20

General Motors: The voice of a virtual generation

Es ist ein Kreuz mit den Unternehmen — und sicher auch für sie. Da sickert so langsam durch, dass im Netz eine Konversation der Konsumenten stattfindet, und ein paar Monate später liegen Konzepte auf den Tischen der Vorstände. Buzzwords fliegen durch die Konferenzräume, von „Corporate Blogging“ ist die Rede, ganz oft von „Viral Marketing“, hin und wieder wird das Cluetrain Manifest erwähnt.

Und dann soll die Agentur mal was daraus machen. Zum Beispiel für General Motors.

Und die Agentur hat erkannt, worum es geht:

These days online buzz and word-of-mouth can often influence the success of a company. And with the explosion of blogs, customer forums and sites that rate almost every mass market product or service, many companies are transitioning to online participation.

Joining this virtual, collective conversation is an important business tool for companies to connect with their audience in ways they have not before. Even 100 year old companies, like General Motors are transforming themselves to keep up with the online generation. Sites like GMnext hope to forge connections with the general public by offering access to its most influential global designers, engineers and technologists. Platforms like this one can be used to discuss a wide range of topics, including next generation designs, technologies that impact fuel consumption and new safety features.

Transformation. Konversation. Die Online-Generation. Diskussion. Beteiligung. Die Schlagworte wurden alle korrekt abgeschrieben. Und so sieht das dann bei YouTube aus, unter dem im Januar 2008 veröffentlichten Video für GM:

136 Abrufe.
Bewertungen: Nicht möglich.
Video-Kommentare: Nicht möglich.
Text-Kommentare: Nicht möglich.

Ein Beitrag für die Generation Klappehalten.

Immerhin: Man kann das Video einbetten. Tun wir ihnen den Gefallen. Aber, und das meine ich ernst: Man verschwendet dreieinhalb kostbare Minuten seines Lebens, wenn man tatsächlich auf „Play“ klickt und durchhält.

[via Tanja]

20 Kommentare

  1. 01

    Es ist schon verwunderlich wie ignorant und/oder inkompetent die Entscheider sind. Klar, sie wollen auf dem Hype und der Welle des großartigen Web 2.0 mitreiten und dadurch Profite einstreichen. Wenn es aber darum geht sich zu öffnen, andere Meinungen zu hören und (öffentliche) Diskussionen über ihre bisher wohlgehüteten Schätzchen und Produkte zuzulassen, scheint ihnen der A**** auf Grundeis zu gehen. Immerhin könnte sich da ja ein Trend engegen ihren bisher getroffenen Entscheidungen entwickeln, nicht gerade stabilisierend für den Stuhl auf dem sitzt.
    Also wird, wie so oft, ein bisschen Towuwabohu gemacht und heiße Luft geredet um evtl. etwas von dem Glanz des Neuen abgreifen zu können, wirkliche Veränderungen soll es aber nicht geben. Das skurile Ergebnis dieses (Interessen)Konflikts sehen wir oben.

    Es bestätigt mal wieder sämtliche Voruteile die ich gegenüber solchen Firmenriesen habe, vielen Dank dafür!

  2. 02
    ted

    Tja, Kommunikation, die nicht anschlussfähig ist, wird – insbesondere im Internet – aller Wahrscheinlichkeit nach nicht erfolgreich sein. Aber um Begriffe und Theorien macht man sich in diesen Kreisen nunmal wenig Gedanken. Hauptsache, man kann Excel bedienen. Immer wieder schön ist es, wenn man Vorträge von Managern großer Unternehmen hört. Viel Blabla über immens wichtige Kommunikation. Fragt man nach Konzepten, wird man angeschaut, als ob man nicht ganz dicht wäre.

  3. 03

    Mich wundert, dass du nicht aus Sarkasmus die Kommentare abgeschaltet hast. Ich merke recht oft, dass die Firmen, egal ob Konzerne oder kleine Buden, noch lange nicht im Web20-Universum angekommen sind. Wir sind immernoch recht allein in unserer Geek-Welt und selbst so einfache Werbemittel und WErbeträger wie Internetseiten werden vernachlässigt. Da kann man wohl auch nicht erwarten das Unternehmen sich wirklich mit Podcasts, Youtube, Feeds etc. auseinandersetzen.

    Das Ergebnis: Viel zu teuere Internetseiten, lieblose Kampangen und was nochmal ist ein Podcast?

