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Finanzkrise my ass

Ich habe an dieser Stelle schon oft betont, dass ich kein Wirtschaftsexperte bin. Was irgendwie gut ist, da ich dadurch nie in Versuchung kam, eine Karriere als Wirtschaftsjournalist bei G+J mit nun versautem Weihnachtsfest zu starten. Was aber irgendwie auch schlecht ist, weil die folgenden Zeilen mit Wirtschaft zu tun haben. Und wie wir gelernt haben, soll man ja lieber die Klappe halten, wenn man keine Ahnung hat.

Was ich nicht tue. Denn so langsam geht mir das Geheule der Megakonzerne dann doch zu sehr auf den Keks.

Nach und mit Opel nun also BASF. Dem Unternehmen gehe es schlecht, hörte ich gerade in den Tagesthemen, die Aufträge Ende Oktober seien nicht so umfangreich gewesen, wie man vermutet hätte.

ENDE OKTOBER!!! Hallo?? Wir reden vom weltweit größten Chemie-Konzern! Wie darf ich mir das vorstellen? „Frau Müller, bringen sie mir doch bitte eben mal die November-Aufträge rein! — Huch, auweia! Na sagen sie mal, sind das auch die richtigen Zahlen? Das ist ja viel weniger als letzten Monat! Damit hatte ich nicht gerechnet, das muss ich dem Chef sagen, der soll mal gleich bei der ARD anrufen, eieieieieiei, was machen wir denn da? Frau Müller, sagen sie mal eben in den Werken 1 bis 80 Bescheid, die sollen erstmal aufhören, Chemie zu produzieren, die Leute sollen nach Hause gehen, wir rufen die an, wenn’s wieder besser läuft.“

Wa‘?

Jeder, der bei seiner Bank einen 2.000-Euro-Kredit für die Gründung der in der eigenen Wohnung betriebenen Currywurstbude beantragt, muss in Anwesenheit seiner verstorbenen Mutter einen notariell beglaubigten 5-Jahres-Businessplan vorlegen, den er mit dem Blut seiner Katze unterschrieben hat. Und BAmotherfuckingSF ist überrascht von den Aufträgen von ENDE OKTOBER? Weil wegen die Autos?

Mal ganz abgesehen davon, dass meine Schulmathematik mir fette, rote Striche durch die Rechnung macht, wenn der Konzern 10-15 Prozent seiner Umsätze mit der Automobilindustrie macht und nun wegen der dort herrschenden Krise — nicht: Produktionseinstellung — seine Herstellung um 20 Prozent drosselt (was machen die bei Opel, bauen die jetzt die Sitze der bereits ausgelieferten Wagen wieder aus und schicken sie an BASF zur Entsorgung zurück?):

Die Finanzkrise, meine Herren Prognosenknüller, bedrückt eine Menge ihrer Kunden (zur Erinnerung: Das sind die, die schwachsinnig große und teure Autos kaufen sollen, aber dafür nicht genug Geld haben) bereits seit vielen Jahren. Was u.a. dazu führte, dass Experten (zur Erinnerung: Das sind die, die sich mit langfristigen soziologischen Entwicklungen und ihren Auswirkungen auf die Wirtschaft auseinandersetzen) seit langer Zeit empfehlen, günstige und spritsparende Wagen statt der zehnten 5-Tonnen-Spritschleuder zu entwickeln. Was Ihnen, meine Herren Auskenner, immer völlig am Arsch (zur Erinnerung: Das ist das, was sie jeden Morgen auf ihren Aeron fallen lassen) vorbei ging. Und nun haben sie den Salat, wie wir Currywurstbudenbetreiber so salopp sagen.

Ich müsste mich bei der ganzen Ahnung, die ich nicht habe, doch sehr irren, wenn die beschriebene Krise, wegen der nun Hinz&Kunz zu Mama rennen, nicht einfach nur bedeutet: Wir machen nicht mehr ganz so viel Mega-Gewinne wie bisher. Doch das nennen Experten (zur Erinnerung: Das sind die, die sie im Allgemeinen als „Gegner“ bezeichnen) gerne „natürliche Wachstumsgrenze“. Und zwar seit langer Zeit.

Das Spiel, das ihr spielt, meine Herren Derstaatmussunshelfen, versprach dem Gewinner so viel Gold, wie er fressen kann. Und nun gibt es erste Erstickungsanfälle. Tough shit.

Aber ihr müsst verstehen, dass mir Mitleid schwer fällt. Denn ich wundere mich über eure (ja, eure) INSM, die außer Bullshit-Kommentaren in Springer-Medien aktuell nicht viel zu melden hat (was ist denn jetzt genau mit „Der Staat soll sich aus der Wirtschaft raushalten“?), ich wundere mich darüber, dass ihr so überrascht seid. Ihr, die ihr alles immer im Griff hattet, ihr, die ihr mir den Sozialstaat als nicht tragfähig ausgeredet habt, ihr, die ihr mir private Kapitalanlagen als Vorsorge verkauft habt. Ihr, die ihr nun heulend in der Ecke steht als würdet ihr sagen: War doch alles nur Spaß! Mama, kann ich Geld?

