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Was sich verändert hat, seitdem Christian Klar ins Gefängnis gekommen ist

Politik
Wenn man Christian Klar vor 25 Jahren gesagt hätte, dass im Jahr 2008 bei Politologen, Wirtschaftswissenschaftlern und auch Politikern die Idee großen Zuspruch findet, Banken zu verstaatlichen, dass der Staat die Wirtschaft lenkt und Politiker der Autoindustrie vorschreiben, welche Autos sie auf den Markt zu bringen hat – er wäre in Triumphgeheul ausgebrochen.

Auch dass an der Spitze des Staates eine ostdeutsche Ex-FDJlerin steht, dürfte sein Herz höher schlagen lassen.
Dass aber die DDR hinterlassen in Ruinen in Einigkeit und Recht und Freiheit dem Westteil der Bundesrepublik zugeschlagen wurde und dass die ostdeutsche Bevölkerung sich schnell einig darüber war, dass es recht egal ist, wen man wählt, solange nur die Autobahnen frei sind, das dürfte ihn in Versuchung bringen, zum Islam zu konvertieren.

Alltag
Mag es Christian Klar auch so vorkommen, als würden Selbsterfahrungsseminare auf offener Straße abgehalten werden – die Leute, die – in Selbstgespräche vertieft – sagen, wo sie sich befinden, telefonieren in Wirklichkeit.

1982 konnte man in den Supermarkt gehen, seinen Einkauf erledigen und dann mit dem Einkaufswagen, der einem im tiefen Vertrauen des Ladenbesitzers, man werde ihn schon wieder zurückstellen, für die Dauer des Einkaufs zur Verfügung gestellt worden war, allerlei Schabernack veranstalten. Man konnte den Einkauf bis vor die eigene Haustür rollen, man konnte Einkaufswagenrennen veranstalten oder gleich – wie in den USA üblich – seinen Wohnsitz in den Einkaufswagen verlegen.

Heute würde man in einem solchen Fall der Eigentumsanmaßung einen vorher in den Schlitz hinten rechts zu werfenden Euro (siehe unten) verlieren, weshalb das Schabernacktreiben mit Einkaufswagen zu den längst vergessenen Tätigkeiten gehört, genauso wie Prilblumen an Kühlschränke kleben und Ho-Ho-Ho-Chi-Minh rufend über Straßen zu paradieren. Stattdessen ruft man heute den Namen des Landes, in dem man wohnt (aber nur an großen Fußballfeiertagen) und klebt an seinen Kühlschrank ein Foto der Klimakatastrophe.

Wenn Christian Klar in einem japanischen Restaurant den Fisch kalt serviert bekommt, muss ihn jemand daran hindern, sich mit dem Besitzer in ein mit einem robusten Mandat (siehe unten) ausgestattetes Gespräch zu begeben. Fisch will heute kalt und roh gegessen werden und wir müssen uns nach dem Fisch richten, denn er ist selten geworden.
Denn auch das wird Christian Klar wundern – die Ökospinner hatten Recht. Zwar nicht mit dem deutschen Wald und Atomkraftwerke bohren sich viel seltener bis nach China durch, als die Spinner angenommen hatten, aber doch setzt sich die alte Kinderweisheit durch, dass man mit einem Fußtritt ein Insekt töten, aber mit allen Wissenschaftlern der Erde nicht ein Insekt herstellen kann. Wobei Erkenntnis heißt: Wir sehen ein, dass wir zu viel Fleisch essen und zu viel Fisch, dass der Regenwald sich als Möbelstück weniger gut macht als als Lunge, aber natürlich handeln wir nicht danach.

Christian Klar wird sich erinnern: Die dritte Welt (die das erste Opfer von Nahrungsmittel- und Umweltkrisen ist) lag uns immer schon am Herzen, aber unsere Herzen haben keine Taschen und sind eher mit Pumpen beschäftigt als mit Denken.

