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Wie die CDU den gesellschaftlichen Konsens gegen Antisemitismus untergräbt

Die CDU hat irgendwas nicht verstanden. Soweit nichts neues. Aber, neue Qualität: Jetzt stellt sie sich gegen den gesamtgesellschaftlichen Konsens, Antisemitismus zu verurteilen.

Demnächst jährt sich die Reichspogromnacht. Zu diesem Anlass hatte der Bundestag die Absicht, sich gegen Judenfeindlichkeit zu stellen. Und dazu einen Beschluß zu fassen. Man verpflichtet sich allgemein zum verstärkten Kampf gegen Antisemitismus.

Oder wollte sich verpflichten. Denn der Entwurf zur Erklärung, an dem Die Linke mitgearbeitet hat, gefällt der CDU nicht mehr, weil Die Linke daran mitgearbeitet hat. Wollte sich verpflichten sage ich, tatsächlich wird der Beschluss ja doch beschlossen. Bloß ohne Die Linke. Die ist nämlich, laut CDU, kein geeigneter Partner im Kampf gegen Antisemitismus, vor allem dann nicht, wenn sie gegen Antisemitismus kämpft. Denn: Was die Linke macht, ist böse. Böse! Und zwar – Prinzipien braucht man – jederzeit. Die Partei hat schließlich immer unrecht.

Ich muss ausholen. Und tief Luft holen: Es ist für Konservative zum Mantra geworden, Die Linke in einer Warte mit der NPD zu sehen. Beides Extremisten, jaja, na klar. Wegen Populismus und man weiß es nicht so ganz genau. Während die CSU sich in Bayern brüstet, dass rechts von ihr die Schiffe von der politischen Landschaft, die eine Scheibe ist, runterfallen, und sie das ganze rechte Wählerpotential abschöpft, wird Die Linke als SED-Nachfolgepartei, als totalitäres Gesindel und als Pack dargestellt.

Ein Wort vielleicht zum Totschlagargument SED-Nachfolge: Bis auf die SPD hatten keine Parteien Probleme damit, SEDler aufzunehmen in ihre Reihen. Die SPD hats später bitterlich bereut, da politisch korrekt sein zu wollen: es hat ihnen nämlich niemand gedankt. Dass die CDU so hervorragend dasteht in den ehemaligen Ummauerungsgebieten, hat wenig mit der Brillianz ihrer politischen Kader zu tun oder der Überzeugungskraft ihres Programmes, aber sehr viel mit der Weigerung der SPD, sich rechts der Mauer als Volkspartei zu etablieren.

Es gibt viel zu kritisieren an der Linken, von mir aus. An der CDU noch mehr, wie ich finde, aber das ist Geschmackssache. Keine Geschmackssache ist hingegen, einen Bundestagsbeschluss gegen Antisemitismus als Hebel gegen die Linke zu nutzen. Dazu gehört Zynismus, haufenweise. Wer den gesamtgesellschaftlichen Konsens, Judenfeindlichkeit zu verdammen, aufkündigt, sollte nochmal im Prioritätenraum nachsehen, ob da nicht ein Rädchen locker ist.

70 Kommentare

  1. 01
    Frank Schenk

    Zynismus? Ich nenn das Verbohrtheit. Die sind so tief drin in ihrem Schubladendenken, daß da kein Platz mehr rechts und links der althergebrachten Schubladen ist.

    Würde ich abends beten, würde ich Gott bitten, daß er CDU, CSU, SPD und FDP niemals mehr ermöglicht, eine Regierung zu stellen und daß wir einfach von vorne anfangen. Bzw. von unten, dem „Volk“. Die Parteien würden sich gerne ein anderes wählen aber hoffentlich kriegen sie irgendwann mal die Quittung. So verblendet kann man doch garnicht sein, daß man die „etablierten“ Parteien noch wählt.

    Oder doch?

    Schönes Wochenende, Frank

  2. 02
    Chr

    Darüber kann ich mich auch den ganzen Tag schwarz ärgern…

  3. 03
    Herr_M

    Welchen gesamtgesellschaftlichen Konsens? Ausser ein paar PC-Mechaniken der veröffentlichten Meinung, die sich auf Sprachregelungen beziehen, sehe ich den garnicht so ausgeprägt.

    Ansonsten würde mich mal interessieren, was in dem Entwurf drinsteht. Ist der irgendwo im Netz lesbar?

  4. 04

    Vielleicht sollte die LINKE dann aber auch mal ihr Verhältnis zum Antisemitismus klären, es ist ja nun mal auch Fakt, dass dort so einige Parteifunktionäre offen mit der Hamas und der Hizbollah sympathisieren sowie unter anderem das Existenzrecht Israels in Frage stellen. Welchen Gehalt hätte denn eine (im übrigen ja komplett folgenlose) „Erklärung gegen Antisemitismus“, an der solche Leute beteiligt wären?

  5. 05

    Vergessen darf nicht werden, dass es in der DDR auch eine CDU gab. Diese wurde relativ schnell geschluckt. Auch die FDP hat die ostdeutschen Altliberalen relativ schnell umarmt und vereinigt. Aber das darf man ja nicht sagen, beide Parteien waren ja in der DDR sozusagen die Horte des Widerstandes. Weswegen man sie Blockparteien nannte. (ironie aus)

  6. 06

    Wo ist das „Yes we can“ Getöse von vor ein paar Tagen hin?
    Was ich sagen will: Wieso kann man nicht einmal beim Thema Antisemitismus irgendwelche politischen Richtungen vergessen und geschlossen als Politiker gegen so etwas Abscheuliches sein?
    Verleugnet die CDU damit nicht indirekt die Abscheulichkeit des Antisemitismus?
    Das wäre vielleicht etwas drastisch, ich weiß

  7. 07

    Nett dazu übrigens Christian Wulff bei (ausgerechnet) Friedmann: Es herrscht eine Pogromstimmung gegen Manager.

  8. 08
    Chr

    @Stitch: Ich krieg immer Kopfschmerzen, wenn ich sowas lese… Vielleicht hilft dir der Beitrag bei Telepolis weiter.