Ich weiß, man soll nicht schreiben, wenn man drei Bier getrunken hat. Und ich weiß, dass eine funktionierende Gesellschaft eine funktionierende Wirtschaft braucht. Doch diese muss Teil der Gemeinschaft sein, kein abgetrenntes Organ, das vorgibt, unabhängig von den anderen Körperteilen agieren zu können. Vielleicht muss man erst richtig auf die Fresse fallen, um das zu verstehen, und obwohl ich den Siemens-Chef Peter Löscher nicht wirklich einschätzen kann, scheint er diese These zu bestätigen. Wenn dem also so ist:

Aufstehen, wieder anfangen, besser machen.
Aber nicht heulen. „In den Arm“ ist erstmal nicht.

71 Kommentare

  1. 01
    moses

    Denkst du, dass dies der Opel- oder BASF-CEO („meine Herren“) lesen werden? Und hast du mal gedacht, was das anrichten würde? – Vollkommen übernächtigt und mit tränenverquollenen Augen müssten die dann wimmernd über unser Schicksal entscheiden.

    Dem …“staaat“… hätte ich angesichts der Lautstärke noch ein viertes A gegönnt.

    (p.s.: Ich hab ja auch keine Ahnung von Geld und Arbeit und so, aber in einer Kreditwirtschaft mit Aktionären braucht man schon zum Überleben steigende Gewinne.)

  2. 02

    @moses: Selbst wenn sie es lesen würden, würden sie nicht verstehen, was ich meine. Zwei Welten.

    Tippfehler bitte ich zu entschuldigen. Ich bin unglaublich müde „¦

  3. 03
    moses

    @Johnny Haeusler: … Und ich bin ein Delfin. Ich brauche nicht zu schlafen, sondern schalte jeweils eine Hirnhälfte ab – gelegentlich auch beide.

  4. 04

    Trifft den Nagel auf den Kopf. Vielleicht kommt die Politik, die ja mit den Herren Großunternehmern spätestens seit Schröder per du war und fröhlich den „Standort Deutschland“ flexibilisiert und dereguliert hat, noch ein bisschen zu wenig ab, aber irgendwo muss man wenn man über solche Dinge sinniert auch auf seinen Blutdruck achten…

  5. 05
    corax

    @Johnny Haeusler: Danke. Weitgehende Zustimmung.

    @moses: In welcher Gehirnhälfte werden eigentlich der Anblick von „geilen Titten“ und in welcher „mögliche Kombinationen“ verarbeitet?

    Schön auch, dass der Herr Rürup jetzt die Privatrenten verkauft die er vorher erfunden hat. Ich bin ja kein Schelm. :)

  6. 06
    moses

    @corax: Ersteres in der linken, das zweite in der rechten. Aber das kommt eh mehr so aus dem Bauch raus; ist ja auch ein Hirn.

  7. 07

    Johnny unter Bier um halb zwei. Hach, schön. :)

  8. 08
    binko

    Super Text.
    Ich bin immer ganz Ratlos bei der Verantwortlichkeit (und was man ändern soll), wer sind „die“ und würde mich in deren Zwängen nicht genau so verhalten etc.

  9. 09

    Full ACK – Solange bei nur genug Arbeitsplätze dran hängen, wird jeder Politiker mit vollen Händen unserer Steuergelder raushauen, um Wählerstimmen zu kaufen. Und dann jammern sie bei der nächsten Wahl wieder, weil die Wahlbeteiligung unter die 5%-Hürde sinkt..

  10. 10
    jochen

    diese wirtschafts- und finanzkrise wird noch oft herhalten muessen wenn erklaert wird warum etwas nicht so laeuft oder warum man unterstuetzung benoetigen wuerde. da es sich um eine weltweite kriese mit betraechtlichem ausmass handelt passt das dann auch irgendwie immer.
    und wenn sich ein konzern einen wettbewerbsvorteil davon verspricht wenn er nur laut genug jammert, dann wird er es machen.
    nur auflagen, die sind natuerlich nicht so toll. ne, die mag man nicht. vielleicht ein/zwei kleine, aber nix mit mitbestimmung oder offenlegung oder so. soooo schlimm ist es ja nun auch wieder nicht und meine managerbonuszahlungen sind schon wichtig.

  11. 11

    Als Gipfel empfand ich es, dann letztens im Handelsblatt (Probeabo) zu lesen, dass Adolf Merckle (Gründer von Ratiopharm etc, mehrere Milliarden schwer) sich mit der VW-Aktie an der Börse verzockt hat.

    Und weil er ein richtiger Wirtschaftslenker ist, macht der das Natürliche, und bittet das Land um eine Bürgschaft für sein verzocktes Geld, damit er seinen geliebten Konzern nicht verkaufen muss.

    Wie bitte? Und das schlimmste ist: Oettinger & Co scheinen da auch noch drüber nach zu denken. D.h. wenn sehr reiche Leute sich verspekulieren, dann nimmt der Staat Steuergeld in die Hand, um die zu retten? Was hat denn das noch mit Gemeinwohl zu tun?

  12. 12

    Nicht in den Arm? Schluchz!

  13. 13

    Völlig emotionsgeladen würde ich sagen, nehmt 16 Milliarden aus dem Steuertopf, gebt, jedem deutschen Staatsbürger 200€ und die Krise ist gegessen.

    Aber ich fürchte, so einfach ist das nicht. Die Wirtschaft lebt vom Wachstum. Wenn es das nicht mehr gibt, investiert auch niemand mehr. Es gibt dann auch keinen Fortschritt mehr. Ich glaube, da hängt noch ganz viel Psychologie mit dran. Darum ist das alles auch so kompliziert und nicht so einfach wie man manchmal gern hätte.

