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Internet Blackout in Neuseeland

Das, was sich in Frankreich Mission Olivenne nennt und auch unter dem Slogan „3 strikes and you“™re out“ gehandelt wird, nämlich die Zugangssperre zum Internet durch den Provider nach dreimaliger Verwarnung wegen mutmaßlicher oder nachgewiesener Urheberrechtsverletzungen, das, wovon wir hoffen, dass es hier nicht durchzusetzen ist, das könnte in Neuseeland am 28. Februar Realität werden.

Das dort „Guilt Upon Accusation law ‚Section 92A'“ betitelte Gesetz ruft derzeit eine hübsche Gegenaktion auf den Plan, die man sich zum Nachahmen ja schonmal merken kann, sicher ist sicher:

Unter dem Slogan „New Zealand Internet Blackout“ sollen möglichst viele Teilnehmer ihre Profil-Fotos in Social Networks oder gleich ihre ganzen Blogs einfach schwarz einfärben, um so auf den Protest hinzuweisen. Die dazugehörige Petition wurde bisher etwas über 8000mal unterzeichnet und ich habe keine Ahnung, ob das für Neuseeland viel oder wenig ist.

Natürlich gibt es auch eine Demo in der „Echtwelt“, ganz spannend finde ich dabei die Bitte der Organisatoren, nicht in komplett schwarzer Kleidung zu erscheinen, weil damit „negative Assoziationen“ verbunden wären. Stattdessen sollten schwarze Plakate mitgebracht werden.

[Danke!]

22 Kommentare

  1. 01
    soralis

    Blackout in Neuseeland? Ihr solltet über den Blackout des Bundestagsserver berichten, den der heute minütlich erleiden musste.
    Wie auch an anderer Stelle im Netz publiziert, (das Netz ist eigentlich eine praktische Sachen, man kann überall publizieren stell‘ ich gerade fest): 50017! Und Schäuble kriegen wir auch noch! Kann uns ja nicht weglaufen… *lach*
    Und das ganze ohne das „Johnny“ und „Don Alphonso“ gezeichnet haben. Was mich immer noch völlig fassungslos macht. :-o
    Ach ja zur Werbung. Es gibt Programme, die die psychologische Manipulation der Werbefritzen, völlig abblocken. Sehr zu empfehlen! Dann bricht ihnen auch dieser Markt weg! Und auch Google geht pleite. Aber Ihr werdet drüber wegkommen. ;-)
    Mann!, ging es dem DAX heute wieder dreckig.

  2. 02

    Ich bin da eher pessimistisch.

    Unsere Politiker übernehmen doch fast allen Unsinn, der anderswo in die Welt gesetzt wird. Insofern sollten wir uns darauf einstellen, dass früher oder später auch in Good Old Germany auf Teufel komm raus zensiert wird.

    Big brother is watching us. Währet den Anfängen!

    Erdot Hadot

  3. 03

    Ich hab mich als Gesinnungskiwi auch an der Aktion beteiligt und mein Twitter-Profil auf schwarz gestellt.

  4. 04

    Wenn eine Urheberrechtsverletzungen(Download) nachgewiesen werden kann, warum schicken die Rechteinhaber nicht einfach eine Rechnung über den doppelten Kaufpreis bei iTunes, und die Sache ist gegessen?

  5. 05
    Frogster

    Das wars für Neuseeland. Muss mich schonmal um die Postadressen meiner neuseeländischen Emailfreunde kümmern.

  6. 06

    @soralis: Was ist eigentlich aus der guten alten Tradition des „zum Thema kommentierens“ geworden?

    On Topic:
    Was mich immer so stört an solchen Aktionen, so richtig und im Grunde gut die Intentionen auch sind: Warum kommen die immer erst, wenn das entspr. Gesetz bereits beschlossen wurde? Damit möchte ich nicht unterstellen, dass es keine Versuche im Vorfeld gegeben hätte in Neuseeland von entsprechend aktiver Seite (Gruppen wie den AK Vorrat wird es ja nicht nur in Deutschland geben). Ich wundere mich nur, dass die Mobilisierung von (Achtung: Buzzword) kritischen Massen scheinbar immer erst gelingt, wenn alles zu spät ist. Oder täuscht mein Eindruck was das angeht?

  7. 07

    Rollbretter sind einfach saugefährlich! Ich bin für diese Aktion.

  8. 08

    @robert:
    „…kritischen Massen scheinbar immer erst gelingt, wenn alles zu spät ist.“
    Bei der Atombombe ist erst alles zu spät wenn die kritische Masse erreicht ist.