  9. 09

    Jetzt mal ein hübscher kleiner Rundumschlag:

    Ich halte grundsätzlich nichts von solchen Jubiläumsbekenntnissen! Pünktlich zum 70. Jahrestag der Pogromnacht, pünklich zum Tag der Deutschen Einheit, pünktlich zum 80. Geburtstag von XY.

    Die Politik entdeckt immer etwas für sich, wenn es sich gerade jährt und schön medienwirksam ist. Wann wurde das letzte mal ein Papier herausgebracht, daß keinen konkreten Anlaß hatte? Ein Blick in den Kalender genügt und schon wird ein Papier, eine Erklärung zum Tage angefertigt.

    Es ist nicht selten das Papier zum Event.

    Gerade die Linke hätte doch mal zwischendurch was herausbringen können. Hat sie aber nicht. Die CDU/CSU nicht. Die SPD nicht. Die ganzjährigen Gerechtigkeitsapostel und Gutmenschen von den GRÜNEN nicht. Die FDP nicht. Meines Wissens keine Partei. Zumindest war es nicht so medientauglich, daß sich alle darauf gestürzt hätten wie jetzt, wo die böse CDU schuld ist. Es ist auch gar nicht neu, daß die CDU nichts durchwinkt, was die LINKE unterstützt. Muß sie auch nicht. Die LINKE verhält sich gegenüber Union ja in der Regel genauso.

    Im übrigen könnte die LINKE sich ja auch mal zur Positionierung der SED zu Isreal und zu den antisemitischen Tendenzen in der DDR äußern. Warum nicht gerade jetzt? Würde doch passen „Anlässlich des 70. Jahrestages der Pogromnacht…“ Dann könnte die LINKE auch mal was dazu sagen, warum das Problem des Antisemitismus und der Fremdenfeindlichkeit gerade auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ein so gewaltiges Problem gibt. Vielleicht käme man dann dahinter, daß es da Zusammenhänge gibt.

    Wer sich nun auf die Union stürzt, sollte seine Arme im Fall weit ausbreiten, damit er die anderen auch noch erwischt.

  10. 10

    Die CDU ist nunmal beratungsresistent und lernt nicht aus ihren Fehlern. Schon bei der „Rote Socken“-Kampagne eines gewissen Herrn Hintze ist man gehörig auf die Schnauze gefallen.

    Und beim Umgang mit Themen wie Judentum und Antisemitismus ist man bei der CDU auch noch nie sehr zimperlich gewesen. Oder wie war das mit den „jüdischen Vermächtnissen“ beim CDU-Spendenskandal in Hessen?

  11. 11

    Nun sehe ich Die Linke ja durchaus nicht unkritisch und einige Mitglieder dieser Partei scheinen (wie einige Mitglieder wohl jeder anderen Partei) tatsächlich Positionen zu vertreten, die sich als antisemitisch bezeichnen lassen.

    Wenn aber diese Partei, die ein paar Antisemiten in ihren Reihen hat, sich in einem Dokument als Ganzes gegen Antisemitismus aussprechen will, tut sie meines Erachtens genau das, was von ihr erwartet wird: sie distanziert sich vom Antisemitismus.

    Was das Abwehrverhalten der CDU angeht, glaube ich jeden Tag ein bisschen mehr daran, dass Parteien das Schlimmste sind, was einer Demokratie passieren kann.

  12. 12

    Kleine Ergänzung: Nun gibt es zwei gleichlautende Erklärungen, deren Inhalt letztlich alle Parteien im Deutschen Bundestag akzeptieren.

    Wo ist eigentlich das Problem?

  13. 13
    Nanuk

    Na wer wird denn da einen Pogrom gegen die CDU starten…

  14. 14
    Chr

    @Andreas Avantgarde: Zunächst liegt hier ein Problem. Nicht zu vergessen noch dies. Beschämender Weise siehe dazu noch hier.

  15. 15

    @Chr: Da hilft mir Aspirin immer sehr gut. Der verlinkte Beitrag eher nicht, zumal er mit den von mir erwähnten Punkten eigentlich so gar nichts zu tun hat. Der hier da schon eher.

  16. 16
    stephan

    @Stitch: es geht der Linken bei Israel um Gleichheit, nicht um Antisemitismus. Israel verhindert aus der Perspektive der Linken die Gleichheit gegenüber Palästina.

  17. 17

    Dabei ist es doch noch gar nicht so lange her, als man von Sternstunden der Demokratie und des Parlamentarismus gesprochen hat, weil parteienuebergreifend alle Konflikte mal ausgeblendet wurden und man von CSU bis Linke an einem Strang gezogen hat, um gemeinsam fuer ein wichtiges Ziel zu kaempfen: die Rettung der Banken und die Schnuerung eines einpaarhundertmilliarden-Pakets.
    Es geht schon, manchmal.

  18. 18
    Chr

    @Stitch: Ich bin ja eher der Paracetamol-Typ, wenn da nicht das Ding mit Leber wäre… Der oben zunächst verlinkte Beitrag sollte zum eigentlichen Thema zurückführen – der gemeinsamen Erklärung aller Parteien zum 9. November und warum ein Ausscheren der Union scheiße ist, zugleich die Ursache für meinen Kopfschmerz (da hilft weder Aspirin noch Paracetamol), aber bitte.

    Zunächst bin ich kein Parteigänger der LINKEN, der im übrigen gleichfalls von den Pali-Tüchern genervt ist. Ich gebe auch gern zu, dass diverse Verlautbarungen zu Israel innerhalb der LINKS-Partei u.a. für mich persönlich ein Ausschlussgrund sind, in dieser Partei aktiv zu sein. Deren wohl mehrheitliche Kritik isrealischer Militärpolitik würde ich dennoch eher hier verorten.

    Das in der Linkspartei Astronauten herumschwirren – siehe die
    Wortmeldungen aus der LINKS-Basis – ist irgendwie nicht besonders neu und führt in dem hier zugrundegelegten Thema keinen Millimeter weiter, sondern ist ein destruktives und unangemessenes Blockadeargument.