  14. 14
    Chris

    Nun ja. Ich befürchte, die Situation, die Du unter Zuhilfenahme von Frau Müller beschreibst, ist nicht so. Sie ist noch viel viel erbärmlicher. Frau Müller ist heute ein Stab von ca. 5-25 Uni-Absolventen, die dafür da sind, am Monats-, Quartals- und Jahresanfang und -ende die Zahlen zusammenzusuchen, die Frau Müller früher in der Schublade hatte. Sie tun das mit Hilfe von Software, z.B. einer von SAP, die nichts kann, aber viel kostet. Da die 5-25 Uni-Absolventen auch nicht wissen, wie sie an die Zahlen über die Aufträge kommen sollen, rufen sie bei SAP an; die schicken dann 1-5 „Consultants“ (so heisst bei SAP jeder, der einen Rechner anschalten kann), und die schauen, wo sie die Zahlen herbekommen. Die „Consultants“ können auch nichts, kosten aber viel (gerade dürfen aber die „Consultants“ auch nicht mehr zu BASF, den SAP hat wegen der Finanzkrise einen Reisestopp verhängt). Kurz vor Vorstandsmeeting rufen dann die 5-25 Uni-Absolventen überall auf der BASF-Welt an und bekommen Excel-Listen und Faxe mit eventuellen Aufträgen geschickt. Ich könnte noch Stunden weiterschreiben, aber ich glaube, der Punkt ist gemacht.

    Natürlich versuchen jetzt alle, aus der gegenwärtigen Situation Kapital zuschlagen. Z.B. werden jetzt Arbeitszeitkonten leergeräumt. Ganz schlimm auch: MIt Hilfe von Straßenbau und Bürgschaften für die Automobil-Industrie Politik zu machen. Diese Pferde sind so tot, dass die Politik der 80er schon ihre Knochen eingesammelt hat. Was habe ich letzten gelesen? In Deutschalnd gibt es ca. 1200 Elektroautos. Eintausenzweihundert. Hahahaha….

  15. 15

    Wär jetzt nicht ein guter Moment den „Restrukturierungsverlierern“ von G&J ein gratis Blog anzubieten?

  16. 16
  17. 17

    @Florian Schroiff: Absolut nicht. Es wäre jetzt ein guter Moment, dass die „Restrukturierungsverlierer“ lernen, dass sie ganz allein ein Blog einrichten können, weil es nämlich ganz leicht ist.

  18. 18

    .

    Wenn Unternehmen glauben, sie müssten ihre Angestellten lohntechnisch ausbluten und nicht um diese eine Ecke denken wollen, nämlich der «wer soll meinen Kram, den ich verkaufen will, eigentlich kaufen, wenn ich mit dafür sorge, dass immer weniger Geld haben?», dann ist der Boomerang. Natürlich nicht vorhersehbar. (Mich begleitet das upcoming-Finankrisengerede seit ca. drei Jahren (gefühlt seit 2001), ja, ich stehe auch gerade sehr verwundert wie die Kuh vor dem neuen Tor. Wer hätte DAS, was gerade passiert, gedacht?) ,-)

    Wie praktisch, dass nun ganze Regierungen diesen sträflich selbstproduzierten Bilanzengau auch noch mitfinanzieren. Für mich ist diese Finanzkriese ein einziger Fake, aber ungemein praktisch um mal wieder ein paar Leute legitmiert in den Wind schießen zu können «weil’s gerade alle tun müssen» und um sich ein bisschen sehr günstig von außen unter die Arme greifen zu lassen. Die klugen Unternehmen halten jetzt gleich die Hand auf und versuchen bloß nicht mit samrten Mangement sich alleine durch die «Krise» zu bewegen. Für die wird nämlich am Ende nichts mehr da sein. Also lieber jetzt mitnehmen, was mitzunehmen ist — den Überschuss steckt man eben in die Imagekampagne.

    Dafür verspricht man, die kommenden zwölf Monate ein paar Leute weniger in den Wind zu schießen. Etwaige spätere Nokia-ähnliche-Klagen finanziert man dann aus der Portozinsenkasse. Das Ruhrgebiet kann da Lieder mit ganzen Strophen von singen.

    @Chris:
    Straßenbau? Den können sich ja einige Kommunen zum Glück längst nicht mehr leisten. Berlin beispielsweise könnte man für Opel im Grunde schon mal dicht machen, dann wird ein logischer Schuh draus. ,-)

  19. 19

    Ich finde es ja ziemlich gewagt ein so strikt zu behaupten das alles nur geheule sei. Ja natürlich die Wirtschaft und der Staat hat schon seit längere zeit geträumt und in Ihrer eigenen Welt gelebt und jetzt haben sie ein dickes Problem… nur merkt ihr was das wir davon was haben? sinken die Preise oder steigen die Gehälter? Nein! so schnell können sie ja dann doch nicht reagieren, nehmen lieber unsere Steuergelder als Notlösung. Aber das dass nur alles schlimmer macht wollen die alle nicht wahr haben, leider.
    Naja wenigstens ist der Benzinpreis dadurch gesunken *leichtes juhu*

  20. 20

    Wun-der-schön! Ich trinke demnächst auch drei Bier, bevor ich mich vor die Tastatur setze.

