehen, wenn sich der neue präsident der staaten bewährt hat.

    mein erster gedanke, als ich den artikel las, war allerdings „mönsch, was ist denn mit malte los? der geht ja ab, wie schmitz katze!“ und dann ist mir aufgefallen, dass ich deine ruhiger geschriebenen artikel lieber lesen mag – aber, ich kann die heftigkeit schon nachvollziehen.

    ich bin gespannt, wer heute nacht gewählt wird und was dann in den nächsten 2,3 jahren passiert und freue mich über die interessanten zeiten.

  39. 39

    Schon möglich, dass Bush in der Erkentniss seines eigenen Scheitern wieder zur Flasche greift, dass er dement ist, dass er … naja, nur noch als Strohmann die letzten Monate regierte. Halte ich zwar für unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Und das ist dann auch die einzige Erkenntnis, die der Artikel hier bringt: Traurig, dass soetwas denkbar ist.

    Ich denke, der Artikel wäre besser unter „Positionen“ einsortiert gewesen.

  40. 40
    Penis

    Deine Einschätzung die Kriege in Afghanistan und im Irak hätten ohne jeden Grund stattgefunden und seien das Machwerk eines einzigen „Schweins“ ist nicht korrekt.
    Es gab sehr wohl wirtschafts- und geopolitische Gründe für diese Kriege. Zu glauben nur der „verrückte“ Bush sei dafür verantwortlich ist naiv, missachtet die Komplexität politischer Interessenlagen und stellt eine gefährliche Vereinfachung dar.
    Der Artikel ist wirklich nen bissl sehr populistisch, ansonsten bist du super ;-)

  41. 41
    georg

    … und genau deshalb lese ich dieses blog seit jahren täglich.
    aber leute, die diskussion war schon mal besser.

  42. 42
    RC

    Wenn man sich anschaut wie Bush immer sofort Leute zur Verteidigung zur Seite springen, um jeden anzugreifen der im Wesentlichen einfach mal aufzählt was leider wirklich alles passiert ist, muss man sich auch nicht wundern, wie es möglich war, mit all dem, was während seiner Amtszeit passierte, ungebremst durchzukommen. Die machen das sogar ohne Bezahlung! Kommunisten!

  43. 43
    Christine

    Ich muss leider auch gestehen, dass mich dieser Artikel etwas enntäuscht hat, weil ich diese Undifferenziertheit schlicht nicht von Euch gewohnt bin.

    @ Jan (TM) (35); @Penis (40), @RC (42) Genau so einen Teil hätte ich mir noch gewünscht. Ich meine wir kennen alle die Bilder, wenn einer redet und Tausende einstimmig antworten. Eine Gefahr stellt das dar und Blauäugigkeit kann sich keiner mehr leisten. Wenn auch „drittklassig“ so ist das System dennoch demokratisch im weitesten Sinne. Bush ist ein Idiot, keine Frage. Aber er war auch ein Hampelmann, jemand der von Fäden gezogen wurde… Und das nicht nur in den USA. Obama, hm.. kann sein, dass er es besser macht und entgegen allem, was wir bisher gesehen haben, seine Macht nicht ausnutzt sondern benutzt. Aber er ist kein Messias und er kann die Welt nicht allein verändern. Die Kriege werden weiter geführt werden. Es waren damals meines Wissens nicht nur Bush und Co. die für den Krieg gestimmt haben. Da war ein ordentlicher Haufen Demokraten mit dabei. Die Diskussion würde jetzt auch zu weit führen. Ich bitte nur darum, nicht in eine schwarzweiß-gutböse-Denke zu verfallen. Alles schon da gewesen. Hat sich nicht bewährt.

  44. 44

    Wirtschaftlich ist das Ausscheiden Bushs jedoch ein Desaster. Denkt doch nur an die ganze „Anti-Bush“-Industrie (Klamotten, Buttons, Poster uvm), die ja jetzt ihre Existenzgrundlage verloren hat…
    Und da der Kapitalismus ein apersonelles Herrschaftssystem ist, wird sich durch den Neuen auch nicht wirklich was verändern.
    Ach so, doch stimmt ja: Obama zieht die Truppen ausm Irak ab und schickt sie nach Afghanistan. Toll!

  45. 45
    Thomas C

    @Christine:

    Ich versteh nicht warum man sich unbedingt nicht über die Wahl von Obama freuen will. Er ist doch von dem was wir bis jetzt wissen das Beste was hätte passieren können? Er ist doch zumindest viel mehr Messias oder meinetwegen auch geringeres Übel als alle anderen Optionen?

    Freut Euch! Gebt ihm und uns ne Chance. Auch an so einem grauen Novembertag. Und dass er „die Welt nicht allein verändern“ kann, hat er in seiner Rede heute morgen doch klar zum Ausdruck gebracht.

  46. 46
    Delay

    Ich freue mich auch, – aber
    Bush-Bashing ist: BORING! Insbesondere jetzt wo er ohnehin bald weg ist.

