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WatchBerlin wird eingefroren

Die schon länger zirkulierenden Gerüchte scheinen sich zu bestätigen: WatchBerlin wird eingefroren. Holtzbrinck nimmt die gutgemeinte Totgeburt von den Beatmungsgeräten.
Auf dem lieblos unterfütterten Blog von WatchBerlin ist noch nichts zu lesen von Entlassungen (die noch bestritten werden) und dem Einfrierprozess. Wahrscheinlich ist der Brief von Holtzbrinck noch nicht kopiert und digitalisiert worden.

WatchBerlin ist letztlich nicht am Geld gescheitert (angesichts der Produktionskosten pro Clip und dem sonstigen Etat war es von vornherein nicht realistisch, die Kosten allein per Werbung wieder einzuspielen – und das war auch nicht geplant, WatchBerlin sollte ein Experimentierfeld sein) und erst recht nicht an der Finanzkrise. WatchBerlin ist Opfer der Instanzkrise bei Holtzbrinck. Denn dort möchte man so gern im Internet mitmischen, aber bitte mit all den Kungel- und Eierschaukelinstanzen, die man über Jahrzehnte installiert hat.

Bei den ganzen Projekten von Holtzbrinck etwas bewegen zu wollen, muss man sich vorstellen wie den Versuch, Indianern Bart-Schergeräte zu verkaufen. Die treffen sich auch gern zum großen Palaver, entscheiden dann aber lieber erst morgen.

Niemand ist befugt, Entscheidungen zu treffen und niemand ist angekommen im digitalen Zeitalter.
Für was stand WatchBerlin? Waren die absurden Einlassungen von Broder Meinung der Redaktion? Oder die netten Filme von Felix Schwenzel? Irgendwo zwischen Schwenzel und Broder verlief das kleinste gemeinsame Nichts, das WatchBerlin ausgemacht hat.

Interessantes Experiment: Geldverbrennen und dann sagen: Das Geld war Schuld.

Zoomer soll übrigens weiter existieren.

46 Kommentare

  1. 01
    moses

    Die Medien scheinen ja heuer wegzusterben wie die Primeln; habt ihr euch erkundigt, ob eure Geldgeber bei der Stange bleiben?
    Oder hält euch der Shop (für alle die noch nichts von dem mannigfaltigen Textilienangebot wussten – oben rechts) über Wasser?

  2. 02
    Felix

    Ich hab mir mal eine Weile die Filmchen vom Schwenzel Felix und dem Spiegelkritik-Menschen(Name ist mir runtergefallen) angeschaut. (und der Martenstein war auch ganz lustig)
    Nett! Echt! Aber mit dem Interface haben sie mich mutwillig vergrault.
    Total fläschich und dynamisch hip und so, und leider total unbenutzbar..

    Felix

    P.S. War das schon immer so, daß die Kommentare nicht sofort freigegeben wurden, oder ist das erst seit kurzem so?
    (Reines Interesse, hab ich grade erst bemerkt)

  3. 03

    @Felix:

    die werden sofort freigegeben.

  4. 04

    @moses: Wir haben keine Geldgeber. Spreeblick finanziert sich von den Werbeeinnahmen (wenn welche läuft lohnt sich das auch), viel regelmäßiger aber durch klassische Dienstleistungen: Wir setzen Blogs auf, manchmal vermitteln und betreuen wir redaktionell auch die Autoren und ebenfalls manchmal fahre ich zu Firmen oder Veranstaltungen und halte Vorträge gegen Honorar. Und dann gibt es noch die re:publica, ebenfalls ein Teil der Spreeblick-Finanzierung. Kurz: Wir arbeiten. :) So kommt dann alles zusammen und funktioniert im Großen und Ganzen sehr gut.

    @Felix: Das liegt leider an deiner E-Mail-Adresse. Von einigen Providern kommt dermaßen viel Spam in letzter Zeit, dass wir diese Domains wenigstens in die Moderation packen mussten. Hotmail gehört auch dazu. Sorry dafür. :(

  5. 05
    Felix

    Denn liegts an mir?
    Da stand irgendwas von „Ihr kommentar wurde noch nicht freigegeben..“

    Edit: Naja, hätte statt Gmail noch GMX oder Lycos anzubieten. Welche geht?

  6. 06

    @Malte Welding: Stimmt nicht ganz in diesem Fall, siehe oben.