  21. 21
    rattenjunge

    schön geschrieben, was sich derzeit viele menschlein beim morgendlichen betrachten des jeweiligen lieblings-nachrichten-mediums denken.

    und sogar das böse w-wort (das ist das mit dem „wachstum“ und der „grenze“) hat man in den mund genommen. toll!

  22. 22
    Daniel

    Cooler Artikel! „Wir sind Bild“, die x-te..
    Leute die keine Ahnung haben, sollten nicht die Klappe halten – sonst würd‘ man die andere Sichtweise nie kennen lernen :)

    Du hast aber in einigen Punkten Recht – der BASF-Vorstand würde deinen Artikel nicht verstehen, vermutlich erhebst du auch nicht den Anspruch darauf, etwas wirklich sinnvolles zu fabrizieren – aber für 2 Seiten Ranting schon ganz gut ^^
    Warum sollte BASF schlechte(!) Zahlen für Ende Oktober schon vor dem Oktober veröffentlichen? Es wäre Spekulation und hätte wenig Wert.
    „Frau Müller, lassen Sie uns mal 80 Werke stilllegen (und die restlichen 100 drosseln)“ ist wohl ein Entscheidungsprozess, der erst im Anschluss an die Kalkulation noch einige Zeit brauch, bevor er zu ARD kommt. Aus den paar selbst verfassten, nach außen gerichteten Pressemitteilungen sollte man sich kein Bild über die Vorgänge im Unternehmen machen. Ob BASF gut organisiert ist, oder nicht, wissen wohl bestenfalls die BASF-Mitarbeiter. Wobei der langjährige Erfolg für ersteres spricht.
    Den „5-Jahres-Businessplan“ (langfristige strategische Planung?) der verstorbenen Mutter hat wohl auch BASF. Aber wann ist die große Panik „Finanzkrise“ den ausgebrochen? Dass die aktuelle Bankenpleiten seit einigen Jahren objektiv absehbar sind, ist leider nicht allein ausschlaggebend für das Investitionsverhalten der Kunden. Die „Stimmung“ (siehe Ifo-Index) trägt momentan eine viel wichtigere Rolle. Europäische Banken leihen sich aus einer subjektiven Panik heraus kein Geld mehr, dadurch wurden die großen staatlichen Bürgschaften notwendig. Große Unternehmen sind zwar von ähnlich hohen Ausleihungen abhängig, haben aber gegenüber den Banken den zusätzlichen Nachteil, die EZB nicht anrufen zu können. Hier tut sich eine wichtige Rechtfertigung für staatliche Bürgschaften gegenüber Großunternehmen auf.
    „Wir machen nicht mehr ganz so viel Mega-Gewinne wie bisher.“ Siehst du darin etwa kein Problem? Sinkende Gewinne, wenn sie auf sinkenden Absatz zurückzuführen sind, bedeuten auch, dass die verkäufliche Kapazität sinkt. Wenn weniger verkauft wird, wird auch weniger Produziert. Sinkt die Produktionskapazität sinkt auch der Bedarf an Arbeitskapazität – was sich in irgendeiner Form nachteilig auf die Arbeitnehmer auswirken wird.

    „žnatürliche Wachstumsgrenze“ Kannst du dafür mal Quellen angeben, oder mailen? Mich würde sehr interessieren, ob es Indikatoren für diese Grenze gibt, und ob diese heute zutreffen würden. Die aktuellen Probleme stammen, soweit ich weiß, ursprünglich von der Seite der Kapitalgeber, nicht der Kapitalnehmer.

    „žDer Staat soll sich aus der Wirtschaft raushalten“ Hier gibt es verschiedene Sichtweisen, die man wohl nicht auf alle übertragen sollte! (Vorurteile? Klischees?) Man kann wohl getrost sagen, dass der Staat einen Rahmen der Wirtschaftsentwicklung gestalten muss, und in diese selbst, nach Meinung einiger, nicht weiter eingreifen darf. Momentan führen aber Probleme des Angel-sächsichen Finanzwesens zu einer irrationalen Panik auf dem Europäischen Finanzmarkt, der für europäische Unternehmen zunehmend zur Belastung wird. Gibt der Staat Bürgschaften, schafft er zusätzliches Vertrauen der Banken zu gewinnen – und diese zu ihren eigentlichen Aufgaben zu bringen. Er mischt sich dadurch nicht in dem Sinne ein, dass er einzelnen Unternehmen, oder Branchen explizite Steuervorteile gewährt.

    Den letzten zwei Absätzen stimme ich aber voll und ganz zu

  23. 23

    Spricht mir aus der Seele.
    Und dann kommt noch einer daher, der eine gute Idee hat, was man mit Opel sinnvolles anstellen könnte und wird abgewatscht.
    Und selbst wenn diese ganze Solarworld-Geschichte nur ein PR Gag war: Wenn nicht jetzt umdenken und die Krise als Chance nutzen – wann dann???

  24. 24
    heribert özkan

    Guter Artikel. Mir geht der Mist auch auf den Sack, man sagt ja jammern gehört zum Geschäft, aber wie offensichtlich die Herren aus der „Wirtschaftselite“ uns da verarschen das geht mir auchmal sowas von auf den Sack, meine Herren!

  25. 25

    ich finde es müsste allgemein noch viel viel mehr bier getrunken werden!

  26. 26

    Das ist die richtige Einstellung. Prost!