Aber ich schweife ab, eine Reminiszenz an die Zeit, in der Christian Klar noch der meistgesuchte Deutsche war. Heute ist der meistgesuchte Deutsche ein Mann, der Mundharmonika spielen kann, ein junges Mädchen, das unfallfrei geradeaus zu gehen im Stande ist oder gleich ein Rudel von Jungen und Mädchen, die durch gemeinsames Singen einen toten Biber erwecken könnten, wüssten sie, was ein Biber ist. Wir leben im Zeitalter der Castingshows. Ruhm erlangt man nicht mehr dadurch, dass man ein Volksgericht er- und Arbeitgeberpräsidenten hinrichtet, sondern dadurch, vor den Augen von Dieter Bohlen (den könnte Christian Klar noch kennen aus der ZDF-Hitparade) oder Heidi Klum (das ist ein sogenanntes Model, früher Mannequin, ein Beruf, dessen Ziel früher darin bestand, beim Kleidervorführen einen reichen Gönner kennenzulernen und dessen Ziel heute es ist, zusammen mit einem ehemaligen Popstar in die Bunte zu gelangen) zu bestehen.

Man raucht nicht mehr in Kneipen und braucht, will man sich dort Zigaretten ziehen, einen Altersnachweis. Für Zigaretten wird nicht geworben und auf Packungen findet man Todesdrohungen. Ansonsten darf aber schon geworben werden. Auf Bussen und Taxis: Werbung. In der Bahn: Werbung. Auf Konzertkarten: Werbung. Auf Fußballtrainern: Werbung. Es zeichnet sich ab, dass auf Werbetafeln zusätzlich Werbung für andere Produkte gemacht wird. Am Checkpoint Charly stehen uniformierte Studenten, mit denen man sich fotografieren lassen soll und an der Uni stehen uniformierte Studenten, die mal Richter werden wollen.

Es gibt Strandbars, wo einst der Todesstreifen war und da, wo die Kommunisten lebten, sind jetzt Nazis. Der Tränenpalast nimmt Eintritt, der Palast der Republik wurde entsorgt und wird ein Stadtschloss. In den Supermärkten ist alles Bio, sogar Obst und an der Kasse bekommt man Herzen. Das Leergut nimmt ein Automat an, der etwas langsamer ist als der Typ, der das vorher gemacht hat, der füllt jetzt sein auf den Straßen eingesammeltes Leergut in den Automaten, weil er mit seinem Hartz-IV (siehe unten)-Scheck nicht hinkommt.

Wenn Christian Klar sich über die ganzen Kameras wundert, muss man ihn beruhigen: Die überwachen uns nicht, Orwell war ein Trottel. Die passen auf uns auf. Das heißt: In den Räumen mit den Monitoren, in denen die Aufnahmen all der Kameras zusammenlaufen, sitzen hochmotivierte Teilzeit-Zeitarbeiter, die äußerst konzentriert notieren, um wieviel Uhr man die Kehle von einem ebenfalls hochmotivierten Vollzeit-Drogensüchtigen durchgeschlitzt bekommen hat.
Wenn man nur lang genug überwacht, wird sich rumsprechen, dass die Polizei einen schnappen wird und daher werden die Vollzeit-Drogensüchtigen aufhören, Verbrechen zu begehen und stattdessen einen Hedge-Fond aufziehen.

Medien
Wenn Christian Klar diesen Text hier liest, dann befindet er sich im Internet.
Das Internet. Unendliche Weiten. Kulturpessimisten glauben, das Internet werde auf die öffentliche Moral ähnliche Auswirkungen haben wie die Erfindung des weiblichen Orgasmus und gesamtgesellschaftliche Konsequenzen haben wie ein Teestündchen von Adolf Hitler und Stalin. Optimisten glauben, das Internet werde wirken wie die Erfindung des Buchdrucks und eine nie gekannte Wissensexplosion mit sich bringen. Realisten glauben, dass Optimisten wie Pessimisten Recht haben.

