31

Say Goodbye to DRM

Na endlich. Lange hat’s gedauert, doch nun ist es soweit: Ab heute sind alle neuen Songs der vier großen Majors (was ist mit den Indies?) im iTunes Music Store DRM-frei, der gesamte Back-Katalog, der im iTMS immerhin rund 10 Millionen Songs ausmacht, soll bis April ebenfalls ohne Kopierschutz verfügbar sein.

Der Aufpreis von 30 Cent für DRM-freie Nachkäufe bereits erworbener, bisher „geschützter“ Titel (Hey! Weniger Technik drin, aber mehr Geld dafür haben wollen?) ist natürlich eine Frechheit, aber das Spiel muss man ja nicht mitspielen. Ich weiß, das es trotzdem was zu mosern gibt, weil immer noch kein Ogg-Vorbis-Format benutzt wird, aber wer einen blassen Schimmer von den rechtlichen Hürden und den Interessensverstrickungen der Musikbranche hat, weiß den natürlich nicht uneigennützigen Einsatz von Apple als Vorreiter in dieser Hinsicht zu schätzen.

Denn mühsam ernährt sich das Eichhörnchen von den kargen Früchten des Waldes …

Ansonsten gab es bei der Macworld-Keynote nur neue Riesenspielzeuge für Greenpeace-Grafiker und ComputerProgramme.

31 Kommentare

  1. 01

    Ich hoffe nur, das Napster und co es auch irgendwann schaffen!

  2. 02
    gingerbread

    ich frag mich immer wie es rechtlich mit diensten wie http://tagoo.ru/ aussieht. Ja, tut mir Leid, offtopic. Ich bin noch etwas primitiv, weil ich platten kaufe, aber ab und zu lausche ich auch auf youtube und lastfm.

  3. 03

    Könnt Ihr denn Eurem Greenpeace Grafiker dann nichtmal so ein Riesenspielzeug spendieren? Der Arme musste doch gerade sein Powerbook auseinandernehmen.

  4. 04

    @robert: Nee, der hat doch schon ein Neues!

  5. 05

    @Johnny Haeusler: Ich dachte, das wäre Dein „altes“? ;)

  6. 06

    Für ihn ist das „NEU“

  7. 07

    Hae? Apple Vorreiter bei DRM free downloads?

    Gibt’s das bei Amazon nicht schon seit ueber einem Jahr im grossen Stil?

  8. 08

    Armin hat recht. Apple ist nicht Vorreiter, sondern letzter Mohikaner in Sachen DRM. Amazon, Rhapsody, Walmart, Napster und wie sie alle heissen verkaufen schon seit Monaten nur noch DRM-freie Titel. Aber vielleicht haben wir auch einfach alle nur die Ironie ueberlesen?

  9. 09
    Jan(TM)

    @Janko: Gib mir doch bitte mal die URL des deutschen MP3 Amazon Shops. Oder hab ich da gerade die Ironie überlesen?

  10. 10

    und vielleicht lag das auch nicht an Apple? es lag und liegt in der entscheidungsgewalt der labels, ob mit oder ohne DRM veröffentlicht wird. Der Aufruf dazu von Steve Jobs kam schon vor 2 Jahren zur Macworld

  11. 11

    @Marcel: Natürlich lag das nicht an Apple, dass sie erst so spät DRM-freie Big-Four-Musik liefern können. Und ja, Steve Jobs hat vor zwei Jahren medienwirksam DRM-freie Musikangebote gefordert. Wie viel Einfluss das auf eine sich eh abzeichnende Entwicklung hatte, mag ich nicht beurteilen.

    Trotz allem würde ich Apple aber nicht als Vorreiter bezeichnen, wenn sie jetzt (wenn auch unverschuldet) erst DRM-frei dabei sind.

  12. 12

    Die DRM-freien Amazon-Downloads kann ich in Deutschland nicht finden. Downloads bei Walmart sind auf die USA beschränkt. Napster bietet (nur in D?) kopiergeschützte WMA-Files an, die nicht auf dem Mac laufen, die ich im Abo hören kann und für die ich extra bezahlen muss, wenn ich Titel auf CD brennen will. Rhapsody funktioniert meines Wissens ähnlich, nur mit dem RealPlayer, auch dort: Nur in den USA.

    Mag sein, dass ich Apples Rolle überschätze, da lasse ich mich gerne korrigieren. Ich weiß nur, dass das Unternehmen in den letzten Jahren viel Überzeugungsarbeit direkt bei den Labels geleistet hat, evtl. tat das auch der zuständige Amazon- oder Napster-Mitarbeiter, nur weniger prominent. Letztendlich ist es aber nicht unwichtig, wer die Pressemeldungen besser platzieren kann, denn auch Label-Manager lesen. Und ob des iPods hört man Apple sicher nochmal anders zu als bspw. Walmart.

  13. 13
    Stephan (der Echte)

    So geht das richtig: http://www.akuma.de/
    Nein, ich bin da nur Kunde und ja, umfangreich ist was anderes. Aber immerhin haben die Rainald Grebe :)

  14. 14

    @Johnny Haeusler: also da muss man dir schon recht geben. bezogen auf uns (deutschland) ist das durchaus eine vorreiterrolle.