    In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass du dir bei deiner „Kritik“ zu Schade warst, ebenfalls auf den BAK Schalom, den größten AK in der Jugendorganisation der LINKS-Partei hinzuweisen. Da wäre es mir leichter gefallen, von einer ernst gemeinten und differenzierten Kritik deinerseits auszugehen, die sich nicht in plattem LINKS-Bashing erschöpft.

    Dass ausgerechnet die CDU/CSU den Dicken in Sachen Antisemitismus auskehrt, ist eine Frechheit. Ich zitiere hierzu die FR
    aus dem oben bereits verlinkten Beitrag:

    Wenn Dunkelrote an Demos teilnehmen, bei denen Verbrechen der Hisbollah verherrlicht werden, ist das nicht akzeptabel. [WORD!] Aber CDU und CSU haben Ausfälle in den eigenen Reihen lange nicht so ausreichend aufgearbeitet, dass sie sich hier aufs hohe Ross setzen dürften. Wie war das mit den Herren Filbinger und Oettinger? Mit Hohmann und dem „Tätervolk“? Mit den „jüdischen Vermächtnissen“ der Hessen-CDU? Mit Hans Globke, Schreibtischtäter der Judenverfolgung und einer der wichtigsten Berater Adenauers? Oder mit Bundestagspräsident Philipp Jenninger, der just am 50. Jahrestag der November-Pogrome im Bundestag davon sprach, was so faszinierend war am Nationalsozialismus?

    Es ist seitens der CDU/CSU bei dieser Thematik einfach bodenlos unverschämt aus parteipolitischen Interessen auszuscheren! Darin können Pali-Tuch-tragende Freaks in der LINKS-Partei nichts ändern!

  19. 19

    @Chr: Immer diese Sucht nach dem Konsens!

    Wenn die CDU nicht mit der LINKEN spielen will, dann ist das Geheule immer groß. Und ich muß jetzt mal, auch wenn mir das widerstrebt, den LINKEN Abgeordneten zumindest das Recht zugestehen, daß sie wie jeder andere Abgeordnete unterschreiben können, was sie wollen, oder es auch sein lassen können. Die CDU darf auch unterschreiben, was sie will, oder sie läßt es bleiben. Das nennt man Freiheit.

    Gleichschaltung war früher.

    Warum die CDU mit der LINKEN nicht will, ist aus deren Sicht nachvollziehbar. Ob ich die Gründe dafür, warum einige LINKE-Abgeordneten dagegen sind, wissen will, da bin ich mir noch nicht sicher. Ich glaub‘, ich müßte kotzen. Und dagegen hilft weder Acetylsalicylsäure noch Paracetamol (wir müssen ja nicht immer gleich die bösen kapitalistischen Markennamen nennen).

    Mich würde mal interessieren, ob alle, die diese Erklärung jetzt unterschrieben haben, auch bereit sind, diese beim nächsten NPD-Parteitag vorzutragen… Papier ist geduldig. Handeln zählt.

  20. 20
    Jan(TM)

    Ach, ich glaub Alt-SEDler und CSUler aus ländlichen Gebieten würden beim Thema Juden und 2-3 Bier schon sehr schnell einen Konsens finden. Mit dem „gesamtgesellschaftlichen Konsens“ Nonsens hätte der aber eher wenig zu tun.

  21. 21
    Chr

    @Andreas Avantgarde: OK, ich hatte in einem Anfall sozialromantischer Verblendung geglaubt, dass auch Leuten wie dir und Stitch eine gewisse Notwendigkeit einsichtig erscheint, in bestimmten Dingen parteiübergreifend und jenseits banaler Parteilogiken zu denken. Dann könnt ihr das eben nicht, soll nicht mein Ding sein.

    :) Freiheit der CDU/CSU, ja? Hat da jemand von euch Vertreter des Zentralrats der Juden in D mit ’ner Flinte aufkreuzen sehen, die diese dann mit der Aufforderung eine Erklärung zu unterschreiben, an die Köpfe irgendwelcher Parlamentarier gehalten haben? Und einzig die Fraktion CDU/CSU – täterätäätäätääääää – in aufrechter Haltung, der Freiheit ein Lanze brechend – lieber Tot als Untertan – heldenhaft der Meinungsdiktatur trotzend, „NEIN, nöcht möt dön Linksfaschistön!!!“ hinausrief?

    Entweder hast du ’nen ausgesprochen abwegigen Freiheitsbegriff oder es handelt sich um eine durch willkürliches Neuronenfeuer spontan entäußerte Leerformel. Die Herren und Damen der Unionsfraktion waren sich schlicht nicht zu Schade, selbst die November-Progrome für ihre parteilichen Zwecke zu instrumentalisieren – das ist alles!

    Beim nächsten Parteitag der party that must not be named…? Ich weiß‘ nicht, wie soll man so eine Bemerkung kommentieren ohne beleidigend und/oder zynisch zu werden. Nun denn, viel Spaß noch im Leben**

  22. 22
    Matti

    Immerhin stellt die Linke (Petra Pau, glaube ich) monatliche Anfragen über rechtsextreme Aktivitäten an den Bundestag, Daten, die sonst wohl nicht regelmäßig in den Nachrichten erscheinen würden.

    Was die Christdemokraten angeht: Die können sich doch gar nicht erlauben, zu behaupten, dass sie das Ziel hätten, gegen Antisemitismus vorzugehen. Ein weitere monatliche Begebenheit ist doch, dass irgendein CDUler auf einer Naziveranstaltung mitläuft, weil „die ja auch richtige Standpunkte vertreten.“ u.Ä. Und dass ein Schönbohm im Amt bleiben darf, ist auch eine Ungeheuerlichkeit. Wenn man bedenkt, dass er ständig gegen „linke Gewalt“ wettert, dann aber, wenn Nazis ein Ausländerzentrum mit Mollies angreift, sagt: „Da haben sich doch nur ein paar junge Leute zusammengesetzt, die gemeinsam etwas gegen Immigranten unternehmen wollten, dass ist doch keine rechtsextreme Straftat.“ Das war jetzt nicht ganz original zitiert, aber so ähnlich war’s.

