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Alle Redakteure von Capital, Impulse und Börse Online werden entlassen

Das Journalistensterben geht weiter. Gruner+Jahr entlässt alle Redakteure von Capital, Impulse und Börse Online. Die Entlassenen können sich dann auf neue Stellen bei der noch zu schaffenden G+J Redaktion Wirtschaft bewerben.

Insgesamt wird die neue GmbH einen Personalbedarf von 250 vollen Stellen haben. Somit werden nach Abschluss der Umstrukturierungen bei den Wirtschaftsmedien im Hause G+J rund 60 Sellen gestrichen.

Die Qualität wird selbstverständlich erhalten bleiben, die Eigenständigkeit ebenso und wie ich soeben gehört habe, wird der Osterhase gerade umgeschult, weil Weihnachten superflauschiger Schnee liegen wird und der Weihnachtsmann die ganzen High-Quality-Geschenke (mehr als je zuvor!) gar nicht alleine bewältigen kann.

27 Kommentare

  1. 01
    Phil

    Es stimmt also wirklich…Nachdem eintrag über die SZ war ich noch ein wenig ungläubig aber anscheinend häufen sich ja die Fälle! Traurig

  2. 02

    Und wie viele Menschen sitzen jetzt wie ich vor ihren Laptops und ärgern sich, dass sie nichts anständiges gelernt haben — zum Beispiel Schreiner oder Bestatter …

  3. 03

    Im einen Moment über die Welt der Hochfinanz berichten und im nächsten arbeitslos sein: welch Ironie!

  4. 04

    Zur Ergänzung schadet ein Blick in eine aktuelle Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung nicht. Hinter dem sperrigen Titel „Journalistenschueler – Rollenselbstverstaendnis, Arbeitsbedingungen und soziale Herkunft“ – von Dr. Peter Ziegler – stecken einige interessante Details zum Rollenbild, wie sich die zukünftigen Elite-Journalisten selbst sehen. Link zum PDF beim FES.

    Sicher nicht neu ist die Erkenntnis, daß der selbstauferlegte Zwang zur Mainstreamberichterstattung für Journalisten wächst, solange der wirtschaftliche Betrieb den traditionellen Medien weiter wegrutscht.

    Die Umfrageergebnisse der Journalistenschüler über ihr Selbstbild sind gut aufbereitet, von einem kundigen Autor zusammengestellt.

  5. 05
    moses

    @Lukas: Mein Traum: Friedhofsgärtner. Den ganzen Tag im Grünen, ein paar Wege harken, die Hecken gießen und hinter sich abschließen. Ruhige Kundschaft, volle Auftragsbücher, anregende Umgebung (keine Nekrophilie wohlgemerkt, an alle Perversen da draußen. mehr so was mit Geschichte und Sandkorn im Universum…). – Ein Traum!

  6. 06
    Jan(TM)

    Tragisch, was werden die ganzen Mietmäuler nun machen?

  7. 07
    corax

    @moses: Friedhofgärtner wurden alle entlassen. Ein paar Wege harken können auch 1-Euro-Jobber, dachten sich die klammen Kommunen.

  8. 08
    moses

    @corax: Neeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin! Ein Traum zerbricht.

  9. 09

    Nachdem ich gerade das Wort Emotainment gelernt habe, möchte ich auch gerne was anderes werden

  10. 10
    henker

    @moses: ich hab mal gehört da sind immer lehrstellen frei, weil das keiner machen will.
    http://www.grabpflege.de/

  11. 11

    In Vorpommern werden noch Arbeitslose gesucht, die dort als Arbeitslose die Statistik bereichern. Jetzt bewerben!

  12. 12
    Andreas

    Wir halten fest:

    – Bei 60 Mitarbeitern weniger werden so ca. 3 Millionen an Gehältern gespart.
    – Bei 60 Mitarbeitern weniger werden dann vielleicht nochmal 5 Millionen an Unkosten, die diese Mitarbeiter durch Reisen, Böros, Spesen etc, verurschten. (das is recht hoch gerechnet, just in case…)
    – Gesamtersparnis, hochgeschätzt: 8 Millionen? Meinetwegen auch das Doppelte, denn…

    – Gewinn im letzten Jahr: über 116 Millionen.