Kurzes Glossar der Gegenwart:

Euro
Der Euro ist die aktuelle Währung der Bundesrepublik Deutschland, die uns ermöglicht, in Griechenland mit demselben Geld Gyros zu essen wie bei uns. Darüber hinaus ermöglicht es der Bundesregierung, ihre Währungspolitik mit der griechischen Regierung abzustimmen, was beinahe ein so großes Vergnügen ist, wie mit den Folgen einer Gyrosvergiftung in einem Krankenhaus in Piräus zu liegen.

Robustes Mandat
Ein robustes Mandat bedeutet: Man darf jemanden erschießen, wenn er sich gegen seine Befreiung wehrt.
Dass jemand sich gegen seine Befreiung wehrt, mag Christian Klar, der ja nun recht lange unfrei war, verwundern, aber der Grundzusammenhang zwischen „Leute Befreien“ und „Leute Erschießen“ dürfte ihm vertraut vorkommen.
Deutschland führt wieder Kriege, auch solche, an denen es sich ausdrücklich nicht beteiligt. Selbstverständlich führt Deutschland nur gerechte Kriege in Ländern, die es wirklich verdient haben, bombardiert zu werden, wir sind ja keine Barbaren. Sagt jemand etwas gegen diese Kriege, wird ihm „typisch deutsche Wegsehmentalität“ vorgeworfen und er muss sich schämen, Freiheit und Demokratie nicht herbeibomben zu wollen.

Das ist unfair und zynisch formuliert, denn die, die den Militäreinsätzen das Wort reden, sind nicht wie zu Klars Zeiten alte Nazis. Die kannten den Krieg und waren eher zögerlich. Heute wollen die Hippies von gestern Taliban und Republikanische Garden, serbische Freischärler und somalische Piraten pulverisieren. Die meinen es wirklich nur gut und das muss jeder verstehen, es sei denn, man ist zufällig gerade erst Taliban geworden und wollte sich das Ganze erst einmal ansehen und läuft jetzt mit nur einem Bein herum. Oder man ist gar kein Taliban und findet sich plötzlich in Guantanamo wieder und der SPD-Kanzlerkandidat weiß von nichts.

Aber das führt jetzt zu weit, Christian Klar würde das sowieso nicht verstehen, er würde etwas von „Militärisch-industriellem Komplex“ brummeln und das wäre ja nun wirklich absurd.

Hartz IV
Ende der Neunziger gab es in der Bundesrepublik Deutschland ein Heer von Arbeitslosen. Deshalb musste der Sozialstaat umgebaut werden. Man hätte auch Autobahnen bauen können oder Pyramiden oder jeder hätte sich ein Loch ins Knie schießen können, denn dann hätten ganz viele arbeitslose Ärzte etwas zu tun gehabt, aber man hat sich eben entschieden, den Sozialstaat zu reformieren. Bald darauf zeigten sich die ersten Erfolge. Menschen nahmen Jobs an, für die sie nicht qualifiziert waren und die sie nie ergreifen wollten und verdienten dort fast so viel wie sie vorher an Arbeitslosengeld bekamen. Festanstellungen bekam man nur noch in Gefängnisschreinereien und am Ende war der Arbeitsmarkt so flexibel, dass man gar nicht mehr merkte, ob man arbeitet oder schon tot ist, jedenfalls nicht auf seinem Konto.

61 Kommentare

  1. 01

    beeindruckend! fürhst du das noch fort?

  2. 02

    Bisserl zynisch, aber ich habe in den letzten Wochen sowohl mit meinem Großvater, als auch mit Muttern und Freunden darüber geredet. Und egal mit wem man redet – das ist einfach eine Diskussion, die sich festfährt. Da bleibt man immer stecken.

  3. 03
    Dr. Gonzo

    „an der Uni stehen uniformierte Studenten, die mal Richter werden wollen“

    Daran habe ich den Autoren erkannt.

  4. 04

    top text. führ das doch bitte weiter. „Malte erklärt die welt“ oder so ;)

  5. 05
    Martin2

    Gibts im Knast kein Internet? Wäre mal nett, so ein Gefängnisblog.