  23. 23

    http://www.google.com/search?client=safari&rls=de-de&q=Prioritätenraum&ie=UTF-8&oe=UTF-8

    Bitte um Nachsicht für die Plumpe Adresessangabe (Link)
    Es ist eben nicht einfach, sondern einfach bequem, seine
    Meinung zum genannten Thema zu äussern. Wahrscheinlich werden die ganz schlauen Forenleser u. Blogger die Kritik wieder negieren.

    Alles Gute;-)

  24. 24
    Frédéric Valin

    @Matti: Es gibt in der Tat einige CDU-Politiker, die sich nicht eben vortun im Kampf gegen rechte Gewalt. Das sind die Schlechten. Wenn ich befreundeten brandenburgscihen Antifas glauben schenken darf, gehört SChönbohm zu den Guten.

    (Ich hab auch gestaunt, als ich das gehört habe.)

  25. 25
    Windscheid

    Der NPD-Vergleich ist doch auch nicht allzu weit hergeholt, wenn man sich bspw. mal die außenpolitischen Positionen der beiden anschaut:

    Antiamerikanismus, manische Fixierung auf Israel bei Außer-Acht-Lassen anderer Konflikte wie Darfur u.ä. Zudem noch „Globalisierungs-“ und „Kapitalismuskritik“, bzw. -feindschaft.

    Ist der kleinste gemeinsame Nenner zwischen den beiden nicht die Gleichmacherei und Ablehnung freiheitlicher Grundordnungen ?

  26. 26
    moses

    @Stitch: Verwerflich, aber das ist eine unklare Begriffswahl; du meinst wohl eher Antizionismus. Auch in Israel gibt es Orthodoxe, die ihrem Staat – nicht sich selbst – das Existenzrecht absprechen. Auf dem Feld der Außenpolitik ließe sich da trefflicher streiten, aber das vermeidet die CSU wohl nicht ohne Grund.

    @Beobachter: Im Gegenteil; um den allgemeinen Vorwurf der braunen Parteivergangenheit zu entgehen, haben sich die interessierten Kreise immer Vorbehaltlos – ins andere Extrem verfallend – für Israel ausgesprochen. Ohne eine wirklich differenzierte Position einzunehmen, oder gar zu vermitteln.

    @Andreas Avantgarde: Das ist lächerlich; beschämt sowohl unsere Volksvertreter, als auch unsere jüdische Bevölkerung, die sich immer als Teil eines Ganzen gesehen hatte. (Doppelt hält nicht immer besser.)

    @Windscheid: Sie sind auch pro China, aber das sind außenpolitische Fragen und wir bewegen uns hier in einem Feld, bei dem uns niemand zuraten oder fordern kann. Hier geht es wirklich um den freiwilligen Gesellschaftskonsenz, und zwar um dessen (Neu-)Schaffung, daran sind alle Kräfte zu beteiligen, die sich als Teil der Gesellschaft sehen. (Um dem Contra gleich vorzubeugen; die Nazis haben mehrmals klar gemacht, dass sie nur einen verdammt kleinen – und dummen – Teil als Konstituenten ihrer „Reichs“-Vorstellung ansehen.)

    Und so ganz allgemein zum Thema:
    Bis dato ist unser Umgang mit solch einem gravitätische Stück Geschichte und Identität eher kindlich zu nennen. Wir haben es immer noch nicht geschafft diesen Teil unserer Herkunft anzunehmen und – das mag erstmal absurd klingen – ins produktive zu wenden. Es ist keine Lösung oder gar Wiedergutmachung, in Lippenbekenntnissen Asche zu verstreuen (am besten auf die anderen). Wir tragen als GANZE Nation die Verantwortung und Pflicht, würde ich sagen, aus dieser Nemesis etwas neues, gutes, mindestens genauso großes zu schaffen; das sind wir den Lebenden wie den Toten schuldig.
    Sich zu bekennen ist ein kleiner (und grundlegender) Schritt, es sollte mehr folgen.

    Huh, das war Pathos, aber ich darf das. (Moses und so)

  27. 27
    Windscheid

    @moses:
    Aber es hat den Hauch der Heuchelei, wenn eine populistische Partei, deren Haltung zur FdGo fragwürdig ist und die offen Sympathien hegt für totalitäre und antisemitische Bewegungen, ihr „Gesicht“ dort zeigt.
    Ich rücke von meinem NPD-Vergleich nicht ab, es gibt ideologische Parallelen.

  28. 28

    nö windscheid, ist es nicht. und würdest du nicht provozieren wollen, sondern informieren, dann wüsstest du das auch. aber ihr linke-kritiker seid ein kleines langweiliges völkchen, das sich mittlerweile seit 2,3 jahren reflexartig um die selben 3 argumente dreht. wie satelliten. ich bin alles andrer als ein fan der partei „die linke“, aber ich würde langsam mal gerne echte argumente gegen die hören. argumente die nicht so zurecht gebogen sind, das sie mal gerade eben so auf die partei passen. wenn die nicht zur hand sind: dann lass doch mal das dumme geschwafel von „links ist das neue rechts“. oder bleib bei pi. danke schön.

  29. 29
    Matti

    @Frédéric Valin: Jetzt muss ich auch staunen, das hätt ich nicht gedacht. Aber trotzdem bleibt Schönbohm ein stockkonservativer, der jegliche Freiheit, die wir seit den 68ern genießen können, als traditions- und familienzerstörendes Übel ansieht (da gab’s mal einen schlimmen Tagesspiegelkomentar von ihm).

    @Windscheid: Wie einige meiner Vorschreiber auch schon angemerkt haben, der NPD-LINKE-vergleich ist dumm, gefährlich und unzutreffend. Bitte schnell abgewöhnen und Realitätssinn entwickeln.

  30. 30

    hab ich da richtig gelesen? man sympathisiert mehr mit DIE LINKE als mit der CDU? man kann gegen die großen parteien sagen was man will, umgebracht haben sie uns bis jetzt noch nicht. npd und die linke dagegen sind lebensgefährlich, die geschichte gibt mir recht. und ein problem haben wir mit die linke was wir mit der npd nicht haben: es klingt harmlos. rechts is voll böse – links aber total cool und in.