    Ich könnte stundenlang allein schon darüber schreiben, wie mittelalterlich unsere Regierung damit umgeht (Obama rockt it change.gov). Egal ob Vorratsdatenspeicherung oder Internetseiten der SPD auf denen man nix findet.

    Zu hinterfragen ist an dieser Stelle wirklich – Warum ist das so? Das Netz ist in seinen Tiefen nicht bekannt oder? Hat unsere obere Gesellschaftsschicht immernoch keinen Bock auf das Netz inkl. 2.0? Ist das eine Generationsfrage? Bin ich auch im letzten Drittel meines Lebens so? Oder ist das eine Frage der Bekanntheit und wir müssen „Bauer sucht Frau“ mal großflächig als Podcast bewerben…

    Und wieder merke ich wie ich vom 100ste ins 1000ste komme, weil mich das in mir hohen Blutdruck auslöst…

    Ich fühle mit dir,

    Sebastian
    (Stammhörer/Leser und Podcastkollege)
    http://www.kabelwirtschaft.de

  4. 04

    Ist das jetzt eine Kritik an der Agentur oder an GM?

    Der Witz ist doch dass die Agentur keine Kommentare etc erlaubt hat, nicht GM. Wenn ich mir z.B. auf YouTube GM Europe Cars (Ich nehme mal an das ist ein offizieller GM Channel) ansehe scheinen da Kommentare durchaus erlaubt zu sein.

    Ebenso das GM FastLane Blog, die brauchen sich mit den Kommentaren auch nicht gerade zu verstecken.

    Was ist jetzt also Euer Kritikpunkt genau?

  5. 05

    @Armin: Der Text neben dem Video steht in direktem Gegensatz zu dem, was dort mit dem Video praktiziert wird. Wer dafür verantwortlich ist, weiß ich nicht (Agenturen handeln im Auftrag, ich glaube kaum, dass die das entschieden haben), aber das ist doch egal.

    Unternehmen wie GM haben so viele Zweige, dass es sicher auch besser gemachte Portale gibt, klar. In diesem Fall fällt die Diskrepanz jedoch besonders auf. Ohne den nebenstehenden Text wäre das alles völlig schnuppe.

  6. 06

    Vielleicht haben sich ja alle 136 Viewer sofort danach je 11 GM-Gefährte gekauft. Falls das so ist, wäre jetzt aber eine Entschuldigung fällig.

  7. 07

    @Johnny Haeusler:

    Das Problem ist nur dass dieses Video und der zugehoerige Text gar nicht auf einem GM Portal eingebunden ist. Es ist auf dem Portal der Agentur (Medialink), auf dem sich noch viele andere Videos fuer andere Kunden finden.

    Es ist dort gar nicht fuer eine Kommunikation zwischen dem Autokaeufer und GM gedacht, weil diese natuerlich auf den GM Kanaelen stattfinden soll. Und genau dort findet die Kommunikation ja statt.

    Deine Kritik ist in diesem Falle ungefaehr so als wenn ich mich ueber Spreeblick beschweren wuerde weil Ahoi Polloi auf deren Blog Kommentare nur nach Registrierung zulaesst und deshalb „das bloggen nicht verstanden hat“.

  8. 08

    @Armin: Verstehe ich es richtig, dass du den Post nicht so richtig toll findest? ;)

    Ich teile deine Meinung nicht ganz (sonst wär mir der GM-Clip ja nicht aufgefallen), vielleicht, weil ich ähnliche Fälle auch aus anderen Branchen kenne (viel Gerede vom Nutzer, am Ende will man aber alles vorher redigieren) und daher meine Vermutungen für nicht so weit hergeholt halte. Gleichzeitig finde ich es aber auch völlig fair, wenn du meinst, in diesem GM-Fall wäre die Kritik unberechtigt. Vielleicht hast du damit sogar recht.

    Aber etwas albern sieht das Beispiel trotzdem aus. Oder? :)

  9. 09

    @Johnny Haeusler:

    Ja. ;-)

    Ich halte ihn fuer schlecht recherchiert. Er benutzt das falsche Beispiel bzw eines was eigentlich fuer den Punkt der gemacht werden soll so nicht stimmt. Dadurch wird der Punkt den er eigentlich machen will in meinen Augen stark verwaessert oder sogar unglaubwuerdig.