  7. 07

    @Felix: GMX sollte keine Problem machen. Ich hab jetzt noch was anderes versucht, aber mit der GMX-Adresse sollten deine Kommentare sofort online gehen „¦ es sei denn, du packst zu viele Links rein oder erwähnst V!@gr@ oder oder „¦ ;)

  8. 08
    corax

    @Johnny Haeusler: Ich hab ja immer noch meine genial einfache Idee.
    [Kostenloser Inhalt+Werbung+Geld verdienen]
    Allerdings würde die hier nicht auf Spreeblick oder anderen Blogs funktionieren, sondern nur für längere Artikel bzw höhere Leserzahlen wie bei SpOn oder SZ. Oder bei Videos mit vernünftiger Qualität wie bei den Pythons jetzt.
    Aber mich fragt ja keiner. :)

  9. 09

    Och, schade. Ich werde es vermissen, wenn Michel Friedman nicht mehr „Schande, schande, schande!“ in die Kamera brüllt.

  10. 10
    moses

    @corax: Gib dir einen Ruck und sende deine Pläne der SZ! Dein großes Herz wird dir zwar keiner lohnen; aber du kommst in den Himmel, dafür sorg ich – versprochen ;)

  11. 11
    ynz

    schade schade – dass ich immer erst alles mitbekomme wenn es gleich tod ist – ich finde es wirklich ein tolles projekt.

    Könnte Friedmann nicht die Tony Mahony lücke bei Spreeblick schliessen.

  12. 12
    moses

    Mal eine Frage ganz anderer Art: Wo gibt es diesen „Schneeregen“? Muss man den selber machen oder gibt es das Artwork irgendwo am laufenden Meter?
    (Das richte ich mir als Bildschirmhintergrund und -schoner ein, dann werde ich schneller meschugge!)

  13. 13

    Friedmann für Spreeblick! Und Broder am besten auch! :D

  14. 14

    @moses:

    das ist ein screenshot des anfangs der watchberlin-videos

  15. 15
    moses

    @Malte Welding: Ohhhh!
    Habt ihr denn die Rechte dafür? Nur weil die untergehen, heißt das nicht, dass die einen nicht noch mit Klagen überziehen könnten. – Man kennt das ja; das Raubtier schnappt im Todeskampf um sich. – Jetzt zieht der Broder erst mal richtig vom Leder!

  16. 16
    westernworld

    was hätte man mit der kohle die holzbrink mit zoomer&watchberlin verbraten hat nicht alles machen können „¦

    vielleicht ereilt holzbrink beim nächsten anlauf ja die erkenntnis das menschen die nicht mindestens 3mbit haben auch user sind, oder wenigstens sein könnten, und wenn wir ganz unverschämt viel glück haben sehen sie möglicherweise, so hinter vorgehaltenem hirn ein das flashlastige besutzerschnittstellen nicht als content gelten.

    wenn unsere stuttgarter freunde so weitermachen werden sie noch das microsoft der deutschenverlagslandschaft.

  17. 17

    @moses: Exakt diesen „žSchneeregen“ bekommt Du über Photoshop > Filter > Add Noise. Da auf 100%, das Bild noch ein wenig runterskalieren, voila.

  18. 18

    Ich muss sagen, dass ich Watchberlin gemocht habe. Ganz besonders, seit ich es mit iTunes abonnieren kann und nicht mehr auf diese missratene Seite gehen muss. Geguckt hab ich Martenstein, Gehrs und Friedmann (zugeben, seine Kommentare sind oft fürn‘ Arsch, aber als er noch mit Abgeordneten gestritten hat, war er oft genial.) früher den Schwenzel, natürlich. Ich finde es schade, dass es eingestellt wird. Das waren die einzigen Videopodcast, die ich abonniert hatte.

  19. 19

    Ich hab“™s ja gesagt: Die Umstellung auf eine reine Flashseite war eine Art „Flucht nach hinten“. Wer webkulturmäßig so gegen den Trend läuft, kann sich über mangelnden Zuspruch nicht beschweren.

  20. 20

    Sicher war das Flashmonster nun keine Glanzleistung in Sachen Usability. Ich hab mich auch regelmäßig darüber geärgert. Ja vielleicht wäre ein etwas anderes Modell die richtige Lösung gewesen.

    Aber das sagt sich im Nachhinein immer leicht. Dabei war niemand. Die Arbeitsabläufe kennen nur die, die dort gearbeitet haben. Und die Bremser solcher tollen Projekte auch. Deswegen nicht mutmaßen, sondern besser machen oder Mund halten.

  21. 21
    jim

    bei uns im dorf hat vor jahren ein bauer, aus hass seiner frau gegenüber, 30.000,- dm in der badewanne verbrannt, bevor er sich mit einer schrotflinte den kopf wegschoss. das ist geld verbrennen. bei watchberlin wurde das geld ausgegeben. es existiert noch, nur in anderen taschen.