  31. 31
    Windscheid

    Wie kann man nur die totalitäre Seite der Linken so fahrlässig ausblenden ?
    73 Jahre Sowjet-Diktatur, unzählige Tote, unbeschreibliches Unrecht und ein demoralisiertes, demokratieunfähiges Riesenreich Anhängsel sind wohl auch kein Argument. Auch die übrigen blutroten Experimente nicht.

    Alles nur „Ausrutscher“ ? Neuer Versuch, diesmal wird´s besser ?
    Wie oft noch ?
    Man sollte sehr wachsam sein, und „DIE LINKE“ nicht aus den Augen verlieren.

  32. 32
    Markus

    Die Linke mit der NPD vergleichen, nur weil ein paar „Chaoten“ in dieser Partei extremistische Ansichten haben und diese gerne von den Medien verbreitet werden? Im Grunde macht die Linke doch nur die Politik, die eigentlich die SPD machen müsste, aber seit ihrem Rechtsrutsch unter Schröder nicht mehr macht.

  33. 33
    Jan(TM)

    @Markus:

    nur weil ein paar „Chaoten“ in dieser Partei extremistische Ansichten haben

    Die paar Chaoten hatten 40 Jahre lang Zeit zu zeigen wie sie wirklich sind. Kein Fußbreit für den SED Abschaum.

  34. 34

    linke=sed:

    welcome to the wonderful world of totschlagargumente!
    aber es stimmt schon: ich kann mich noch gut erinnern, wie beispielsweise lafontaine damals die ddr ja quasi alleine regiert hat. die waren ja alle bloss seine marionetten.

    get a life. ach ne: „an argument“ wäre besser!

  35. 35
    Jan(TM)

    @nilz: Die Linke ist die Nachfolgepartei der SED, daran ändern auch ein paar durchgeknallte Wessis nichts. Schau dir doch einfach mal die ostdeutsche Basis ausserhalb von Berlin an. Militaristisch, Homophop, Fremdenfeindlich genau wie vor der Wende …

  36. 36
    moses

    @Jan(TM): Um den berechtigten Einwenden die Perspektive wieder zu geben:
    Die CDU bezog ihren Gründungskader zu großen Teilen aus der ehemaligen NSDAP, hat auch Jahrzehnte nach Kriegsende keine befriedigende Distanz oder gar Aufarbeitungsarbeit gegenüber ihrer Parteigeschichte gezeigt (Ich erinnere nur an die bewegende Filbinger-Grabrede.) und hat es wohl auch in Zukunft nicht vor.
    Desweiteren besteht der CDU-Ost-Kader fast geschlossen aus ehemaligen SED-Mitgliedern (die wenigen Neubeitritte mal ausgenommen); also lassen wir gerade diese Partei was die „Moralische Keule“-Fähigkeiten angeht mal ganz weit außen vor.
    Die einzige Partei die mit Vergangenheit, Anstand und Moralität sichtlich zu kämpfen hat ist die SPD. Denn während die CDU munter öffentlich mit den Grünen kopu…äh… koaliert, darf die SPD den gleichen Sachzwängen nicht nachgeben ohne die volle Medienschelte zu kassieren, während weiland besagter Schönbom schadlos laut über CDU-NPD-Koalitionen in den neuen Bundesländern nachdenken konnte.

    p.s.: Sind wirklich so viele pikiert über die Offenbarung sozialer Realitäten und ihrer politischen Konsequenzen?
    es grüßt die Unterschicht

  37. 37
    Windscheid

    Nun, die Herkunft der CDU ist aber nicht der braune Sozialismus, wie du hier durchscheinen lässt, sondern die Zentrumspartei.

    Es ist eine selbstverständlich beliebte und weit verbreitete Legende der Linken, den NS als aus dem bürgerlich-konservativen bzw. gar liberalen Lager kommend, darzustellen.

    Broder und co. sind diejenigen, die diese Kruste langsam aufbrechen und die Linke von ihrem hohen und v.a. von eigenen Gnaden geheiligten Ross, das sie seit nunmehr ca. 40 Jahren hochgezüchtet hat, stoßen.
    Und es wird allerhöchste zeit.

  38. 38
    moses

    @Windscheid: Muhahaha, selten so gut gelacht. Nimm den ersten Bundeskanzler zum Beispiel, oder so um die 98,7% der „neuen“ Wirtschaftselite des Wirtschaftswunders. Seit ungefähr einem Jahr (oder zwei?) sind die Historiker überein gekommen, dass es weit größere Kontinuitäten in Umbau der Systeme nach 1945 gab, als im nachhinein propagiert.
    Ach, und DIE waren natürlich nur Parteimitglieder und Mitläufer, weil es sich nicht vermeiden ließ, oder weil eine eigene Meinung zu gefährlich war, oder weil man auch so ein anständiger Mensch bleiben konnte, oder weil das alle gemacht haben, oder…

  39. 39
    Windscheid

    Aha, Adenauer war also ein Nazi. Prost ! Muhahaha
    Und wenn es so wäre, welchen Grund hätte das, den Kommunismus willkommen zu heißen ?

  40. 40
    Frédéric Valin

    @Windscheid: Wir warten seligst in der linken Ecke darauf, dass sich die Konservativen mit ihrer rechtsextremen Vergangenheit (und, wenns denn zeitlich passt, meinethalben auch der Gegenwart) auseinandersetzt. Vieles kann man der Linken vorwerfen, aber dass sie es in der Hinsicht an Selbstbespiegelung vermissen lässt, das nicht.

    @Jan(TM): Alle Parteien außer der SPD sind Nachfolgeparteien der SED.

