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Harun Farocki Werkschau auf 3sat

Ich hänge vielleicht noch etwas altmodischen Vorstellungen von Film an, die besagen, dass es im Kern darauf ankommt, mit Film das zu sagen, was man nicht sagen könnte, wenn man nur Papier und Stift hätte oder nur malen würde.

Vielleicht ist es sogar ein glücklicher Umstand, dass Harun Farockis Filme in den Fernsehhäusern der Republik nicht besonders viele Unterstützer fanden. An Quanti- (100 Filme in 40 Jahren) und Qualität (er erhielt u.a. den Preis der deutschen Filmkritik, den Adolf-Grimme-Preis und den Herbert-Quandt-Medien-Preis) wird es kaum gelegen haben. Jedenfalls konnte sich Farocki, vom Einkanalmedium nicht sonderlich berücksichtigt, wesentlich aufwändigeren Installationen widmen, die seinen Arbeiten, die sich immer wieder in die Produktion der Bilder und den alles-durchdringenden Blick verbissen, mehr entsprachen.

Insofern dann auch wieder in der Umkehrung spannend wie es aussieht, wenn 3sat in der kommenden Nacht und Sonntagabend Farockis Arbeiten auf einen Bildschirm eindampft.

Der Sender zeigt in der Nacht von heute auf morgen zu einer brutalen Zeit und am Sonntag, den 11.01., sieben Filme von und einen Film über den Essayfilmer. „Aufschub“ läuft dabei als Erstaustrahlung im deutschen Fernsehen. Die anderen Filme werden ebenfalls äußerst selten gesendet.

FREITAG
23.50 Uhr Aufschub, 2007 (Erstausstrahlung)
02.15 Uhr Der Auftritt, 1996
02.55 Uhr Gefängnisbilder, 2000
04.00 Uhr Dokumentarisch arbeiten: Modell/Realität von Christoph Hübner, Gabriele Voss, 2005
05.00 Uhr Erkennen und Verfolgen, 2003
05.55 Uhr Auge/Maschine, 2001

SONNTAG:
21.45 Uhr Nicht ohne Risiko, 2004
22.40 Uhr Ein Bild, 1983

Mehr dazu bei 3sat.

Farocki wird dieses Jahr 65, vielleicht ist das der Grund für das vermehrte Interesse an seinem Werk. Für all die, die noch mehr von ihm sehen wollen, Ende Juni 2009 wird die absolut Medien GmbH eine Harun Farocki-DVD-Box mit gleich 20 Filmen veröffentlichen.

[via Jan Distelmeyer]

3 Kommentare

  1. 01
    Knopfloch

    Danke!

  2. 02

    Da wird die Zwangsabgabe Namens
    http://www.gez.de mal Sinnvoll umgesetzt.

    Alles Gute

  3. 03

    Danke, gerade „Nicht ohne Risiko“ ist ein toller Film.

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