  27. 27
    beggar

    Mein Tipp: Den Managern zum Nikolaus ein Buch in den Stiefel stecken. Friedrich Merz hat da gerade einen hochaktuellen Titel. Vielleicht reflektiert jeder dieser Top-Manager dann an über die plötzlich auch für ihn geltende Doktrin, die „Schütze Arsch“ schon seit Jahren über sich ergehen lassen muss. Lesen bildet!

    #

  28. 28

    Mehr Posts nach drei Bier, Johnny. Bitte.

  29. 29
    Chris

    @Daniel: „Er mischt sich dadurch nicht in dem Sinne ein, dass er einzelnen Unternehmen, oder Branchen explizite Steuervorteile gewährt.“ Das ist aber m.E. im Fall der Automobilbranche schon geplant, oder (KFZ-Steuer)?

    @ Herr Olsen: Ich habe mich allerdings schon gefragt, was SOLARWORLD wohl meint, mit „grüner Automobilmarke“? Hanfsitze? ok,…das Thema ist vielleicht zu Ernst für Sarkasmus.

  30. 30

    „Papi, was sind das für komische Gebäude?“
    „Das waren mal Schulen. Bevor der Staat sie verkaufen musste, damals 2009 bei der großen Krise…“

  31. 31
    HCL

    „žIn den Arm“ ist erstmal nicht.

    :D
    und Taschengeld kürzen und Fernsehverbot! Aber hallo!

  32. 32
    damone

    Du solltest öfter 3 Bier trinken vorm Schreiben.

  33. 33
    Maltefan

    @Martin Probst: I beg to differ. Der hat sich vermutlich nicht mit seinem Privatvermögen verzockt, sondern in seiner Eigenschaft als Vorstandvorsitzender mit dem Geld der Firma. Und wenn die dann verkauft werden muss, dann kann das für das Gemeinwohl durchaus schlecht sein. Wir haben es in der Vergangenheit doch schon erlebt, dass im Grunde gesunde Firmen (z.B Grohe) an irgendwelche Venture-Kapitalisten „verkauft“ wurden, die 100% des Kapitals aufgenommen und dann als Schulden in die Bilanz geschrieben haben, sich anschliessend aus Firmengeld noch einen Bonus bewilligt haben und den Laden dann zerschlagen und die Einzelteile weiterverscheuert haben.

    Klar ist das Scheisse wenn so verantwortungslos mit Firmenkapital umgegangen wird, aber so wie Du das darstellst („wenn ein sehr reicher Mann sich verzockt, hilft der Staat“) ist es nun auch wieder nicht.

    Zum Thema BASF und Auftragseingang: Halte ich nicht für so abwegig wie Johnny. Klar haben die einen Forecast, aber wenn die tatsächlichen Aufträge halt nicht kommen oder storniert werden, dann dann stimmt der halt nicht mehr mit der Realität überein.

  34. 34
    soralis

    Die Gier des entfesselten Kapitalismus ist halt auch noch im Niedergang vorwiegend eines: Gier. Den Staat hat man sich, auch unter der Zuhilfenahme von Myriaden von Lobbyisten in Berlin und Brüssel, zum willfährigen Erfüllungsgehilfen domestiziert.

    „Zu Gabriels Wahlkreis gehört seit einem Jahr auch Wolfsburg. Aus Kreisen des VDA ist zu hören, dass »Gabriel sehr, sehr kooperativ« sei. “ (Quelle Zeit: Autolobby, so besorgt man sich in Brüssel Subventionen)

    Die Machtfrage ist klar, lässt sich medial problemlos inszenieren, bereits dem Genossen der Bosse genügten: BIld, Bams und Glotze, der Revolution fehlt das Subjekt und im Zweifelsfalle die Bahnsteigkarte.

    Der Letzte macht das Licht aus und die Tür zu!

  35. 35
    haake

    Schöner Text.

    @Chris (14): jetzt habe ich Angst, in meiner Firma wird gerade auf SAP umgestellt :-)

  36. 36

    @daniel: nette taktik, dieses zerreden. ganz wie üblich, so wie immer. und wer nur die halbe wahrheit sagt, der lügt ja nicht. der gute herr johnny hat aber nicht von gewinnen per se gesprochen, sondern von MEGA-gewinnen. vom denken der generation lopez, die schon längst von den schalthebeln weggerissen gehörte. 25% und mehr gewinn? selbstverständlich, jedes jahr natürlich, wie bestellt. dass so etwas bei einer allgemeinen wirtschaftsentwicklung von vielleicht 3 % oder 4 % überhaupt ins auge gefasst wird, zeugt weniger von genialität als vielmehr von einer extremen persönlichkeitsstörung. wer nur sich selbst sieht und seinen bereich, wer nur seine rendite in den vordergrund stellt und alles drum herum ausblendet, land, leute, tiere, planet, der hat überhaupt nichts verstanden. der hat kein bewusstsein, nur das deformierte SUPER-EGO eines kleinen jungen, der über den (natürlich persönlichen) sandkasten nie herausgekommen ist. die überkapazität an genossener bildung dient da nur noch als bonmot-lieferant und zur rechtfertigung der eigen skrupellosigkeit.

    klar. ich weiß. das business. die härte. dschungel. keine schwäche zeigen. mann sein. super. super idiot. und das meine ich absolut und selbstverständlich ausschließlich im medizinischen sinn. wobei das ganze tatsächlich eine zutiefst männliche seite hat. das vorherrschende patriarchentum mit seinen alten männern und den jungen männern mit vorgewaschenen restgehirnen ist eine wesentliche ursache für die meisten dilemmi dieser welt.

    elite? dreimal kurz gelacht. vertrocknete existenzen im goldenen blumentopf. natürlich mit exzellenz. und brillanz.