  41. 41

    also,ich denke mal -alle die die csu(cdu-schwesterpartei,ist der gleiche quark!!) kennen ,und vielleicht sogar das glueck(?)haben in bayern ,zu leben…kann jedes jahr mit verfolgen ,..wie offen die parteien npd/dvu,ihre politische ziele unge(be)straft verfolgen ,duerfen.ja,die cdu/csu ist jetzt fuer antisemismus-oder war es dagegen?mmmhhh,..was fuer ein zufall.das diese herren sich aus heiteren himmel ,dafuer entscheiden ..mal gegen die „boesen“…extremisten zu „handeln“.ach,wirklich?wer glaubt denn sowas/..ich nicht und schon garnicht,wenn ich weiss das jetzt die amerikaner mit ihren neuen praesidenten ,..harte forderungen an deutschland stellen will,.und dazu gehoert auch die bekaempfung der rechtsextremen parteien,..die sind den democraten (und auch anderen!)schon lange ein dorn im auge!!!-jetzt haben die republikaner ,in den usa ,endlich mal ausgedient!!-diese waren ,auch mit schuld das gerade in den letzten 8 jahren ,an staerke dieser extrem-rechten ,zugenommen ..hat!!..und wenn man realistisch bleibt,…wann hat den ein sogenannter extrem-linke,das letzte mal einen auslaender verpruegelt/ermordet,oder ihm ,monatelang mit morddrohungen verfogt!!???..post/computer kontrolliert,leben beeinflusst,indem sie permanent luegen erzaehlen oder derart die geschichte verfaelschen ,so das die heutige jugend nur noch die reste einer wahrheit vorfinden,die sie nicht glauben wollen,weil es zu schrecklich ist!!???
    m.

  42. 42

    @Chr: „auch Leuten wie dir…“ schon eine seltsame Formulierung. Aber egal. Ich weiß gar nicht, wo jetzt viele das Problem haben. Vielleicht liegt es am Thema, aber letztlich es es nichts anderes als gäbe es eine Erklärung, in der stünde: DAS GRAS IST GRÜN. Dann sagt die Union: Oh, die LINKE hat da unterschrieben, dann bringen wir lieber mal selbst eine Erklärung raus, in der steht: DAS GRAS IST GRÜN. Und jetzt sind sich alle Parteien im Bundestag einig: DAS GRAS IST GRÜN.

    Das ist Konsens.

    Hier tun ja viele so, als würde die Union zum Antisemitismus aufrufen. Ich rate zur Entspannung. Mein Gott, das ist Kasperltheater. Dann unterschreibt die Union eben nichts, was die LINKE unterschreibt. Also deshalb wird es nicht mehr, aber auch nicht weniger antisemitische Straftaten geben. Die haben andere Ursachen und darum sollte man sich kümmern, anstatt sich um solche Kindereien zu kümmern. Das ist das falsche Schlachfeld.

    Und übrigens: Wo ist eigentlich der Aufschrei der Bevölkerung? Breites Schweigen im Walde. Wenn es ein Problem gibt, dann dieses Schweigen. Wo sind die Demos vor der CDU-Zentrale? Vielleicht ist der Grund für diese Ruhe auch die Einsicht, daß das alles höchstens albern, aber nicht dramatisch ist.

  43. 43

    @Jan(TM): Du hast vollkommen recht. Die SED-Diktatur hat die Menschen im Osten für gesellschaftliche Werte verdorben – und das für einige Generationen noch, fürchte ich. Perönliches Beispiel: Meine Tante verteidigt heute noch indirekt den Schießbefehl, obwohl ihr Bruder drei Jahre im Knast saß wegen versuchter Republikflucht. Zitat: „Man wußte ja, daß die schießen, also selbst Schuld“. Und fragst du die meisten im Osten, was sie von der gewonnenen Meinungsfreiheit halten, dann bekommst du nicht selten Antworten wie: „Davon kann ich mir auch nichts kaufen!“ So denken viele. Kleiner Exkurs, sorry.

    Es gibt weit mehr durchgeknallte „Ossis“, die die LINKE nicht als Nachfolgepartei des SED sehen. Viele „Wessis“ (wie die meisten Unions-Mitglieder und Unions-Wähler, aber auch FDPler, SPDler…) haben eine tiefe Abneigung gegen diese Partei. Zurecht!

  44. 44

    die linke ist die spd die die spd eigentlich sein sollte?! :D

    ich kann menschen die mit die linke symphatisieren einfach nicht ernstnehmen. sorry – geht nicht.

    man sehe sich nur mal den gottserbärmlich lächerlichen präsidentschaftskandidaten an. ich glaub wenn echte scheiße aus seinem mund quillen würde hätten wenigstens die fliegen was davon. aber so sind die einen nur belustigt und die schwachen gehen wählen.

    @Frédéric Valin: ja genau! das wahlprogramm der csu und der linken ähneln sich wirklich sehr!! oder ist in euren augen die möglichkeit auf eine wandlung der einstellung kein pfifferling zu geben? sind die ehemaligen sedler und jetzt csuler immernoch linke schweine? demnach hat es überhaupt keinen sinn überhaupt politische diskussionen zu führen! sedler bleiben ja doch sedler und nazis nazis usw.

  45. 45
    Frédéric Valin

    @thomas maier: Hui, wie hast Du denn so viele Ausrufe- und Fragezeichen in Dein Posting bekommen? Klemmt die Punkt-Taste?

  46. 46

    Tja, Mist, 44 hat uns erwischt. Beim Eintritt in die CSU – und nur bei dem – aendert sich bekanntlich in der Tat das komplette politische Weltbild der eintretenden Person vollstaendig. Damit bricht die ganze linke Argumentation von den Blockfloeten in den Parteien zusammen. Verdammt.

  47. 47
    Windscheid

    @Frédéric Valin:
    Ach komm, Linke und Selbstkritik. Meinst Du nicht, Dich da ein wenig weit aus dem Fenster zu lehnen ?
    Der Marxismus ist tatsächlich eine Art Heilslehre und jene beanspruchen für sich gewöhnlich, die Lösung der größten Probleme zu beinhalten und vor allem, das Ende der Geschichte einzuleiten.

    Selbstkritik kann es da garnicht geben, es widerspräche dem ganzen Konzept einer finalen Weltgestaltung, der letzten Offenbarung.
    Ich will jetzt nicht mit dem leidigen Thema Islam anfangen und nur kurz darauf hinweisen, dass dies auch eine Parallele ist zwischen beiden.
    Ich subsumiere es unter dem Begriff „totalitär“.

    Rechtsextreme Vergangenheit der Konservativen ? Ich bezweifle dies, wenn es in Richtung NS geht.
    Der völkisch-biologistische Sozialismus der Nazis steht klar im Widerspruch zur bürgerlich-christlich-konservativ-liberalen Geisteshaltung.
    Kannst Du näheres anführen ?