  15. 15
    Snakebite

    ABER: die E-Mail Adresse Eures iTunes-Accounts ist dennoch in den Meta-Tags jedes einzelnen Songs hinterlegt … und nicht via iTunes editierbar.

  16. 16
    Sonja

    Aber audible bleibt im idiotischen aa-Format, so dass man auch weiterhin keine DRM-freien Hörbücher im itunes-Store kriegt.

  17. 17

    Apple ist in Sachen DRM nicht mal in Deutschland Pionier. Musicload hatte schon vor iTunes MP3s von Sony, Warner und Universal. Und Steve Jobs hat seine Anti-DRM-Rede erst gehalten, nachdem branchenintern laengst bekannt war, dass Amazons Download-Shop MP3 only sein wuerde. Das nur mal for the record.

  18. 18
    Bu

    Der Punkt ist: Apple hat keinen US-only (Amazon.com) bzw. Deutschland-only Markt (Musicload.de). Den iTunes Store erreicht man in min. 60 Ländern mit unterschiedlichem Copyright- und Lizenzrechten und mit 10 Mio. Songs ist die Auswahl wahrscheinlich auch die größte.

  19. 19
    DieterK

    In den letzten Jahren haben die großen Labels (Ausnahme EMI) DRM als Druckmittel gegen iTunes benutzt: Andere Anbieter durften Songs ohne DRM verkaufen, Apple nicht. Damit wollte man die Konkurrenten fördern, das quasi-Monopol von iTunes brechen.

    Allerdings hat sich gezeigt, dass den iTunes-Kunden DRM (und Tonqualität) egal ist. Und der minimale Marktanteil von AmazonMP3 und Co. zeigt, dass der Markt auch durch den Verzicht auf DRM nur wenig wächst (wenigstens kurzfristig).

    Womit wir beim Kern der Entscheidung angekommen wären: iTunes durfte auf DRM verzichten, weil Apple im Gegenzug der Forderung der Labels nach „variablen“ Preisen – im Klartext: nach höheren Preisen – zugestimmt hat.

    Dass die Majors glauben, eine Preiserhöhung von 30 Prozent durchsetzen zu können, zeigt, dass sie immer noch am alten Geschäftsmodell festhalten und ihrer Profite kurzfristig durch den Verkauf von Hits steigern wollen.

  20. 20
    Ralf

    Werden denn digitale Wasserzeichen eingesetzt ? Ggf. sogar personalisiert, was wirklich übel wäre ?

  21. 21

    Nur mal so am Rande erwähnt: Wenn man die DRM-freien Dateien bei iTunes erwirbt kann man sie mit einem Klick direkt in iTunes großflächig in reguläre MP3s konvertieren. Das löst vielerlei Probleme.

  22. 22

    Freie Software

    zur Bearbeitung von [DRM] Musik

    Die letzte Ausgabe von Computerbild
    2/2009
    beinhaltet freie Programme zur Be-
    arbeitung von Mediendateien.


    Alcohol 120%

    DRM Copy

    Audio Jack 3

    WM Recorder

    Tunebite

    Selber Suchen

    Alles Gute

  23. 23

    @DieterK: Danke für die Infos, haste da mal Quellen zu? Gerne auch per Mail. johnny bei spreeblick punkt com.

    @Janko: Gut, Apple ist nicht der Vorreiter, sondern es ist „¦ ? ;)

  24. 24

    Johnny, die EFF scheint auch nicht gerade an Apple’s Vorreiterrolle im Kampf gegen DRM zu glauben:

    Apple Shows Us DRM’s True Colors

    Vor allem der letzte Absatz hat es in sich:

    „This week’s announcement is another step in the meltdown of DRM for music. But it is also a stark reminder that Apple remains at the forefront of employing DRM to shove competitors to the fringes and wrest control out of the hands of users.“

    Ja, Apple ist ein Vorreiter. Nur leider nicht gegen, sondern in vielen Bereichen fuer DRM.

  25. 25

    @Armin: Ich werde ja nicht so verrückt sein, ein Unternehmen wie Apple „in Schutz“ zu nehmen, na klar sind die nicht die Guten. Dennoch haben sie DRM-freie Downloads (mit) vorangetrieben — aus kommerziellen Gründen, sicher.

    Ach, geht doch zur SZ. ;)

  26. 26

    @Johnny Haeusler:

    Danke fuer’s zur SZ schicken! Dadurch habe ich gerade gefunden dass eine meiner 404 Seiten dort gelistet ist. Whoohoo, Internet Fame!

  27. 27

    @Armin: Wenn sie es jetzt noch schaffen würden, den URL unten auch noch zu verlinken „¦

  28. 28

    @Johnny Haeusler:

    Wie jetzt? Verlinken? Was ist das denn? Wie geht das? Kann man das essen?

  29. 29

    @Armin: Zu den üblichen Bürozeiten: Ja.

Diesen Artikel kommentieren