  37. 37

    boah Johnny, es tut gut so WUT zu lesen denn im Grunde meines Herzens geht es mir genauso und (auch wenn das nicht sehr sozial ist) empfinde ich vor allem Verachtung.

  38. 38
    Chris

    @haake: Besser lass den :-) weg.

  39. 39
    der herr schroeder

    Nützt alles nichts. Es muss die Revolution her. Und wenn die Fetzen fliegen. Jedem Bürger seine Grundversorgung. Ohne Wenn und Aber. Der größte Irrsinn besteht doch darin, zu glauben, es gäbe allein die Wahl zwischen Pest und Cholera.

  40. 40
  41. 41

    Ab welchem Punkt wären bedingungslose Grundeinkommen für alle eigentlich billiger als noch mehr staatliche Hilfe für die Wirtschaft? Bimmelt’s dann wenigstens, damit wir Bescheid wissen?

  42. 42
    dralles

    Die Autoindustrie heult doch schon seit 15 Jahren vom angeblich schlechten Absatz, nur weil sie den der einmaligen Rekordjahre kurz nach der Wiedervereinigung seitdem nie wieder erreicht haben. Da wird dann seit Jahren etwas von „mittelmäßiges Jahr, blieb 300.000 Verkäufen unter den Erwartungen“ gefaselt, die Schuld auf angeblich unklare KfZ-Steuerentwicklung geschoben und damit Umweltschutzauflagen abgewehrt. Und unsere Politikernasen machen das Spiel mit.

    Opel ist doch das beste Beispiel: Seit Jahren Autos produzieren, die sich nur über den Preis verkaufen und jetzt Staatshilfe haben wollen. Instrumentiert werden wieder die ganzen tarifvertragsgeschützten Nasen, die Nullrunden fahren mussten und jetzt schon wieder nicht die große Kohle kriegen.

    Es gibt eine Menge Menschen, die von der Vorstellung realer Nullrunden feuchte Träume bekommen, bei denen die Einkommenseinbussen in den letzten Jahren real erheblich waren. Job weg, neuer Job minus 30%. Und dahinten steckenn nicht einzelne Industriebösewichte. Die haben alle keine Gewerkschaftslobby und Rechtsanwaltsfachangestellte, Sachbearbeiter in outgesourcten Schadenscentern, Leiharbeiter, Arzthelferinnnen und Callcenter sind auch keine homogene Klientel, mit denen sich bunte Demos organisieren liesse. Was das heisst „der Mittelstand stirbt“ stellt sich im wirklichen Leben niemand vor. Da stirbt nichts, da wächst nur schlicht nichts nach.

    Der Artikel spricht mir jedenfalls aus der Seele. Kompliment.

  43. 43

    Opel zahlte keine Steuern in Deutschland.
    Werden die Mitarbeiter jetzt verbeamtet? Werden alle Mitarbeiter veralteter Branchen in Zukunft verbeamtet?

  44. 44

    Vielen Dank für den tollen Artikel!
    Ich musste in der Vorlesung fast laut loslachen bei so macher Formulierung. Weiter so!

  45. 45

    das ist aber eine sehr naive meinung zu dem thema. sorry, aber so läuft das eben nicht. ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass einer der größten chemie konzerne nur einen monat im vorraus plant. die haben einen plan der mind. ein jahr ins vorraus geht. ihr glaubt doch nicht, dass so ein großes unternehmen einfach pie mal daumen abschätz wie viel von welchem produkt gebraucht wird. das ist alles sehr genau kalkuliert. natürlich gibt es auch kurzfristige bestellungen (die auch gesunken sind) aber die merken jetzt schon seit 2,3 monaten das die bestellungen für nächstes jahr stark hinter denen der letzten jahren liegen.
    und wenn du sagt das sie „nicht mehr so mega gewinne machen“ klingt das vielleicht erstmal vernünftig. tatsächlich hängen aber zigtausende jobs und gehälter an eben diesen gewinnen.
    abgesehen davon kann man an eben diesem beispiel sehen, dass die wirtschaft dann auch in anderen bereichen „abkacken“ wird. das sind ja hier nur bestandteile zu produkten. wenn weniger bestellt wird – wird da eben weniger fabriziert. siehe opel.

  46. 46

    ich denke mal – vorsichtig – der Staat (hier bei uns, und ein paar andere), sie haben doch – ungewollt, aber deutlich – bewiesen: Wenn Geld gebraucht wird, kann ER auch welches herbeizaubern. Also heisst das im Klartext: Der Einführung einer Allgemeinen Grundrente (ohne Wenn und Aber), von der jemand, dem man gerade die Arbeit wegrationalisiert hat, auch tatsächlich leben kann, solcher Grundrente steht offensichtlich nun nichts mehr im Wege. Muss sich nur noch ein politischer Strahleman (sprich: deutscher Mini-Obama) finden, der ins Haifischbecken der Verbreitungsmedien (vulgo: Massenmedien) springt und politisch werbewirksam klar macht: Leute, wir retten jetzt mal nicht die Firmen und die Bosse, wir retten – ausnahmsweise – einmal das ganze Volk!, (obwohls das, wenn man genau hinschaut: Wahlbeteiligung, Veränderungsbereitschaft, Lernfähigkeit etc., wohl schwerlich noch zu retten ist). Dennoch: Allgemeine Grundrente wäre politisch machbar, wäre vernünftig (weil dann der Begriff „Arbeitslosigkeit“ seine individuelle Schärfe verlöre) und wäre vor allem einen ernst gemeinten Grossversuch wert. Jedenfalls wäre ein solcher Versuch allemal besser, als schlitzohrige Firmen zu sanieren, die ja auch nur auf systemkonformes Abstauben dressiert sind.