    @mspro: Hab neulich Bob Geldof gehört, der George W. gepriesen hat, weil dieser soviel wie noch kein US-Präsident vor ihm für Afrika getan habe.

  47. 47
    Christine

    @Thomas C (45):

    Ich gebe dir unumwunden recht. Ich habe auch nie behauptet, dass er nicht das beste ist, was passieren konnte. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass er das beste absolut ist. Ich freue mich auch, dass er gewählt wurde nur bereitet mir dieser Personenkult Sorge. Das einzige, was ich mir wünsche ist, dass man mit wachem Auge beobachtet und sich nicht zurücklehnt und sagt: Obama ist da, alles wird gut, der macht das schon. Das entbindet keinen von uns aus der Verantwortung zu schauen, was er tut. Und dass er Dinge die schief gelaufen sind wieder gerade biegt.

    Und vor allem ging es mir auch darum zu zeigen, dass es ebenso gefährlich ist, die Schuld für die ganze Misere Bush in die Schuhe zu schieben, weil er auch nur ein geführtes kleines Licht ist. Die Frage ist doch, wer ist noch da von denen, die das ganze Desaster ebenso mit zu verantworten haben. Das Thema ist zu komplex um es an einer Person festzumachen, im Guten wie im Schlechten.

  48. 48
    Savigny

    @Mister Moe:
    DAS ist es nämlich.
    Es ging nie um Bush, er war nur das Ventil, die Befeuerung für den allgemeinen Antiamerikanismus, den sich Linke wie auch extrem Rechte teilen.
    Aber glaub mir, dass Amerika untergeht, dass wünschst auch du dir nicht, du Held.

  49. 49

    Feiertag? Also ich sehe es eher als Trauertag, da McCain sich trotz besseren Wahlprogramms und besserer Argumentation nicht gegen den Hype durchsetzen konnte.

    Aber gut, mal schauen, was Obama im nächsten Jahr so machen wird – der Messias, für den ihn viele halten wird er ganz sicher nicht sein.

  50. 50

    Messias? Kommt der nicht immer um die Weihnachtszeit?

    Ich glaube, die Mehrheitswelt ist derzeit nicht zuletzt so euphorisch, weil George W. endlich verschwinden wird. Dabei wäre er ja eh weg gewesen.

    Übrigens lohnt es sich, einmal über die Parallelen zwischen Politik und Theater nachzudenken: Als Politiker bekommst du vor dem Auftritt Applaus und Vorschusslorbeeren, während der Vorstellung hört dir keiner richtig zu und ohnehin versteht das ganze Spektakel eh keiner, und am Ende fliegen die Tomaten und faulen Eier. Dann wissen immer alle ganz genau, was schiefgelaufen ist.

    Politik gehört unter den Artenschutz. Es ist der einzige Bereich, wo man umjubelt wird, bevor man irgendwas geleistet hat.

  51. 51

    Blöd gewählt
    [About Walker]

    In einer Demokratie kann jeder seine Stimme abgeben
    um Einfluss auf die zukünftige Regierung…) ‚Quatsch‘

    Die Amis sollten sich mal selbst bei den Eiern packen
    und die Schuld nicht nur bei anderen suchen. Schluss

  52. 52

    @Prinz Rupi

    Ich kann diese völlige Ablehnung des Kriegs in Afghanistan auch nicht teilen. Für den Afghanistan-Krieg gab es zumindest echte, nachvollziehbare Gründe. Und wenn man diese akzeptiert, dann kann auch auch verstehen, warum wir noch dort sind. Nur hätte halt auch das alles ganz anders laufen können.

    Ansonsten hätte man auch nen 10-jährigen, völlig verzogenen, bockigen Jungen mal Präsident spielen lassen können. Der hätte auch nicht viel Schlimmeres anrichten können als George W. Bush.

  53. 53
    Thomas C

    Ich bin jetzt wahrscheinlich ein bisschen naiv. Aber ich finde es einfach pervers wenn im Jahr 2008 z.B. ein deutscher Soldat in Afghanistan Menschen erschießt und wenn Afghanen deutsche Soldaten erschießen.

    Da es letztlich immer um Geld geht, sollte man doch das Problem auch mit Geld lösen können? Die USA haben 600 Milliarden USD Soforthilfen für ihre Wirtschaft bereitgestellt. Das wären für jeden Afghanen ungefähr 20.000 USD. Wenn man die schön in mtl. Raten zu 500 USD auszahlt ist in ein paar Jahren Frieden.

    Oder man wählt den billigen deutschen Weg. Für 20.000 USD Blutgeld in bar, kann man gleich drei Afghanen erschießen. Dann braucht man auch nichts mehr für Bildung oder Wiederaufbau auszugeben. Und das Drogenanbauproblem ist auch gelöst. Praktisch eine Win Win Win Situation.

    [o]

  54. 54

    Schönreden kann man bei ihm nicht viel.

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