  48. 48
    Frédéric Valin

    @Windscheid: Klar: für die geschichtliche Aufarbeitung in Europa seit 45 waren die Konservativen verantwortlich. Des Begriffs des Totalitären haben sich ja auch die ganzen konservativen Theoretiker angenommen, wie zum Beispiel Arendt. Und die Nazi-Vergangenheit haben auch konservative Burschenschaften aufgerollt, darunter konservative Künstler wie die Gruppe 47.

    Der völkisch-biologistische Sozialismus der Nazis steht klar im Widerspruch zur bürgerlich-christlich-konservativ-liberalen Geisteshaltung.

    Du unterschätzt den Opportunismus. Ich werde das nicht näher ausführen, verweise aber auf die Wahlergebnisse vom Januar 1933, auf die Arbeiten Haffners (Von Bismarck zu Hitler könnte aufschlussreich sein) und auf Broszat. Die bürgerlich-liberale Schicht war bestimmt nicht Motor im NS-Staat gewesen, hat sich aber in der Breite erstaunlich gut arrangiert.

  49. 49
    moses

    @Andreas Avantgarde: Ich hab mal nachgeschaut; ich glaub, ich hab noch Werte. Alles im grünen Bereich, oder war es rot?
    (p.s.: Ich nehme „Einigkeit und Recht und Freiheit“, bzw. „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!“ – ich wollte auch mal so ein expressives Ausrufezeichen verwenden – richtig ernst.)

    @Korrupt: Drollig! Wird man dann auch auf dem rechten Auge blind?

    @Windscheid: Das mit dem Ende der Geschichte war Hegel; das ist dann auch mehr in die Richtung Idealismus, Marx schlägt ja bekanntlich eher nach dem Materialismus – und der sehnt ja nur das Ende der materiellen Not herbei; denken darfst du trotzdem…(die Frage ist nur, ob du es auch machst)
    Und nebenbei; das Unverständnis der NS- oder SED-Ideologie hat keine Bürgerlichen (ich assoziiere hier mal nicht das Reihenhaus mit Doppelgarage, sondern den ängstlichen Besitzstandswahrer) davon abgehalten ihre eigenen Vorurteile und Befindlichkeiten, Ziele und Interessen hineinzuinterpretieren oder zu adaptieren.

  50. 50
    Windscheid

    Darf ich auf die vielen „Konvertiten“ hinweisen, die als es losging, von der KPD überwechselten ? Von einem Wahn in den nächsten ?

    Und ja, ich finde der linke Beitrag wird in dem Sinne überschätzt, dass ihr euch quasi als die einzigen Akteure darstellt, aber zickig werdet, wenn es um mögliche Sympathien für und Verwicklungen in rote Diktaturen und Bestialitäten geht.

    Selbstkritik kann ich nicht feststellen, ich sehe immer noch überzeugte Maoisten rumposaunen und sich dabei unglaublich lässig fühlen, ungeachtet der Tatsache, was für ein schrecklicher Diktator das war und wie viel Leid sein mörderischer Wahn über die Menschen gebracht hat. Das ist pervers.
    Wie war das noch mit der eigenen Nase ?

  51. 51
    Frédéric Valin

    Darf ich auf die vielen „Konvertiten“ hinweisen, die als es losging, von der KPD überwechselten ? Von einem Wahn in den nächsten ?

    Was hat das mit denn mit der NS-Vergangenheit der bürgerlichen Klasse zu tun?

    Und ja, ich finde der linke Beitrag wird in dem Sinne überschätzt, dass ihr euch quasi als die einzigen Akteure darstellt, aber zickig werdet, wenn es um mögliche Sympathien für und Verwicklungen in rote Diktaturen und Bestialitäten geht.

    Ich hab da ganz genau gar nichts zu beigetragen, aber gut. Nenn mir Gegenbeispiele, was die Aufklärung anbelangt. Haffner zählt nicht, den hatte ich schon. Fest würde zählen, den hatte ich jetzt aber auch. Bin mal gespannt, was Dir noch so einfällt.

  52. 52
    Windscheid

    @Frédéric Valin:
    Du schreibst so waberig, die „bürgerliche Klasse“ hätte sich im NS-Staat so gut arrangiert, ich liefere das Gegenbeispiel der roten Schergen, die flugs zu braunen wurden. Arrangiert haben sich alle.

    Auf welcher Seite würdest Du die Gruppe um Stauffenberg und Trescko einordnen ?
    Den Kreisauer Kreis ?

  53. 53
    Frédéric Valin

    @Windscheid: Das war kein Gegenbeispiel. Das war ein „aber der hat auch Äpfel geklaut“ eines Kindergartenkindes, das beim Äpfelklauen erwischt worden ist. Das nennt sich Schuldumkehrung: Entlastung durch Fremdbelastung.

    Das „von“ im Namensteil Stauffenbergs gibt Aufschluss über Deine Frage. Die Titel in den Namen der Mitverschwörer auch. Wenn man ganz scharf nachdenkt.

    Herrje. Feierabend hier. Lies doch erst Mal ein bisschen was zum Thema. Egal was, Hauptsache es reimt sich nicht auf Islam.

  54. 54
    Windscheid

    Danke, ein „ich hab kein Bock mehr, du bist doof“ hätte gelangt !
    Weil Stauffenberg adliger Herkunft war, war er also nicht konservativ (was „bürgerlich“ ja assoziiert).
    Hättest Dich auch ein wenig eleganter aus der Affäre ziehen können Herr Vulgärmarxist :-p

  55. 55
    moses

    @Windscheid: Stauffenberg gehörte bekanntlich zum Geheimen Deutschland, und wenn man die im Nachhinein auch als harmlos abschreiben kann, den meisten lag ein ungesundes Überlegenheitsgefühl wahlweise aus der Rolle vermeintlicher Lichtbringer der Aufklärung/Erleuchtung (für die bestand da kein Unterschied mehr) oder einer Rasse von Übermenschen größeren – vor allem geschmacklich-ästhetischen – Werts zu Grunde. Er war national-konservativ und viele des Verschwörerkreises auch in Zügen antidemokratisch (ja, man konnte sich ziemlich schwer vorstellen, dass wirklich jeder für sich am besten entscheiden könnte). Sein Aufbegehren war, und ist für die heutigen Streitkräfte sowie Zivilgesellschaft, von großer Bedeutung – an der Ambivalenz des Charakters ändert das nichts.
    Auch wenn ich mir nicht anmaße einen Schlussstrich unter die dankenswerter Weise ausufernde Debatte zu ziehen, illustriert der spätere Verlauf doch beiderseitig die jeweilige Konnotation eines allgemeinen Demokratieverständnisses. Dass rechts, wie links des Konsens darum gestritten wird, ist mir persönlich nur Balsam.