  6. 06
    MakeAMillYen

    Und vor 25 Jahren, da gab es noch Schnee, wie das Foto beweist.

  7. 07
    Kommentator

    „…Politiker der Autoindustrie vorschreiben, welche Autos sie auf den Markt zu bringen hat…“
    Wäre zu schön, ist aber anders: Ein wenig Finanzkrise, und schon werden Steuern gesenkt und andere Geschenke gemacht, damit die Autoindustrie so dämlich weitermachen kann wie immer. Wie alle Politiker ist auch die Kanzlerin reiner Machtmensch und an echten Veränderungen nicht interessiert.
    Gute Idee, der Text ansonsten.

  8. 08

    …und gelbe Telefonzellen mit Münzeinwurf ;-)

    Ich sehne mich schon nach einer Fortsetzung von „Maltes-Erklärt-die-Welt-Reiseführer“
    Nächstes mal könntest du ja z.B. mal auf die Selbstzerstörungsmechanismen der Jugend eingehen wie z.B. Komasaufen, Killerspiele und Klingeltöne…. oder auf den Despoten des Untergangs – den teuflischen Ölpreis (auch wenn der in der letzten Zeit etwas aus der Mode gekommen ist)…. oder über unsere neuen Freund-Feinde aus dem mittleren Osten …..oder oder oder…. Themen gibt es noch genug ;-)

  9. 09

    Woher stammt das Foto? Welche Stadt ist das? kommt mir iwie bekannt vor aber kA ….

  10. 10
    Daniel(2)

    Die Bundesregierung macht keine Währungspolitik :P
    (Hab ne Vorlesung „žEinführung in das Privatrecht“ mir ist langweilig)

  11. 11

    …was ist denn das da auf dem foto? parkplätze!!!!!

  12. 12
    Daniel

    @Badratgeber: Flickr sagt: Hamburg, Fuhlsbüttler Straße

  13. 13
    Tim

    Was sich verändert hat: Heute erkennt man eine Apotheke an dem „A-Signet“ und nicht an der Reklame von „Hoechst“. Hoechst gibt es nicht mehr. Das wurde zusammen mit Rhône-Poulenc zu Aventis. Das gibt es auch nicht mehr. Mit Sanofi-Synthelabo ist es zu „Sanofi-Aventis“ geworden. Wie lange es noch „Sanofi-Aventis“ gibt ist auch unsicher.

  14. 14

    Man sollte Christian Klar auch sagen, dass er mit seinem alten Auto nicht mehr überall fahren darf, außer, wenn er sich eine Umweltplakette holt.

  15. 15

    Großartig!

    Genau genommen liest sich das, als wäre Freiheit heute die schlimmere Strafe als 26 Jahre Knast (was nach 26 Jahren Knast vermutlich noch nicht mal zynisch, sondern vielmehr zutreffend ist).

  16. 16

    Dass die Frauen (und immer mehr auch die Männer) jetzt rasiert sind, sollte man nicht vergessen.

  17. 17
    Rox

    Ganz groß Malte!

    Fragt sich nur, ob wir nicht was unternehmen wollen und müssen – ein großer Anführer soll ja bald wieder zur Verfügung stehen.

    Na ja.
    Aber es kann wirklich nicht so weiter gehen. Was ist die Lösung? Obama für alle? Dichter an die Macht? Auswandern? Aber wo hin? Die anderen sind ja auch nicht besser.

  18. 18
    Daniel

    Meinte Güte, woher hast du denn diese Definition eines „robusten Mandats“? Aus deinem Bauchgefühl, der Bild oder der Jungen Freiheit? In diesem Beitrag ist so viel Unfug, Unwahrheit und Vermutungswahrheit drin, wenn Spreeblick ein bisschen mehr Relvanz hätte, müsste man beinahe ein Watchblog aufmachen. Ja, auch dann wenn das hier alles total witzig gemeint ist. Der eigentlich Sarkasmus steckt also vermutlich im vorletzten Satz: Wissensexplosion, ja, wo denn? Nicht eher, wie hier, ein lustiger Anschlag ohne störende Substanz?