  9. 09

    @Jens: Nicht alles was hinkt… ;)

  10. 10

    8000 ist so Mittel. Aber angesichts von nur 4 Mio Bewohnern und einer noch jungen Internetszene ist es schon beachtlich. Ich bin sowieso von dem Aktionismus hier sehr überrascht. Dieses Thema ist nicht nur in allen Zeitungen und TV stark vertreten, sondern wird auch unter den „Normalbürgern“ heiß diskutiert.

    So habe ich die letzten BBQs, Parties und sonstige Veranstaltungen damit zugebracht Fragen zu dem neuen Gesetz zu beantworten. Auf dem Twestival in Auckland habe ich dazu spontan einen längeren Vortrag gehalten, obwohl ich dank gespendeten Alkohols eigentlich kaum noch stehen, geschweige denn unlalend sprechen konnte. Wenn das kein Maßstab fürs Interesse des Publikums an der Sache ist. Aber ab jetzt bin ich mit der Info, dass ich RA bin und in NZ Copyright studiert habe, vorsichtig. Es sei denn, es gibt wieder Freibier. ;)

    @robert: Der Protest begleitet das Gesetz die ganze Zeit. Sicher nicht in einem Umfang wie diesem. jedoch gingen auch sehr viele davon aus, dass diese Klausel noch rausfliegt oder abgemildert wird. Sowieso war das ganze Gesetzgebungsverfahren seltsam, weil z.B. eine Kommission Änderungen zu Gunsten der User/Internet Service Provider beschlossen hat, als das Gesetz im Parlament gerade durch war. Es hieß dann, hübsch, aber zu spät.

    @Haftzeitblog: Ich gehe stark davon aus, dass diese Internetsperridee auch bei uns nicht vom Tisch ist. Dafür ist sie viel zu bequem und aussichtsreich für die Copyrightlobby. Aber mal schauen, wie es in NZ & Frankreich läuft.

    Wer genaueres zu dem Gesetz und auch der ganzen Problematik wissen möchte, ich habe hier bei Advisign einen ausführlichen Bericht dazu verfasst: „Neuseeland: „žThree strikes and you are out“ ist Gesetz“.

  11. 11

    Ich kann es verstehen, daß gegen Urheberrechtsverletzungen vorgegangen wird. Aber der Rausschmiss aus dem Netz ist doch eh nicht wirklich technisch möglich. Alles Unfug.

  12. 12
    12

    Besorgnis erregend! Free KiwiNet!

  13. 13
    scheinbar Paranoid

    nuja wenn man die einwohnerzahl mit deutschland ins verhältnis setzt und hochrechnet käme man hierzulande auf über 150.000 und das wäre schon was …
    wobei unterschreiben noch einfacher als auf die straße gehn is

    es braucht eben schon einiges um die eigene bequemlichkeit zu überwinden
    da nehm ich mich selbst nicht aus
    aber sich als paranoider abstempeln lassen wenn mans mal kommuniziert was so alles am laufen is das darf man sich ruhig gönnen

  14. 14
    Jan(TM)

    Wem soll das beeindrucken wenn bei StudiVZ alle Bilder schwarz sind?

    @Jens: Warum verlangt Schlecker nicht einfach den doppelten Preis wenn du eine Lippenstift klaust und erwischt wirst? Richtig, weil die abschreckende Wirkung gleich null wäre.

  15. 15

    Ich finds ja schön und gut, dass sich mal jemand wehren will, doch was für einen Zweck hat es die Bilder zu schwärzen?

    Abgesehen mal davon ist dieses „Gesetz“ gar nicht so dämlich, solange es gut umgesetzt wird.

  16. 16

    @Thomas Kiwispotter: Der Einschätzung kann ich zustimmen.

    Es kommt dazu, dass schnelle Internet-Verbindungen in NZ noch wenig verbreitet sind – kein Vergleich zu Deutschland. Da ist die Zahl wirklich schon okay. Ob es hilft, ist wieder eine andere Frage. Ich hoffe nur, dass ich im März während meiner drei Wochen „drüben“ ab und zu mal online sein kann, das reicht mir schon :D

  17. 17

    @Jan(TM):
    Weil Schlecker dann den Diebstahl einwandfrei nachweisen kann.
    Wie will Sony nachweisen das der Download nicht bei 2% oder 98% abbrach?
    Sind 2% schon strafbar?
    Und wo sind die dann?

  18. 18
    Jan(TM)

    @Jens: Du lädst ja bei P2P Netzwerken nicht nur runter – sondern du stellst die 2% auch anderen zum download zur Verfügung. Je nach Größe des Archives könnte in den 2% schon ein Lied drin sein, das man mit einem guten Packprogramm und viel Glück entpacken kann. Dank Logfiles kann man sowas relativ zuverlässig beweisen.

    Richtig kritisch wird allerdings die Frage ob der Besitz von „illegaler“ Musik strafbar ist, weil dann könnte man ja praktisch jeden zweiten Deutschen verklagen.

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