  22. 22

    Schade. Ich fand watch Berlin ganz nett – Lichtjahre besser als das in Hamburg angetretene tventy.de.

    Was passiert denn mit den ganzen Videos? Sind die jetzt alle Weg? Offline? Für immer?

    Oder packen die ihre Videos noch auf YouTube? Eigentlich eine spannende Frage …

  23. 23

    Lustig, das war mir völlig unbekannt bislang. Deswegen ist es mir auch völlig egal.

  24. 24
    Lite

    Oliver Gehrs und Martenstein waren immer recht gut. Leider habe ich es bis heute nicht hinbekommen, die Videos im Vollbild abzuspielen, die Usability bei watchberlin war/ist unter aller Sau. Seiten, programmiert in 100% Flash sind sowieso nervig und unnötig.

  25. 25
    Teepo

    @Johanna: Ja, das ist echt witzig.

  26. 26

    Wer nicht polarisiert, der stirbt.

    Das war der Fehler von WatchBerlin. Das wär den meisten Wurscht oder unbekannt.

  27. 27

    @corax: Steht deine Idee unter Creative-Commons-Lizenz? ;)

    Ideen haben wir tatsächlich auch sehr viele. Und wenn wir nicht dauernd arbeiten müssten, könnten wir die auch langsam mal umsetzen „¦

  28. 28

    @René Walter: hat der bgh nicht just geurteilt, wenn mans selbst machen könne sei samplen nicht gestattet?

  29. 29
    Lebedjew

    Oliver Gehrs (Spiegelkritik) gehörte tatsächlich nach der Demission von Felix Schwenzel zu denen, die ich regelmäßig aufgesucht habe. Das pathossüchtige Geschwafel von Michel „Der Ölprinz“ Friedman wird man schon deshalb nicht vermissen können, weil man, solange es TV noch gibt, solche Existenzen sowieso nicht loswird.

  30. 30
    Lebedjew

    @Lebedjew:
    Wie wahr! und sollte mal jemand auf die Idee kommen, den Unsatz des Jahres zu prämieren, dann wäre „Terroristen sind FEIGE Mörder“ nicht ganz chancenlos.

  31. 31

    Mich würde interessieren, ob vielleicht der eine oder andere Blut geleckt hat und seine Kolumne nun einfach auf eigene Faust weitermacht. Wenn Martenstein sein eigenes Videoblog aufmachen würde, hätte sich das ganze Projekt schon gelohnt.

  32. 32
    Jan(TM)

    Schon komisch, wenn so ein paar neoliberale Finanz“journalisten“ ihre eigene Medizin probieren dürfen – da weint ihr. Aber wenn so ein nettes Projekt wie Watch Berlin eingeht gibts nur Häme. Gut nach dem Flash Relaunch war es eine Qual da hinzugehen und die Werbung vor den Filmen nervte auch – aber Martenstein, Blattschuss! und Wirres waren schon super.

  33. 33
  34. 34
    Till

    Ich finde es sehr schade…hatte watchberlin immer als podcast in der u bahn angesehen und fand die meisten berichte über berlin immer ganz toll. Leider gab es in letzter zeit auch keine podcasts mehr.
    schade ich fand es ein junges, freches Programm so wie berlin halt ist! wirklich sehr sehr schade!

  35. 35
    Till

    @Johnny Haeusler: ohhh.ich hoffe es gibt bald wieder podcasts von einer anderen quelle..ich fand es immer sehr lustig und informativ! bitte nicht aufgeben !!!!

  36. 36
    Chris

    Sehr, sehr schade!
    Hochwertiger Video-Content aus Berlin fehlt wirklich – und natürlich Portale, auf denen der dann auch Seher findet.

    Da sollten eigentlich die großen Verlage etwas mehr Stehvermögen zeigen.

  37. 37
    Die Lilie

    ja, das denken wir von euch. Dass ihr Idioten seid, deshalb behandeln wir euch als solche.
    Schau dir mal den Film „Idioten“ an :)
    Lieben Gruß, schöner Eintrag, zeugt von Intelligenz und Moral. Mach weiter so.

  38. 38
    Die Lilie

    ja, das denken wir von euch. Dass ihr Idioten seid, deshalb behandeln wir euch als solche.
    Schau dir mal den Film „Idioten“ an :)
    Guter Eintrag, schön geschrieben
    Lieben Gruß :>

  39. 39
    Die Lilie

    Huch beim ersten Eintrag kam ne Fehlermeldung, ich fand, der klang zu ironisch, so war der aber nich gemeint, deshalb hab ich mich gefreut, dass er nich gesendet wurde und den text abgeändert -.- nun bin ick dreimal zu lesen, sry *spam*

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