  19. 19
    Rox

    Erklärs uns Daniel.

  20. 20
    icke

    Nettes Bild. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Kann mich mal jemand aufklären wo das ist?

  21. 21
    handzon

    Kulturpessimisten glauben, das Internet werde auf die öffentliche Moral ähnliche Auswirkungen haben wie die Erfindung des weiblichen Orgasmus und gesamtgesellschaftliche Konsequenzen haben wie ein Teestündchen von Adolf Hitler und Stalin.

    Ab da konnte ich vor lachen nicht mehr weiterlesen. Sehr gelungen. Bitte mehr!

  22. 22

    Ich glaube kaum, dass Herr Klar von all dem nichts weiß, er wird Zeitungen gelesen und Fernsehen geschaut haben. Insofern verschließt sich mir der direkte Bezug zu Herrn Klar, vielmehr scheint es ein „früher war alles besser“-Nostalgieartikel zu sein.

  23. 23
    Harald

    Was soll das? Der Mensch hat andere Leute getötet und hatte sicherlich mehr Kontakt zur Außenwelt als manch WOW Spieler. Das liest sich wie „Der arme Herr Klar“.

    Mach doch mal ein Bericht darüber was sich für ins Koma geprügelte Familienväter aus Köln sich alles im Leben verändert, während der prügelnde Intensivtäter auf Bewährung wieder frei kommt.

    Scheiß Artikel!

  24. 24
    Cptz

    Kleine Korrektur: An der Uni stehen heute uninformierte Studenten.

  25. 25

    @handzon: Ich finde auch, dass sich Christian Klar bei dem ins Koma geprügelten Familienvater aus Köln entschuldigen sollte.

  26. 26
    Jan(TM)

    Das ist die beste Franz Josef Wagner Kolumne die ich je gelesen habe.

  27. 27
    mekong

    Schöner Text. Du hast natürlich das wichtigste Thema (gerade nach soviel Zeit im Knast) ausgespart: den SEX. Damals gab es noch kein Aids auch die aufbasbaren Puppen waren noch nicht so ausgereift. Mangels Viagra war öfters mal tote Hose. Und für Pornos musste man in schmuddelige Stadtteile fahren und ne Sonnenbrille aufsetzen.

    Vielleicht hast du ja ne falsche Vorstellung, was einen nach so langem Einschluss wirklich interessiert.

  28. 28

    @Harald:
    Zunächst: die Freilassung Klars wurde nicht von uns veranlasst, sondern per Gerichtsentschluss.
    Der Artikel bezieht diesbezüglich keine Stellung, ebenso wenig bezeugt er in irgendeiner Form Mitgefühl für Klar.
    Es geht hier lediglich um die Frage, wie sich die heutige Gesellschaft für jemanden darstellt, der 25 Jahre im Gefängnis sass und die Veränderungen nicht miterleben konnte.

  29. 29

    anregend. mehr nicht.

  30. 30

    Sicherlich ist in den letzten 26 Jahren – nicht nur politisch – viel passiert, aber Christian Klar hatte bereits Freigang und ich glaube kaum, dass der Wandel der Zeit – selbst im Gefängnis – an ihm spurlos vorbei gegangen ist, oder er diesen ignoriert hat.

  31. 31
    Jörg

    Malte, lass dich nicht provozieren! Meine Freude über den Text war nicht bloß klammheimlich, sondern wirklich echt. Weitermachen! (Um in der Diktion des Christian Klar bekannten Bundeskanzlers Schmidt zu bleiben, von dem allerdings immer noch die Rede ist.)

  32. 32

    Man kann sich die Frage wie sich die Welt in den letzten 25 Jahren veraendert hat auch ohne „Christian Klar“ in der Headline stellen. Irgendwie hat Malte Welding da wohl einen „Softspot“.