  47. 47
    Maltefan

    @mickey:

    ihr glaubt doch nicht, dass so ein großes unternehmen einfach pie mal daumen abschätz wie viel von welchem produkt gebraucht wird. das ist alles sehr genau kalkuliert. natürlich gibt es auch kurzfristige bestellungen (die auch gesunken sind) aber die merken jetzt schon seit 2,3 monaten das die bestellungen für nächstes jahr stark hinter denen der letzten jahren liegen.

    Wie sollen sie denn sonst kalkulieren als pi mal Daumen (vulgo einen Forecast erstellen aus Vorbestellungen, Akquiseaktivitäten, Erfahrungswerten aus den Jahren zuvor und Erfahrungswerten mit saisonalen Schwankungen)? Ich kenne zwar die Chemiebranche nicht, aber in der Elektronik- und Telekombranche wird mitnichten ein Jahr im Voraus bestellt. Im B2B Geschäft gingen die Bestellungen für das Weihnachtsgeschäft im August ein, und es musste dann im Oktober geliefert werden. Wenn man mit der pi mal Daumen-Schätzung dann daneben lag, konnte das schon mal unangenehm sein (und zwar in beide Richtungen … ich habe auch schon erlebt dass man wegen überraschend hoger Nachfrage dann nicht liefern konnte). Ich kann mir nicht vorstellen dass die Automobilkonzerne ihre Rohmaterialien ein Jahr im Voraus bestellen, üblicherweise wird das Zeug doch genau dann bestellt wenn ein Kunde ein Auto bestellt.

    Und alles was Retail ist, läuft noch kurzfristiger.

  48. 48
    Chris

    @Luhmannius: Korrigiert mich – die Debatte über den Strahlemann / Mini-Obama / Grundrenteneinführer…. hatten wir die nicht vor ein paar Tagen? Oscar „80%“ Lafontaine?

  49. 49
    Daniel

    @Chris: Das stimmt wohl. Hier das Für und Wieder abzuwägen ist schwierig, aber man verspricht sich Seitens des Staates wohl auch Ziele die nicht nur in der Wirtschaftsförderung liegen – bspw. Umweltschutz. Dazu kommt auch noch die Sonderrolle der Auto-Industrie in Deutschland. Als Arbeitgeber und Steuerzahler ist sie für die politische Entwicklung in Deutschland sehr wichtig. Es ist aber trotzdem sehr schwierig, so etwas zu beurteilen.

    @hans: „johnny hat aber nicht von gewinnen per se gesprochen, sondern von MEGA-gewinnen“ Kannst du eine Grenze ziehen? Worin unterscheiden sich „MEGA-Gewinn“ und „gewinn per se“?

    „wer nur seine rendite in den vordergrund stellt und alles drum herum ausblendet, land, leute, tiere, planet, der hat überhaupt nichts verstanden. der hat kein bewusstsein, nur das deformierte SUPER-EGO eines kleinen jungen,“ Wer selbiges tut, wer das Ego eines kleinen Jungen hat, der erwirtschaftet keine Gewinne. Diese können sich nun einmal nur durch eine Wertschöpfung ergeben, die von „land, leute, tiere, planet“, der Umwelt eines Unternehmens, erwünscht sind. Oder wie kann ein Metzger unter 1000 Veganern Gewinn machen?

    „männern mit vorgewaschenen restgehirnen ist eine wesentliche ursache für die meisten dilemmi dieser welt.“ Einen möglichen Grund könnte man aber auch in der persönlichen Wahrnehmung suchen.

    @Lukas: Kommt wohl auf das Modell der Grundversorgung an. Prof. Wiegard rechnete zum vorletzten Jahresbericht der Fünf Wirtschaftsweisen das hessische Modell durch. Dabei kam man bei den Erstrundeneffekten auf einen Finanzierungsbedarf, der beispielsweise durch eine Mehrwertsteuersatz in Höhe von ca. 95% aufzubringen wäre. Sollten die Fördermaßnahmen einmal dieses Ausmaß erreichen, klingelt es sicher irgendwo :)

    Schönen Abend

  50. 50

    @daniel:

    ja, ich kann eine grenze ziehen.

    nein, das ist wieder so ein pr-spielchen-vergleich. trotz metzger.

    ich nehme an, der dritte bezug soll so etwas wie ironie vermitteln/auslösen.

  51. 51

    auch ich schließe mich der vielfach geäußerten meinung an:
    mehr drink & post auf spreeblick – vor allem von dir johnny!

  52. 52
    jim

    @Daniel: auf die zahl mwst. 95% kann man natürlich kommen, wenn alles so beibehalten wird, wie es ist. wirtschaftsweise sind einfach nur alt, da kann gedacht werden, grauer bart habe etwas mit weisheit zu tun. für zwischendurch empfehle ich: dies oder das. WARNHINWEIS: no links to linkspartei included!!!