    Gut, nicht jeder hat die Angewohnheit mal ein bisschen weiterzuklicken und dann ein bisschen weiter zu recherchieren wenn ihm etwas ein wenig komisch vorkommt (vor allem wenn er sich dunkel im Hinterkopf an das „Lob“ fuer das FastLane Blog erinnert dass mal durch die „Blogosphere“ ging), aber der einzige kann ich ja auch nicht sein.

    Das „Problem“ an sich ist sicherlich vorhanden, Firmen haben zum grossen Teil unheimliche Probleme damit mit den Kunden wirklich zu kommunizieren und zu versuchen diese einzubinden. Da ist natuerlich sehr viel Angst und veraltetes Denken, gleichzeitig ist das in Zeiten von allen moeglichen „lawsuits“ fuer allen Scheiss und einer „blame culture“ wiederum auch nicht so furchtbar verwunderlich. Da haben die Manager oder Rechtsanwaelte dann einfach Schiss und versuchen sich abzusichern. Lieber etwas mehr Kontrolle als den Job zu verlieren weil etwas schiefgegangen ist.

    Da ist natuerlich die Frage wie so etwas aufgebrochen werden kann, wie Firmen sich oeffnen koennen, ob sie dies ueberhaupt wirklich sollten usw usf. Ebenso wie oft Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Auch die Frage inwieweit Firmen wirklich nur Produkte machen sollten die die Kunden wollen oder ob sie vielleicht wirklich neue Maerkte schaffen sollen die sich die Kunden heute noch gar nicht vorstellen koennen oder wollen.

    In kurz: Richtiges und wichtiges Thema schlecht aufbereitet.

    PS: Ja, das Beispiel sieht etwas albern aus. Aber nur weil es aus dem Zusammenhang gerissen ist.

  10. 10

    @Armin: Okay, die Kritik nehm‘ ich an. Tatsächlich hatte ich von FastLane noch nie etwas gehört — liegt an meinem Desinteresse an Auto-Themen.

    Das Thema ist sehr spannend — sicher einen Artikel wert. Kommt also auf die „mal intensiver recherchieren“-Liste, was leider derzeit bedeutet: Nicht mehr in diesem Jahr. Denn da braucht es tatsächlich Gespräche mit Agenturen, Kunden usw.

  11. 11
    dralles

    Bezeichnend schon wie Ricky Boy sich kleidet: Blazer, beige Hose, blaues Hemd, keine Krawatte. Damit fühlt sich Mr. Ostküstenpatrizier sicher extrem locker und volksnah gewandet. Den Rest muss man sich dann eigentlich gar nicht mehr anschauen.

  12. 12

    @Lars:
    ToHuwabohu, bitte :)

  13. 13
    westernworld

    wie wärs mit einem zeitgemäßen rebranding „¦ GoneMotors „¦

  14. 14
    moses

    Fahrt doch Rad.

  15. 15

    schon mal rausgeguckt?

  16. 16
    Frank Schenk

    Für solche Projekte wurde schon vor einiger Zeit ein neuer Ausdruck erfunden/geprägt.

    Epic Fail!

    http://www.urbandictionary.com/define.php?term=epic%20fail

    gruß

    P.S.: Das Video ist mal wirklich schlecht …

  17. 17

    @Frank Schenk:

    Klar, so etwas kann einfach nichts werden. Gar nie nimmer. Das kann nur in einem „epic fail“ enden.

    Frage mich nur wieso dann dieses von gmblogs veroeffentliche Video in etwas ueber einer Woche fast 280,000 views und 2,000 Kommentare haben kann?

    Das duerfte doch eigentlich gar nicht sein.

  18. 18

    Man kann General Motors eigentlich wirklich nicht vorwerfen, das Web 2.0 nicht gescheit zu nutzen. Ich finde allerdings, dass das ganze ruhig mal etwas früher hätte kommen können. Dann hätte man vielleicht auch herausfinden können, was den Kunden wichtig ist für die Zukunft und dahingehend seine Produktpalette aufbauen. Was das angeht hat GM ja eindeutig verschlafen und dafür müssen sie nun aller Voraussicht nach mit dem Leben bezahlen. Ganz ungerechtfertigt ist das wohl nicht, schade nur, dass mal wieder unschuldige Mitarbeiter drunter leiden müssen.

Diesen Artikel kommentieren