    Achso Raider gibts nicht mehr, Treets und Bonitos sind ebenso spurlos verschwunden. Und Honda ist jetzt genau wie Grapefruit PUNK.

  33. 33
    Causa motiva

    Sehr schön geschriebener Text, was zum Schmunzeln aber mit Tiefgang!

  34. 34

    Schick. Vielleicht maile ich den Artikel.

  35. 35

    […] Die überwachen uns nicht, Orwell war ein Trottel. Die passen auf uns auf. […]
    Sehr amüsanter Artikel

  36. 36

    Guter Text, mal so fern vom ganzen Gut und Böse der politischen und jurstischen Urteile.
    Rückkehrer aus dem Zeitvakuum… Ich selbst kam schon nicht mehr klar (?!) nachdem ich damals die ganze „Wiedervereinigung“ verpasst hatte. Nur ein Jahr auswärts — nicht im Knast — und es war plötzlich nicht mehr das Land, das man kannte. (Aber damals waren die heißesten News auch vorgestrige Videokassetten der Tagesschau. Die konnte man sich dann mit anderen Emigranten im Goethe-Institut ansehen.)
    Es muss wirklich eine verstörende Zeitreise sein. Alle Medien sind auch heute nur Realität aus zweiter Hand.

  37. 37
    Chris

    „Das ist unfair und zynisch formuliert, denn die, die den Militäreinsätzen das Wort reden, sind nicht wie zu Klars Zeiten alte Nazis. Die kannten den Krieg und waren eher zögerlich.“
    Den Satz finde ich ein wenig daneben. Weder wurde der zweite Weltkrieg besonders zögerlich geführt, noch waren die damaligen Generäle (Historiker mögen mir widersprechen) besonders kriegserfahren sondern hatte vielmehr das Glück der Geburt.

  38. 38

    ach herrlich ..
    ein glück kann ich über zynismus noch lachen, die wahrheit ist leider zu erschreckend!
    dennoch,
    danke malte!
    und harald.. nun mal mal nicht so blutwurst ernst..

  39. 39

    christian klar ist ein zu recht verknackter (und nach geltendem recht freigekommener) scheissterrorist und als, „chuckle-chuckle, irgendwie-einer-von-uns“ eingemeindeter auch nur in den restspuren der allerhöchsten ironiestufe schlicht ungeeignet.
    Oder versteh‘ ich was nicht?

  40. 40

    @the_stephan: Ich würde sagen, du interpretierst einfach sehr frei. Ich kann in dem Text nichts von dem finden, was du bemängelst. Es geht kaum um Klars Person oder Verbrechen, seine Freilassung war nur der Anlass für die obenstehenden Gedanken.

    Es würde sicher hier etwas zu weit führen, zu erläutern, warum die RAF ein etwas größeres und wichtigeres Thema war und ist, als das man es mit „Scheißterrorist“ abhaken könnte. Es ist aber immer wieder faszinierend zu sehen, dass man, wenn man sich damit (an anderer Stelle bei Spreeblick) auseinandersetzen will, gerne als Unterstützer von Mördern oder als Verharmloser der begangenen Verbrechen angesehen wird.

  41. 41

    Der Text gefällt, ich schließe mich aber all denen an, die sagen, dass der zweite (und dritte, und vielleicht vierte) Teil fehlt. Also bitte weitermachen (Themenvorschläge Sex, Drugs & Rock’n’Roll. Und der SDS. Und die Tatsache, dass die USA in zirka 30 Tagen vom Reich des Bösen zum gelobten Land werden wird, dank Facebook).

  42. 42

    Ihr alle wisst was einem des mehrfachen Mordes überführten Straftäter erwartet
    wenn er bspl. im US Staat Texas veruteilt worden wäre.