  53. 53
  54. 54

    „Was u.a. dazu führte, dass Experten seit langer Zeit empfehlen, günstige und spritsparende Wagen statt der zehnten 5-Tonnen-Spritschleuder zu entwickeln. Was Ihnen, meine Herren Auskenner, immer völlig am Arsch vorbei ging.“

    okay, okay: aber jetzt muss ich doch mal sagen, dass es einen 3L lupo gab. und später wurde auch ein ein A2 von audi mit 3L-motor verkauft. wurden die modelle nachgefragt? nein.

    auf wirtschaftlichkeit getrimmte, aber dafür auch teurere diesel wurden für golf- und mittelklassewagen aufwärts dagegen angenommen. warum? weil der staat und die dieselpreise das begünstigt haben.

    insofern liegt der schwarze peter nicht allein bei den konzernen, sondern auch beim staat. das ärgert mich ja schon bei dieser banken-sache: der staat war doch nicht weg! er hat doch fehler gemacht! das falsche gefördert und machenschaften goutiert!

    die politik wird heute aber gefeiert. wofür? dass sie jetzt endlich „normal“ agiert und zur vernunft kommt?

    nächstes thema leiharbeiter“¦ gestern sehr schön bei panorama besprochen. die industrie kann ja betteln. aber sowas in die wege leiten, kann nur die politik.

    muss man jetzt die wirtschaft anklagen? nein! sie handelt nur nach ihrer maxime. und die kann nur sein, geld zu verdienen. ich habe niklas luhmann nicht im detail verstanden, aber soviel habe ich schon mitgenommen.

    jedenfalls müssten bei so viel politikschlamassel beschwerden über die entscheider in der ökonomie eigentlich verboten sein!

  55. 55
    HCL

    http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/der-automarkt-muss-schrumpfen/

    Trotzdem warnt der Geschäftsführer der Kfz-Innung vor Panik. „Das wäre tödlich für die ganze Wirtschaft.“ Er plädiert an Händler und Verbraucher, optimistisch in die Zukunft zu blicken. „Denn jede Krise birgt auch Chancen.“

  56. 56
    msy

    prima. Wenn ich im firmeninternen Intranet, im Forum, so ähnliche Kritik anbringe, dann kommt erst mal ne Weile nichts, dann ruft mich mein Chef an, beschimpft mich als unsachlichen Nestbeschmutzer und und verpasst mir eine Maul-(Schreib-)sperre. Ja, die Angst um den gut bezahlten Job ist groß somit ist entsprechend interene Kritik in den hauptsächlich mittleren Ebenen eher unbeliebt. Die obere Ebene ist doch letztenlich froh, wenn die Unterschichten die Klappe halten, damit die scheinbar ach so tolle Firmenphilosophie unterstützen und die, die diese Politik letztendlich verantworten, denken sich: Für die zwei, drei Jahre bis zum nächsten Vorstandsposten reicht es allemahl.

  57. 57
    Daniel

    @jim: Also erstmal vielen Dank für die Quellen! Ich hab sie beide durchgelesen, und finde die Modelle wirklich sehr interessant! Herrn Wiegard kenne ich in seiner Lehrtätigkeit persönlich, und so alt ist er gar nicht ;) Wie gesagt, er bezog seine Rechnung auf das damalige, hessische Modell, welches eben solche Werte ergab. Die sollte aber nicht prinzipiell für alle alternativen Sozialsysteme gelten. :)

    @hans: Warum belegst du nicht, was du sagst? Weil du’s nicht kannst?

  58. 58

    …gute güte. ist das nun eine suggestivfrage, eine rhetorische frage oder einfach nur eine provokation?

    auf jeden fall keine besonders gute pr.

    schönen abend

  59. 59
    jim

    @Daniel: nichts zu danken. schau dir mal das modell von götz werner an.

  60. 60

    @msy:

    @jim:

    Was heißt Modell?

    Ausser Acht gelassen, dass hier nur Eloquente gut Ausgebildete
    – Keine Hartz Empfänger – gut bezahlte ‚Mittelständler‘ sich zu
    Wort melden…

    Würgereiz ist ein Wortbegriff mit dem ich eigentlich antworten
    sollte. Will aber nicht überheblich sein. Bin froh, einen sicheren
    Arbeitsplatz zu haben.

    Alles Gute
    @PiPi

  61. 61
    Jens

    johnny, du solltest öfter mal mit „drei bier“ schreiben. großartig!

    ick danke dir!

  62. 62

    Ich bin es langsam leid mich über solche sachen Aufzuregen, es ändert ja leider doch nichts, die großen Konzerne machen eh alle was sie wollen und die Politiker sind doch schon alle Geschmi… worden. Naja wie sagt man so schön: That’s Live

  63. 63

    OLDTIMER ALS KAPITALANLAGE.
    Wegen der unsicheren Wirtschaftslage wissen viele Anleger nicht mehr, wie sie ihr Geld investieren sollen. Der Kunstmarkt und Oldtimermarkt boomt. Die durchschnittlichen Werte von Oldtimern stiegen im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent laut Deutsche Oldtimer Index DOX. Der Deutsche Oldtimer Index wird jährlich vom Verband der Automobilindustrie heraus-gegeben.
    DOX statt DAX – Oldtimer statt Aktien.

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