    Ich war mal Mediator auf dem Pausenhof ;)

  56. 56

    @moses: Hatte auch nicht gesagt, daß doppelt besser hält. In diesem Fall kommt am Ende nur dasselbe raus, wenn zwei das gleiche tun.

    Finde es sehr putzig, wie sich die Diskussion hier entwickelt hat.

    Seit ein paar Tagen frage ich mich, wie man diese Sache in Amerika sehen würde. Ist ja grad modern diese Frage. Aber nachdem wir nun die Linkspartei, die Union, die DDR, den Osten, Westen und was nicht noch alles auseinandergenommen haben, möchte ich nicht noch das transatlantische Fass aufmachen. Vielleicht sind aber ja doch die Amis schuld, die uns die Demokratie gebracht haben und wir Dummchen haben sie nicht verstanden;)

  57. 57
  58. 58

    das schönste ist doch immernoch die self-fulfilling prophecy: man kann die uhr danach stellen, wann diese selbstgerechten flöten auf broder verlinken.

  59. 59

    @nilz: Ich erlaube mir nur, selbst zu denken und eben nicht alles nachzuflöten. Ja, das habe ich mit Broder gemeinsam. Habe ich eigentlich zu diesem Link eine Wertung abgegeben? Nein? Mmh. Dann war dieser Kommentar vor dir eben wohl eher ein Reflex. Wir wohl der gleiche Reflex sein, der viele hier zu dieser oder jener Meinungsäußerung treibt. Übrigens: Wieder keine Wertung. Und warum? Weil meinetwegen jeder meinen kann, was er will und ich niemandem seine Meinung verbieten will. Vorausgesetzt es ist keine Nazischeiße oder dergleichen.
    Ich meine frei, zensiere aber nicht. Das unterscheidet uns, glaube ich.

  60. 60

    @Windscheid: war etwas anderes zu erwarten? haben die mods keine gegenantwort aufgrund von entlarvung parat, versuchen sie, so plump es geht, der unterhaltung ein ende zu bereiten.

  61. 61
    moses

    @thomas maier: siehe unten

    @Andreas Avantgarde: siehe unten

    @Windscheid: siehe unten

    *räusper, räusper*… Völker hört die Signale/ Auf zum letzten Gefecht/ Die Internationale erkämpft das Menschenrecht…
    ;)

  62. 62
    Windscheid

    Alte Schule eben.
    Die klassische linke Intoleranz äußert sich heutzutage v.a. in selbstgerechter Polemik. Immer mit der unterschwelligen Botschaft: „Wir sind die Guten, wir haben das Recht dazu! (sinngemäß): Die letzte Offenbarung wurde uns zuteil.
    Und Höflichkeit ist eh reaktionär.

    @moses
    Hegel war vor allem der mit dem „Weltgeist“.
    Marx war Neu-Hegelianer. Seine Lehre war dass zu allen Zeiten Klassen gegeneinander kämpften. 1789 wurde dann die feudale Klasse vom Sockel gestoßen. Seiner Meinug war es nun Zeit, der „Bourgeoisie“ ein gleiches zu bescheren.
    Dann würde das Ende der Geschichte eintreffen und die vollkommene Glückseligkeit, das Reich Gottes sozusagen, im übertragenen Sinn.
    So wird es jedenfalls von den üblichen Vulgärmarxisten gesehen.

    Wer meint, die endgültige Wahrheit in den Händen zu halten, ist eben nicht unbedingt für Toleranz und Selbstkritik bekannt

  63. 63
    Frédéric Valin

    Zu Broder hat Spam alles gesagt, was es zu sagen gibt:
    http://www.spiegel.de/spam/0,1518,585391,00.html

    Und was das hier anbelangt @thomas maier: wirds mir so langsam einfach zu blöde, bei jedem beliebigen Thema über links und rechts zu deabttieren mit Leuten, die noch nicht mal die Standardwerke kennen, deren Werte sie sich auf die Fahnen schreiben. Drehkreisel zu spielen ist mir immer bloß bedingt sympathisch.

  64. 64

    thema spd und sed: http://www.focus.de/politik/deutschland/spd_aid_87995.html
    nicht dass jemand noch denkt die spd würde keine sedler beheimaten :)

  65. 65
    Ron

    Die CDU hat den gesellschaftlichen Konsens wohl kaum untergraben bzw. den Versuch dazu unternommen. Sie hat nämlich just eine mehr oder minder gleichlautende Erklärung abgegeben, an der nur die CDU, DIE LINKE jedoch nicht mitgearbeitet hat. Das Ganze war parteipolitische Taktiererei die mal kräftig nach hinten losgegeangen ist. Aber in der Beziehung hat sich keine Partei mit Ruhm bekleckert, diese Erklärungen sind nichts anderes als PR-Gags. Und antisemitische Kommentare sind mir persönlich bisher aus allen Richtungen des politischen Spektrums entgegengeflogen, da sollte Einige mal die Füsse stillhalten…

  66. 66
    Zion

    lieber fredi,
    was nuetzen solche lippenbekenntnisse?
    und was nuetzen solche lippenbekenntnisse, wenn sie gemeinsam mit einer partei geaeussert werden, die in ihren reihen antisemitismus duldet?

  67. 67
    Frédéric Valin

    @Zion: Dann dürfte die CDU an solchen Erklärungen auch nicht mitarbeiten. Und in der Hinsicht ist sie ja konsequent.

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