    Ich wage nicht darüber zu richten

  43. 43
    oehi

    @johnny (40): sicher greift the_stephan zu kurz mit „Scheißterrorist“.
    Aber genau so wenig verstehe ich, aus welchem Grund Klar hier zum Vehikel gemacht wird. Die Person Klar halte ich (im Gegensatz zur RAF) für irrelevant.
    Der Geschmack „irgendwieeinervonuns“ bleibt an diesem Artikel hängen, weil nichts anderes in diesem Zusammenhang geklärt wird.
    Nicht gut.

  44. 44

    @Johnny (40)
    „Scheißterrorist“ ist natürlich nur eine frivol formulierte Gegenposition zu dem was mir komisch vorkommt: „Mönsch, der Christian ist draussen, Anlass, mal humorig zurückzublicken“: Ich hab mich selbst schon oft dabei ertappt wie ich ähnliche ironisch-folkloristische, leicht nostalgische Eingemeindungen selbst vorgenommen hab, und ärgere mich jedesmal darüber. Da hilft nur die Austreibung per forscher Gegenposition: Alles Verbrescher!

  45. 45
    Lena

    Jan(TM):

    Das ist die beste Franz Josef Wagner Kolumne die ich je gelesen habe.

    ^- Mehr Sarkasmus und Witz als der ganze Text da oben.

    Sicherlich stecken in dem Artikel einige Wahrheiten, aber abgesehen von dem seltsamen Aufhänger (wurde ja nun aber oft genug mokiert), wird über Belanglosigkeiten geweinert (automatisierte Pfandflaschenrückgabe – wie kalt und trist ist doch die Postmoderne! …?) und wirklich wichtige Themen (Überwachungsstaat) nur oberflächlich abgehandelt und nichts wirklich Neues oder wenigstens Altes in neuer, bissiger Form verlautet. Das hätte man insgesamt wirklich besser machen können. Abgesehen davon, dass man über noch viel mehr hätte schreiben können. Aber das wurde ja auch schon angesprochen und kann ja noch folgen.

  46. 46
    msy

    Ich sehe nirgens, dass Herr Welding den Klar in irgendeiner Weise aufwertete, im Gegenteil, es ist erfrischend abwertend, so wie es Mörder verdienen.

  47. 47
    claudio

    selten einen solch belanglosen Text gelesen. Gespickt mit lauter Quatsch und versteiftem Sarkasmus, dem jegliche Zündung fehlt.

  48. 48
    Stephan (Der Echte)

    Boah, Leute! kommt mal wieder runter! Wenn Ihr jeden Eurer geäußerten Gedanken nach solchem Tiefgang durchtauchen würdet, wie Ihr es von dem kleinen feinen Malteartikel verlangt, käme mir nie in den Sin mich länger als 5 Minuten bei Euch aufzuhalten. Nebenbei würde ich dann Malte auch nicht mehr lesen wollen, täte er immer Tiefsinntauchen.
    Ich finde die Anregungen klasse, die ich hier bekomme. Das nicht alles furchtbar ernst und genau ist, kann sich doch jeder ausmalen, der Ironie/sarkasmus/Zynismus hinkrakeln kann.
    Und sich über Klar als Vehikel zu echauffieren halte nun wieder für ziemlich Franz Joseph Wagner.

  49. 49
    Frischgebacken

    Leider muss ich claudio Recht geben. Der Artikel ist ueberflutet mit um-die-Ecke-Witzen und achtung-Sarkasmus Faehnchen. Viel zu viel und keinesfalls moderat benutzt. Nostalgie ist ein Gefuehl der Vergangensheitsleber, ich wuerde raten, den Artikel komplett neu zu bearbeiten. Bin ehrlich gesagt etwas enttaeuscht lieber Herr Welding.

  50. 50

    Meine Meinung:

    Alles was unter / oberhalb von #42 geschrieben wurde ist lachhaft.

    Alles Gute

  51. 51
    Andreas

    Ein wunderschöner Text!

  52. 52
    gelegenheitszicke

    Wie können manche nur so wenig Spaß verstehen?
    Der Text ist absolut super!
    Triffts doch auch in den meisten Dingen

  53. 53
    Henker

    humor leute humor. der fehlt ja leider in jeder debatte

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