    Verlust durch sinkende Qualitöt und Ansehen der Magazine: unbezahlbar.

    Wow. Grandiose Leistung, wertes G+J-Management.

  13. 13
    Tim

    Sich als Münchener in Hamburg bewerben zu müssen, ist der Gipfel der Demütigung.

  14. 14
    corax

    @Tim: Das mit Hamburg hat mich auch gewundert. Allerdings weil ich mir dachte, was soll ne gebündelte Wirtschaftsredaktion ausgerechnet in Hamburg statt Berlin (Politik) oder Frankfurt/Main (zentral, Börse, Banken)?
    Wahrscheinlich sind die Miete da 20 Cent und der Strom 2 Cent billiger.

  15. 15
    Tim

    Vielleicht wird in Hamburg bei G+J in Hamburg noch mehr Büroraum bis zum Frühjahr frei,

  16. 16

    Andreas, du gehst doch nicht wirklich davon aus, dass die 250 „neuen „Jobs die gleichen Gehaleter bieten werden wie die alten? Die Einsparungen liegen hier nicht in den Entlassungen, sondern in billigeren Vertraegen fuer die komplette Belegschaft.

  17. 17
    Andreas

    Janke: Ach, stimmt. Ich vergaß…

    P.S. Es heisst natürlich „Büros“ und „verursachen“ – ich bin mein eigener Rechtschreibnazi! ;)

  18. 18
    Andreas

    Und es geht weiter, weil’s son Spaß macht…

    Zitat kress-report:
    „G+J stellt „Park Avenue“ ein
    G+J macht ernst mit der angekündigten „Portfoliobereinigung“: Am Mittwochabend verkündete der Verlag das Aus für „Park Avenue“ in Deutschland. 23 Mitarbeiter müssen gehen. Auch die niederländische „Gala“-Ausgabe und die „Gala“-Russland-Edition „Life & Style“ gehen den Weg alles Irdischen. Bereits am Nachmittag hatte der Verlag die Konzentration der Wirtschaftspresse am Standort Hamburg publik gemacht, der 60 Stellen zum Opfer fallen. Jetzt soll aber Schluss sein mit weiteren Horror-Meldungen: „Mit den beschlossenen Veränderungen sind die angekündigten Portfolio-Maßnahmen bei Gruner + Jahr soweit abgeschlossen“, so Zeitschriftenvorstand Bernd Buchholz in einer Pressemitteilung. „Alle anderen Titel von Gruner + Jahr konnten zeigen, dass sie auch in schwierigem Umfeld eine gute Perspektive haben.“

  19. 19
    moses

    @Andreas: Solange MEINE ZEIT bleibt, kann der bunte Mist ruhig von Bord gehen.
    Und wer brauch in Zeiten des Internetz noch Hochglanzzeitschriften, bitte?

  20. 20

    @Fisherman's Friends: Ne, schlechte Idee, da gibt es jetzt auch schon zu viele arbeitslose Arbeitslose…

  21. 21
    Irreversibel

    @henker:
    Das Einstiegsgehalt für ausgebildete Gärtner liegt zwischen 1000€ (Osten) und 1700€ (Westen) brutto. Könnte daran liegen, dass den Job niemand machen will. Und von wegen lockerer Job unso: Ich habe den Beruf des Gärtners mal gelernt und auch kurz als solcher gearbeitet. Das hatte wenig mit den romantischen Vorstellungen von Strohhüten & entspannten Tagen im Grünen zu tun.

  22. 22
    moses

    @Irreversibel: Was soll man als Akademiker denn dann noch machen? Ich hab nicht mal einen Führerschein – nicht mal Taxifahrer! Oh, Mann; jetzt muss ich noch anfangen Blogs zu schreiben…

  23. 23

    Finde es schade, das es soweit kommen musste. Ich drücke allen entlassenen Kollegen die Daumen, schnellstmöglich etwas geeignetes zu finden, auch wenn es nur zur Überbrückung dient.

  24. 24

    Gibt es schon etwas Neues? Die Webseiten scheint es ja noch immer zu geben.

  25. 25

    Traurige Sache. Wünsche Euch viel Glück

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